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Neue Marke: Mercedes-Benz Style

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Mercedes-Benz Design

Komme gerade zurück aus Genf, wo ich zur Vorstellung der neuen Marke bzw. des neuen Geschäftsfeldes “Mercedes-Benz Style” vor Ort war. Im Rahmen der EBACE-Messe 2010 wurde die Kooperation mit der EADS-Tochter Eurocopter öffentlich gemacht. Im Modell EC145 haben Mercedes-Benz-Designer das Design für den Innenbereich übernommen. Verantwortlich ist das Mercedes-Benz Advanced Design Studio in Como.

Interessant bei der Namensgebung: Man entschied sich für das Wort “Style” da “Design”, vor allem auch im anglo-amerikanischen Raum, sehr stark das Thema Technik und eine Ingenieurleistung transportiert. Da die Technik des Helikopters jedoch zu 100% von Eurocopter stammt, gab letztendlich die rechtliche Frage in Bezug auf die Haftung den Ausschlag. “Fashion-like” will man aber schon gar nicht sein. Nicht nur die Entwicklungszyklen der Produkte sind vollkommen unterschiedlich – bei Autos geht man von 6-7 Jahren aus, bis sie von der ersten Idee den Weg auf die Straße gefunden haben –, auch der Anspruch in Bezug auf die Langlebigkeit des Designs, wird bei Mercedes betont.

BMW hatte mit dem Zukauf der Firma Designworks bereits Mitte der Neunziger den Einstieg in die Welt der Designleistungen außerhalb der Automobilbranche unternommen. Porsche ist hier sicherlich auch zu nennen. Für Mercedes-Benz ist das heute vorgestellte Geschäftsfeld nicht wirklich Neuland, wie Gorden Wagener, Designchef von Mercedes-Benz, erklärt. Das Designteam habe schon in den vergangenen Jahren Produkte wie Uhren und Interiors sowie zahlreiche Produkte für Mercedes-Benz Accessories entworfen. Die Präsentation des EC145-Interior-Designs ist ein schöner Anlass, um das neue Geschäftsfeld öffentlich zu machen.

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19 Kommentare

  1. Ich werde nicht nochmal schreiben, was ich schon unter deinen Bericht aus Stuttgart geschrieben habe.

    Offenbar gefällt dir die Marke Mercedes.

  2. Style finde ich als Begriff trotzdem etwas unglücklich, klingt ein bisschen so, als ob ein paar “Pimps on tha mothafuckin eastcoast” [sic!] nun Mercedes-Benz tunen würden ^-^

  3. Puh, Mercedes Benz Design (Hier speziell das Automobil Exterior- und Interior-) denke, will sich bei mir irgendwie kein Hochgefühl einstellen. Ich meine Augen ist Mercedes in Sachen Design von den drei deutschen Premium-Marken am schwächsten aufgestellt. Immer wieder gibt es einzelne Schmuckstücke im Sortiment, immer wieder aber auch grauenhaft gestaltete Produkte. Bei Mercedes kann ich irgendwie beim besten Willen keine klare Linie erkennen – viellicht ist das ja so beabsichtigt, aber richtig nachvollziehen kann ich das nicht.

    Speziell im Innenraum/Interior landet Mercedes mit dem deutlichen sichtbaren Bemühen Moderne und Tradition zu verbinden in meinen Augen häufig bei eher seltsamen Pseudo-SciFi-Kitsch.

    Grundsätzlich ist es aber spannend zu beobachten was die großen Marken in Sachen Design so treiben, die haben wenigstens noch Geld übrig um ihre fleissigen Designerbienen einfachmal machen zu lassen …

  4. Naja, wir wissen wohl alle warum dieser Beitrag hier drinsteht. An dem Tag gabs leckeren Kaffee, n schönes Mittagessen in der Kantine, ein Rundgang durch die Hallen mit der höflichen Aufforderung für einen netten, total unnötigen Beitrag auf seinem Blog.

    Echt Achim das haste nicht nötig!

  5. wahnsinn ich frage mich immer wer diese dienste in anspruch nehmen kann?!
    es scheint ja menschen zu geben die mit der ausstattung ihres privatjets nicht
    klar kommen und sich diesen aufstylen lassen müssen aber klar geld verschwindet
    ja nicht, es wird nur anders aufgeteilt, nicht wahr …

    es tut mir leid um den schönen bericht aber in meinen augen veranschaulicht er
    nur wie realitätsfremd manche menschen leben. zumindest kommen solche
    luxusprobleme in meiner realität nicht vor. als freelancer habe ich mühe und not
    zur zeit überhaupt auf dem freien markt zu überleben.

    und wenn ich nicht zufällig den riesenjackpot im lotto gewinne werde ich mich
    nie mit solchen luxusproblemen beschäftigen müssen und ehrlich selbst wenn
    ich das geld hätte, gäbe es wohl sinnvolleres damit anzustellen. nichts gegen
    die hervoragenden stylestudien und die einwandfreie arbeit der designer an
    diesen projekten.

    es ärgert mich nur einfach wenn ich die ganzen neuen luxusmarken zur zeit
    wie pilze aus dem boden schießen sehe und gleichzeitig eine menge leute
    die keine arbeit haben (gerade in unserer branche) und wenn man arbeit hat
    wird sie oft nicht gut bezahlt und die kunden feilschen um jeden euro. ich meine
    man sollte sich mal diese pitch-mentalität vieler agenturen anschauen, die ihre
    designer unbezahlt und oft nach dienstende “rödeln” lassen.

    und am ende sind aus 3 wochen unbezahlter arbeit nur schlaflose nächte zu
    verzeichnen und gewonnen hat die agentur vom schwager des auftraggebers
    seiner schwester …

    aber leider, die kunden sind verwöhnt und auch gewöhnt das man sie so pampert.

  6. @ fillipa
    Es gibt unzählige Firmen, die externe Designstudios beauftragen. Porsche beispielsweise hat seit Jahrzehnten ein Design- und Ingenieur-Studio, das Dienstleistungen für externe Kunden ausführt. Porsche-Design Küchen, Sonnenbrillen oder Wasserkocher etc. sind Beispiele dafür. Es geht nicht nur um Luxusmarken, es geht um hohe Funktionalität und hervorragendes Design.

    Alle Kommentare wie der von Constantin zeigen nur, wie wenig Ahnung von Produktdesign hier vorhanden ist. Schaut euch die Designskizzen an, die gezeigt werden: Innovativ, hochwertig und hervorragend proportioniert.

  7. @ fillipa:
    Ich kann deinen Kommentar unterstützen, dass es derzeit etwas viel Ungleichheit gibt und die Ausgleichsmechanismen nicht so gut funktionieren. Für mich ist Luxus oder Avantgarde allerdings nicht schlecht per se, weil viele Dinge, die wir heute selbstverständlich in Anspruch nehmen, erst in elitären Kreisen Einzug hielten und dann weitere Verbreitung fanden (Computer, Besteck, Autos). Abgesehen von den unsympatischen Abgrenzungsmechanismen finanzieren diese elitären Kreise Experimente, von deren Ergebnisse früher oder später viel mehr Leute profitieren als gedacht (Besteck, Computer, Autos).
    Übrigens wird auch im Luxusbereich geschachert und gedrückt, wo es geht, da gibt es leider kein gelobtes Land. :)

  8. @ Jörg:

    … nichts gegen die hervoragenden stylestudien und die einwandfreie arbeit der designer an
    diesen projekten … den satz hast du ignoriert

    @Christian:
    da hast du vollkommen recht und als ich es gelesen habe ist mir eingefallen das mich ein
    sehr guter freund auch immer hinsichtlich dieser thematik ermahnt hat (er ist architekt).
    mir fällt es einfach schwer die überzeugende und gute arbeit von ihrer zweckmäßigkeit loszulösen, ich denke in dem moment, ich werde auch auf einem einfachen autositz gut
    durch die lande fahren können, ich kann das fenster auch per kurbel bedienen und mit
    der hand schalten geht auch wunderbar. ob die amatur in schwarzem plastik erstrahlt
    oder mich ein wunderwek von feinst verarbeitetem mahagony erwartet … usw.

    das wir mal auf holzsitzen durch die gegend getuckert sind ist mir in diesem moment
    einfach fremd ;)

  9. @Jan

    Die Information ist für mich als Designer sehr interessant. Ob Achim dafür einen Kaffee, eine Reise, eine Waschmaschine oder Nichts bekommt ist mir ehrlich gesagt völlig egal – und wenn, dann gönne ich es Ihm! Denk dran: Er macht das freiwillig!!!!!!!!!!!!!!

    Also, danke für die Info!

  10. @jan #6 Das Mittagessen war gut. In der Tat. Noch besser, als das Essen waren die Gespräche mit den verantwortlichen Kreativen.
    Die “höfliche Aufforderung” gibt es allerdings allein in Deiner Vorstellung. Mit der Wirklichkeit hat das recht wenig zu tun – lassen wir einmal eine Posse, wie die um Trigami und Süddeutsche außen vor. Zu glauben, ein paar Medallions würden mich in irgendeiner Form gefügig machen, ist schon reichlich blauäugig gedacht ;-) Hätte ich einen Artikel a la bild.de hier verfasst, dann wäre Deine Kritik, die es noch zu formulieren gälte, berechtigt gewesen. Das Thema muss halt nicht jeden interessieren. Viel interessanter als die Tatsache, dass ein Helikopter von Mercedes-Designern gestaltet wurde, ist für mich der Umstand, dass ein neues Geschäftsfeld im Bereich Design erschlossen werden soll. Unter dieser Klammer läuft der Artikel hier.

    @fillipa
    Geht mir auch so. Ich frag mich auch, wer sich das leisten kann. Die Zielgruppe ist in diesem Fall äußert überschaubar, sicherlich auch die Zahl der Auslieferungen. Das Produkt wird auch erst gefertigt, wenn ein Kunde den Auftrag erteilt. Deswegen gabs auch nur ein kleines Modell zu sehen.

  11. Den Namen/Begriff “Mercedes-Benz Style” finde ich auch etwas altbacken und ideenarm. Da hätte ich mir einen innovativeren Begriff erhofft.

    Was die Ergebnisse angeht, bin ich dann leider endgültig enttäuscht worden: Das mutet alles wie ein “Me too”-Projekt an. – Nichts Neues, sondern vermutlich aus der Feststellung heraus entstanden: “Wir müssen jetzt unbedingt mal etwas gegen unser Alte-Opa-Image tun …” “… und wenn wir damit Geschäftsfelder erweitern können, umso besser …”

    Ich hoffe nur, dass bald wirklich innovatives Design aus dem Hause Mercedes/Daimler kommt und man nicht in ein paar Jahren erneut feststellen muss, dass leider wieder ein paar Mitarbeiter entlassen werden müssen …

  12. Mercedes denkt einen Schritt voraus und sichert sich dadurch bestimmt auch einen Teil seines Marktwertes für die Zukunft.

    Im Übrigen gibt es auch andere Marken die sowas betreiben… Die das nur nicht so promoten.

  13. Der Name Mercedes steht nun einmal für Luxus, also konnte man eigentlich ahnen, dass Daimler in so eine Richtung geht… In den USA zum Beispiel versteht man unter dem “Stern” puren Luxus, dass man in Europa auch mit Mercedes Bussen oder Mercedes Transporter, wie etwa den Sprinter, durch die Gegend fährt, kann sich da keiner vorstellen.

    @Ralf:
    Im Übrigen verkauft Mercedes auch in den USA Transporter, unter anderem Namen, versteht sich. Aber ob Ihnen das nun viel einbringt sei mal dahingestellt, denn diese werden in Deutschland gebaut, jedoch dann demontiert, verschifft, und in den USA wieder zusammengebaut. (Ist billiger als ein ganzes Auto besteuern zu lassen.)
    Es geht immer darum irgendwo mitzumischen, wenn man damit Erfolg hat, umso besser, wenn nicht, dann wurde man wenigstens erwähnt…

  14. @ SW

    … ist ja richtig, weiß man ja.

    Mein leicht provozierender Kommentar begründet sich in meinem Unmut, dass Mercedes/Daimler erst jetzt auf den Trichter kommt und in den letzten Jahren so viel Missmanagement betrieben hat, was u.a. Arbeitsplätze gekostet hat.

  15. Das Design ist total langweilig. Es sieht aus, wie fast alles, was als “gutes” Industriedesign be- und teilweise auch ausgezeichnet wird. Immer der gleiche Formen- und Farbenkanon.

    Was das Automobildesign angeht kommen Innovationen, die sich dann auch als nachhaltig erweisen, nachwievor aus Frankreich und Italien.

  16. Mercedes… war das nicht die Firma, die mit der neuen E-Klasse gerade das hässlichste Auto der letzten zehn Jahre vorgestellt hat und gerade deshalb gezwungen war dem Kunden mit aller Macht das Gegenteil einzureden?

    http://youtube.com/watch?v=32UF6qPIWHQ

    „Style“ ist genau der richtige Begriff für diese Karikatur von ernstzunehmender Gestaltung.

  17. Interessant finde ich das Mercedes neue Wege einschlägt und ihre High-Tech Ressourcen nutzt um neue Dinge hervorzubringen. Natürlich nicht ohne den Haupthintergedanken die jede freie Wirtschaft hat: Geld zu verdienen. Ob die neue Marke erfolgt haben wird, wird sich zeigen.

    Ich denke das Achim darüber berichten kann wie er will, steht jedem frei auf seiner Plattform zu tun oder zu lassen was man möchte. Übrigens wurde dies mit keinem Ton gewünscht oder gar gefordert darüber etwas zu schreiben.

    Bisher wurde jedeglich ein Interieur-Design vorgestellt mit einem gewissen Potenzial in neuen Segmenten. Vielleicht auch ein Trend von Outsourcing der sich hier abzeichnet, von dem schließlich auch Freelancer profitieren und existieren.

    Weiter wurde erwähnt das auch kleinere Firmen mit guten Ideen eine Kooperation eingehen können. Vielleicht sollte man sich jetzt nicht nur auf den Helikopter festlegen, welches sich wohl nur eine kleine Gruppe leisten kann und kaufen möchte. Schön wäre es wenn dieser Weg genutzt wird, hochqualitatives Design jedem zugänglich zu machen.

    Schlußendlich war diese Veranstaltung auch ein interessanter Tag mit Kontakt zu den Verantwortlichen und Designern. Welche normalerweise in unterschiedlichen Ländern arbeiten und ein Treffen nur schwer möglich ist.

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