Pfeffersack & Soehne – ein Jahr nach Gründung einer Marke


Bild: Rhein-Zeitung

Als ich im Sommer letzten Jahres ein Projekt mit dem ungewöhnlich klingendem Namen „Pfeffersack & Soehne“ vorstellte, war dies gewissermaßen der Launch einer neuen Marke. Bereits nach einigen Wochen zeichnete sich ab, das aus der an einem launigen Kochabend entstandenen Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell werden kann. Was ist aus der Gewürzmarke geworden und wie hat sich das Leben von Unternehmensgründer Christian Ganser und seinen Geschäftspartnern verändert? War dies der erhoffte Weg hin zu mehr Freiheit und Selbstbestimmtheit? Ein Jahr nach Launch der Marke sprach ich mit dem Gründerteam.

Vor einem Jahr habt Ihr die Gewürzmarke Pfeffersack & Soehne zum Leben erweckt. Aus einer Gruppe von Kreativen wurden Jungunternehmer. Wie habt Ihr die vergangen 12 Monate persönlich erlebt?

Stefan: Ich für meinen Teil finde es erstaunlich, wie schnell die Zeit seit dem Start vergangen ist. Und wie viel seitdem passiert ist, wie viel wir geschafft haben, aber auch wie viele Themen immer noch auf Bearbeitung warten.

Knapp einen Monat nach dem Start waren schon über ein Dutzend Händler über die ganze Republik verteilt zu betreuen und wir mussten auf die Schnelle sowohl Aushilfen einstellen und neue Räume für Lager, Produktion und Versand finden. Alles knapp vor der Weihnachtszeit, in der dann noch mal ein enormer Schub kam – nicht zuletzt wegen einer für uns verblüffend hohen Anzahl an unterschiedlichen Veröffentlichungen im Stern, Welt am Sonntag, lokale Medien, etc.

Das war ehrlich gesagt zwar ein Start wie man ihn sich wahrscheinlich spontan wünscht, hat uns aber doch vor einige unerwartete Herausforderungen gestellt. Das Tolle nach einem Jahr ist aber vor allen Dingen: die Geschwindigkeit der Ereignisse hat angehalten, unsere Gewürze stehen in Küchen in halb Europa, Redaktionen & Testköche von so renommierten Zeitschriften wie z.B. „Essen & Trinken“ sind nachweisbar Fans unserer Produkte und auch unser Verpackungsdesign findet offenkundig Anklang, da stehen mittlerweile ein TheDieline-Award und ein RedDot auf der Haben-Seite.

Christian: Man muss bei dem Tempo ganz schön aufpassen, dass man sich nicht selbst überrollt, und dass man die vielen kleinen Erfolge auch noch feiern kann. Besonders beeindruckt sind wir davon, dass uns von allen Seiten so viel positives Feedback und Begeisterung, aber auch handfeste Unterstützung erreicht hat. Die Leute spüren einfach, dass wir mit vollem Einsatz dabei sind, und geben uns das ein bisschen zurück.

Thomas: Und es ist ja nicht nur alles Glanz und Gloria und Sonnenschein. Die Arbeit wird zur Arbeit, schließlich machen wir das nach wie vor nebenbei. Und so lernen wir jeden Tag dazu, durch Fehler, die Zeit und Geld kosten, aber auch durch die Freude, die wir per Email und Telefon zurückbekommen.

Für das Tagesgeschäft und wenn’s man zeitlich eng wird, ist es gut, dass noch drei andere zur Stelle sind die alles auffangen und den Laden am Laufen halten. Und egal wie viele Häkchen wir auf unseren To Do-Listen machen, die Liste wird eher länger als kürzer.

Raphael: Und eins haben wir in dem Jahr auf jeden Fall gelernt: Unsere Agenturkunden besser zu verstehen, wenn Abstimmungen ein wenig länger dauern, weil Sie Oberkante/Unterlippe im operativen Geschäft stecken. Und eigentlich wissen wir genau, an welchen Schrauben man drehen muss und welche Maßnahmen wann erfolgen sollten – trotzdem kriegen wir das nicht alles so hin, wie wir uns das vorgestellt haben. Manchmal bitter, aber sehr sehr lehrreich.

Pfeffersack & Soehne Logo

Welche Entwicklung hat die Marke Pfeffersack & Soehne genommen?

Raphael: Ziemlich genau die, die wir uns gewünscht haben: Qualität und Geschmack stehen im Vordergrund und die Leute schmunzeln, fragen, finden toll was wir machen und sprechen uns mit „Pfeffersäcke“ an.

Christian: Auch wenn wir im letzten Jahr viele tolle Presse bekommen haben, muss man aber sagen, dass wir noch ein unbekannter Spieler auf dem Markt sind. Sozusagen ein Geheimtipp. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile. Vorteil ist sicherlich, dass wir als „Außenseiter“ viele Sympathien bekommen, Leute uns weiter empfehlen und für uns einsetzen. Der Nachteil ist, dass wir noch nicht flächendeckend bekannt sind und dementsprechend auch die Vertriebswege noch viel Potenzial nach oben bieten.

„Auf jeden Fall können wir aber jetzt schon sagen,
dass wir uns mit der eigenen Marke
einen Traum erfüllt haben.“

Thomas: Das zu beschleunigen kostet aber entweder sehr viel Zeit oder sehr viel Geld. Beides haben wir nicht, daher gehen wir es auch etwas langsamer an, aber dafür hoffentlich auch nachhaltiger. Auf jeden Fall können wir aber jetzt schon sagen, dass wir uns mit der eigenen Marke einen Traum erfüllt haben. Das macht froh!

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