Stadt Pilsen Corporate Design

Neue visuelle Identität für Pilsen

Stadt Pilsen Corporate Design

Pilsen (Plzeň), viertgrößte Stadt Tschechiens, erhält ein neues Erscheinungsbild. Die neue visuelle Identität ist Teil eines Strategieplans, mit dem sich die Kulturhauptstadt Europas des Jahres 2015 für zukünftige Herausforderungen wappnet.

Ziel des vor wenigen Tagen vorgestellten Erscheinungsbildes sei es, die visuelle Kommunikation der Stadt mit ihren zahlreichen Organisationen zu vereinen. Das Corporate Design wurde im vergangenen Jahr von der Stadtverwaltung ausgeschrieben. Durchsetzen konnte sich hierbei letztlich die Agentur Dynamo design (Prag). Das Budget für die Umsetzung des Designs liegt, laut Angaben der Stadtverwaltung, bei umgerechnet 32.000 Euro, was ein vergleichsweise sehr geringes Budget darstellt.

Stadt Pilsen Logo – vorher und nachher

Mit dem neuen Stadtlogo, das einen Pfeil bzw. ein Hinweisschild beinhaltet, wolle man nicht nur die Ausrichtung nach Westen unterstreichen, sondern zudem zum Ausdruck bringen, dass man in Pilsen von je her eigene Wege gegangen sei. Die Grundfarben sind, in Anlehnung an das Stadtwappen Pilsens, grün und gelb. „Unser Ziel war es, ein Logo und einen visuellen Stil zu schaffen, die den Patriotismus der Bevölkerung und die Vielfalt der Stadt einfangen“, so die verantwortliche Agentur.

Mit der Implementierung des neuen Designs soll bereits in diesem Juni begonnen werden. Das Logo, das im Zusammenhang mit der Bewerbung um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2012 entwickelt worden ist, bleibt in diesem Kontext erhalten. Als Absender der Stadtverwaltung hat es nunmehr allerdings ausgedient.

Kommentar

An die Stelle eines statischen Logos rückt ein offenes System, das flexibel genug ist, um als Absender unterschiedlichster Einrichtungen zu dienen, und andererseits über genügend Prägnanz verfügt, um Gemeinsamkeit herzustellen. Das scheint mir in diesem Fall gelungen. Was allerdings fehlt, ist eine eigenständige Stilistik auch in Bezug auf die Gestaltung der Medien, die in ihrer Machart zwar solide, aber doch eher gewöhnlich wirken.

Zum Budget: Ich weiß nicht, was Agenturen in Tschechien sonst so als Honorar einstreichen: 32.000 Euro als Budget für eine so hochkomplexe Arbeit (CD-Manual inklusive) erscheint mir jedoch erschreckend wenig. Man bedenke, dass bei einem solchen Projekt gerne zwei, drei Kollegen drei bis sechs Monate gut zu tun haben. Hierzulande wäre das für eine Agentur eine teuer erkaufte Referenz.

Mediengalerie

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6 Kommentare zu “Neue visuelle Identität für Pilsen

  1. Kann zwar nicht genau in Worte fassen weshalb, aber vor allem die Drucksorten geben mir eher das Gefühl von Bauhaus/Lagerhaus. Ansonsten ja, nett, einfach, nicht sonderlich spektakulär, meiner Meinung nach kein hoher Wiedererkennungswert.

  2. Ich war zunächst etwas reserviert, da so ein Pfeil gegen die für uns gewohnte Leserichtung eher als Schritt zurück interpretiert wird. Aber in Kombination mit einer Aussage davor hat es eine schöne Dynamik bei der man beim Lesen vom Pfeil irgendwie wieder zurück geleitet wird.

    Der Rest mag tatsächlich etwas gewöhnlich daher kommen, aber vielleicht sind auch 32.000 Euro auch in Tschechien etwas mager.

  3. Die Anwendung auf dem Stadtfoto wirkt erstmal ganz gelungen, was aber hauptsächlich an dem stimmungsvollen Foto liegt.

    Das eigentliche CD überzeugt mich persönlich nicht. Die Typografie wirkt altbacken und statisch, die Farbgebung finde ich auch nicht wirklich aktuell und ansprechend. Das Ganze wirkt auf mich eher wie ein CD aus dem Jahr 2002. Mag an dem 32.000 EUR Budget liegen.

  4. An der Umsetzung kann man bestimmt noch ein bisschen feilen, aber das Konzept verdient in gewisser Weise Respekt.

    Wie oft sehen wir Brandings im Regionalmarketing, wo nicht viel mehr als das Stadtwappen oder architektonische Elemente die Grundlage für das »Konzept« bilden?

  5. Ich weiß nicht inwiefern das Gewöhnliche gewollt ist oder nicht. Ich glaube es ist einfach und solide genug um nach außen zu kommunizieren und für die Bevölkerung bleibt der Stadtwappen unangetastet (Patriotismus) die Nummer 1.

  6. Eine visuelle Identität muss ja nicht unbedingt identitätsstiftend sein, aber hier stellt sich die Frage, ob überhaupt eine Identität transportiert wird.
    Kalt und emotionsarm erscheint mir das alles, und dabei geht es doch in der Anwendung in erster Linie darum, einen visuell klaren Bezug bei gleichzeitig positiver Emotion zu schaffen. Ersteres ist gelungen, letzteres nicht. Und zu Pilsen gibt es sicherlich mehr zu sagen als das!

    Ich fordere mehr Begeisterung in der Gestaltung.

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