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Reporter ohne Grenzen – Beijing 2008

RSF Beijing

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF Reporters sans frontières) hat bei der Zeremonie zur Entzündung des olympischen Feuers heute eine neue Kampagne samt Keyvisual gezündet. Das Motiv zeigt die Olympischen Ringe in Form von Handschellen. Mit der Kampagne kritisiert die Organisation die eingeschränkte Pressefreiheit und den Umstand, dass China keine ausländischen Journalisten nach Tibet reisen lasse.

Das Ganze ist natürlich mehr ein politisches, als ein gestalterisches Thema, was aber nicht heißt, dass man nicht auch hierzu eine Meinung haben darf, vielleicht sogar sollte. Nachdem ich die Nachrichten am Montag Abend verfolgt habe, glaube ich ein Boykott der Spiele, und bereits der Aufruf dazu, würde die Fronten nur verhärten.

Klar wird das IOC unglaubwürdig, wenn es sich einerseits immer als Organisation von Weltverbesserern verkauft und just in dem Moment, in dem es drauf ankommt Rückgrat zu zeigen, beschwichtigend verkündet, man dürfe den Sport nicht instrumentalisieren und als Druckmittel missbrauchen. Vielleicht ist es ja naiv von mir zu glauben, der Austausch vieler tausend Sportler, Trainer und Funktionäre würde mehr Steine ins Rollen bringen können, als jeder von Außen erzeugte Druck auf die chinesische Regierung. In jedem Fall liegt schon jetzt ein sehr dunkler Schatten auf den bevorstehenden Sommerspielen. Das in schwarz gehaltene oben abgebildete Motiv hat das Zeug das “Anti-Keyvisual” der Sommerspiele zu werden.

abgelegt in Über den Tellerrand, erstellt von Achim Schaffrinna am 24.03.2008 | 20:44
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33 Kommentare zu 'Reporter ohne Grenzen – Beijing 2008'

  1. Markus
    am 24. März 2008 um 21:09 Uhr

    Ich hoffe das gibt es als T-Shirt.
    Ich hadere auch mit mir bzw. mit der Frage ob ein Boykott sinnlos wäre.
    Jedenfalls überkommt mich zur Zeit immer wieder die Ungläubigkeit wie es solchen staatlichen Terror in der heutigen Zeit noch geben kann.

  2. am 24. März 2008 um 21:15 Uhr

    Is China running for Olympics?
    Click here to see!!! ;)

  3. Coco
    am 24. März 2008 um 21:27 Uhr

    http://www.rsf.org/article.php3?id_article=25057 <—- da gibt es das T-Shirt ;)

    Ich find die Campagne gelungen + unterstützenswert.

  4. Guido
    am 24. März 2008 um 21:34 Uhr

    Chinas KP braucht die Spiele zur Imageaufbesserung und innenpolitischen Stabilisierung. Ein Boykott wäre für sie fatal. Deshalb ist ein Boykott bzw. im aktuellen Stadium eine massive Boykottdrohung das größte Druckmittel.

    Den Austausch/Dialoganstoss durch tausende Sportler wird es kaum geben. Die Sportler werden innerhalb und außerhalb der Sportstätten primär von hunderttausenden linientreuen Parteikadern umgeben sein. Das hatte seinerzeit schon die DDR perfekt drauf.

    Auch 1936 gab es in vielen Ländern Überlegungen, die Spiele in Deutschland zu boykottieren. Letztlich sind alle gekommen. Genutzt hat es ausschließlich dem Nazi-Regime für Propagandazwecke und nicht den Diskriminierten.

    Viele Sportler haben nur einmal im Leben die Möglichkeit, an olympischen Spielen teilzunehmen. Von daher kann ich nachvollziehen, dass viele über einen Boykott unglücklich wären. Zumal für viele Sportler da auch wirtschaftliche Interessen dranhängen. Ein “Kompromiss” könnte eventuell sein, nur die Eröffnungsfeier zu boykottieren.

  5. am 24. März 2008 um 21:50 Uhr

    Jedenfalls überkommt mich zur Zeit immer wieder die Ungläubigkeit wie es solchen staatlichen Terror in der heutigen Zeit noch geben kann.

    Und das von einem solch großen Land… >:-(

    Ich verstehe auch nicht wovor die chinesische Regierung Angst hat. Allerdings macht es mich auch wütend, dass man Olympia dort überhaupt ausrichtet und China vor ein paar Jahren den Zuschlag gegeben hat – einem Land, das Menschenrechte nach wie vor unbeirrt und öffentlich mit Füßen tritt.

    Sport hat schon immer großen Einfluss bei den Menschen gehabt und die grundsätzliche Haltung Sport und Politik zu trennen halte ich für falsch, weil Sport durchaus etwas verändern kann.

  6. am 24. März 2008 um 22:49 Uhr

    Passend dazu nach das als Weißes T-Shirt bitte:
    http://www.nerdcore.de/wp/2008/03/22/beijing-2008/

  7. am 24. März 2008 um 23:01 Uhr

    Ich weiß nicht, ob es besser ist die Spiele zu boykottieren oder nicht. Aber ganz egal, wie viel oder wie wenig das Sinn machen würde, ich könnte mir die Spiele im Sommer so oder so nicht mit gutem Gewissen anschauen. Ich kann nicht einerseits total scheiße finden was China da mit den Tibetern macht und gleichzeitig mit den Chinesen feiern, dass sie ein tolles Sportfest veranstalten. Für mich fällt Olympia dieses Jahr also aus.

  8. Wolfgang
    am 24. März 2008 um 23:07 Uhr

    Ganz ehrlich ich wäre für einen Boykott, weil nur durch so eine Aktion kann man China zeigen das dass was die machen nicht oke ist.

    Zu der Campagne: Finde ich klasse Idee, ich hoffe damit erreicht man auch was!

    @GPSchnyder
    Finde das T-Shirt ein bisschen hart.

  9. am 25. März 2008 um 00:01 Uhr

    Olympia 2008…

    http://www.rsf.org via Design Tagebuch

  10. Maik
    am 25. März 2008 um 00:45 Uhr

    Hallo!

    Ich spar mir jetzt mal einen Kommentar zur politischen Problematik, da dies ein recht großes Thema ist, dem man heir in ein paar Sätzen wohl nur schwer gerecht werden kann … (Man danke nur mal an die hunderttausende Hungertote in Afrika – wo bleibt da unsere Moral? Olympia in China und der Tibet Konflikt ist momentan ein unglaublich gute Story für die Medien und hat alles, was es braucht um wochenlang präsent zu sein.Wobei ich jetzt auf keinen Fall irgendwas verharmlosen will!!! )

    Um jetzt aber mal zum eigentlich zu kommen: Ich finde das “Logo” unheimlich gut! Wenige Farben, klare Aussage, eindeutiges Motiv. Gute finde ich auch, dass es stellvertretend für die gesamte Situation in China steht und nicht nur für den Tibet Konflikt. Wie oft liest man von Zensur und Einschränkungen, denen die Menschen in China ausgeliefert sind. Da werden Websiten gesperrt und Blogger verhaftet.
    Für all das steht dieses Motiv!
    Respekt!

  11. am 25. März 2008 um 01:07 Uhr

    Audi? ;-)

  12. MiSc
    am 25. März 2008 um 09:03 Uhr

    Aber.. alle haben doch den olympischen Gedanken in sich, bei der Arbeit…
    http://www.misc.at/index.php?detail=263#ideas

  13. am 25. März 2008 um 10:00 Uhr

    Man sollte immer differenzieren und schauen, wer was sagt. Leider geht in der Berichterstattung über Tibet unter, das Tibeter Molotowcocktails in die Häuser der in Tibet lebenden Chinesesen geworfen haben. Und das zuerst! Ohne Provokation seitens der Chinesen. Besatzung hin oder her – sowas macht man nicht. Und das zufällig vor Beginn der Spiele? Glaubt wirklich jemand, der Dalai Lama wäre nur lieb und nett und die Tibeter harmlos? Das ist leider das Bild dieser Gruppe. Ein bißchen tiefer gegraben und man findet heraus, daß der Dalai Lama Shoko Asahara (Aum-Sekte) unterstützt hat, daß Frauen in Tibet Menschen absolut niedrigster Duldung sind und die Drecksarbeit erledigen müssen (der Dalai Lama würde auch nie in einer Frau wiedergeboren werden) und das Heinrich Harrer, dessen langjähriger Lehrer, ein richtig hohes Naziroß (SA, SS) war, und sogar zusammen mit Hitler fotografiert wurde.

    Wir sitzen alle viel zu weit weg, wir wissen nur sehr wenig über das Leben und die Umstände dort und müssen uns natürlich auf die Berichterstattung hier verlassen. Doch wenn ich sehe, wie tibetische Mönche brandschatzend durch Lhasa rennen aber der Nachrichtensprecher hier von „verdienter Rebellion“ spricht, obwohl die Chinesen, die dort wohnen, wirklich nichts dafür können, frage ich mich, warum und aus welchem Grund hier so einseitig berichtet wird. Für mich sind es beide Seiten die Dreck schmeissen und beide Seiten, die sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Sollen sie doch.

    Und deswegen lehne ich jegliche Form von Parteinahme ab. Ich muß mich nicht für jeden brennenden Schuh interessieren.

  14. Gerhard
    am 25. März 2008 um 10:51 Uhr

    Der Widerstand der Tibeter flammt immer mal wieder auf. Spätestens wenn das olympische Feuer durch dieses faszinierende Land getragen wird kommt es zu einem Großbrand. Die Welt sollte nicht tatenlos zusehen.

  15. am 25. März 2008 um 10:57 Uhr

    > Man sollte immer differenzieren

    Fred, dem stimme ich zu. Ich empfinde Deinen Kommentar aber alles andere, als differenziert.

    > dass Tibeter Molotowcocktails in die Häuser der in Tibet lebenden Chinesen geworfen haben. Ohne Provokation seitens der Chinesen.

    Tibeter und viele andere werten die Besatzung selbstverständlich als ersten Schritt der Provokation. Ich halte dies für nachvollziehbar. Man kann das Thema Besatzung/Unterdrückung/Folterung nicht einfach ausklammern und behaupten die Mönche hätten angefangen. Das wäre zu kurz gedacht. Richtig ist sicherlich, dass die jungen Mönche, die bei den Unruhen beteiligt sind einer neuen Generation entspringen, die zu Teilen gewaltbereit ist und offensichtlich anders auf die Unterdrückung reagiert, als der Dalai Lama.

    > frage ich mich, warum und aus welchem Grund hier so einseitig berichtet wird.

    Dazu musst Du zurück ins Jahr 1950 schauen. Mao Zedong ließ in diesem Jahr die Volksarmee in das bis dahin unabhängiger Land einmarschieren. So zumindest die Sichtweise des tibetischen Volkes.

  16. am 25. März 2008 um 11:06 Uhr

    Zum Design ansich mal… gefällt mir gut..tolle Idee und ich hoffe das die ganze Geschichte bald sein Ende finden wird.

  17. chinAndy
    am 25. März 2008 um 11:48 Uhr

    Die Wahl der Chinesischen Schriftzeichen fuer BeiJing ist miserabel.

  18. am 25. März 2008 um 11:58 Uhr

    Schöne Kampange, ich finde das Logo gelungen!
    Wobei die Font wirklich nicht so der bringer ist ..

  19. am 25. März 2008 um 13:56 Uhr

    Es gibt auch eine deutsche Site, die seltsamerweise von rsf.org nicht verlinkt ist: http://www.reporter-ohne-grenzen.de/

  20. am 25. März 2008 um 17:45 Uhr

    [...] interessante Blog-Einträge hier und hier Social Bookmarks:   Posted in News Leave a Reply [...]

  21. am 25. März 2008 um 19:29 Uhr

    Another cartoon here:

    http://avenidacentral.blogspot.com/2007/08/olympic-games-show-must-go-on.html

  22. am 25. März 2008 um 19:30 Uhr

    Kurz und knapp:

    Tolle Kampagne, wird sicher noch heiß diskutiert werden

    Und ich bin als Sportfan FÜR einen Boykott… Freiheit ist wichtiger als Sport

  23. am 25. März 2008 um 19:55 Uhr

    1. Blick: Audi…

  24. Raphael
    am 25. März 2008 um 21:32 Uhr

    2. Blick – Immer noch Audi ;)

  25. chinAndy
    am 26. März 2008 um 06:54 Uhr

    philipp …

    sport ist wichtiger als politik!

  26. am 26. März 2008 um 07:51 Uhr

    “sport ist wichtiger als politik!”

    Aber Sport ist nicht wichtiger als Menschenrechte!

  27. DJ Iltiz
    am 26. März 2008 um 10:50 Uhr

    Eine sehr schöne Idee zu einer leider sehr ernsten Angelegenheit.

    Selbst wenn ich mich dafür interessieren würde, würde ich das unter den Umständen kaum verfolgen wollen …

    http://www.unf-unf.de/video/vorbereitung-zur-olympiade-in-china-1203955677.html

  28. am 26. März 2008 um 11:47 Uhr

    Hallo Achim, hier ein interessanter Artikel über die „Religion des Friedens“

    http://www.jungewelt.de/2008/03-26/015.php

  29. am 26. März 2008 um 20:53 Uhr

    [...] – 0 – 0 0 – 0 ANDERE PASSENDE THEMEN:Da gibt noch nix [...]

  30. Daniel P
    am 27. März 2008 um 10:34 Uhr

    Hmmm… Olympische Spiele in China boykottieren? Sind das nicht die Spiele wo Sportler Klamotten und Schuhe von berühmten Hersteller tragen (Adidas, Nike, Reebook, etc…) und viele diese Sportler mit solchen Firmen Sponsoren-Verträgen haben? Und wo werden die Klamotten diese Firmen meistens produziert? Jawohl in billig-Lohn Land per Excellence: China. Wie schön wenn der Kreis sich so schön schliesst. Ich frage mich gerade wie abhängig die chinesische Regierung von diesen Firmen und deren Geld abhängig ist? Vielleicht wäre ein Ökonomisches Boykott doch die bessere und effizientere Lösung.

  31. am 27. März 2008 um 17:25 Uhr

    Ich dachte zunächst, es sei Satire, dass die Diktatur China Olympia ausrichtet. Ist es aber wohl doch nicht. Schauder …

  32. am 28. März 2008 um 07:53 Uhr

    [...] Quelle: Designtagebuch [...]

  33. Ludwig Koch
    am 08. August 2008 um 21:28 Uhr

    Ich finde es falsch den ganzen Chinesen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Es ist die Partei die dafür verantwortlich ist und nicht die Menschen.
    Nur weil der keinen Macht verlieren will gibt es keine Freiheiten und wer dennoch spricht wird mundtod gemacht



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