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Plakat der Kieler Woche 2011

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Plakat Kieler Woche 2011

dt-Leser Michael schrieb mir einmal: „Ich hab mit der Suchfunktion nichts über die Kieler Woche gefunden. Das kann doch nicht sein!“ In der Tat war das bislang der Fall. Mit dem heutigen Tag soll dies jedoch geändert werden. In vier Wochen beginnt die Kieler Woche, Grund genug, das in diesem Jahr von dem in der Schweiz lebenden Grafiker und Fotograf Melchior Imboden gestaltete Plakat vorzustellen.

Seit 1959 lädt die Stadt Kiel von einer Jury ausgewählte Designer aus dem In- und Ausland zum renommierten Wettbewerb ein. Dieses Mal fiel die Wahl auf: „Farbige Bänder, die sich beim Überlappen zu neuen farbigen Elementen mischen“, wie es von Seiten den Pressestelle zum Plakatentwurf hieß. “Das Spiel der Farben hält das Plakat und alle anderen Erzeugnisse in ständiger Bewegung, Assoziationen von Wellen und Bootsformen entstehen und vergehen”, so die Jury-Begründung.

Für Imboden selbst bedeutet es sehr viel, den Siegerentwurf zu stellen, wie er mir im Gespräch sagte. „Das ist natürlich eine Riesenfreude. Vor allem, weil ich ja um die Qualität der am Wettbewerb teilnehmenden Grafiker wusste.“ Der Schweizer hat insgesamt drei Arbeiten eingereicht. „Ich wollte farblich einen Akzent setzen. Die Siegerplakate der vergangenen Jahre waren zuletzt doch sehr gleichmäßig und farblich meist blau gehalten.“ Imboden hat das Plakat „nach alter Schule“ von Hand entworfen. Reinzeichnungen entstehen unter seiner Regie meist in Zusammenarbeit mit Agenturen und jungen Designern. Ein gutes Plakat „muss einen anspringen“, wie er sagt. Arbeiten, wie das Kieler-Woche-Plakat von Hans Hillmann, ist seiner Ansicht nach aufgrund der hier angewandten Reduktion einzigartig. „Wenn ein Plakat auch nach Jahrzehnten solch eine Wirkung hat, dann ist es ein gutes Plakat“.

Teilnehmer des Wettbewerbs für das Kieler-Woche-Design 2011 waren: Malsyteufel – Prof. Victor Malsy / Prof. Philipp Teufel (Willich), Eike König (Berlin), Visiotypen – Philipp Hubert / Sebastian Fischer (Stuttgart), David Tartakover (Tel Aviv/Israel) und Melchior Imboden (Buochs/Schweiz). Sie erlebten Ende Juni die Kieler Woche und reichten anschließend insgesamt zwölf Entwürfe ein.

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49 Kommentare

  1. Gefällt mir gut!
    Farblicher Gesamteindruck trifft nicht ganz meinen persönlichen Geschmack, aber cool.
    @ Flo schließe ich mich an. Genaugenommen finde ich alle drei Entwürfe von ihm am gelungensten. Bei den anderen sind gute Ideen dabei, insbesondere das 3. von Malsyteufel mit dem Herz, aber da fehlt mir irgendwo der Feinschliff. Gerade bei HORT. Die ersten beiden irgenwie cool, das letzte eher LOL, das vorletzte ist mir zu avantgardistisch. Für ein Werbeplakat zu querch, unter dem Gesichtpunkt moderner, abstrakter Kunst gefällt es mir einfach nicht. Auch wenn ich als Kasseler Jung’ und Dokumenta-Freund auf abgefahrene Sachen stehe. Da fehlt mir die Substanz. Trotzdem schön, dass sowas eingereicht wird.

  2. Verglichen mit den übrigen Entwürfen erfüllen die Einreichungen von Melchior Imboden ihre Funktion noch am besten, weil:

    · Lesbar(er als die anderen Entwürfe, bei denen man z.T. die Textinfos erraten muss).
    · Originär
    · Sympathisch (ist durch und durch subjektiv, aber mich spricht das Farbschema sehr an).

    Die übrigen Entwürfe wirken zum Teil arg erzwungen. Ich musste da an den Spruch “L’art pour l’art” denken. Kunst und Design liegen manchmal eben noch nah beieinander.

  3. Mit Abstand der ansprechendste Entwurf hat gewonnen – gefolgt von Imbodens 1. Entwurf und dem blauen Entwurf vom Hort. Haut einen aber eigentlich alles nicht wirklich vom Hocker.

  4. Hallo Achim, da hat sich wohl der Fehlerteufel gleich einige male eingeschlichen:
    DIESES Mal FIEL die Wahl auf: „Farbige Bänder, die sich beim Überlappen zu neuen farbigen Elementen mischen“, wie es von Seiten DER Pressestelle zum Plakatentwurf HEIßT.”

    Viele Grüße

  5. Ich teile die Meinung der anderen hier auch, der beste Entwurf hat gewonnen und gerade drei Elemente finde ich wichtig.

    Zum einen die Assoziationen mit Wellen, die einfach zur Kieler Woche gehören und passen.

    Dann das schlichte Design, das eben auch in kleiner Ausführung auf T-Shirts etc. etc brauchbar umsetzbar ist

    und zum Schlus die bunten Farben die zu einem Volksfest mit Freunden und Stimmung einfach passt und so für gute Laune sorgt.

    Ein absolut richtige Entscheidung.

  6. gefällt mir auch gut. wieder einmal etwas anderes tut gut.

    ps: achim, du hattest vor einiger zeit eine liste mit links bzw. eher deine favoriten blogs und pages auf dieser seite. fing glaube ich mit dasauge.de an…

    hast du diese entfernt? hab da immer gerne mal vorbeigeschaut, kann sie leider nicht mehr finden.

    grüsse.

  7. Was entdeckt da mein geschultes Auge, am unteren Plakatrand, in der Partnerliste? Da gab es bei SAP wohl ein Redesign des Logos. Ein kleiner Farbverlauf, von Hell- zu Dunkelblau soll das Logo wahrscheinlich moderner und frischer wirken lassen!? Wenn`s schee macht!

  8. @phi:

    Ja, das SAP-Logo wurde im Januar mit dem tollen Verlauf ausgestattet. Verantwortlich für diesen revolutionären Eingriff ist der Marketingchef Marty Homlish. Einfach mal Link integrieren diesen Artikel lesen, Lachen garantiert (immer wieder erstaunlich, wie solche Änderungen argumentiert werden…)

  9. Danke fürs Aufspüren der Tippfehler! Sind korrigiert.

    @mi Du meinst diese Seite, die mangels Platz nicht mehr über die Navigation ansteuerbar ist.

    Zum SAP-Logo: Den Wechsel hatte ich seinerzeit einfach deshalb nicht dokumentiert, weil er mir belanglos erschien. Die begleitende Erklärung zum Redesign ist allerdings tatsächlich amüsant: “Mit dem alten Logo verschwinden auch alte, negative Eindrücke.”

  10. @Phi, Caleb + Achim: Das kommt ja ungefähr dem Redesign des KPMG-Logos gleich. Dort wurde das Logo welches bisher einfarbig blau auf weiß war, ebenfalls auf einen Verlauf gestellt (s. kpmg.de). Naja. Ohne Worte.

  11. Was sind denn das alles für furchtbare Einsendungen. Ich dachte da hätten durchweg Profis mitgemacht. Mir gefällt nicht ein einziger Vorschlag. Der Gewinner ist wenigstens noch halbwegs erträglich, auch wenn ich da eher an eine Kunstaustellung denken würde.

  12. Danke Zyro,

    Ich habe mich schon für beruflich deplaziert gehalten, weil ich eine völlig andere Meinung als die anderen Kommentierer hier habe. Ich find’s echt ausnahmslos schrecklich, was da eingereicht wurde.

    “Hmm, Kiel … Kiel … WASSER! Okay, machen wir Wellen.”

    “Und welche Farben? Hmm … Tun wir CMYK und RGB rein. Aber ausgewaschen.”

    “Für die Typo nehmen wir mal rot, steht ja für Leidenschaft. Nä? Ach, verdammt. Beisst sich total mit dem grün im Hintergrund. Egal, mischen wir noch n bissl Schwarz ins rot.”

    Buaaaaaaaaaaarrrrr …

    Dazu fällt mir echt nichts mehr ein.

  13. Cooles Plakat :) schön lebendig

    Das Einzige was mich stört is die Sponsorenleiste.
    Bitte warum stehen die Logos da so ungleichmäßig herum?
    Optische Mitte wäre mal ein Stichwort :) und
    nich einfach die Koordinaten reinklatschen -.-

    Grüzle,
    Friedemann

  14. Die Sponsorenleiste stört in der Tat – finde ich auch, die hätte man vielleicht vereinheitlicht in weiß ohne den Balken anlegen können (Monochrome Logos werden die Unternehmen ja haben).

    Ansonsten echt sehr chic und wunderbar auch, dass mal wirklich der beste Entwurf gewonnen hat! Seine anderen Entwürfe sind auch cool, erinnern aber zu sehr an den Sieger von 1963 .. jedenfalls nach meinem Eindruck. Generell begrüße ich aber die Einstellung sehr, sich nicht mehr von allzu plakativer Symbolsprache “leiten” zu lassen, sondern in Richtung Plakatkunst zu gehen und dem Betrachter so etwas mehr Aufmerksamkeit abzuverlangen.

  15. @12 zyro
    Nun, ich kenne einfach nicht die Rahmenbedinungen. Ich bin einfach mal davon ausgegangen, dass der Pitch vielleicht weniger lukrativ gewesen sein dürfte, die Ausschreibung nur an bestimmte Personen ging, große Agenturen möglicherweise bewusst außenvor gelassen wurden oder sonst etwas. Wir wissen es nicht. Beurteilt wird das, was aufgetischt wird. Man kann nicht immer eine Meisterleistung von einem 12-Köpfigen Team erwarten.

    Zudem lohnt ein Blick auf alle vergangenen Plakate:
    http://www.kieler-woche.de/service/corporate_design/galerie/index.htm#17
    das gibt schonmal die grobe Richtung an.

  16. Hm, es hat fürwahr der beste Entwurf gewonnen. Nur ist das – in meinen Augen – noch keine Auszeichnung. Ich schließe mich hier der Minderheit an und muss sagen, dass mich der Entwurf ein gutes Stück enttäuscht.

    Die Plakate der Kieler Woche bestachen immer durch eine relative Nicht-Farbigkeit, d.h. Reduktion auf Blau. Und, wie ich bei einem anderen Thema bereits schrieb: Reduktion ist deutlich schwerer als das Arbeiten mit mehreren Elementen, in diesem Falle Farben. Die schlichte Genialität der meisten (nicht aller) vorherigen KW-Plakate geht diesem Entwurf völlig ab.

    Ein weiteres herausstechendes Merkmal der meisten bisherigen Plakate war eine punktgenaue Landung in Sachen Typografie. Größtenteils wurde sehr mutig und hervorragend mit der Typo gearbeitet. Auch Imboden scheint, glaubt man seiner Website, ein begnadeter Typograf zu sein. Dieses Element fehlt in oben stehendem Entwurf leider auch völlig, die Schrift wurde lieblos draufgesetzt.

    Alles in allem will sich dieser Entwurf nicht in die Riege der Ehemaligen einreihen – er wird hervorstechen, wie man in der Übersicht schon ganz gut erkennen kann. Ob das gut ist oder nicht soll jeder für sich selbst entscheiden. In meinen Augen ist es das nicht.

    Und, bitte nicht falsch verstehen: Für so ziemlich jede andere Veranstaltung hätte ich den Entwurf in den Himmel gelobt, nicht allein für “den Mut des Veranstalters blablabla”. Was die heilige Kieler Woche angeht, kann ich das nur leider nicht.

  17. Wir wissen es nicht

    Jedes Jahr werden einige wenige ausgewählte Designer und Grafiker zu dem Wettbewerb eingeladen. Einen klassischen Pitch zwischen größeren Agenturen gibt es hier meines Wissens nicht.

    @mi Jetzt sollte die Seite aber sichtbar sein! Schau bitte noch einmal.

  18. Finde ich ehrlich gesagt alles stink langweilig. Jetzt nach über 3 Jahren “in der Branche” nervt mich dieses immer gleiche “moderne Design” doch sehr. Alles austauschbar und beliebig! Trotzdem möchte ich dem Grafiker nicht zu nahe treten, sicher ein talentierter Mann!

  19. Prinzipiell finde ich das Siegerplakat fast etwas zu beliebig, auch wenn die Linien für Wellen stehen, ist jedoch sonst der Bezug auf den ersten Blick recht vage – passt ähnlich für den Eurovision Song Contest 2006 ( http://en.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2006 ).

    Das von Hort ist insofern “besser” als dass es herb genug ist, es ist nicht lieblich wie heutzutage vieles bezugsgruppengerecht verweichlicht wird, von den Schriften bis hin zur Gestaltung. Dagegen hält die Gestaltung von Hort, auch wenn die ersten Entwürfe vllt. zu dreiecklastig sind, weil man das in Der Vergangenheit öfter hatte, ist das typografische Plakat eine Alternative, das zudem das Spiel der Wellen und dem Wind deutlicher vermittelt.

    Aber hier wollte man den Betrachter nicht zumuten, die Buchstaben in eine Reihe zu setzen, es könnten Leute nicht verstehen, das wäre schlecht für den Umsatz. Im Rahmen der medialen Berichterstattung und Werbung dürfte die Zuordnung jedoch sicher zweifelsfrei möglich sein.

    Das soll keine Wertung der Arbeiten im einzelnen darstellen, sondern sollte die Problematik der Verwendung und Vermarktung beleuchten, welchen eine solche Auswahl z u m e i s t unterliegt.

  20. Zum Thema Plakat gibt es ein schönes Adjektiv: plakativ.
    Die Kieler Woche zeigt seit Jahrzehnten, wie “echte Plakate” gestaltet werden.
    Aus meiner Sicht alles richtig gemacht – bis auf die rote Farbe der Schrift.

    Zu den anderen Entwürfen. Auch alles brauchbar – bis auf den letzten Entwurf von HORT. Bewußt Regeln zu durchbrechen ist eine hohe Kunst. Hier hat es leider nicht geklappt.

  21. Interessant könnte der Wettbewerb um das beste Plakat wieder dann werden, wenn eben nicht nur ausgebildete Designer daran teilnehmen dürften, sondern auch beispielsweise interessierte Kieler Bürger oder Studenten der ansässigen Hochschulen.

    Letztlich sind die Ergebnisse leider – wie schon Einige hier festgestellt haben – recht beliebig.

  22. Jan, es gibt die von Dir genannten Wettbewerbe doch tausendfach! Eben die Limitierung auf einen kleinen Kreis macht diesen Wettbewerb ja so interessant. So wie es ist, ist es gut. Bitte nicht noch einen möglichst offenen Wettbewerb, der im Endergebnis nichts anderes als einen Kompromiss, den kleinsten gemeinsamen Nenner als Siegerentwurf sehen würde. Die „Beliebigkeit“ wäre in solch einem Prozess am Ende eher noch größer.

  23. Erstens finde ich jeder sollte nur ein Plakat einreichen dürfen. Zum zweiten finde ich das das Plakat also schon etwas mit dem Thema “Segeln” zu tun haben sollte. Farbige Wellen ,… naja!

    Gruß Tom

    PS. Bin selber Segler und finde ob Regatta oder Kirmes das Motiv ist schön aber zu beliebig.

  24. @Achim Schaffrinna

    “Eben die Limitierung auf einen kleinen Kreis macht diesen Wettbewerb ja so interessant.” Interessant für wen? Für die Auserwählten? Für die Stadt? Die Jury? Die Qualität der Ergebnisse? Gut, ich gebe zu, dass für Otto-Normal-Bürger (und dazu würde ich mich im Falle eines Besuches zählen) die Plakatierung und der damit einhergehende Verkauf von Devotionalien vermutlich wohl eher eine untergeordnete Rolle bei der Kieler Woche spielen dürfte.

    Dennoch halte ich eine Demokratisierung des Wettbewerbes für nicht unbedingt schlecht. Man könnte der Bürgerschaft als Alternative auch eine gemeinsame Stimme für den Entscheid anbieten.

    Aber das würde womöglich den Rahmen des Ganzen sprengen…

  25. @ Valle:

    “Alles austauschbar und beliebig.” Klar, wenn man alles über einen Kamm schert, ist alles austauschbar und beliebig. Aber gerade die feinen Nuancen sind es doch, die ein Design spannend und das andere profan machen, auch wenn dem Laien da (bewusst) keinerlei Unterschiede auffallen wollen.

  26. @ Jan und @ Achim:

    “Eben die Limitierung auf einen kleinen Kreis macht diesen Wettbewerb ja so interessant.”

    Ganz und gar nicht! Die Limitierung fördert nur wieder dieses dumme elitäre Designerdenken auf der einen und das unfair-behandelt-Gefühl auf der anderen Seite.

    Dass ein Schweizer auserkoren wird, das Plakat für die Kieler Woche zu gestalten, die in S-H mehr als nur heilig ist, lässt sich wohl auch nur schwer kommunizieren. Nicht nur vor dem Hintergrund dieser Limitierung.

    Dass sich aber plötzlich Bürger beteiligen sollten, halte ich für überzogen. In meiner ostfriesischen Heimat hat man das zum Beispiel mal mit dem Matjesfest-Plakat versucht. Ging völlig in die Hose. :-)

  27. @ Ano Nym:

    Es handelt sich hier um ein Plakat und nicht um einen Aufsatz. Lesbarkeit (vor allem aus der Ferne) sollte doch einen höheren Stellenwert als Interpunktion haben.

    Ich weiss auch nicht, wie Herr Schaffrina darauf kommt, ein festgezurrte Teilnehmerzahl sei interessanter:

    http://www.kieler-woche.de/service/corporate_design/galerie/

    Wow. Explosionsartige Kreativität. Bald haben wir alle Grundformen durch, dann kommen Punkt Punkt Komma Strich.

    Mein Plädoyer:

    Je mehr Teilnehmer, um so mehr Arbeit für den Veranstalter. Allerdings auch schwierigerer Wettbewerb für die Teilnehmer, was die individuelle Leistung und Kreativität fordert. Mir kann keiner erzählen, dass eine beschränkte Teilnehmerzahl für mehr Spannung und Qualität sorgt.

  28. Wie schon gesagt – der beste Entwurf hat gewonnen. Aber auch für mich ist das keine Auszeichnung. ( Auch die anderen Ergüsse von Melchior finde ich nicht gerade berauschend)

    “Ausgewählte Designer” ??? Ganz ehrlich – die anderen Entwürfe sind Dreck. Nach welchen Kriterium suchen die die Designer?

  29. @ LeFaune Geht’s noch?! Im Zusammenhang mit den eingereichten Arbeiten dieses Wettbewerbs von „Dreck“ zu sprechen, ist die Spitze an Überheblichkeit. Ich empfand schon Marfs Kommentar für äußerst unpassend, aber solch eine Einschätzung abzuliefern, ist schon starker Tobak. Die eigenen gestalterischen Fähigkeiten müssen bei einigen der hier Kommentierenden ein Niveau erreicht haben, von dem man nur träumen kann. Umso bedauerlicher ist es, dass die Negativkritik vor allem aus der Anonymität heraus erfolgt, denn nur zu gerne würde ich mir das ein oder andere Portfolio der Kommentierer einmal anschauen. Aber ist schon klar – lieber renommierten Designern ans Bein pinkeln, als selbst etwas G’scheites ins Netz stellen. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass jemand mit Formen gut umzugehen weiß, wenn er derat pflegelhaft mit Wörtern hantiert. Auch der Mangel an Respekt vor der Arbeit Anderer, der in zahlreichen Kommentaren zu diesem Artikel zum Ausdruck gebracht wird, ist erschreckend.

  30. Mir persönlich gefällts! Die verschiedenen Bändern lassen für einen unbeteiligten nur erahnen, dass es sich dabei um ein Wassersport-Event handelt. Gleichzeitig finde ich, dass die vielen verschiedenen farbigen Segmente, aus denen letztendlich die Wellen enstehen, auf ihre eigene Weise eine gewisse Dynamik ausdrücken – schwer in genaue Worte zu fassen, aber wie gesagt, mir gefällts!

  31. Ganz und gar nicht! Die Limitierung fördert nur wieder dieses dumme elitäre Designerdenken auf der einen und das unfair-behandelt-Gefühl auf der anderen Seite.

    Mittlerweile ist mir bei solchen Sachen lieber, sie wählen vorher gezielt Gestalter/innen aus, die Ahnung von ihrem Handwerk (Typografie, Satz etc.) haben, als die Unkultur von Pitches, Crowd-Sourcing oder sonstigen Wettbewerbsarten zu fördern. Denn im Falle von Wettbewerben machen meistens Agentur und Büros, die “etwas können” aus Prinzip nicht mit oder nur wenn sie Zeit haben. De Facto verschlechtert sich generell die Qualität ─ was man heutzutage kaum leugnen kann.

    Das hat nichts mit elitär zu tun ─ wenn ich einen Tisch schreinern lasse, geh ich auch zu den “Guten”, anstatt irgendwen daran arbeiten zu lassen. Es ist generell eine Unsitte zu glauben, man könnte gestalten oder irgendetwas beurteilen – allein aufgrund der Tatsache, das es sich um “visuelle” Arbeiten handelt. Man kann einen Meinung haben, die sich nicht zuletzt auf den Geschmack und die Sehgewohnheiten stützt, doch leider färbt diese Meinung immer mehr auf die Entscheidungsträger ab, die sich Mainstream ergeben.

  32. @Achim

    Diese -überspitzt ausgedrückt- “dann macht es doch besser wenn ihr schon so klug seid”-Art halte ich für unpassend. Ebenso erscheint es mir als dürfe man an den arbeiten von “renommierten Designern” nicht kritisieren. Wenn mir eine Gestaltung nicht gefällt dann ist mir das -Pardon- sch*** egal was der Designer für einen Titel/Status hat. Denn Gott sei dank ist niemand unfehlbar! Respektlose Beschimpfungen gegenüber Arbeiten von !egal welchem Designer! gehören sich natürlich nicht, da stimme ich zu.

    @Wolle

    Sie haben recht, über einen Kamm scheren ist grundsätzlich falsch! Doch leider lassen sich meiner Meinung nach diese modernen Designerstücke auch viel zu leicht vergleichen – oder eben austauschen! Wenn ich mir das Siegerplakat ansehe und mir nur denke: “Och nicht schon wieder Farbflächen die sich überlappen in verschiedenen geometrischen Formen….” vor allem im “Segler”-Kontext….alles schon mal gesehen!

  33. @Valle Natürlich darf man auch die Arbeit von renommierten Designern und Agenturen kritisieren, aber ich bitte Dich, was hier teilweise vorgetragen wird ist doch keine Kritik!

    nach über 3 Jahren in der Branche

    Sicher, nach so einer langen Zeit, da kennt man bereits alles, weiß alles und kann auch alles besser. Das ist zumindest, was ich in einigen Kommentaren hier herauslese. Was zählt da schon die Arbeit von Kreativen, die seit 30 Jahren gestalterisch tätig sind. Man muss nicht alles gut heißen, aber bei aller Kritik halte ich es für ganz entscheidend, dass man sich ein Mindestmaß an Respekt wahrt. Und den vermisse ich hier.

  34. Was ist nur mit der Leserschaft des Designtagebuchs passiert? Komplett ausgetauscht? Die Plakate der Kieler Woche sind doch gerade darum auch Kult, weil man jedes Jahr aufs neue sehen kann, wie renommierte Designer das Thema vor dem Hintergrund Ihrer persönlichen Klasse interpretieren! Und was bei offenen Wettbewerben rauskommt, kann man gerade bei der Suche nach einem Symbol für Menschenrechte sehen: 95% der eingereichten Arbeiten halten nicht einmal die Grundvoraussetzungen für ein Symbol ein.

  35. Ich finde es hat Stil! Denn gerade diejenigen Werke können mit vollem Recht als GUT bezeichnet werden, die es auch nach Jahren oder Jahrzehnten sind. Wie z.B. das von Hans Hillmann von 1964. Hat heute noch dieselbe Prägnanz wie damals.

    Ich finde das aktuelle Plakat hat extrem viel Potenzial EBEN DAFÜR! Und die Farbigkeit finde ich persönlich auch total stimmig. Gerade WEIL man es nach Jahren eben drauf hat!

    Ein großes Lob von meiner Seite!

  36. Erstaunlich wie anpassungsfähig Ihre Standpunkte sind. Hier gefällt das Gestaltete, also wird es bis auf’s Mark verteidigt und jegliche, vielleicht derbe, Kritik verurteilt. Darf ich kurz an folgendes erinnern?

    http://www.designtagebuch.de/category/die-gruseligsten-seiten-im-netz/

    Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe diesen Blog wirklich, allerdings halte ich diese Art von Inkonsequenz in Bezug auf Bewertungsgrundlagen für weniger professionell, als meine als “unpassend” deklarierten Äußerungen.

    Ich muss ja auch nicht ihrer Meinung sein. Ich habe eher den Eindruck, dass die Tatsache, dass es die Arbeit eines renommierten Designers ist, einige blendet.

    Ich wünsche ein vorzügliches Wochenende!

  37. Mir gefällt das Plakat sehr gut. Besser als viele Vorjahres-Motive lässt es erkennen, dass die Kieler Woche natürlich v.a. ein Segel-Event ist, dass dazu aber auch eines der größten Volksfeste Deutschlands gehört – und das ist für die Masse ja wahrscheinlich eher der Grund auf das Plakat zu reagieren.

    Nicht ganz zum Thema aber vielleicht trotzdem noch erwähnenswert: Der Internetauftritt der Landeshauptstadt, kiel.de, ist auch erst seit zwei Monaten rund erneuert online. (http://www.germanpress.net/artikel-kiel-mit-bild-kiel-de-ist-jetzt-ganz-neu_57.html)

  38. @Marf Wenn Du den Artikel gelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, dass ich meine eigene Meinung bezüglich der Gestaltung des Plakats außen vor gelassen habe. Tatsächlich stehe ich dem Plakat vollkommen neutral gegenüber. Deine Vermutung ist also falsch. Zugegeben, ich mag es, dass die Verantwortlichen eben nicht auf einen Crowdsourcing-Zug aufspringen, sondern gezielt langjährig tätige Designer einladen. Die Ergebnisse sprechen für sich. Der Wettbewerb ist offen, fair und ich denke mal, dass hier finanziell keiner über den Tisch gezogen wird. Das sieht bei den meisten PR-getriebenen Crowdsourcing-Wettbewerben doch ganz anders aus. Es steckt schon reichlich Naivität dahinter, noch mehr solcher Steinmeier-Logo-Wettbewerbe zu fordern.

    Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass jemand eine andere Meinung vertritt! Im Gegenteil, ich fordere sie geradezu ein! Was mich allerdings stört, ist die Art und Weise, wie hier teilweise Kritik geübt wird. Die Besprechungen zu den gruseligsten Seiten sind eben nicht unfair, derbe und unverschämt, sondern zielen auf die Sache und nutzen die Kraft des Argumentes, deswegen trifft auch nicht die Aussage, ich würde mal so und mal so handeln. Wo bitte schön, ist denn zum Beispiel in Deinem Kommentar und auch etwa in dem von LeFaune ein Argument? Hättet Ihr Euch die Zeit genommen, um darzulegen, was genau an der Gestaltung des Plakats kritikwürdig ist, dann wäre es gut möglich gewesen, es hätte sich ein spannender Dialog, ein kurzweiliger Austausch über Gestaltungsansätze ergeben, aber so gibt es lediglich eine unschöne, aber notwendige Diskussion auf einem Nebenschauplatz. Es ist mir einfach zu billig, wie hier Einige kommentieren. Und um Gröters Design #39 und auch ein bißchen mich selbst zu beruhigen, es sind nicht die Stammleser respektive Stammkommentierer, die sich hier hervorheben.

    Nochmal: Kritik üben, gerne! Andere Ansichten vertreten, wunderbar! Dabei aber immer berücksichtigen, dass hinter jeder gestalteten Sache auch ein kreativer Kopf steckt. Ich nenne so jemanden gerne einen Kollegen. Zu den garstigen Seiten des Internets gehört sicherlich die Unart, dass Menschen, die sich vis a vis niemals zu Wort melden würden, in einem Kommentar unflätig ablästern. Immer, wenn dies der Fall hier im dt ist, dann werde ich reagieren. Soviel zum Thema Konsequenz ;-)

  39. Ich find’s ok…
    Es fällt in der Farbigkeit etwas aus dem Blau der letzten Jahre raus. Das ist doch gut.

    Seine anderen beiden Entwürfe finde ich viel beliebiger:
    http://www.kieler-woche.de/service/corporate_design/cd2011/entwurf_4.php erinnert an das von den Olypischen Spielen ’72 http://www.flickr.com/photos/kortunov/4638173639/in/photostream/

    und bei http://www.kieler-woche.de/service/corporate_design/cd2011/entwurf_2.php bin ich mir nicht ganz sicher, woran es mich erinnert, vielleicht ‘ne Mischung aus ’52 und ’63 ?

    Call me old-fashioned am schönsten finde ich die ’56 (ohne die Typo) und die ’68

  40. hallo,
    ich bin nun wirklich kein glühender fan dieses plakates, die aufteilung finde ich aber gelungen (es funktioniert als plakat).
    Mir fehlt ein wenig die seeluft. Die zum teil recht kühlen entwürfe der vorgänger finde ich “erfrischender” ;-)
    (vielen dank für den link)

    sollte jemand ein failble für maritimes haben, empfehle ich
    http://www.schiffsplakate.de/
    gar wundervolle plakate

    liebe grüße
    j

  41. Die Plakate für die Kieler Woche sind eine schöne Designtradition. Die Farbigkeit empfinde ich als angenehme Abwechslung zu den ewig geometrischen harten Formen, die immer dabei sind, und der maritimen Reduziertheit.
    Wellen sind in der Tat wenig kreativ. Wer Kiel aber kennt, weiß, dass die Stadt sich in ähnlichem Stil an allen Ecken, mehr oder weniger gelungen, mit Wellen- und vor allem Segelformen schmückt, in der Architektur, in Skulpturen, etc… das Plakat ist somit angenehm untypisch.
    Und wer die Kieler Woche kennt, weiß, dass statt Wellen und Segeln eher eine Riesendose Faxe-Bier, Bratwürste oder ein Elvis-Double als Symbol angebracht wären. Das entspricht zumindest dem Zweck und Hauptinhalt der Veranstaltung und wäre ehrlicher… Es ist halt eine Riesenparty für die breite Masse. Die ernsthaften, prestigeträchtigen Plakate haben damit einfach nichts zu tun und haben noch nie dazu gepasst.

  42. einfach gelunden, find ich. Schau mir meine gesammelten Werke seit Ende der 80er an- und komm zum Schluß: diese Aussage hat was. keine Segel, keine Yacht–und trotzdem diese Bewegung die wir lieben-und manchesmal hassen. die Farbenpracht vielseitig zu deuten-assoziationen-die dem Betrachter überlassen werden kann. Er wird letztendlich Seine Deutung sehen. aber immer die aussage erkennen.
    Schade, in diesem Jahr werde ich seit langem nicht bei der KW sein können, Naja- ein Kaispucker weniger, aber auch zwei Hände. Wer kann mir verraten, wo ich trotzdem zum Beispiel aufkleber, Karten des diesjährigen Plakates zur KW her bekomme. ??
    ggf im voraus besten Dank. Grüßle aus m Süden

  43. Jetzt muss ich hier auch mal meinen Senf dazu geben.
    Ich kenne zwar persönlich weder die Kieler Woche noch die Plakate der letzten Jahre,
    aber mit den Plakatentwürfen dieses Designcontests kann ich mich überhaupt nicht anfreunden.

    Für mich wirkt das alles wie ein seltsam schräger Rückblick in die 80er, wilden Formen und ungekonnter Typografie. Auch das Siegerplakat lässt schwer zu wünschen übrig, wer die rote Schrift auf cyanblauem Hintergrund verbrochen hat muss definitiv noch einmal sein Farbempfinden schulen…
    Ein bisschen weniger bunt, schönere Farben und Wellenformen die nicht irgendwie wirr verlaufen dann hätte es vielleicht annehmbar werden können – aber so – no way

    Die Wellenformen als Symbol für die Stadt einerseits, und grundsätzlich eine bunte Gestaltung um die Thematik des Kirmes rüberzubringen leuchtet mir natürlich ein, aber die Umsetzung ist alles andere als gekonnt. Unter den schlechten wurde das am wenigsten schlechte ausgewählt.

    Und jeder der jetzt damit kommt er möge doch erstmal Arbeiten von mir sehen bevor ich hier die Arbeiten andere zerreisse den möchte ich darauf hinweisen dass das lediglich meine Meinung ist – ich bin aber überzeugt dass das viele genau so sehen wie ich .

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