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Neuer Tourismusmarkenauftritt für Litauen

Lithuania Brand

Litauen, seit Januar 2015 Mitglied der Eurozone, hat einen neuen Tourismusmarkenauftritt. Ungeschminkt, frei von kosmetischen Korrekturen, ehrlich und echt – diese Werte zeichnen das Reiseland nach Ansicht des Litauschischen Ministeriums für Tourismus aus.

Mit Hilfe des neuen Markenauftritts und einer neuen visuellen Ausrichtung will man die Besonderheiten Litauens als Reiseland kommunizieren. Litauen, so Tomas Ramanauskas, Creative Director der Agentur New (Vilnius), die für die Kreation verantwortlich zeichnet, verfüge nicht über spektakuläre Naturschätze oder architektonische Wunderwerke. Dafür sei Litauen ein Ort, wo das Echte wertgeschätzt wird. Man sei stolz darauf, dass vieles nicht perfekt ist. „Real is beautiful“, lautet demzufolge der neue Slogan des Reiselandes.

Auszug der Pressemeldung:

The design of a new tourism brand required a new set of tasks – to introduce the heritage of Lithuanian nature and culture, to represent our country and differentiate it from other tourist destinations, invite visitors to Lithuania and promise an unforgettable experience. The focus of the visual representation of the tourism brand of Lithuania is a postage stamp. The logo typeface resembles lively, growing tree branches and is contained within a pastel mint symbol of a postage stamp.

Es ist dies, wie das Tourismusministerium betont, nicht die Marke des Landes (im Sinne von Nation Branding), sondern ein rein auf den Tourismussektor bezogener Markenauftritt. Die Umstellung auf die neue visuelle Identität befindet sich derzeit noch ganz am Anfang. Erste digitale Angebote wie facebook.com/LikeLithuaniaLT wurden bereits angepasst.

Litauen Tourismuslogo – vorher und nachher

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9 Kommentare zu “Neuer Tourismusmarkenauftritt für Litauen

  1. Also mir gefällt die Idee eigentlich ganz gut. Die Haupt-Briefmarke, die ein weiteres Themenlogo als Marke direkt anknüpfen lässt ist ganz nett. Finde es an dieser Stelle auch nicht schlimm, dass in Zeiten der Onlinefrankierung eine traditionelle Briefmarke mit Motiv fast am aussterben ist. Hier bleibt etwas „Nostalgie“ erhalten. Die Schriftart mit der Berg- und Talfahrt ist optisch ansprechend. Ob der Claim unbedingt immer mit rein muss, ist eine Streitfrage.

    Wie immer halt die mögliche Problematik, dass bei kleiner Darstellung die Zahnung der Marke verschwimmt und nicht mehr also solche zu erkennen ist. Die Gefahr wird hier zudem durch den Rand in etwa schwachen Graustufen erhöht; etwas mehr Kontrast wäre hier zumindest auf hellem/weißem Hintergrund von Vorteil. Ansonsten, wie gesagt, ganz okay.

  2. Ich finde den Auftritt an sich sehr ansprechend. Litauen, mir aus touristischer Sicht gänzlich unbekannt, schlägt hier, besonders in Anbetracht anderer (typischerer) Reisedestinationen, scheinbar einen erfrischend eigenen Weg ein.
    Die Farben sind – soweit aktuell erkennbar – klar und zurückhaltend. Vielleicht nicht so prägnant, wie das immerbunte Image so manch anderer Tourismusmarke, aber sehr passend zum Claim und zur beabsichtigten Aussage.
    Für meinen Geschmack weniger öde als vielmehr unaufgeregt – im positiven Sinne.

    Die Probleme sehe ich eher beim Logo und dessen Umsetzung. Die üblichen Schwierigkeiten bei Kleindarstellungen sowie die Frage, ob der Claim ein Teil des Logos sein muss/solllte, wurden ja schon angesprochen.
    Die Idee der sich direkt anschließenden Briefmarken ist ganz nett und vermutlich auf konsequent und gewissermaßen abwechslungsreich einzusetzen. Leider entsteht durch die weiße Hinterlegung der jeweiligen Subkategorie ein unschöner Bruch zur Logo – besonders bei Darstellungen auf weiß. Hier hätte ich mir etwas mehr Einheitlichkeit gewünscht.

    Ansonsten wie gesagt, erfrischend anders, überhaupt nicht aufdringlich und – ehrlich. Wenn es das ist, was Litauen ausmacht, ist es vielleicht durchaus eine Reise wert.

    • Eine kleine Ergänzung hinterher:
      Die Diskussion, ob National Branding und Tourismus immer miteinander vereint werden sollten und wie sinnvoll der Prozess überhaupt ist, wurde im dt schon andernorts ausreichend diskutiert.
      Gut finde ich allerdings hier, dass sich (so lässt Achims Kommentar vermuten) _bewusst_ mit diesem Thema auseinandergesetzt wurde und sich dann (aus welchen Gründen auch immer) dagegen entschieden wurde.
      Diese Prozesse und Entscheidungen begründen Design deutlich mehr, als die Frage, ob nun die Farbe gefällt, oder nicht.

      Jetzt noch was zum Handwerk:
      Beim zweiten Blick fällt auf, dass man sicherlich typografisch noch hier und da verfeinern könnte. Auf mich wirkt es noch etwas roh gefasst.

  3. Den Slogan empfinde ich als sehr gelungen und ansprechend. Diese Bodenständigkeit in der Selbstdarstellung wünschte ich mir bei mehr Marken, nicht nur im Tourismussektor.

    Das Logo selbst ist ganz nett, in Konbination mit den „Subbrands“ sehr schön durchdacht.

    Ich schließe mich den Vorrednern an, die sich mehr Kontrast wünschen. Und auch wenn es eigentlich keine wirkliche Ähnlichkeit hat, erinnert mich das Logo bei jedem Blick erneut an das Logo von Cisco.

  4. Insgesamt erfrischend – und mich auf Litauen neugierig machend. Aber das Logo erinnert mich an das von cisco – und an Hochhäuser. Die eine Briefmarke mit Eltern und Kind kommt irgendwie brav rüber. Unklar ist mir, ob die Eltern das Kind fest an sich drücken, pressen – oder es schützend halten. Die andere Briefmarke mit Rad fahrender Person zeigt diese kopflos. Was war passiert…
    http://www.cisco.com/

  5. Sveiki!
    Ach Gott, sicher.
    Irgendwie müssen die EU- Fördermilliarden ja verbraten werden.
    Die 100.000€ (???) für den Markenwechsel auf ein strunzlangweiliges neues Logo-
    who cares?
    Zu den albernen Kindergartenbriefmarken würde mir auch etwas einfallen.
    Aber nichts Gutes!

    Das alte Logo war gut mit hohen Wiedererkennungswert und erst vor kurzem gut eingeführt!
    Unnötig auf ein neues Logo umzustellen!

    Iki!

  6. Ich weiß ja nicht, ob es so eine Bomben-Idee ist, im Jahr 2016 noch mit Briemarkenoptik punkten zu wollen. Es wachsen gerade kleine Menschen zu Erwachsenen (und zukünftigen Touristen) heran, die Floppydisks für 3D-gedruckte „Speichern“-Symbole halten. Briefmarken fallen so langsam echt aus der Zeit.
    Dazu passen – im negativen Sinn – die retro-trübe Farbgestaltung, eine lustlose Clipart-Briefmarken-Vorlage und die völlig ohne Grund „chaotische“ und von Assoziationen (jaja, „Bäume“…) freie Schrift.

    Die Zähne der Briefmfarke hätte man größer, reduzierter und als Stilmittel einsetzen sollen, anstatt zu versuchen, hier eine Art Skeuomorphismus zu erzeugen, der weder echt noch abstrakt genug wirkt, sondern einfach unbeholfen wie ein altes Windows-3.11-Icon.
    Die Schrift gehört in ein Couvert gesteckt und mit einer echten Briefmarke versehen nach 1925 zurückgeschickt, wo sie her zu kommen scheint.

    Zugegeben, der Vorgänger wirkt wie aus dem Bastelmaterial-Eimer gekippt und ebenso unbeholfen nichtssagend, aber zwei Mal schlecht ergibt auch nicht ein Mal gut.

    Mir gefällt dann bei solchen Fehlwürfen immer das Logo in dem verlinkte Bahrain-Artikel darunter nochmal ein bisschen besser.

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