Italia Tourism Logo

„Made in Italy“ – mit bewährten Mitteln neue Touristen anlocken

Italia Tourismus Logo

Italien steht seit Jahrzehnten als Reiseland insbesondere bei deutschen Urlaubern hoch im Kurs. Allerdings gelang es der staatlichen Tourismusbehörde ENIT in der Vergangenheit nicht immer, die Attraktivität als Reiseziel auch mittels überzeugendem Markenauftritt zum Ausdruck zu bringen. Um nicht noch einmal eine Bruchlandung wie 2007 zu erleiden, vertraut man seit dem letzten Redesign auf ein bereits bekanntes Markenzeichen.

Als die italienische Tourismusbehörde 2007 das von der Agentur Landor entworfene Signet der Öffentlichkeit präsentierte, sorgte dies insbesondere in der italienischen Presse und Blogger-Szene für großen Wirbel. Nicht nur die in Augen Vieler verunglückte Form wurde verspottet, kritisiert wurden auch die damit verbundenen Ausgaben. Das Logo repräsentierte Italien nicht lange und wurde schon nach wenigen Monaten ausgetauscht. Beschwichtigend wurde seinerzeit bekanntgegeben, man werde wieder das alte, vom Grafikdesigner Franco De Vecchis in den Achtzigern entworfenen Logo verwenden (Abb. unten ganz links und drittes von links).

Bisherige Tourismuslogos

Italien Tourismus Logos

Ein paar Jahre später wurde dann doch ein Redesign vollzogen. Der Sturm der Entrüstung sollte diesmal ausbleiben. Statt Pinselstrich-Wortmarke verkörperte seit 2010 eine klassische Serifenschrift samt eingebettetem Bogen in Nationalfarben das Land. Aber auch dieser Markenauftritt hielt gerade einmal drei Jahre. Aktuell ist nun wieder das ursprünglich von De Vecchis gezeichnete Logo in Verwendung, allerdings in einer überarbeiteten Form. Abgesehen vom dunkleren Blauton werden die Unterschiede erst in einer Überlagerung beider Versionen deutlich (Abb. unten). In verkürzter Form wird das Zeichen auf Twitter und Facebook als Profilsymbol verwendet.

Italia Tourismus Logo

Erstmals eingeführt wurde das neue alte Signet im Rahmen der „Made in Italy“-Kampagne („Urlaub wie für dich gemacht“), mit der man insbesondere im Ausland für das Reiseziel Italien wirbt. Das ist deshalb wichtiger denn je geworden, da immer weniger Italiener im eigenen Land Urlaub machen, ganz einfach deshalb, weil sie generell weniger Reisen unternehmen. Die Spuren der Rezession. Erstmals seit Datenerhebung im Jahr 1958 reisten im vergangenen Jahr mehr ausländische Touristen durch Italien als einheimische. Lassen wir uns überraschen, welches Markenzeichen sie wohl in drei Jahren anlocken beziehungsweise empfangen wird.

„Made in Italy“-Kampagne

Weitere Destinationszeichen finden sich hier:

11 Kommentare zu “„Made in Italy“ – mit bewährten Mitteln neue Touristen anlocken

      • Stimmt. Dreimal am Satz rumgeschraubt und zur Sicherheit das eine Wort doppelt drin gelassen :-) Qualitativ wie quantitativ sehe ich da dennoch Unterschiede.

  1. Da muss ich meinem Vorredner zu 100% recht geben… Zumal sich der Sinn des Blocksatzes mir nicht erschließen will. Ein schöner Flattersatz hätte hier mehr gebracht …

  2. Ich wollte jetzt grad schon schreiben: „Die 90er haben angerufen und wollen Ihr Logo zurück“, aber du erwähntest ja bereits, dass das Logo sehr angegraut ist. Und ja, der Blocksatz ist wirklich grauenvoll.
    Mir erschließt sich der Sinn der Naht am unteren Bildende in Verbindung mit dem Faltenwurf jetzt nicht so ganz – woran ist das Bild festgenäht? Ok, evtl. bin ich auch zu kleinlich…

    • Irgendwie musste man ja den „made in italy“-Aufnäher begründen; nämlich damit, dass das Bild auf den man ihn genäht hat ebenfalls aus Stoff ist. Dieser Faltenwurf-Effekt ist in der Grundausstattung eines Freeware-Grafikprogrammes zu finden. Was für eine grafisch/plastische Meisterleistung!

      Insgesamt leider eine schrecklich altbackene Umsetzung. Ich liebe ja die 90er, aber das ist mir dann doch ein Stück zu viel Retro-Design.

    • Und das Logo nach jeder Neuentwicklung wieder in die uralt-Version zurückzusetzen ist wohl mittlerweile zum Running-Gag geworden. Da weiß man zumindest wie das übernächste Logo aussehen wird…

  3. Hätte man den Urlaub besser als „maßgeschneidert“ betitelt, dann hätte man wenigstens die Darstellung auf einem Stofffetzen auch sinnvoll untermauern können.

  4. Ich hätte aus dem Allerwelts-Claim „MUCH MORE“ (mehr als nur ein Autohaus, Malerarbeiten und mehr, etc.) ja eher ein „MUCH AMORE“ gemacht. ;)

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