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Relaunch von WELT ONLINE

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Welt Online Relaunch

Das Nachrichtenportal WELT ONLINE hat gestern Abend einen Relaunch vollzogen. Die letzte nennenswerte Anpassung erfolgte im Februar 2011 (dt berichtete: Welt Online stellt Header-Bereich um). Nach eigener Einschätzung können Besucher nun „Schneller finden, besser lesen, tiefer informieren“, so der zum Relaunch begleitende Artikel von Oliver Michalsky, stellvertretender Chefredakteur.

Ob Nutzer sich nun „tiefer informieren“ können, sei mal dahingestellt. Was sich sagen lässt, ist, dass die Suche optimiert wurde und nun Suchvorschläge beim Eintippen ausgibt, wie wir es von Google und vielen anderen Diensten kennen. Eine gute Entscheidung war die Verlagerung des Eingabefeldes von unterhalb der Hauptnavigation in den Bereich darüber, denn auf diese Weise wird fortan vermieden, dass das Aufklappmenü der Navigation das Sucheingabefeld verdeckte, was bislang wirklich sehr störend war.

Was sich ebenfalls sagen lässt, ist, dass die Gesamtbreite um gut 100 Pixel angehoben wurde und nun bei 960 Pixeln liegt. Die neue Breite kommt vor allem dem Content zu gute, der nun auf Artikelebene über eine dritte, 140 Pixel breite Spalte verfügt, die unterhalb des Artikelbildes beginnt. Diesen Aufbau hat unter anderem Focus populär gemacht, auch auf Suedkurier.de findet sich seit dem letzten Relaunch solch eine links angedockte Marginalspalte. Von der gestiegenen Breite profitiert auch der Artikeltext, der leicht vergrößert erscheint.

Die nachfolgende Ansicht ist anklickbar und zeigt die Artikelebene in Originalgröße. Darin zu sehen sind auch die neuen, in Serifenschrift angelegten und von zwei Linien eingefassten  Zwischenüberschriften.

Vorher-Nachher-Ansicht der Artikelebene

Welt.de Artikelebene

Der Header wurde im Zuge der Umstellung ein wenig vergrößert. 80 Pixel in der Höhe als Branding-Bereich einer Website, die viele tausend Pixel lang ist, erscheinen mir jedoch nach wie vor zu klein. Das hätte gerne etwas mehr sein dürfen als das Plus von 20 Pixeln, das hier erfolgte. Das Logo selbst hat um etwa 40 Pixel in der Breite zugelegt.

Die eigenen Stammleser stufen den Relaunch erwartungsgemäß am kritischsten ein, allerdings gar nicht mal in Bezug auf die Gestaltung oder die Usability. Ein Bug der Kommentarfunktion wird da schnell schon einmal als das Ende der Meinungsfreiheit eingestuft. Interessant auch, der folgende Kommentar, der verdeutlicht, dass ein Textlink zumeist besser ist als ein Icon. Handlungsbedarf besteht hier auch in Bezug auf die Redundanz des Begriffes „Empfehlung“. Vorschlag: den ersten Begriff in „empfehlen“ umbenennen, sodass klar wird, dass erstgenannter Begriff die Aktion und zweitgenannter Begriff die Information kennzeichnet. Das passte semantisch dann auch wieder zu „Melden“ bzw. besser „melden“.

Welt.de Icon Kommentarfunktion

Offenbar werden fortan auch ergänzend zu den Kommentaren Reaktionen auf Twitter an die Artikel angehängt. Das sieht nicht nur nett aus, auch die Reaktionen der Nutzer sind hier netter und freundlicher. Vielleicht sollte man dazu übergehen, ausschließlich Twitter-Reaktionen einzubinden?

Spaß beiseite. Hier noch ein Bug: Werbebanner werden noch nicht korrekt dargestellt. Hier sind die CSS-Angaben in Bezug auf die Ebenen noch falsch (Screenshot).

Das Konzept wurde inhouse entwickelt, das Design gemeinsam mit Interactive Tools. Technisch umgesetzt wurde es wieder inhouse.

12 Kommentare

  1. Leider zeigt der Link von “Interactive Tools” im letzten Absatz nicht auf die richtige Domain.
    Anstatt .COM sollte es interactive-tools.DE sein. Bitte um Änderung.

    Danke!

  2. Den Link zu Interactive Tools habe ich soeben korrigiert.

    @Roman Wie hast Du denn die Seitenhöhe ermittelt? Er stimmt nicht. Wenn man von der aktuellen Startseite einen Screenshot erstellt, ist dieser 11.478 Pixel hoch.

  3. Achim: Stimmt, mein Fehler. Danke für die Korrektur, mein Wert ist ja mal weiter von der Realität entfernt als der durchschnittliche Welt.de-Kommentar. Ich habe mit Netfixer einen Screenshot erstellt – und dann aus unerfindlichen Grüßen die Größe einer ganz anderen Datei gemessen. Schöne Grüße!

  4. [...] denn auf diese Weise wird fortan vermieden, dass das Aufklappmenü der Navigation das Sucheingabefeld verdeckte, was bislang wirklich sehr störend war.

    Als “sehr störend” würde ich das jetzt nicht empfinden: Entweder, man möchte einen Anker aus der Navigation folgen, oder man gibt etwas in das Suchfeld ein. Warum sollte ich das Aufklappmenü ansteuern, wenn ich etwas suchen möchte?

  5. Genau das Ansteuern war aber doch bislang das Problem. Ich bin regelmäßig im Aufklappmenü „hängen geblieben“, obwohl ich das Suchfeld ansteuerte. Und da das Menü bei Rollout zeitverzögert zuklappte, musste man einen kurzen Moment auf die „Freigabe“ des Suchfeldes warten.

  6. Die Rubrikengliederung (Typo/Linien ober- und unterhalb) erinnert mich stark an den Auftritt der FAZ. Auch Tabellengrafiken beispielsweise Börsenkurse (Welt) und Indizes (FAZ) finde ich fast identisch.

  7. Lieber Achim Schaffrinna,

    vielen Dank für die Auseinandersetzung mit unseren überarbeiteten Seite.

    Der in Ihrem Text beschriebene Bug zu den Werbebannern sollte nach Auskunft meines Kollegen nun behoben sein. Danke für den Hinweis.

    Herzliche Grüße
    Romanus Otte

  8. Moin moin aus Hamburg!

    Mir persönlich gefällt die “Dreispaltigkeit” auf Artikelseiten nicht so gut. Das verwirrt irgendwie. Vorher mit dem linksbündigen Artikel hat es mir erheblich besser gefallen. Dadurch wirkte es aufgeräumter, strukturierter…
    Ansonsten ist die Welt-online aber sehr schön geworden!

  9. @Marcel Es gibt hierfür zahlreiche Dienste wie Ladezeit-Check(1526 KB), Web Page Analyzer (1124 KB) oder 1&1 Ladezeit-Check (1565 KB) um nur drei zu nennen. Auch mit dem Firefox-Plugin Firebug (2 MB) ist dies möglich. Hinweis: Die Zahlen in Klammern sind die für welt.de ermittelten Werte. Die Angaben variieren zum Teil stark, wie man sieht, unter anderem deshalb, da die Crawler offensichtlich darin unterscheiden, ob etwa gestreamte Werbe-Banner mit erfasst werden. Ich selbst ziehe bei einer Beurteilung mindestens zwei Dienste mit ein.

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