Start Design

Offenes Schreiben an die Hochschulleitung der FH Trier

141

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Jörg Wallmeier,
sehr geehrte Mitglieder der Hochschulleitung,

derzeit lässt die Fachhochschule Trier das Webdesign für den eigenen Auftritt fh-trier.de auf der Plattform 12designer.com crowdsourcen. Gerade einmal 600 Euro stehen hierfür als Honorar zur Verfügung. Ich würde mich freuen, wenn Sie die folgenden fünf Fragen beantworten könnten.

1) Die FH bildet nach eigenen Angaben 200 Kommunikationsdesign-Studierende aus. Ist keiner dieser Studierenden in der Lage, das Design für den neuen Webauftritt zu erstellen?

2) Gibt es im Fachbereich Gestaltung keine Professoren, denen man zugetraut hätte, das Redesign mit Studierenden als Projekt durchzuführen?

3) Ist die Hochschulleitung der Ansicht, dass 600 Euro ein angemessenes Budget für ein solches Projekt sind, das, bei Vergabe etwa an eine Agentur, ein Vielfaches gekostet hätte?

4) Ist Ihnen klar, dass die FH Trier mit ihrem Vorgehen Preis-Dumping betreibt, das die berufliche Existenz vor allem vieler selbstständiger Kreativen erschwert und gefährdet?

5) Welchen Sinn macht eine Hochschuleinrichtung, in der Designer ausgebildet und auf die Berufswelt vorbereitet werden sollen, wenn durch Vergabe eines solchen Projektes an einen Crowdsourcing-Anbieter ein Umfeld geschaffen wird, in dem in erster Linie der Preis für eine Arbeit entscheidend ist und nicht ihre Qualität?

Wie groß muss die finanzielle und personelle Not der FH Trier sein, um derlei Crowdsourcing-Plattformen, auf denen Designleistungen ausschließlich zu einem Bruchteil marktüblicher Preise abgerufen werden, zu konsultieren! Wenn etwa Ein-Mann-Betriebe und Kleinstunternehmen für möglichst wenig Geld ein neues Logodesign in Auftrag geben und hierfür Crowdsourcing-Plattformen nutzen, dann ist das eine Sache, die man unter gewissen Umständen noch halbwegs nachvollziehen kann. Wenn sich jedoch eine Einrichtung wie die FH Trier als Körperschaft des öffentlichen Rechts dieser zweifelhaften Beschaffungsmethoden bedient, dann ist jedoch ein Punkt erreicht, an dem man das Vorgehen der FH entschieden kritisieren muss.

Finanziert aus Geldern der öffentlichen Hand ermöglicht die FH Trier das Studium unter anderem ihrer Kommunikationsdesign-Studierenden, gleichzeitig stellt sie Gelder bereit, um Fremdleistungen auf einer Crowdsourcing-Plattform abzurufen. Leistungen, von denen man annehmen sollte, dass diese durch eigene Professoren, Lehrbeauftragte und Studierenden hätten übernommen werden können. Das passt einfach nicht zusammen. Das Vorgehen der FH Trier ist beschämend, die auf diese Weise zum Ausdruck gebrachte Geringschätzung der eigenen Studierenden und Professoren peinlich. Das im Rahmen des Projektes neu formulierte Motto „Jede Menge Zukunft“ erscheint vor diesem Hintergrund wie eine Persiflage.

Liebe Hochschulleitung, stellen Sie das Projekt auf 12designer.com ein, setzen Sie sich mit den jeweiligen Fachbereichsleitern an einen Tisch, schaffen Sie die Rahmenbedingungen, die die Erstellung des Webdesigns als internes Projekt zum Ziel hat, lassen Sie das Webdesign von Ihren Kommunikationsdesign-Studierenden entwickeln und vervielfachen Sie das Honorar. Wenn ein solches Crowdsourcing-Projekt nicht dazu in der Lage ist, den Wert einer Designleistung zu vermitteln, hilft bei Bedarf der Dialog mit professionellen Fachkräften aus der Wirtschaft. Ich bin mir sicher, hier würden beide Seiten profitieren.

Mit freundlichen Grüßen
Achim Schaffrinna

Die offizielle Projektbeschreibung (sichtbar sonst nur für Mitglieder von 12designer.com):

Projektbeschreibung FH Trier

Lesenswert in diesem Zusammenhang:

141 Kommentare

  1. Sturm im Wasserglass:

    1. Im Briefing steht, dass damit nur erste grobe Vorschläge für die visuelle Gestaltung eingeholt werden und das eigentliche Projekt in einer zweiten Phase ausgeschrieben wird.

    2. Es existiert offenbar ein zweiter, unabhängiger hausinterner Wettbewerb für die Studierenden:
    “Teilnehmer: Teilnahmeberechtigt sind alle Studierenden der Fachhochschule Trier.”
    Siehe http://www.fh-trier.de/index.php?id=13096

  2. Sehr wichtiger Beitrag!

    Es ist erschreckend, wenn Institutionen in öffentlicher Trägerschaft
    ein derart ignorantes Verhalten an den Tag legen. Der FH Trier ist
    auf diese Weise ein enormer Imageschaden entstanden.

    Ich kann dem Beitrag von Herrn Schaffrinna nur beipflichten und
    hoffen, dass die FH Trier es schafft, ihre Glaubwürdigkeit mithilfe
    einer offiziellen Erklärung und der internen Ausschreibung dieses
    Projektes zu möglichst großen Teilen wieder herzustellen.

  3. Hallo Achim,

    natürlich stimmen auch wir dir zu. Wir beobachten diese Entwicklung ja schon seit Monaten, int. und nat. – mit Designenlassen.

    Es gibt einfach zu viele wissend und unwissend unseriöse talentfreie Anbieter und Kunden, die glauben, dass diese Arbeit dem Standard entsprechen würde.

    Ein dickes Lob an dich!

    Beste Grüße,
    Torsten + Marcel

  4. Sehr geehrte Damen und Herren,

    dies ist mir neu!
    Und das obwohl ich KD an der FH-Trier studiere.
    Diesem Beitrag werde ich sofort nachgehen.
    Er wird direkt an unsere Hochschulleitung weitergereicht.
    Von einer solchen Ausschreibung haben wir als Studenten selbst noch nichts gehört.

  5. Saubere Aktion, Achim!

    Was mich gerade stutzig macht (korrigiert mich, wenn ich da Mist erzähle, aber irgendwie steige ich da gerade nicht ganz durch):

    Auf 12designer.com ist der Preis genannt mit 600EUR (abzüglich 12%). Auf der Homepage der FH aber mit 500EUR (2ter Peis: 300, 3ter Preis: 100). Des Weiteren werden Änderungen der Preisgeldverteilung vorbehalten (siehe hier: *klick mich*)
    Wie kommt das zu Stande?

  6. Ich glaubs ja nicht.

    Guter Brief.
    Hoffentlich hast du a) dort vorher angerufen und dir ein Statement der Verantwortlichen eingeholt.*
    Und b) deinen Brief auch dann direkt an die Angesprochen in Papierform versendet

    * Würde zu gern wissen, was sie überhaupt dazu sagen. Oder auch nicht dazu sagen. Das ist gelegentlich noch erhellender.

    Hätte gute Lust, selbst dort anzurufen.

    Komme übrigens aus einer Fachhochschule, die in den letzten beiden Semestern “Agentur life” gemacht hat. Wir haben Aufträge aus der Wirtschaft übernommen, gegen echtes Geld. Wir waren fit, man hat uns und unserem Professor das zugetraut. Geht also. Wenn uns unsere eigene Hochschule dann einen Relaunch nicht zugetraut hätte, hätten wir das gemeinsame Kickern und Flippern eingestellt, wären aus unserem Lieblingsgriechen ausgebrochen und wären wir sofort mitsamt unserem Professor vor dem Büro des Dekans gestanden und reingesaust, denke ich – aber zacka.

  7. @ tim

    1. Im Briefing steht, dass damit nur erste grobe Vorschläge für die visuelle Gestaltung eingeholt werden und das eigentliche Projekt in einer zweiten Phase ausgeschrieben wird.

    Geht trotzdem nicht so. Das ist dennoch ein Affront.
    (Das Ding mit den ersten groben Vorschlägen für lau probieren draußen auch immer viele. Deswegen wird es nicht besser.)

  8. Einerseits zusammen mit der Information von tim (#6) noch einigermaßen in Ordnung, wenn sie einfach zusätzlich zu den Entwürfen der eigenen Studierenden noch ein paar Crowd-Ideen einholen. Andererseits seltsam, dass das Geld überhaupt rausgehauen wird, weil ja die Kompetenz eigentlich zu Genüge an der eigenen FH vorhanden ist. Interessant ist das Vorgehen allemal.

  9. Gelinde gesagt ein PR-Desaster. Man darf sich nun in der Hochschulleitung nicht wundern, wenn sich ein Shitstorm erhebt. Zumal dieses ein wenig HÜ und etwas HOTT im Vergabeverfahren wenig professionell wirkt.
    Was Achim schreibt ist richtig und legt den Finger in die Wunde.
    Nicht auszudenken, wenn dieses Vorgehen Schule machte. Und es stellt sich die Frage, welchen Sinn das Ganze macht, denn letztendlich verkompliziert es sowohl die Vergabe, wie auch das ganze Ausschreibungsverfahren unnötig.

  10. Das offene Schreiben unterschreibe ich mit ;-).
    Crowdsourcing ist die Problematik, die ein Pitch für die Auftraggeber darstellt, mal 100.
    Und wer für 600 Euro eine Website will, darf sich nicht wundern, wenn er sie dann auch kriegt.

  11. Erwähnt werden will noch folgender Satz aus dem internen Briefing:

    “Reichen Sie die Entwürfe als Photoshopdatei (.psd) mit getrennten Ebenen ein. ”

    “Mit der Einreichung einer Arbeit erklärt sich jeder Teilnehmer damit einverstanden, dass sein Entwurf – ohne Zahlung eines gesonderten Nutzungshonorars – von der Hochschule weiterverwertet werden kann.”

    fein fein =)

  12. Wenn man als Hochschule die Ressourcen hat und wenig Geld ausgeben will, dann gibt es sicherlich Wege die deutlich weniger Geringschätzigkeit gegenüber der (zukünftigen) Berufsgruppe der eigenen Studenten suggeriert.

    -An meiner Ex-FH hat es schließlich auch funktioniert, ein studentisches Projekt zum Relaunch auf die Beine zu stellen (www.hs-furtwangen.de). -Auf diese Weise lernen die Studenten wenigstens noch etwas anderes, als dass sie sich zukünftig vor Pfennigfuchsern in Acht nehmen sollten, die von Ihnen erwarten für billiges Geld Ihre Urheberansprüche zu verschenken.

    danke für den offenen Brief. weiter so.

  13. Kann mich dem Schreiben nur voll anschließen. Diese »Krautsourcing«-Portale sind doch meist nur Sammelbecken dilettierender Kreisliga-Gestalter, die sonst an keine Aufträge herankommen und permanenten Leerlauf haben. Und die Ergebnisse oft nicht mal den Bruchteil der ausgelobten Dumping-Honorare wert. Als ich Kommunikationsdesign studierte, wäre kein Dekan oder Prof. unserer Hochschule auf die Idee gekommen, eine solche Aufgabe an Externe zu vergeben. Das war natürlich immer ein »Inside-Job«.

    Vielen Dank Achim für deine klaren Worte!

  14. Danke, Achim, für deinen wichtigen Anstoß und diese direkte Konfrontation. Auch mich würde es interessieren, ob und in wie weit sich die Hochschulleitung der FH Trier dazu äußert.

    Auf mich macht es den Eindruck, als traute die Leitung der Hochschule ihren Studierenden des Kommunikationsdesigns und sogar seinen Professoren (denn sie würden dieses Projekt ja fachlich leiten und begleiten) einen solchen Auftrag nicht zu – unabhängig davon, ob sie den Auftrag nun auch intern ausschreibt, oder nicht. Allein die öffentliche Ausschreibung verdeutlicht, dass sich die Verantwortlichen für möglichst wenig Budget ein möglichst »professionelles« Ergebnis wünschen. Dabei sind solche Jobs doch meistens schöne Rahmen für Semesterprojekte, aus denen nicht selten sogar noch mehr wird und die über den Rand des Semesters hinausgehen. Dass das Unterfangen von qualifizierten Professoren begleitet werden würde, würde meiner Einschätzung nach obendrein zur Qualitätssicherung beitragen – daher verwundert mich umso mehr die Ausschreibung auf dieser Crowdsourcing-Basis. Zugleich offenbart sie wohl mangelhafte Kommunikation der Hochschul-Verantwortlichen mit den Vertretern des Fachbereichs Gestaltung. Deren Professoren hätten doch wohl Einspruch gegen dieses Vorgehen eingelegt, oder?

    Dass es toll klappen kann, eine (auch komplexe) Gestaltung von seinen Studierenden entwickeln zu lassen, beweist meines Erachtens die FH Aachen. Dort wurde im Rahmen eines Wettbewerbs am Fachbereich Gestaltung bei Prof. Ralf Weißmantel bereits 2009 sogar das komplette Corporate Design der Hochschule neu entwickelt. Eine Jury aus je einem Vertreter von Hochschulrat, Rektorat, Senat, AStA, Pressestelle und dem Fachbereich Gestaltung entschied dann letztlich über die eingereichten Entwürfe. Aus meiner Sicht eine als möglichst objektiv und unabhängig zu bezeichnende Kommission – bspw. auch durch die Einbeziehung der Studierendenvertretung. Der gesamte Prozess wurde sehr professionell durchgeführt. Im Anschluss daran wurde am Fachbereich Gestaltung das Corporate Design Labor gegründet, das von Prof. Weißmantel geleitet wird und Studierenden die Möglichkeit gibt, Designprojekte unter realen Bedingungen nicht nur zu konzeptionieren, sondern auch zu realisieren – bis zur Produktion (die ja im Studium meistens nicht wirklich etwas mit der Realität zu tun hat). In erster Linie wird dort in Zusammenarbeit mit der Pressestelle das Corporate Design der Hochschule weiterentwickelt und gepflegt, darüber hinaus werden aber auch andere Projekte bearbeitet, wie z.B. mit Forschungspartnern. Eine wunderbare Lösung, wie ich finde, profitieren doch in diesem Fall tatsächlich beide Seiten davon: die Studierenden, die im Rahmen der Hochschule reale Projekte umsetzen können und zugleich ein wenig Praxiserfahrung sammeln können … wie auch die Hochschule, die ihr Corporate Design nun gänzlich selbstständig und aus sich heraus entwickelt. Dass in einem weiteren Kurs unter der Leitung von Prof. Oliver Wrede dann auch die Webseite neu entwickelt wurde, brauche ich dann ja nicht mehr zu erwähnen.

    Viele Grüße, Ole

  15. Vielen Dank für die zahlreichen Reaktionen! Auch für Deinen Hinweis, tim (#6). In Kenntnis der Ausschreibung auf den fh-eigenen Seiten hätte ich hier und da sicherlich eine andere Formulierung gewählt, an der Sache ändert sich dadurch jedoch nichts. Gerade auch Michaels Einwurf (#11) zeigt ja leider, das das Projekt trotz alledem an den eigenen Studenten vorbei geht.

    Ein Schreiben ist nun zusätzlich auf dem Postweg unterwegs. Danke für den Tipp Vroni. Vorher angerufen habe ich übrigens nicht. Eigentlich hatte ich vor, eine E-Mail an das Büro des Präsidenten Prof. Dr. Jörg Wallmeier zu schreiben. Beim Schreiben wurde schnell deutlich, dass meine Fragen eigentlich nicht an den Professoren und Studenten des Fachbereichs Gestaltung vorbei gehen sollten. Und da das Projekt bereits in knapp 4 Wochen ausläuft, habe ich kurzer Hand aus der E-Mail ein offenes Schreiben gemacht.

    Papier ist geduldig, E-Mails können es zuweilen auch sein. Sobald ich eine Rückmeldung habe, werde ich davon berichten.

  16. Auch ich bin extrem enttäuscht, so etwas sehen zu müssen. Absolute Frechheit. Neben Kommunikationsdesign bietet die FH auch Intermedia Design an. Ich bin davon überzeugt, dass es mehr als genug fähige Köpfe gibt, ein gutes Design für die Webseite zu entwerfen. Gerade bei so einem komplexen Projekt wie einer Hochschulseite muss es auch nicht unbedingt ein Wettbewerb sein. Ich sehe hier eine tolle Chance für ein möglicherweise sogar studiengangübergreifendes Gruppenprojekt. Aber egal ob Wettbewerb oder nicht, 600€ bei 12designer dafür auszuschreiben ist peinlich. Ich freu mich schon auf die bitter nötige Stellungnahme der Hochschulleitung.

  17. Kann man so unterschreiben – egal wie, was, wo da zusätzlich noch intern läuft oder ob da nur grobe Entwürfe geholt werden sollen. An einer FH die in der Fachrichtung lehrt sollte aus Prinzip schon Abstand von diesen Dumping Plattformen genommen werden, welche immerhin unseren ganzen Berufsstand nicht unwesentlich schädigen.

  18. Na, wenigstens haben sie es eingesehen und dgestoppt. Scheint, daß der interne Wettbewerb unter härteren Bedingungen stattgefunden hätte als der bei 12designer. Der war wenigstens garantiert. Die Hochschuljury kann auch gegen eine Preisverteilung stimmen.
    Aber die Nutzungsrechte geben alle einreichenden Studenten an die Hochschule ab (siehe unten).

    1. Preis in Höhe von 500 €
    2. Preis in Höhe von 300 €
    3. Preis in Höhe von 100 €

    Die Jury kann sowohl zu einer anderen Abstufung der Preise als auch zu einer anderen Verteilung kommen. Befindet die Jury dass keine der eingesandten Arbeiten preiswürdig ist, so hat sie anstelle der Preise Anerkennungen auszusprechen …

    … Mit der Einreichung einer Arbeit erklärt sich jeder Teilnehmer damit einverstanden, dass sein Entwurf – ohne Zahlung eines gesonderten Nutzungshonorars – von der Hochschule weiterverwertet werden kann.

  19. Ich finde es ziemlich peinlich für eine Fachhochschule die Studenten im Bereich Kommunikationsdesign ausbildet, sich Vorschläge für ein Design einholen zu müssen. Zusätzlich ist es ein Unding auch noch solch eine Ausschreibung bei Dumping Anbietern auszuschreiben.

    Eine Fachhochschule die im Bereich Kommunikationsdesign ausbildet sollte meiner Meinung nach eigentlich mit gutem Vorbild voran gehen und selbst etwas auf die Beine stellen, ja sie sollte eigentlich Innovationen fördern und neue Maßstäbe setzen.
    Diese Zweifelhafte Aktion hinterlässt natürlichen einen Faden Beigeschmack und hat etwas von 0815 was die da machen.
    Normalerweise dachte ich jede Universität oder Fachhochschule wäre stets bemüht eigene Errungenschaften zu fördern und sie würden einen Qualitätsanspruch an sich selbst haben, dies vermisse ich hier aber wenn ich von solchen Aktionen lesen muss.

    Mir ist zwar klar, das Designer bzw. solche die es sein möchten in Zeiten wo das Geschäft nicht so gut läuft, auch die Ausschreibungen bei 12Designer oder Designenlassen annehmen, diese schwarzen Schafe unserer Branche sind auf jeden Fall mit dran Schuld am Preis Dumping und das unserer Arbeit nicht die nötige Wertschätzung erfährt.

  20. Als ehemaliger Mediendesign-Student stößt mir diese Sache ebenfalls sehr auf, auch wenn es heißt, es habe zusätzlich eine interne Ausschreibung gegeben. Wollte man sich absichern, in jedem Fall ein Schnäppchen nach eigenen Vorstellungen zu machen? Und jeder, der jemals an der Entwicklung eines Web-Auftritts beteiligt war, weiss, was so etwas in der freien Wirtschaft kostet und wert ist. Im Gesamten eine Frechheit gegenüber den eigenen Studenten, letzteres gegenüber allen Gestaltern, die mit dem was sie tun versuchen, über die Runden zu kommen.

  21. Sehr gut, danke für die Publikation!

    Leider ist das nicht die einzige Hochschule, welche solche nicht nachvollziehbaren Entscheidungen trifft. Ich kann als Alternative nur die Hochschule Augsburg nennen, welche für ihre Studenten aus dem Bereich Kommunikations-Design bekannt sein sollte. Doch auch hier werden derartige Aufträge lieber an Externe weiter gereicht…

  22. Der Obergau an der Sache ist ja, dass die Studenten des Gestaltungsbereichs der FH sich zusammen mit den Professoren für eine neue Homepage und ein neues Erscheinungsbild der Fachhochschule eingesetzt haben.

    Der Stein, der von uns ins Rollen gebracht wurde, wurde einfach auf uns zurück geschleudert und hat uns mitten ins Gesicht getroffen.

  23. Musste zweimal schlucken, als ich Dein “Schreiben” gelesen habe. Wenn ich die Hochschulleitung wäre, dann würde ich auf Dein unverschämtes Schreiben erst gar nicht reagieren. Der Tonfall ist absolut daneben, selbstherrlich und absolut unverschämt. Finde die ganze Aktion extrem anmaßend von Dir und völlig am Ziel vorbei. Wer genau liest- hat mehr vom Leben! Es geht lediglich um grobe externe Vorschläge…um Nichts anderes. Vermute, das man dadurch eine gewisse “Betriebsblindheit” entgegenwirken möchte. Das Du Dich jetzt hier als Ankläger und Richter in einer Person aufspielst, finde ich ziemlich befremdend. Du fragst nicht sachlich, sondern Du wertest schon in Deinen fragen. *nurnochkopfschüttel*

  24. @ Michael
    Dir muss ich entschieden widersprechen. Ich studiere an der Hochschule Augsburg KD und arbeite gerade persönlich an zwei Projekten für die Fakultät mit.
    Es ist etwas anderes, wenn es um Projekte geht, die didaktisch nicht sinnvoll sind oder vom Niveau zu anspruchsvoll. Dann sollten wir Studenten damit auch nicht belästigt werden und externe Dienstleister herangezogen werden. Schließlich komme ich nicht an eine Hochschule um auf Teufel komm raus Geld zu verdienen oder die Hochschule indirekt finanziell zu entlasten.

    Die Kritik sollte sich auch nicht daran richten ob eine Hochschule Aufträge an Externe weitergeben darf, sondern wie sie diese Aufträge gestaltet.

    Ich frage mich, traut die FH Trier ihren eigenen Studenten nichts zu? Warum braucht sie neben dem internen Wettbewerb noch eine “Absicherung” über eine – wie ich finde – “Schundplattform”?

    Danke für diesen Beitrag!

  25. @Christian #43:

    “Du fragst nicht sachlich, sondern Du wertest schon in Deinen fragen.”

    Das ist auch genau seine Absicht… Zurecht.

    An diesem Schreiben ist doch nichts selbstherrlich – sondern spricht die Dinge an wie sie sind. Und bringt da Kritik an, wo sie angebracht ist.

    +1, Achim!

  26. Ich habe an der FH Trier studiert und schäme mich sehr für meine ehemalige Fachhochschule.

    Es ist ja durchaus legitim, dass auch eine Fachhochschule, die inzwischen mit Intermedialem Design sogar einen explizit darauf ausgerichteten Fachbereich anbietet, bei bestimmten Aufgaben auf externe Dienstleister und deren Expertise zurückgreift – ob das in diesem Fall tatsächlich sinnvoll und notwendig war, wage auch ich zu bezweifeln.

    Dass allerdings eine Hochschulleitung den in meinen Augen absolut unmoralischen Weg des Crowdsourcing wählt, lässt tief blicken, was die Wertschätzung von Design dort angeht.

  27. Hoffentlich bekommt die Agentur für Arbeit demnächst auch einen offenen Brief von Dir, denn deren IT-Abteilung hat vor einiger Zeit ebenfalls bei 12designer einen (“nichtgarantierten”) Logowettbewerb abgehalten.

  28. Nein, aber sie ist eine genauso mit öffentlichen Geldern finanzierte Einreichtung, deren Aufgabe es ist, Menschen entsprechend ihren Fähigkeiten sinnvoll in den heimischen Arbeitsmarkt zu integrieren. Daß bei 12designer ein großer Teil der Mitglieder aus dem vor europäischen Ausland stammt, ist nur ein Aspekt, der dem komplett widerspricht.

  29. zynism mode an:
    Es gibt nur einen Grund für einen Designer, solche Crowd-Sourcing-Portale zu dulden:

    Die Einkaufs-Klientel, die dort am häufigsten vertreten ist, sind die, die “nur ein Logo” und “nur eine kleine schicke Website” wollen. Mit wenig Ahnung, was an Aufwand und Hirnschmalz am ihrem “nur” dahintersteckt. Sie ist die unwirtschaftlichste und undankbarste Klientel für einen Designer, die es gibt.

    Für mich dürfen sie alle dort bleiben, denn ich habe das eine oder andere Mal während meiner inzwischen 12 Jahre Selbständigkeit erleben dürfen, was es heißt, einen “ich will doch nur”-Auftraggeber zu betreuen:
    Sie sind mental oder intellektuell/fachlich unfähig, einen Prozess zu begleiten, sie können nicht evaluieren, sie weigern sich angemessen zu feedbacken, sie sind nicht konstruktiv. Sie sind nur eins: anstrengend. Sie stellen es sich eher so vor, dass der Designer über telepathische Kräfte verfügt, weil: Briefing ist nicht; und dass trotzdem von ihm unendlich viel vorgelegt wird. Dürfens noch mehr Bonbons sein? Ach, und in Gelb und in Großbuchstaben habe ich es auch nicht gesehen … Und können sich dann trotzdem oder genau deswegen nicht entscheiden. Misogyn-mode an: Die weibliche Untergattung dieser Klientel toppt das noch: Sie weiß nichts, aber weiß von Anfang immer nur eins: sie wollen “es” in Bordeaux-Rot oder Mauve oder Champagner (ans Hirn hau), Hauptsache Kosmetik-Look, auch wenn sie eigentlich eine Finanzberatung aufziehen wollten.

    Warum diese unwirtschaftliche Klientel nicht dort lassen, wo sie am wenigsten Schaden anrichten kann?

    Alle anderen wie öffentliche Einrichtungen, Schulen, ernstzunehmenden Firmen sollte es hingegen peinlich sein, unter all dieser “Mauve-Lila-Hausfrau”-Klientel auch nur gesichtet zu werden.

    Für die Designer, die dort anbieten, tut es mir sogar manchmal leid. Manche liefern gar keine so schlechten Arbeiten ab. Leider wird es diese Klientel nie wertschätzen.
    Ich würde also gar nicht auf diese Designer so schimpfen wie anybody (Zitat: “Kreisliga”). Das Hauptproblem, das Grafiker haben, die sich dort anmelden, ist ein anderes: Dass sie sich nicht positionieren können, dass sie keine Akquise beherrschen. Ist auch wirklich schwer. Keine Ironie.

    Umso schlimmer, dass die Fachhochschule Trier meinte, dies ausnutzen zu können. Schäm.
    Besser wäre, die Fachhochschulen mit Fachrichtung Design würden sehr früh und besser ihre Studenten darauf hin trainieren, was es heißt, sich nach dem Diplom auf den (Käufer-)Markt der Anstellung und der Freiberuflichkeit zu bewähren. Da fehlt es in den Schulen von vorne bis hinten, von einigen vorbildlichen Ausnahmen abgesehen.

    … denn sie wissen nicht, was sie tun …

  30. Top-Briefings bei 12designer, da bleibt kein Auge trocken:

    ” … möchte das Logo jung, frisch, kreativ und dabei doch seriös und edel.”

    Und man kann ihnen nicht einmal einen Vorwurf machen, denn amateur clients können ja nicht wissen, wie es besser geht. (Hab so etwas Dünnes – die meist sogar widersprüchliche Tonality wissen sie merkwürdigerweise immer sofort, aber die Inhalte und was man für Botschaften aussenden möchte, teilt man nicht mit, weil man sie nicht weiß – aber auch schon von Marketingabteilungen gesehen.)

    Kann nicht einmal behaupten, dass die Branche oder der BDG, BDW oder die ADG beim Aufklären, “Missionieren” versagt haben. Es ist einfach so, amateur clients sind halt keine Fachleute. Manche “Designer” ticken aber leider ebenfalls so und halten das obige ernsthaft für ein Briefing. Das macht mir mehr zu schaffen, sollte nicht so sein.

  31. Hab’ gerade die Diskussion hier gelesen und kann mich dem Schreiben nur anschließen.
    Leider wurde ein Punkt nocht gar nicht so intensiv beleuchtet, der mich viel mehr bestürzt: die Rechte.

    “Mit der Einreichung einer Arbeit erklärt sich jeder Teilnehmer damit einverstanden, dass sein Entwurf – ohne Zahlung eines gesonderten Nutzungshonorars – von der Hochschule weiterverwertet werden kann.”

    Dieser Satz auf der Ausschreibungsseite der FH setzt dem ganzen die Krone auf. Es kann nicht sein, dass eine FH, die Kommunikationsdesigner ausbildet – also Menschen, die später von den Rechten an ihren Arbeiten leben – so mit Urheberrechten umgeht. Dass die Gewinner die Nutzungsrechte gegen ein Honorar übertragen (wenn es dann angemessen ist), o.k.

    Dass alle Einreichenden automatisch ihre Rechte abgeben müssen ist eine Unverschämtheit und am Schluss nichts anderes als kostenloses Ideenshopping auf den Schultern der Kreativen. Ein absolutes No-Go. Und angesichts der ständigen Diskussion zwischen Industrie und Agenturen zu diesem Thema ist es unverständlich und erschreckend, dass eine FH so was vorlebt.

  32. Das mit den Rechten ist ein weiteres unrühmliches Thema, welches zu wenig diskutiert wird. Stimmt.

    Wenn ich an meinen ansonsten guten “Agentur-life”-Prof denke, sagte der damals schon auf die Frage eines Studenten, was man denn machen solle, wenn man rausfindet, dass man kopiert wird:
    “Sei froh, DASS DU ÜBERHAUPT KOPIERT WIRST!”

    ROFL#’^°

  33. Es ist leider bezeichnend für eine von Beamten geführte höhere Schuleinrichtung, dass man auf Kosten und Vorgaben schaut, aber gar nicht weiß, welche Disziplinen im eigenen Hause die Lösung für die Probleme in der Tasche hätten. Welch blutleere Gesellschaft, wo man einfach verwaltet und Kosten im Blick hat, ohne aber die eigentliche Aufgabe zu kennen (Forschung und Lehre NICHT “Leere”). Eigentlich ein Witz, wenn es nicht so traurig wäre. Das Schlimme aber ist, dass einige Leute dann noch gefeiert werden, weil sie da in der Auftragsvergabe auch “online” ganz neue Wege gehen.

    Danke für diesen Beitrag und meine vielen Vor-Kommentatoren!

  34. Eine FH sammelt im Netz Design-Vorschläge. Sozusagen Open-Design. Eigentlich sehr modern. Kann man das nicht auch mal loben? Sorry aber wegen 600€ hin oder her, seit froh dass ihr da Leute habt die solche Ideen ausprobieren. Finds seltsam dass die KD Studenten selbst so besitzstandwahrerisch sind. Die FH garantiert nicht eure Löhne! Und Open-Design-Plattformen tragen nicht zum Lohndumping bei. Wenn ihr Kohle machen wollt, studiert Jura oder so.. und wenn euch die 600€ zu wenig sind, dann macht doch einfach weiterhin keinen Finger krumm und lasst eure Ideen in der Schublade vergammeln.. wo ist das Problem?? Kann tim nur zustimmen: Sturm im Wasserglas

  35. Unsere E-Mail an die FH Trier:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wie wir gesehen habe möchten Sie sich Ihre Webseite bei 12designer.com erstellen lassen für 600 Euro. Wir wussten nicht das Institutionen wie Ihre so große Probleme haben ein vernünftiges Budget zu erbringen von ca 6000,00 Euro was dem Ganzen ca. entsprechen würde.

    Da es wie es scheint finanziell schlecht aussieht bei Ihnen und Sie keine eigenen Kapazitäten erbringen können um Ihre Webseite selber zu erstellen und wir als eine der führenden WordPress Agenturen nicht möchten das Sie durch Ihre finanzielle Situation leiden, schenken wir Ihnen eine Webseite. Wir denken das die FH Trier nicht, die eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft erfüllt, unter Finanziellen Schwierigkeiten leiden sollte und falls Sie es möchten schenken wir Ihnen eine Webseite. Bei Interesse nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

    :)

  36. Nicht nur, dass die FH Trier durch eine solche Aktion das Berufsfeld kaputt macht, indem sie selbst die Leute ausbildet, auch die Tatsache, dass sie solche Aufgaben ihren Design-Studenten allein nicht zutraut spricht (zumindest macht es den Anschein in der Öffentlichkeit) Bände über die Qualität des Studiums.

  37. Das ist ja eigentlich keine Überraschung, aber sehr gut, dass man dagegen etwas tut! Sogleich sich doch im Ganzen/gesellschaftlich/politisch/ etwas ändern müsste.
    Die Billiglohn/”hauptsache günstig”-Mentalität macht auch vor der Designbranche keinen halt, leider merke ich es als Freelancer so stark, dass ich kaum noch/gar nicht mehr konkurrenzfähig bin, erst recht nicht mit Familie.
    Schlimm sind auch die Bildagenturen (bzw. die Leute, welche Ihre Werke dort anbieten), welche Fotos/Illustrationen “verscherbeln” und sich viele Verlage fast nur noch dort bedienen!
    Von der “Urheberrechtsdebatte” mal ganz abgesehen…

  38. Dass eine Hochschule das eigene Erscheinungsbild extern erstellen lässt ist oft die beste Lösung. Dass sie es über ein Portal wie dieses »ausschreibt« ist allerdings unentschuldbar.

    Auf die Rechtfertigung durch die Verantwortlichen an der Hochschule bin ich gespannt.

  39. Bravo! Als ehemaliger Student der FH kann ich dem nur voll und ganz zustimmen! Die Ausbildung an der FH Trier ist vorbildlich! Dieses Vorgehen ist einfach beschämend!

  40. @Mika

    Gehören Sie einer Doppelfunktion als Geschäftsleiter Ihrer Firma und der Uni Trier?

    Schon sehr paradox, die Vorwürfe an die Uni zu unterschreiben, gleichzeitig aber eine Website verschenken zu wollen…?!

    Hätte gerne eine Stellungsnahme hier im Blog.

    Freundliche Grüsse

    PS: Ihr Mail hätte die minimale Rechtschreibe- bzw. Grammatikprüfung bei weitem nicht bestanden.

  41. einfach nur traurig und unprofessionell …
    ich verabscheue die art, konzeptionell und strategisch anstrengende prozesse mit ziellosen wettbewerben zu umgehen!

    ausserem heisst es website und nicht homepage

  42. TA
    “Die Billiglohn/”Hauptsache günstig”-Mentalität macht auch vor der Designbranche keinen Halt, … ”

    Die Versuche, billig einzukaufen, liegen unter anderem auch an einem krassen Überangebot. Nie wurden so viele ausgebildet. Das nutzt zwar dem Fachbereich (ein bisschen ), das ernährt dessen Professoren (vor allem), aber nicht den Studierenden. Nie sollte man dann versuchen, nach dem Abschluss ausgerechnet in einem überlaufenen Markt seine Familie zu ernähren. Sonst ernährt sie eines Tages einen, zwangsweise.

    Zurück zur Fachhochschule Trier, die diesen Umstand ausnutzte: Wann gibt es eine Stellungnahme? Oder haben sie vor, das auszumerkeln (auszusitzen)?

  43. @Herr Paradox: Wäre Mika auch der Leiter der FH Trier, gäbe es sicher nicht so unheimlich viele Rechtschreib- und Grammatikfehler auf seiner Internetseite!

  44. Vroni:
    “Nie sollte man dann versuchen, nach dem Abschluss ausgerechnet in einem überlaufenen Markt seine Familie zu ernähren. Sonst ernährt sie eines Tages einen, zwangsweise.”

    Danke für diesen lustigen Tipp – also sollte man als Designer/Künstler lieber keine Familie gründen bzw. erst nach einem “Berufswechsel” oder mit Anfang 40 vielleicht, wenn man es dann in einer Agentur vielleicht “geschafft” hat? Der Moment des Kinderkriegens sei jedem selbst überlassen, doch an der Tatsache der Unterbezahlung der Auftragnehmer/der Sparfuchs-Mentalität der Auftraggeber sollte sich doch etwas ändern! (Am besten per Gesetz!)

    Das Kapital ist ja schliesslich vorhanden, nur leider wird es nicht gerecht verteilt (da kommt dann die Gier ins Spiel).

    Die FH Trier ist da nur ein trauriges Beispiel von vielen (und das in jeder Branche!)
    Die Zukunft gehört den Billiglöhnern…die Weimarer Republik lässt grüssen…Schade!
    Und Schade auch das sich viele Mensche so etwas gefallen lassen/bei solchen Löhnen mitmachen!

  45. Abgesehen davon, dass Portale wie 12designer nur für Amateure sein sollte, finde ich es viel schlimmer, wie die Schulleitung ihren eigenen Studenten und Studiengang, mit dieser Aktion, auf den Teppich kackt.

  46. Wahrscheinlich ist man auch hier wieder davon ausgegangen, dass es ja schon eine “Ehre” ist, überhaupt mit dem Re-Design eines so renommierten Instituts betraut zu werden. Der Beruf des (Web-)Designers verkommt angesichts solch zweifelhafter Dumpingpreis-Plattformen immer mehr.

  47. Ich finde den Brief unverschämt.

    Die Fragen darin sind die reinste Farce, da Du ja deren Antwort für eine umfassende Einschätzung offensichtlich nicht brauchst und voreingenommen, ohne Stellungnahme der Gegenseite, ein Urteil fällst. Und das in einem wutbürgerlichen Tonfall.

  48. Ich finde den Brief ebenfalls unverschämt – und das im positivsten Sinne.

    Provozierend? Ja!

    Konfrontierend? Augenscheinlich!

    Voreingenommen? Aber sicher!

    Schön, dass Achim die Neutralität des Journalisten zurückstellt und als Designer hier deutlich Stellung bezieht.

    Ich würde mich allerdings sehr über eine ebenso unverschämte Antwort der Hochschulleitung mit handfesten Gegenargumenten und einer einleuchtenden Erklärung für diese unfassbare Vorgehensweise und das indirekte Diskreditieren der eigenen Professoren- und Studentenschaft freuen. Aber bisher kommt von dieser Seite nur eines: Verschämtes Schweigen.

  49. Bislang hat die FH Trier noch nicht reagiert. Morgen wird in der lokalen Presse in Trier ein Artikel erscheinen, der sich diesem Vorgang widmet. Ich sprach eben mit der verantwortlichen Redakteurin vom Volksfreund. Ihr gegenüber gab 12Designer zu verstehen, dass die Einstellung des Projektes keinesfalls etwas mit dem offenen Schreiben hier im dt zu tun habe. Das Projekt würde derzeit lediglich überprüft. Zuletzt wurde das Projekt heute um 15.48 Uhr bearbeitet. Da ich den ersten 12Designer-Screenshot zugespielt bekommen habe und der folgende Screen bei Login als neues Mitglied entstand, kann ich nicht sagen, ob die Teilnahme am Projekt neuerdings erst nach Annahme der „Vertraulichkeitsvereinbarung“ möglich ist. Hier der Screenshot:

  50. Ein guter Brief.

    Was ist das für eine Vorgehensweise einer Hochschule, die Kommunikationsdesigner ausbildet. Als ob das Ansehen und der Markt für uns Designer nicht eh schon total prekär wären!

    Ich frage mich wirklich, ob die Verantwortlichen da nicht total ihr Hirn ausgeschalten haben!?

  51. Wo hier schon der Ruf nach den Berufsverbänden laut wurde: Achims Brief ist vollkommen richtig und notwendig, das Vorgehen der FH Trier beispiellos unprofessionell und beschämend. Vielen Dank dafür.
    Schmerzhaft ist hier eindeutig nicht das indiskutabel unfaire Honorar, das hier angeboten wird, sondern der infantil unreflektierte Designbegriff, der dahinter steht. Design ist Prozess und Dialog, nicht das Dekorieren von Templates. Einer FH, die Design unterrichtet, stünde etwas mehr Vertrauen in die eigenen Disziplinen gut zu Gesicht.

  52. @ Michael Z.

    Auch wenn Du scheinbar nicht aus der Branche kommst und daher nicht die Gepflogenheiten zu kennen scheinst, so muss doch jedem eins klar werden:

    Dass hier die Hochschule nicht an die Talente glaubt, denen sie selbst die “künstlerische Eignungsprüfung” abgenommen hat. Was würde man denn sagen, wenn eine FH für Garten- und Landschaftsbau einen Gärtnerbetrieb für das Pflanzen der Bäume im Hof beauftragen würde?

    Das eigentlich Fatale aber sind zwei typische und gern verbreitete Meinungen:
    1. Ein Logo kann man “kaufen” und da ist es eben OK, wenn man da die Open-Desing Plattformen nutzt.
    2. Der Vergleich des Kommunikations-Designs mit “ordentlichen” Studiengängen wie “Jura”.

    kurz zu 1: Ein Logo für sich muss nicht “teuer” sein und muss auch nicht riesige Workshops vorab zur Bedingung haben, aber dennoch ist ein visuelles Zeichen in Form eines Logos der Gifpel eines Berges, der sich da Kommunikation nennt. Wer diesen Beginn aller Auseinandersetzung mit sich und seinem Unternehmen schon für “einen Appel und ‘nen Ei” haben möchte, der versteht nichts von Kommunikation.

    kurz zu 2: Warum muss immer der Vergleich her? Nur, weil die “Designer” es nicht geschafft haben, sich in Kammern oder Gewerkschaften zu organisieren, heißt das doch nicht, dass wir uns einfach so damit abfinden müssten, als könne jeder “Kommunikation und Design” und als wäre das etwas, was nichts kosten muss. Jeder Anwalt, jeder Arzt, jeder Architekt verweist auf allgemein gültige Honorare und Gebührenordnungen. Was die Ehrbarkeit dieser Berufe angeht, so möchte ich sie nicht schmälern, aber andererseits auch nicht in den Himmel heben. Ich möchte mal gerne wissen, welchen Beitrag zum Beispiel einige “Abmahn-Anwälte” für unsere Gesellschaft leisten. Aber das ist ein anderes Thema.

    Vielen Dank auch an die Stellungnahme des BDG

  53. Danke Achim! Du hast es auf den Punkt gebracht. Wenn sich ein Landkreis mit Ausschreibung eines Wettbewerbs Wettbewerbs Landkreis-Bevölkerung bedient, um so ein neues Logo zu bekommen, ist das ja noch halbwegs zu akzeptieren (auch wenn die Ergebnisse selten überzeugen). Aber das eigene (Nachwuchs-)Personal im Haus es wird nicht genutzt? Spricht wirklich nicht für das Vertrauen in die eigene Hochschulkompetenz.

    Ich denke aber, dass, falls überhaupt eine Antwort kommt, diese entsprechend politisch/bürokratisch ausfallen wird. Erst einmal Danke für dein Schreiben, dann jede Menge Allgemein-Blabla (knappe Hochschulgelder, man möchte die eigenen Studenten nicht ausnutzen, Dozenten sind schwer beschäftigt mit dem Vermitteln der Lehrinhalte, Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler, etc.) und am Ende steht das Gegenteil einer ehrlichen Aussage wie: “Stimmt, darüber hätten wir mal vorher nachdenken können. Wir ziehen den Wettbewerb zurück und schauen erst einmal, ob wir intern zu guten Ergebnissen kommen können.”

    Ich würde mich gerne irren.

  54. Wer sich über Preis-Dumping in der Gestaltungsbranche beschwert sollte sich eventuell auch mal Gedanken über den Preisverfall in der Druckbranche machen und die Wahl seiner Werbepartner überdenken.

    Nur mal so am Rande.

  55. Jan, natürlich gibt es auch einen Preisverfall in der Druckbranche. Meiner Meinung nach hinkt der Vergleich deshalb, weil die genannten Preisvergleich-Anbieter allesamt mit Druckereien zusammenarbeiten, die eine solche Kooperation selbst wünschen! Welcher Designstudent wünscht sich denn, dass die eigene Ausbildungsstätte für einen Preisverfall auf dem anvisierten Markt mit verantwortlich ist?

    Wenn solch ein Modell Schule machte, hieße dies verkürzt, dass mit Steuergeldern genau die Arbeitsplätze vernichtet werden, für die eine Einrichtung wie die FH Nachwuchskräfte ausbildet. Das ist absurd! Ich denke, so einen Misstand muss man gleich von Anfang an bekämpfen. Da spielt es keine Rolle, was, wo, wann noch in einem weiteren Wettbewerb passiert. Externes Crowdsourcing von Hochschulen geht gar nicht! Und auch sonst ist dies ein Weg, der in nahezu jeder Hinsicht dem widerspricht, was Design und der Prozess hin zu einem Design ausmacht.

    Und nur mal so am Rande. Bei der Wahl der Werbepartner gehe ich sehr bedacht vor. Damit keine Werbemittel von 12Designer, designenlassen und Konsorten hier im dt erscheinen, habe ich derlei Anbieter schon vor vielen Jahren auf GoogleAdSense gesperrt. Eine Anfrage zuletzt von Coca Cola, die durchaus lukrative Aussichten versprach, habe ich sofort nachdem klar was, dass Jovoto hinter der Aktion stand, abgelehnt. Gleichwohl wurde die Aktion auf anderen Designblogs und -Websites ausgespielt. Habe ich mich darüber geärgert? Natürlich! Natürlich habe ich mich darüber geärgert, weil ich mich gefragt habe, welchen Sinn ein solcher stiller Protest macht, wenn andernorts das Thema aufpoppt und dort auch unkommentiert bleibt. Ich denke nicht, dass ich mir da etwas vorwerfen müsste.

  56. Ich stehe immernoch hinter dem dt-Schreiben, aber es melden sich langsam Zweifel, gerade wegen der Veröffentlichung in der Presse und der Nichtreaktion der FH. Den Artikel hab eich gerade noch nicht entdeckt (habe aber nur kurz überflogen).

    Zwar sind viele Designer etc. gegen solche Aktionen, und das Schreiben von Achim hat hier auch sehr viele Anhänger gefunden (ich jah auch), aber ich glaube die FH zieht ihren Plan trotzdem durch. Und es gibt auch einige Leute, die dort tatsächlich ihre Ideen einschicken werden.
    Lasst den Wettbewerb jetzt mal schön publik machen, und dann ist die FH glücklich. Und wenn das ganze vom Tisch ist – dann bekommt Achim vllt. ein Antwortschreiben.

    …würde mich natürlich freuen, wenn das alles nicht so wäre, aber möglich ist es leider ._.

  57. @Ninni #83:
    Das Einstellen des Projektes ist geschehen ohne das offenbar jemand interveniert hat.
    Und vielleicht hast Du recht und es wird sowiso durch gezogen.
    Aber mir ist lieber, viele Menschen bekommen mit das es eine Sauerei ist, als das es im Stillen passiert.

  58. Klare Ansage. Wie ich das gelesen habe, habe ich das so verstanden dass es um einen Designpitch geht. Daher verstehe ich die Aufregung nicht. Wer das ganze umsetzt geht aus der Beschreibung nicht hervor.

  59. Witziger “Artikel” … Mehr war vom Volksfreund aber leider auch nicht zu erwarten.
    So wie auch nicht mehr als dieses knappe lari-fari Gewäsch von der FH Leitung zu erwarten war.
    Sehr schade. Hier wird man bei der Antwort auf den schriftlich zugestellten Brief auf absolutes Unverständnis, Schulterzucken und mit dem Finger zeigen stoßen. 100%ig.

  60. Wettbewerbe ohne allgem. Beteiligungshonorar sind generell kritisch anzusehen, egal ob die Siegprämie hoch ist oder nicht.
    Das ist, als würde man in 10 Restaurants ein Wienerschnitzel essen gehen, aber nur jenes bezahlen, das einem am besten geschmeckt hat.
    Jede Idee hat ihren Preis, und dieser soll gefälligst gebührend gewürdigt werden.

  61. FH-Vizepräsident Professor Axel Kihm betont: “Es geht wirklich nur um eine Idee”.
    Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Designer werden für Ihre Ideen bezahlt, nicht für ihre rechten Winkel. Die FH hat Sorge, zu wenig Ideen zu bekommen für ihr Geld und setzt auf Crowdsourcing. Wenn diese Diskussion nicht fruchten sollte, wird sie vielleicht sogar eine Schubkarre voller Ideen bekommen – nur sehr wahrscheinlich nicht die passende. Die FH denkt, sie kauft Design ein und bekommt nur Dekoration. Würde man die Ingenieure auch so dreist ankumpeln »Es geht wirklich nur um einen Schaltkreis, den machen Sie doch mal eben so…«?

  62. Laut volksfreund:

    “Die Honorierung beschreibt FH-Vizepräsident Professor Axel Kihm als angemessen und in der Branche “üblich”, …”

    Wie bitte? “Üblich”?
    Außerdem ist das keine “Honorierung”. Sondern eine Preisauslobung. Nur für den, der “gewinnt”.
    Das hat mit Honorar gar nichts zu tun.

    ” …wobei die Zeitinvestition hier überschaubar sei. “Es geht wirklich nur um eine Idee”, betont er. ”

    Wir bitte?
    Das ist wirklich schlimm. Das ist der absolute Knackpunkt: Eine Idee äußert man lediglich VERBAL, beschreibend.

    Was die FH will, ist jedoch eine Ausarbeitung, sogar mit detaillierten Wünschen zu den Photoshop-Ebenen und dass man Grids/responsive Webdesign berücksichtigen soll (hörthört!: Sie kennen gewisse Begrifflichkeiten aus der technischen Umsetzung …).

    Das hat mit Idee gar nichts mehr zu tun, das ist viel mehr, das ist AUSARBEITUNG! Ist schön, macht aber viel ARBEIT. Nix mit Kann man ja mal zwischendurch machen …
    Um es mit Judith Holofernes zu sagen:
    Ich glaube, es hackt!

    —-

    Und lieber Volksfreund:
    Die Nutzerin “Vroni” regte an, dass Achim AUCH DAZU zum offenen Brief ein Schreiben an die Verantwortlichen verfasst.

  63. Volksfreund(2)

    Extra
    Crowdsourcing: Der englische Begriff des Crowdsourcing beschreibt Inhalte, die durch einzelne Beiträge von vielen Menschen, also der Masse, entstehen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der Nutzung von “Schwarmintelligenz”.

    Das ist auch so ein unintelligenter Deppen-Irrtum.

    Schwarmintelligenz entsteht nicht dann, wenn man einzelne in Massen gegeneinander einsam antreten lässt.

    Schwarmintelligenz ist maximal dann möglich, wenn der “collaborational aspect” berücksichtigt ist: dass sie MITeinander arbeiten, einander ZUarbeiten, ihre Beiträge vorher AUFeinander abstimmen.

    Was bei Wikipedia der Fall ist. Jemand weiß etwas und fügt etwas hinzu, der andere Nutzer kontrolliert es und fügt wieder etwas hinzu. Zu EINER Sache.

    Und auf Plattformen wie 12designer eben nicht. Da gilt das reine Gegeneinander von WETTbewerbern.

    Ich finde es schlimm, wenn man eine Zeitung der Qualitätsmedien genervt auf solche elementaren Unterschiede hinweisen muss, weil sie nur dummes, unzulässig verkürztes Geblubber abschreibt, das schon woanders nicht richtig war.

  64. nicht „eingestellt“ im Sinne von beendet, sondern es wurde freigeschaltet. Danke für die Info, wenngleich sie natürlich unschön ist.

    Ich habe heute um 15.30 Uhr eine weitere E-Mail an das Sekretariat des Hochschulpräsidenten geschrieben, mit der Bitte, Stellung zu nehmen. In Papierform sollte das Schreiben mittlerweile in die Hände der Verantwortlichen gelangt sein. Noch schweigt sich die Hochschulleitung aus. Je länger die Antwort auf sich warten lässt, um so mehr bestärkt es die Entscheidung, das Schreiben gleich öffentlich zu machen und nicht erst auf eine Reaktion zu warten.

  65. Ich möchte an dieser Stelle nur ganz kurz meinen Senf dazugeben. Zur Person, ich macht derzeit bei Prof. Andreas Hogan an der FH Trier mein Diplom im Bereich Kommunikationsdesign.

    Das Vorgehen der Hochschulleitung ist ein absolute Frechheit. Ich möchte dazu ein wenig weiter ausholen. Die Hochschulleitung ist vor ca. 2 Jahren an unsere betreunenden Professor rangetreten und im Rahmen eines Semesterprojekts sollten hier neue Ideen für ein einheitliches Erscheinungsbild erarbeitet werden. Das ist in diesem Sinne noch nicht schlecht, leider hat sich aber in dem 4 monatigem Projekt schon gezeigt, wie die Leitung eher ein Fähnchen im Wind ist und es allen Seiten Recht machen wollte. Es gab unterschiedliche Auffassungen der einzelnen Standorte und Design wurde von unserem Präsidenten (Professor der Architektur) in keinster Hinsicht gewürdigt. Hierbei sind damals knapp 20 Vorschläge entstanden, teilweise gut teilweise naja, aber die Ansätze kamen aber auch aus allen Semestern. Nach der Hälfte der Zeit wollten die Studierenden zuerst schon das Projekt wegen der Hochschulleitung abbrechen, zum Glück haben sich einige aber gefunden und das Ganze bis zum Ende durchgezogen.
    Zum Abschluss gab es dann auch noch eine öffentliche Präsentation aller Entwürfe, welche digital zuerst und später analog erfolgte. Danach ist alles im Sande verlaufen.

    Jetzt sowas hier zu lesen ist ein absolute Schande und bestätigt mein Bild von gewissen Personen. Ich habe mich damals über dieses Thema schon so aufgeregt und mach es jetzt schon wieder. Bei einer Zwischenpräsentation habe ich unserem Präsidenten auch einen offenen Brief vorgelesen. Dieser folgt jetzt.

    Danke, der Sascha.

    Was zeichnet einen Gestalter, uns, aus?
    Sind wir die Personen, die schöne Logos entwerfen?
    Was bedeuted Design oder Gestaltung?
    Warum ist Corporate Design wichtig?
    Kann man Corporate Design mit einem Haus vergleichen?

    Farbe ist die tragende Konstruktion.
    Schriften sind Stockwerke.
    Hierachien sind einzelnen Räume.
    Bildwelten sind Fenster.
    Weißraum sind die Korridore.
    Gestaltung sind die Türschilder.

    Eine Logo ist eine Eingangstür.

    Will die Fachhochschule 3 Eingangstüren haben.
    Will die Fachhochschule einen Haupt-, einen Neben-
    und einen Lieferanteneingang haben?
    Warum sprechen Ingenieure, Wirtschaftler, Architekten
    und Forscher über etwas, in dem sie keinerlei Kompetenzen haben?
    Ist der Gestalter nur dafür da, eine Eingangstür zu entwerfen?
    Wieso bauen wir nicht dieses Haus, sondern Sie?
    Ist diese Fachhochschule nicht ein Raum zum ausprobieren?
    Wieso werden uns hier alle Möglichkeiten entzogen?
    Wann werden Gestalter in diesen Prozess mit einbezogen?
    Muss dass nicht schon im ersten Gespräch passieren?

    Design ist im ersten Moment immer unbeqeum.
    Design ist strukturiert quer zu denken.
    Design ist danach eine klar gegliederte Struktur.
    Design ist freundlich zu Benutzern.
    Design ist das Aufbereiten von Informationen.
    Design ist gut, wenn es in jedem Detail erkennbar ist.

    Design ist gut, wenn man es zulässt.

  66. Als ehemaliger Student der FH Trier (Fachberreich Gestaltung) möchte ich mich auch kurz zu Wort melden. Die Ausbildung im Fachberreich Gestaltung der FH Trier ist vorbildlich, dies kann ich nach dem Studium an 4 Hochschulen in Europa guter Dinge behaupten.

    Offensichtlich besteht aber ein Problem der Akzeptanz und Wertschätzung der Designdisziplinen außerhalb des Fachbereichs Gestaltung – umso trauriger, da der aktuelle Präsident der Hochschule aus der Fachrichtung Architektur(FB Gestaltung) kommt.
    Schon 2011 gab es einen Wettbewerb von Studierendenwerk Trier, Uni Trier, FH Trier und Stadt Trier unter ähnlichen Bedingungen. Zum Einblick meine Reaktion auf die Ausschreibung an die Verantwortlichen:

    //
    Liebes Studierendenwerk.

    Wenn Stadt, Studierendenwerk, Universität und FH Trier einen Wettbewerb ausschreiben…

    Von jedem Teilnehmer eine Webpräsenz konzipiert UND programmiert werden soll!
    Man als Teilnehmer alle Urheber- und Nutzungsrechte abgibt, dennoch bei Streitfällen mit Dritten haftet und zudem nicht einmal klar ist wer in der Jury entscheidet…

    Dann ist es an der Zeit die Ausschreibung noch einmal zu überdenken!

    Zum Beispiel mit Hilfe des BDG:
    http://www.bdg-designer.de/bdg-richtlinien-fuer-entwurfswettbewerbe.html
    //

    Damals hatte sich das Dekanat des FB Gestaltung deutlich von der Ausschreibung distanziert; geändert wurde aber nichts Wesentliches (Auch wenn man zugestehen muss, dass sich das Studierendenwerk zumindest um die Broschüre des BGD bemüht hat)

    Das Ergebnis sieht übrigens so aus: http://www.studier-in-trier.de

    Aus diesem Grund bin ich froh über den öffentlichen Brief im Designtagebuch. Dankeschön!

  67. @ Sascha Timplan,
    danke für das offene Posting.

    Architekten:
    Weiß nicht, ob alle so sind. Doch einige lassen es sich raushängen, dass sie etwas Besseres als ein Gestalter sind. Und DAZU noch halten sie sich sowieso für Mords-Gestalter. Sie machen im Grunde nur deswegen keine Logos oder kein Screendesign, weil sie für so zeitraubende Kinkerlitzchen keine Zeit haben …
    [Zwar polemisch überspitzt, aber im Wesentlichen so erlebt bei einer 60köpfigen Architektengruppe ... . Ich hoffe, nicht alle sind so.]

  68. Zt.: “Es geht wirklich nur um eine Idee”

    Was für eine Unverschämtheit und Ignorranz gegenüber der Leistung! Als wenn das Hin- und Herbewegen der Maus über eine Programmmaske der eigentliche Kern der Arbeit wäre.

    Wirtschaftsfrage:
    Herr Khim, wenn es “nur um eine Idee” geht, die man Ihrem Statement nach für beliebig halten kann, wie kann es dann sein, dass Unternehmen gerade das Design als besonders schützenswert betrachten?

    Die Kreativbranche setzt in Deutschland mehr als 117 Milliarden Euro um.
    Sie beschäftigt rund 800000 Menschen.
    (Quelle: bundesregierung.de)

    Was glauben Sie sind wohl die Ressourcen für diesen Erfolg? Könnten das Ideen als Ergebnis kreativer Arbeit sein?

  69. Crowdsourcing scheint ein echtes Problem für die meisten hier darzustellen. Wenn ich das alles so lese, kann ich nur hoffen, dass keiner von Euch weiss, wo der Server steht. Serververbrennung wäre mal was neues… Mal im Ernst, wenn z.B. ein in der Vergangenheit von einem Kunden abgelehnter (trotzdem guter) Entwurf ganz gut zum Thema passen würde und ich als Designer nochmals ca. 2-4 Stunden Arbeit für die Anpassungen an die ausgeschrieben Bedürfnisse reinstecken würde, weil ich gerade sonst nichts zu tun hätte, wären 600 € (abzüglich Gebühren) doch ein ziemlich guter Schnitt…

  70. Eine wirklich interessante Diskussion! Danke Achim, für das Anzetteln dieser Debatte. Ich sehe zwei ganz unterschiedliche Aspekte in der Sache:

    Einerseits beklagen wir hier zurecht das Shitstorm-würdige Verhalten einer Uni, die glaubt, mit Crowdsourcing lässt sich ein besseres Ergebnis erzielen als im hauseigenen Studentenwettbewerb. Ich kenne natürlich den Hintergrund dieser Entscheidung nicht, aber ich denke, dass die Verantwortlichen an dieser Stelle versuchen, mit der Zeit zu gehen. Die vielbeschworene “Schwarmintelligenz” der Piratenpartei (Danke Vroni #91 für den Unterschied) und die Heilsversprechen aus dem “Social Media” Sektor machen ja zur Zeit kräftig Presse. Meine Kunden sind auch alle an “Facebook & Co.” ebenso stark interessiert wie unkundig. Mal sehen ob sich da etwas nach dem Börsenabsturz ändert.

  71. Zum anderen möchte ich die Diskussion zu Crowdsourcing-Portalen wie 12designer und designenlassen gerne getrennt weiterführen, das finde ich nämlich sehr spannend, hatte auch vor kurzem den Selbstversuch gestartet. Leider sind die meisten Wettbewerbe gesperrt, man sieht – wie bei anderen Pitchsituationen also selten, was die Konkurrenz macht.

    Ein unbezahlter Wettbewerb mit 20-30 Mitbewerbern ist schon extrem sportlich (sprich Mist). Trotz Fließbandarbeit und selbst mit einer soliden Trefferquote reicht die Ausbeute letzlich nicht mal für einen Berliner Hand-in-den-Mund-Lohn. Ich meine trotzdem (für das knappe Zeitbudget, dass man sich vorgeben muss) auch gute Arbeiten gesehen zu haben und in den Profilen sieht man Leute mit 100 Wins auf 2000(!) Wettbewerbs-Teilnahmen. Da hat jemand viel Zeit oder Not. Das Dumping ist aberwitzig (Logos von 250-400 EUR, Kunden bitten gerne auch um mehrere Überarbeitungen, “Ein Claim dazu wäre auch noch schön”). Und auch hier danke ich noch einmal Vroni #50 für die perfekte Beschreibung der überwiegenden Kundschaft.

    Andererseits, meine Damen und Herren Designer, wären die Bedingungen besser(Limitierte Teilnehmerzahl und faire Mindesthonorare) hätte ich nichts dagegen, die Akquise an ein Portal auszulagern, beschäftige ich mich doch mit 2/3 meiner Zeit NICHT mit Grafikdesign. Das Hauptproblem bei allen Wettbewerben ist und bleibt jedoch, dass selbst bei einem 3er Pitch zwei Leute für die Mülltonne arbeiten. Danke Nonti #88 für den Schnitzelvergleich. Die Frage ist: wird es bzw. kann es irgendwann ein Qualitäts-Crowdsourcing-Portal geben?

  72. Lieber Philipp,
    danke für die wärmenden Worte. Ich würde es nicht so treffend beschreiben können, hätte ich nicht schon ein paar dieser etwas anderen Spezies gehabt …

    Zur Akquise eines Designers:
    Ein Aggregator im Internet, in dem sich bereits die Masse der Mitbewerber tummelt, kann nie ein gutes Akquise-Instrument sein. Auch wenn die Teilnehmerzahl limitiert und die Auszahlungen etwas weniger sportlich wären.

    Der Witz ist: Man ist zwar kuschelig unter sich und muss keine Vertrieblersprüche absondern (großes Problem für Kreative), aber man macht sich damit extrem austauschbar. Meidet solche Fischbecken mit zu vielen Forellen. Es ist einfach ZU sportlich. Für die kleine Forelle.
    Nicht aber für den Angler oder gar den Teichbesitzer. Für die ist das das bequeme Geschäft ihres Lebens.
    Sorry für diesen kleinen besserwisserischen Ausflug ins Marx’sche Kapital-Büchlein, der Welt der Besitzer von Arbeit und der Welt der Besitzer von Produktionsmitteln, Raum und Maschinen. Im digitalen Netz der weniger gut anfassbaren Dinge sind das die Aggregate, Portale.

  73. Erfüllungsgehilfe versus Dienstleister:
    Habe nochmal ein Zitat (Beinert auf fontblog)gefunden, welches zum Krautzuzel-Thema passt

    »Designer werden zu Prekariern, analoge Handlungsweisen werden zur digitalen Flexibilität und viele berufliche Rahmenbedingungen werden sich nachhaltig verändern. Wer sich heute als freiberuflicher Grafik- bzw. Kommunikationsdesigner etablieren will, muss sich klar entscheiden: Erfüllungsgehilfe oder hochwertiger Dienstleister?

    Das ist richtig. Leichter gesagt als getan.

    Hart auch:
    Designer müssen sich sagen lassen, dass Architekten laut Kammer wortwörtlich als Erfüllungsgehilfen bezeichnet werden.
    Natürlich dann für Designer nicht der Hauch einer Chance.^^ Bin dann mal weg …

  74. Die Frage ist: wird es bzw. kann es irgendwann ein Qualitäts-Crowdsourcing-Portal geben?

    EIne Qualitätssteigerung würde ein mehr an Qualität in Form von Beratung vor der Quantität von Zufallsergebnissen bedeuten. Das bedingt ein mehr an Zeit was wiederum, man ahnt es schon, mehr Geld kostet. DIese Zeit fällt dem AG genauso zu, dem der Mehrwert von Crowdsourcing damit verpufft, wenn er dann X Beratungsgespräche führen soll + Rebriefings + Präsentationen + Fragen der Implementierung + …

    Aus meiner Sicht ist es auch für Auftraggeber ein Geschäft mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der AG hat zwar sein Preisziel, kann sich aber nie sicher sein ob er jetzt eine Lösung auf sein Kommunikationsproblem erhalten hat (Das die meißten AG ohne Beratung weder erkennen noch formulieren können) und zudem mit vielen Fragen alleine dastehen.

    Insofern nehmen diese Plattformen einem eigentlich nichts weg. Die Plattformen und deren Gestalter haben Kunden (allerdings nur vermeintlich Kundige) deren Problembewußtsein über den Wunsch nach Abziehbildchen nicht hinaus geht. Sie glauben ein Grundelement ihrer unternehmerischen Werkzeuge einkaufen zu können, wie ein Auto.

    Der Rest hat Klienten, deren strategische Bedürfnisse weit mehr Antworten fordern.

  75. “Es geht wirklich nur um eine Idee”

    Ideen verändern die Welt. Ideen (Gedanken) sind das mächtigste Werkzeug der Menschheit

    Ideen können Wirklichkeit werden, Ideen können sich materialisieren.

    Eine Idee ist ein Gedanke, also Energie, das Produkt ist Materie, ein Erschaffen aus dem Nichts…

    Alles was nach der Idee kommt ist reines Handwerk und ist nur beiläufig im Gesamtprozess.

    Die Idee ist entscheidend für die Schaffung.

    Also liebe FH Trier, dies was ich schrieb war schon den Philosophen des Altertums bekannt daher setze ich voraus das Gelehrte wie Sie es zumindest verkörpern sollten, nicht mit Floskeln wie “Es geht wirklich “nur” um eine Idee” um sich werfen. Das ist beschämend!

  76. Das Problem an der ganzen Geschichte ist eigentlich, das diese Crowdsourcing Portale durch diese Aktion der FH Trier und den negativ Kommentaren hier + der Veröffentlichung in Zeitungen etc. nur kostenlose Aufmerksamkeit bekommt…

  77. “Diese »Krautsourcing«-Portale sind doch meist nur Sammelbecken dilettierender Kreisliga-Gestalter, die sonst an keine Aufträge herankommen und permanenten Leerlauf haben. Und die Ergebnisse oft nicht mal den Bruchteil der ausgelobten Dumping-Honorare wert.”

    Und deshalb scheißt ihr euch hier auch alle so vor uns in die Hose?

  78. @23designer

    Und deshalb scheißt ihr euch hier auch alle so vor uns in die Hose?

    Gar nicht, bin da ganz entspannt.

    Beweis?
    Habe erst gestern jemand zu designenlassen.de oder logo24.de oder 12designer.de geschickt. Weil er sich nicht mit Positionierung auseinandersetzen will, Konzepte nicht verstehen will, Idee und Ausarbeitung nicht trennen will. Was soll ich dann.

    Dieses Nichtverstehenwollen von geistigen Gestaltungsgrundlagen passiert übrigens auch Studierten, daran ist kein Mangel. Halte mich selbst nicht einmal für einen besonders Intellektuellen und glaube fest daran, dass fast jedermann Positionierungen und Konzepte verstehen und Ausarbeitung von Idee trennen kann. Wenn er will. Dazu braucht man keine besondere Akademikerausbildung.
    Aber man sollte nicht ignorant sein, das ist der Punkt.

    Es ist einfach nur Ignoranz dieser zunehmenden Auftraggeberschaft, die nicht bereit ist, sich damit zu befassen. Nur gelegentlich Geldmangel. Meist Hirnmangel. Oder: struktureller Analphabetismus (ein beliebter Terminus eines bekannten Bloggers aus dem Dunstkreis von dotcomtod).

    Einer meiner früheren Agentur-Chefs hat dazu formuliert, inklusive Ächzen:
    “Der Agenturkunde weiß nicht, was er will, will aber schon mal bunte Bildchen sehen. Dann erst fängt der Agenturkunde das Nachdenken anhand bunter Bildchen an. Das macht die Arbeit einer Agentur gigantisch aufwändig. Denn früher reichten Skizzen, heute muss es wie fertig gedruckt aussehen.”

  79. @Vroni

    Und wer handelt in Ihren Augen geschickter: Diejenigen, die über die ach so ignoranten Kunden die Augen verdrehen oder diejenigen, die aus dieser vermeintlichen Ignoranz ein großes Geschäft machen?

    Welche Überlebenschance geben Sie einer Branche, als deren Kunde ich mich erstmal in deren Konzepte und in deren bevorzugte Arbeitsweisen hineinversetzen muss? Will ich das als Kunde? Habe ich dafür Verständnis?

  80. @ 23designer

    Auftraggeber, die das nicht wollen, müssen sich eben rübermachen.
    Es wird sicherlich viele Designer geben, die das nicht überleben.

    Es wird aber auch viele Auftraggeber geben, die das nicht überleben.
    Die, die ihre wertvollen Unternehmens-Assets auf rein dekorative Abziehbildchen gesetzt haben.

  81. @Thomas105: Keine Panik. Geheim bleiben diese Portale sowieso nicht. Ich finde gerade hier in diesem Blog werden die schlagenden Argumente zum Thema Designqualität zusammengetragen. Durchaus hilfreich, wenn ich meinen Kunden auf den Punkt erklären muss, was der Unterschied zwischen meiner Agentur und Crowdsourcing ist.

    @Vroni: … und da ist er auch schon: Ohne einen Dialog zwischen Auftraggeber und Designer, ohne ein ordentliches Briefing, ohne dass ein Kunde weiß, was er überhaupt will, funktioniert ein Gestaltungsprozess nur sehr schlecht, das ist es. Beratung und Dialog ist das, was diesen Portalen komplett fehlt – ist ja klar, dazu muss es ja eine Art von Vertrauensverhältnis geben. Tja, das kann und werden die Billigportale nie leisten, wobei das Internet da eigentlich Potential hat. Vielleicht gibt es ja irgendwann so eine Art Kollaborations-Portal …

  82. @ Philipp

    “Vielleicht gibt es ja irgendwann so eine Art Kollaborations-Portal …

    Glaub ich nicht. Dann ist aber auch der einzige, nämlich der “Preisvorteil” dahin.
    So ist das halt.

  83. Bis jetzt war der Strang manierlich.

    Aber mit solchen wenig hilfreichen Kommentaren wie “mit Kacke bewerfen”
    bekommen Designer nicht unbedingt einen besseren Status. Eher den von blind schimpfenden Chaoten, denen man besser sowieso nicht zuhört.

    Blogunerfahrene Zeitungsredakteure behaupten zudem, dass der Strang sich in Allgemeindiskussion verlaufen habe. Wie wenn die Designer nicht am Ball blieben.Dabei ist es die natürliche Entwicklung auf Diskussionssträngen, dass es – abgesehen von Extremen wie Godwins Law – zu Seitwärtsbetrachtungen kommt.

    Ich tät mich also an der Stelle des (vor)letzten Kommentaristen zusammenreißen.

  84. Zurück zum Thema. Die Rolle der Interessensvertreter der Arbeitenden allgemein, der Programmierer und der Kreativen im Besonderen:

    Ver.di sagt dazu aktuell (2012):

    “CROWDSOURCING

    Das Prinzip:

    Freelancer

    • arbeiten von zuhause
    • arbeiten wann sie wollen (oder müssen)
    • arbeiten ohne Sozialversicherungspflicht
    • haben keine Sicherheit einen Job zu bekommen
    • werden nicht für jede abgelieferte Arbeit bezahlt

    Unternehmen

    • bekommen Arbeitskräfte, die 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche on Demand zur Verfügung stehen
    • haben für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine sozialen Pflichten
    • bezahlen nur die Arbeit, die ihnen gefällt”

    Quelle: Verdi. | gute-arbeit.de

    Ver.di weiter:

    “Ein weiteres zentrales Moment dieser Crowdsourcing-Strategie wird die Intensivierung der Konkurrenz zwischen den Lohnabhängigen bilden, wie die ver.di Betriebszeitung bei IBM erläuterte, die Crowdsourcing als eine „interaktive Form der Leistungserbringung“ bezeichnete, die auf „eine große Anzahl von Akteuren unter Verwendung sozialer Netzwerke“ mobilisiere: [...]
    Quelle: Gegenblende.de

    Mein Fazit:
    1.
    Es geht Ver.di – noch – vorwiegend um die arbeitsrechtliche Crowdsourcing-Problematik in der IT-Branche (hier in der Quelle Beispiel IBM).
    Dass es diese Problematik auch schon länger für Designer und Texter gibt, ist auch bei Ver.di vermutlich noch gar nicht durchgedrungen.
    Gewerkschaften: höchst zahnlos.

    2. Verbände
    Die Berufsverbände der Designer erschöpfen sich bei diesem Thema mehr oder weniger nur in “Pranger”-Artikeln. Oder in Studien zur Bezahlung allgemein.
    Berufsverbände: zahnlos.

    3. Designer
    Die Designer selbst wehren sich entweder in Blogartikeln oder stumm per Abstimmung mit den Füßen (einfach nicht in Crowdsourcing-Portalen arbeiten).
    Designer: hilflos. Argumentieren meist lediglich mit Ethik. Oder arrogant (“Kreisliga”). Dabei könnte mehr drin sein.

    4. Agenturen
    Es steht die Vermutung an (with a high probability), dass Agenturen sich unter anderer Adresse längst per Fernsteuerung in Crowdsourcingportalen bedienen. Und ihren eigenen Kunden das Ding deutlich höher verrechnen.
    Agenturen: versuchen zu profitieren

    5. Hochschulen
    Dass Hochschulen mit gesellschaftlicher Bildungsverpflichtung sich jetzt auch als Auftraggeber dort eintragen, ist in diesem Panorama von ganz besonderer Delikatesse.

    Wer aber weiß, dass z. B. wissenschaftliche Lehrstühle einen guten Teil der wertvollen Arbeitszeit ihrer Promovierten verbrennen mit der Jagd nach Drittmittel-Genehmigungen der DFG und aus Unternehmen, der bekommt eine Ahnung, dass Hochschulen Geld sparen auf Teufel komm raus. Design steht da an hinterster Stelle. Das muss man sich als Designer klar machen.

    Hochschulen: ahnungs- UND hilflos. Finanziell mit dem Rücken zur Wand.

    6.
    Von Anwälten kann man vermutlich nicht groß erwarten, dass sie sich rechtlich übermäßig oder freiwillig engagieren. Wo kein Kläger, da kein Richter. Tragen Anwälte sich auch selbst gern als Logosuchender in solchen Portalen ein.

    7. Politik
    Piraten? Kommt dazu was? Habe noch nichts gehört. Es sind mehrheitlich viele IT-ler darunter. Sie sind also betroffen. Da müsst eigentlich ein Positionspapier dazu bestehen. Befürchte, dass sie Crowdsourcing als Teil der von ihnen so geliebten Transparenz betrachten und die Tragweite noch nicht überblicken.

    Der Rest der Parteien und Politiker: immer noch überfordert, sobald es um Internet geht.
    Politik: überfordert. Es gibt keine klaren Stellungnahmen.

  85. Danke Vroni, dass Du die Diskussion weiter antreibst. Ich werde in jedem Fall am Ball bleiben. Zu Mitte nächster Woche greife ich zum Hörer und werde versuchen, jemanden von der Hochschulleitung an die Strippe zu bekommen. Bislang ignoriert die Leitung meine Anfragen gekonnt.

    Mein Aufruf an die Studenten/Professoren/Lehrbeauftragte der FH Trier:

    Ruft das Büro des Präsidenten an und/oder schreibt an die Hochschulleitung. Lasst ihr solch ein Verhalten nicht durchgehen. Wehrt Euch dagegen, dass über Eure Köpfe hinweg ein Projekt an eine Crowdsourcing-Plattform vergeben wird und auf diese Weise der Markt, in dem Ihr später Eure Brötchen verdienen wollt, zunehmend von Preistreiberei bestimmt wird.

    Empört Euch! Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Leitung der FH Trier offenbart mit ihrem Vorgehen eine My-Hammer-Mentalität, die für die Kreativbranche vor allem eines ist, ruinös. Es ist beschämend, dass eine Hochschuleinrichtung zu solch einem Mittel greift. Ein Armutszeugnis ist das! „Jede Menge Zukunft“ ??? Was für eine Heuchelei! Das Motto der FH Trier lautet vielmehr: „Kein Geld, keine Ideen und keine Zukunft!“ Traurig, traurig…

    Hier die Kontaktdaten:
    Präsident: Prof. Dr. Jörg Wallmeier
    E-Mail: praesident(at)fh-trier.de
    Tel.: +49 (0)651 8103 445

    Der Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner (BDG) hat mittlerweile auch Stellung bezogen und sich gegen das Vorgehen der FH Trier ausgesprochen: FH Trier – Nur Interesse an billiger Deko?

  86. studiere an der fh trier, aber am standort birkenfeld
    mir wurde erklärt, dass es oft so gemacht wird (projekte an externe zu vergeben), wegen der hochschulpolitik und den geldern vom staat.. irgendwie ganz kompliziertes, dass auch ein fachbereich sich nicht höher eines anderen stellen darf… weiß auch nicht mehr genau wie.. :D

  87. Nenne man es Crowdfunding, Pitch oder Wettbewerb: Das Problem bleibt gleich!

    Die fehlende Wertschätzung dessen, was ein Designer/Gestalter (beruflich) tut. 100 Vorschläge einholen, sich inspirieren lassen, eine erste Ideenrunde – wie auch immer man es bezeichnet, es ist ein Schlag ins Gesicht der Gestalter

    Schlimm, dass eine Einrichtung, die selbst Gestalter ausbildet, so wenig Weitsicht hat.

    Ich finde sogar eine interne Lösung unpassend. Das Studium sollte nicht dazu da sein wirtschaftlichen Interessen (der Hochschule) nachzukommen. Dafür gibt es genau die, die schon fertig sind und arbeiten. Und wenn kein Geld vorhanden ist, kann man nunmal keine Top-Gestaltung bekommen. Mein Lieblingsvergleich ist der Bäcker/Konditor. Dort sagt man ja auch nicht: »Ich möchte die Schwarzwälder Kirschtorte zahle aber nur den Preis des billigsten Kuchen. Und wenn es mir schmeckt, komme ich wieder. (Zahle aber auch dann nicht den vollen Preis.)«

    Design, Entwurf, Ideen oder wie auch immer man es nennen mag kommen nicht irgendwo her, sondern sind die Folge von jahrelanger Arbeit und Erfahrung, und auch ein – noch so kleiner – Entwurf bedeutet ARBEIT, der zu branchenüblichen Stundensätzen zu vergüten ist! Design ist für viele eine hauptberufliche Tätigkeit kein Hobby!
    Gerade eine solche Schule sollte genau das wissen, schön wäre ein öffentlicher Brief des FBG gewesen.

    Die Auftraggeber sollten endlich verstehen, dass Gestaltung nichts ist was einfach so da ist. Nichts was daher geflogen kommt, sondern etwas, was erarbeitet werden muss – und zwar miteinander. Dazu gehören bestimmte Spielregeln auf beiden Seiten. Konkurrenzdruck, Dumpinglöhne gehören nicht dazu.

    (HD Schellnack hat dazu etwas tolles geschrieben danke dafür http://www.designmadeingermany.de/2011/39555/)

    Der Wettbewerb dient dem Auftraggeber etwas zu finden, was gefällt. Für die Gestalter ist es ein unnötiger Konkurrenzkampf – in dem es keinesfalls um fachliche Kompetenz, sondern fast ausschliesslich um den Preis geht. Und genau das ist die Grundlage solcher Crowdfunding-Portalen. Schnell, billig und unkompliziert.

  88. ein Affront gegen den Fachbereich? Ja.
    Eine finanziell verdammt schlecht ausgestattete öffentliche Bildungsanstalt? Sicher auch.
    Aber wie gleich die Wünsche nach nem Shitstorm hochkochen, ist auch kein Beispiel für Intelligenz des Schwarms. Das das Thema ambivalent ist, zeigt ja die kurze Diskussion mit dem anonymen “Aus-Ignoranz-Geld-Macher”.
    Über den Brief hab ich mich aber auch gewundert.
    Suggestivfragen oder die sofortige Selbstbeantwortung einer eigenen Frage halte ich für schlechtes Kommunikationsdesign.
    Das sind genau die Themen, für die ein kompetenter aber auch kämpferischer Berufsverband gefragt ist. Oder meinetwegen auch Drei.

  89. Es ist Realität, dass “der typische Käufer” solcher Anbote oft keine Unterscheidung besitzt, was denn an der gedumpten Dienstleistung einer Crowdsourcing-Plattform schlechter sein soll. Er begreift zum Beispiel nicht, dass die meisten Logos und Flyer dort geschmäcklerisch überladen sind. Er findet GENAU DAS gut.

    Der Zug ist abgefahren, erfolgreich zu zeigen, was denn dann wirklich gutes Design sein soll. Erlebe sehr oft, dass solchen “Käufern” (Auftraggeber kann und will ich sie nicht nennen), maximal das Apple-Design einfällt. Dass es deswegen so gut ist, weil es genau davon lebt, sparsame Akzente zu setzen und nicht überladene, dass merken viele “Design”-Pseudo-Addicts schon nicht mehr.
    Dann kommt keine weitere Idee von ihnen mehr, was denn gutes Design ausmachen könnte.

    DUMPING

    Wenn eine solch – auch kulturell – unbefriedigende Situation nicht mehr über die Design-Wahrnehmung der “Käufer” veränderbar ist, könnte man das Ding ja zumindest für die betroffene Designbranche anders aufdröseln. Und schauen, was die Rechtsprechung dazu sagt. Man hat ja schon mal was vom Verbot von Dumping von Waren und (gewerblichen) Dienstleistungen gehört.

    Dazu sagt ein Rechtsanwalt einschränkend:
    http://www.frag-einen-anwalt.de/Ist-das-Dumping-und-ist-es-verboten-__f5084.html

    … was allgemein als Dumping bezeichnet wird, nennen die Juristen den Verkauf von Waren unter Einstandspreis.

    Aber

    Ein generelles Dumpingverbot gibt es nicht.

    Lediglich

    Lediglich dann, wenn Sie eine derartige Größe erreicht haben, daß Sie gegenüber Ihren Wettbewerber eine marktbeherrschende Stellung erreicht haben, dürfen Sie diese nicht dazu ausnutzen, Ihre Konkurrenz durch den Verkauf unter Einstandspreis vom Markt zu schießen.

    Der § 20 (GWB) hier Absatz IV wirkt da seiner Aussage nach wie gerufen:

    Ergibt sich auf Grund bestimmter Tatsachen nach allgemeiner Erfahrung der Anschein, daß ein Unternehmen seine Marktmacht im Sinne des Absatzes 4 ausgenutzt hat, so obliegt es diesem Unternehmen, den Anschein zu widerlegen und solche anspruchsbegründenden Umstände aus seinem Geschäftsbereich aufzuklären, deren Aufklärung dem betroffenen Wettbewerber oder einem Verband nach § 33 nicht möglich, dem in Anspruch genommenen Unternehmen aber leicht möglich und zumutbar ist.

    Es klinge zuerstmal gut, dass das “dumpende” Unternehmen die Nachweispflicht hat. Das Problem in der Praxis sei jedoch,
    a) die marktbeherrschende Stellung genau nachzuweisen und
    b) den ständigen Verkauf unter Einstandspreis darzulegen.

    Daher gebe es kaum Dumping-Verfahren oder gar Urteile.

    Jetzt ich wieder:

    Für mich ist auch noch nicht geklärt, ob die “Dienstleistungen” in Crowdsourcing-Portalen gewerblich oder bei den Endanbietern nicht eher freiberuflich sind. Was gilt bei Freiberuflichkeit. Und was man als sorgfältiger Definitionsmensch macht, wenn es doch angeblich “Wettbewerbe” sind, an denen freiberufliche Designer auch noch freiwillig mitmachen. Es “dumpt” da nämlich der einzelne Freiberufler, in dem er an Sachen mitmacht, an denen er kaum verdienen kann. Raffiniertes Konstrukt.

    Ich sehe bei diesen Freiberuflern Dummheit von Leuten, die besser Angestellte geblieben wären, weil sie nicht kalkulieren können und von da nicht zum Selbständigen taugen. Ich sehe aber auch Gesetzeslöcher. Die entstanden sind, weil das Gesetz per se dem Internet und seinen Dummheit ausnutzenden Konstrukten hinterher hechelt. (Z. B. Internet-Abo-Abzocker)

    Was sagt der Jurist dazu.
    Sind es nicht eher Scheinwettbewerbe? Ist es nicht eher die Ausnutzung von Notlagen der Anbieter? Ausnutzung von kalkulatorischer Dummheit? Wie weit muss man in Zeiten, in denen der Wettbewerb und die freien Märkte immer noch verherrlicht werden Freiberufler (arbeitnehmer-ähnlich laut Gesetz und Finanzamt) vor ihrer eigenen Dummheit schützen?

    Die Crowdsourcing-Portale haben zusätzlich noch einen im Ärmel, wo ihnen keiner etwas kann:
    Es sind gar nicht sie, die die Preise bestimmen. Es sind diese Käufer.
    Boing.

  90. So sehr ich Dein Anliegen inhaltlich teilweise nachvollziehen kann, frage mich mich zwischenzeitlich ernsthaft, ob diese HETZKAMPAGNE von Dir nicht deutlich über’s Ziel hinausschießt. Das wirkt auf mich zunehmend besessen und regelrecht fanatisch. Du wartest dabei mit einem selbstgerechten Ton auf, der zudem den nötigen Stil und Anstand vermissen lässt. Mich würde echt nicht wundern, wenn Du sogar demnächst Post von den Anwälten der FH bekommen würdest- das Ganze ist zwischenzeitlich grenzwärtig. Abschließend ganz offen: Habe zunehmend ein negatives Bild von Deinem Charakter.

  91. @Christian Hettix
    Soweit sind wir schon gekommen. Wenn Du Dir tatsächlich mehr Gedanken um meinen Charakter machst, Du Dich sogar zu der Aussage hinreißen lässt, der Artikel sei eine „HETZKAMPAGNE“ und Du im Gegenzug in Deinen beiden Kommentaren mit keiner Zeile das Vorgehen der FH Trier verurteilst, nicht einmal hinterfragst, ja nicht einmal in irgendeiner Form bewertest, sondern es stillschweigend goutierst, dann ist dies Ausdruck einer signifikanten Verschiebung auf der Wertachse. Jeder auch nur halbwegs engagierte und motivierte Designer muss das Vorgehen der FH als einen Affront werten. Das ist eine Frage der Haltung, eine Frage des Selbstwertes, eine Frage des Charakters.

  92. Dem Kommentar 125 stimme ich voll und ganz zu. Eine Plattform wie 12designer macht hochwertige Berufe wie die des Designers ziemlich zunichte und fördert keine Qualität, weder in den Arbeiten noch bei den Designern.

  93. Einer ausbildenden Insitution, wie der FH Trier müsste klarer als allen anderen Anfragenden auf diesen Angebotsportalen sein, dass für diesen Preis nur ein paar Fingerübungen zu haben sind oder dass sie sich andernfalls extremer Ausbeuterei hingibt.

    Im Leitbild der FH Trier steht:

    Die Fachhochschule Trier stellt sich mit ihren Zielen und Maßnahmen den Herausforderungen an eine moderne Gesellschaft im internationalen Wettbewerb. Sie reflektiert die gesellschaftlichen Bedürfnisse vor dem Hintergrund des technischen Fortschritts und einer globalisierten Wirtschaft. Sie übernimmt in allen Aspekten ihres Handelns Verantwortung für eine zukunftsfähige Entwicklung der Gesellschaft und beachtet dabei soziale, kulturelle, ökologische und ökonomische Belange in gleicher Weise.

    (Hervorhebung durch mich, Quelle: http://www.fh-trier.de/index.php?id=7418 )

    Die Zukunftsfähigkeit des Geschäfts- und Gesellschaftsmodells auf diesen Plattformen ist nicht gegeben. 100 Designerinnen und Designer arbeiten, eine/r davon wird bezahltund das auch noch schlecht. Bald (falls noch nicht geschehen) werden 100% der eingereichten Designs auf den Geschmack des Auftraggebers abzielen, keins auf die Zielgruppe. Die gesellschaftliche Relevanz von Designern als ausgebildete Expertinnen und Experten für (richtige) Entscheidungen im Designprozess wird minimiert und ersetzt durch den Geschmack und bestenfalls partielle Kompetenz in Gremien, hier ein Entscheiderkreis in einer Hochschule. Wer einmal Konsensfindung in solchen Gremien mitbekommen hat, weiß um die hohe Kompromissquote, die ihr innewohnt.

    Mir persönlich scheint, dass hier vor allem die sozialen(1), kulturellen(2) und ökonomischen(3) Belange der Handelnden an der Hochschule im Vordergrund standen – allzu menschlich und zum Glück änder- oder umkehrbar.

    (1) soziale Belange Handelnder könnten gewesen sein: Selbstverwirklichung, ein Projekt mal nicht nach dem in der verwaltungüblichen Schema F zu machen (3 Angebote einholen, dafür die gelben Seiten durchforsten)

    (2) kulturelle Belange Handelnder könnten gewesen sein: Aufstiegschance im hierarchisch strukturierten Verwaltungsapparat einer Hochschule schaffen, indem neue, kostengünstige und “hippe” Lösungen vorgeschlagen werden. Im Leitbild liest sich sas so: “Die Struktur der Fachhochschule Trier (…) zeichnet sich durch eine serviceorientierte und leistungsfähige Verwaltung sowie eine moderne Infrastruktur aus.”

    (3) ökonomische Belange der FH sind vermutlich nicht weiterer Erläuterung notwendig. Wobei der Aufwand, die Scherben aufzukehren und zu kitten und ggf. das Image wieder auf den vorherigen Stand zu bringen, noch zu beziffern wäre.

    In diesem Sinne erhebe ich virtuell mein Glas und wünsche den Beteiligten baldigst mehr Fingerspitzengefühl und eine mutige Strategie raus aus dem Schlamassel und zurück zu Geschäftspraktiken, die Einklang mit dem eigenen Leitbild stehen. Und die in unserer Gesellschaft Wertschätzung und Wertschöpfung wieder in ein gesundes Gleichgewicht bringen.

    Friederike grüßt alle fleißig bis hierhin mitlesenden herzlich!

  94. @ Achim Schaffrinna
    Nun, wer genau lesen kann, ist klar im Vorteil! Ich denke, ich habe meine Einschätzung über die FH-Praxis zum Ausdruck gebracht. Nur eben deutlichst anders wie Du es tust. Du wertest andauernd, Du stellst an den Pranger, Du bist Kläger, Richter und Exekutive in einer Person. Du haust nur noch “ohne Hirn und Verstand” drauf und das auf allen Kanälen. Und genau das ist der feine aber entscheidende Unterschied. Anders gesagt: Du brichst schon im Vorfeld SÄMTLICHE Brücken zum Dialog mit der FH ab- und dann wunderst Du Dich ernsthaft, das keine Reaktion kommt? Sehe bei Dir keine Form von Selbstüberprüfung/Selbstkritik.

  95. @Achim Wie ist der Stand der Dinge? Sind bereits anderthalb Wochen verstrichen …
    @Christian Hettix Einen Blumenstrauß bekommt er von der FH sicher nicht, aber ein dickes Dankeschön von mir für die Aktion. Sollte als Designer selbstverständlich sein. Bist du Designer?

  96. Tja, wenn sie nicht antworten, dann ist das ebenfalls eine Art Ergebnis. Welche Art auch immer.

    Statt Achim anzugreifen, sollte man froh sein, dass er das Thema aufgreift. Es war sonst keiner da.
    Ein sogenannter Offener Brief ist eine denkbare journalistische Form dazu. Dass man in einem Offenen Brief nicht gerade vor Ehrerbietigkeit tropft, setze ich sogar voraus.

    Was mich eher nachdenklich macht, ist, dass von den Trierer Studenten zwar ab und an ein gutes Posting hier kommt. Aber wo bleibt der aktive physische Protest? Direkt an der Hochschule? Man hört nichts.
    Da weiß ich halt nicht, sind sie alle so in ihre Curriculae vertieft, kommen kaum mehr rum, dass für einen Protest keine Zeit mehr bleibt?

    Ich wäre schon längst mit ein paar anderen Engagierten im Büro des Hochschulleiters gestanden.
    Vielleicht ist das aber in Trier auch passiert, nur erfährt man nichts davon.

  97. Hey,
    ich wunder mich auch, warum man nicht viel von den Trierer Studenten hört. Auch auf Facebook Seite (https://www.facebook.com/KD.Trier) hat keiner das Thema gepostet.

    Ich wollte nächstes Semester an der FH Informatik studieren, wenn dies jedoch das Bild der gesamten Hochschule widerspiegelt, such ich mir lieber einer andre Hochschule..

  98. Ich habe nicht alle Kommentare gelesen aber hier meine generelle Meining zum Phänomen ‘Crowdsourcing': Im Grunde sind wir Designer an dieser Entwicklung selber schuld. Es gibt nur noch wenig starke Persönlichkeiten im angewandten oder kommerziellen Design. ‘Autorendesign’ ist selten geworden. Viele gute Designer haben sich auf eine kritische Distanz zurückgezogen, in den Designdiskurs oder ins Selfpublishing. Die Hochschulen drängen in die gleiche Richtung, Designer sollen Wissenschaftler werden, Autoren, Kuratoren, Sozialkritiker aber bloss keine ‘Gebrauchsgrafiker’. Die Agenturen, welche angewandtes Design betreiben, haben andererseits den Design Prozess oft so verkompliziert, dass er für viele Kunden unverständlich wird. Natürlich lässt sich mit Strategieentwicklung auch mehr Geld verdienen. Hier kommt Crowdsourcing ins Spiel. Crowdsourcing ist simpel und bietet Sicherheit – die Sicherheit der Masse. Dummheit siegt. Entscheidungen zu treffen bedarf Mut und Persönlichkeit, sowohl auf der Seite des Designers als auch auf der des Kunden. Da lässt man heute doch lieber Kommittees mit Kommitees reden, Analytiker mit Analytiker. Je grösser die Gruppe umso besser. Je mehr strategische Absicherung, umso sicherer. Hier in England gab es damals das ‘First Things First’ Manifesto, dadurch ist ein Vacuum entstanden und jetzt haben wir den Salat.

  99. Unglaublich, ich könnte kotzen!
    Danke Achim, für das Aufdecken dieses unsäglichen Verhaltens!

    Nur was ich einfach nicht nachvollziehen kann:

    Warum gibt es eigentlich immer wieder Mac Monkeys unter uns,
    die bei solchen absoluten Scheiß-Portalen mitmachen?
    Weil, nicht alles auf 12designer.com ist Mist, oder?

  100. @Leo#134
    Du hast vollkommen recht. Ich bekenne mich schuldig, das Ganze aus purer Neugier ausprobiert zu haben. Ich gebe zu: es war dämlich und und die Erkenntnisse vorhersehbar. Aber umso überzeugter kann ich jetzt behaupten:

    1. Crowdsourcing Portale SIND Mist, denn das Preisdiktat ist für Designer unerträglich und die Ergebnisse entsprechend flau.
    3. Ziel eines jeden Designers sollte sein: nie gezwungen sein, dabei mitzumachen
    2. der Niedrig-Niveau-Markt ist vorhanden, er wird sich etablieren und macht es umso nötiger eine klare Position zu beziehen.
    4. Der einzige Trost: Kunden, die dort mitmachen, vermisst man nicht. Auch die Hochschulleitung der FH Trier hat den Dialog nicht erfunden.

  101. Die inkompetenten Lehrenden vertrauen halt nicht den eigenen Zöglingen. Verständlich.

    Aber das ist an anderen Hochschulen auch nicht besser.

    Geld ist für vieles da, nur nicht für das Wesentliche. Und Ethik und Moral im öffentlichen Dienst? Schon etwas naiv wer da andere Erwartungen hat.

    Willkommen im Niedriglohnland Deutschland. Und im Land der gescheiterten Existenzen.

    • „Quatsch“ trifft es recht gut. Das Unternehmensmodell ist obskur und die Aussage des Unternehmens, es würde vom Bayerischen Staatsministerium gefördert, ist Unfug. Auf Anfrage wurde mir von der Pressestelle beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie mitgeteilt, dass dieses lediglich eine Machbarkeitsstudie gefördert hatte, die vom Unternehmen EVOWORKX-media durchgeführt worden ist. Der Zuschuss beläuft sich auf 9.000 Euro. Aufgrund der Studie wurde das Unternehmen „Layoutfabrik“ mit einem privaten Investor gegründet.

Kommentieren


2 + = 3

Folgende HTML-Elemente können verwendet werden: <b> <i> <img src> <a> <blockquote>