LA 2024 Logo

Logo der Olympiabewerbung von Los Angeles 2024

LA 2024 Logo

Los Angeles hat jetzt ein offizielles Olympiabewerbungslogo. Die „Stadt der Engel“, neben Paris, Budapest und Rom einer der vier Kandidatenstädte für die Olympischen Sommerspiele im Jahre 2024, präsentiert sich mit einer engelhaften Erscheinung.

Erwartungsgemäß pathetisch bekundet Los Angeles Bürgermeister Eric Garcetti im Rahmen der Präsentation:

We all know that Los Angeles is a city that breathes Olympism. It’s in our DNA. But this logo is about more than Angelenos’ love for the Games. This logo capture’s the essence of LA – a soaring belief that through hard work, creativity and ingenuity, we can follow the sun and reach the highest levels of success. It is with that commitment, that we are excited to continue following our dream of bringing the Games back to a city that loves them.

Begleitet wird die Bewerbung im fortlaufenden Verlauf vom Slogan „Follow The Sun“. Entworfen wurde das Logo von der Agentur 72andSunny. Für die Entwicklung des Brand Guidelines wiederum zeichnet Bruce Mau Design verantwortlich.

In dem unten aufgeführten Video, das ziemlich uninspiriert geraten ist, ist für ein paar Sekunden lang eine Art Logokonstrukt zu sehen (nachfolgende Abb.). Was hier den Betrachtern gewissermaßen als Architektur des Logos verkauft wird, ist nichts als bloßer Schein, denn eine mathematisch oder sonst wie begründete Formgebung weist das Logo nicht auf. Eine solche Legitimität dem Logo nachträglich anzudichten, ist nichts weiter als ein Schauspiel. Damit kennt man sich in LA ja aus.

LA 2024 Logo

Auch die offizielle Bewerbungsbroschüre (PDF), in der Überschriften in der sperrigen Deerfield gesetzt sind, bleibt hinsichtlich der gestalterischen, insbesondere typographischen Ausarbeitung doch einiges schuldig. Überzeugender in jedweder Hinsicht (Design, Technik, UX) ist hingegen die Bewerbungs-Website la24.org. Bis zum Sommer 2017 bleibt noch Zeit, an der visuellen Feinjustierung zu arbeiten, denn erst dann wird der Austragungsort der Sommerspiele 2024 gewählt. Sollte LA den Zuschlag erhalten, wird es überdies, so will es das IOC, ein völlig neues Logo geben.

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27 Kommentare zu “Logo der Olympiabewerbung von Los Angeles 2024

  1.  Überzeugender in jedweder Hinsicht (Design, Technik, UX)

     zugebenermaßen verwende ich ein altes samsung galaxy, meine experience beschränkt sich darum leider darauf drei balken und die figurine anschauen zu können. der rest der seite bleibt mir versperrt. nicht so gut geloest…

  2. Nachtrag. hat doch noch geklappt. trotzdem wirkt die seite sperrig. scrollen bekomme ich auch nicht hin. Schaue ich mir besser auf dem tablet an…

  3. »Wir brauchen ein Logo, was aus mindestens 30 Kreisen konstruiert wird.«
    »und Verläufe hat.«
    »Es darf aber nicht mehr als 500 Dollar kosten.«
    »Meine Tochter mag übrigens Tinkerbell…«

  4. Also ich muss auch sagen, die Kreise finde ich ziemlich willkürlich gesetzt. Das kommt mir auch wie eine angedichtete Entstehungsgeschichte vor.

    Warum verkauft man die Frau nicht einfach als eine Turmspringerin? Das hätte mehr mit Olympia zu tun. Das sie Flügel bekommt, ist bei Los Angeles ja nur zu vermuten…

  5. Was mir hier, und auch bei Logos ähnlicher Veranstaltungen auffällt ist der Drang unbedingt mehrfarbige Verläufe ins spiel zu bringen, das kann wie bei Paris 24 einfach gut passen! Aber hier ist es meiner Meinung nach fehl am platz, vor allem die Strahlen hätte mach sie sparen können!
    Zu Typ gibt es nichts zu sagen, die wird hoffentlich noch besser!

    Was mir bei der Seite aufgefallen ist, ist die lade animation beim start der Seite, ein ähnlicher Ansatz für das Logo, evtl. mit ein geringeren Anzahl an Linien, hätte zumindest mehr potential, man denke nur an animation für das fernsehen etc.

  6. Schrecklicher 90er-Jahre Windows-Wordart-Verlauf. Und die feinen Linien gehen doch bei kleiner Darstellung auf jeden Fall verloren (siehe z.B. Website). Das ist handwerklich wirklich schon fahrlässig.

    • Willkommen in der Fashion Szene 2015…. Das Signet wie auch das Erscheinungsbild passen ganz wunderbar in die Mode-Linie, die zur Zeit von fast allen großen Sportartikelmarken gefahren wird: es gibt keinerlei Geschmacksgrenzen mehr, da werden kunterbunte Farben kombiniert, Muster über Muster eingesetzt und hemmungslos den 80gern bis 90gern gefröhnt.

      Wenn ich die farbigen Polygone betrachte, fühle ich mich doch sehr an einen gewissen Ballonseiden-Trainingsanzug erinnert den ich ganz früher mal hatte…nur glänzte der noch ganz quietschig ..

      Das ganz Ding ist voll am Puls der Zeit und erfüllt damit sicherlich genau das was es muss.

      Und bei allem Unverständnis über diese Retro Welle: Die Klarheit mit der z.B. Fotos abgebildet werden sagt mir sehr zu… das hat schon was (Man vergleiche das mal mit dem Eurovision Song Contest…da weiß ich aber wer den Coolness-Award gewinnt)

  7. Sonnenkult… gefallene Engel… und wenn ich das Bild um 90 Grad nach links drehe, sehe ich die brutale Opferszene für den Sonnengott der Mayas, wie in Mel Gibsons Film „Apocalypto“ dargestellt. Die 12 (sichtbaren) Strahlen gehen klar vom Herz aus, also das Organ, was so plastisch herausgeschnitten und dem Sonnengott geopfert wird.

    100 % Satanismus. Deutlicher geht es kaum.

  8. Also wenn wir Deutschen eines Können, dann ist es meckern!
    Das wird in den vorherigen Kommentaren deutlich. Oder liegt es nur an den unterschiedlichen Geschmäckern zwischen Amerikanern und Europäern?
    Egal, mir gefällt das Logo. Es passt zur Stadt und zu den Olympischen Spielen.
    Dass die Entstehungsgeschichte ein Witz ist – who cares? Was bleibt ist das Logo.

    • Wenn die Entstehungsgeschichte blödsinnig wäre, könne man sie sich doch sparen, anstatt das Logo damit zu demontieren?

      Und wenn es inner- und außerhalb Deutschlands keine „Meckerer“ gäbe, wäre das schon eine sehr monokulturelle Gesellschaft …
      Was darüber hinaus an Kritik schlecht sein soll, ist mir bisher verborgen geblieben – für Narzissen natürlich immer ein schwieriges Pflaster.

  9. Als Wirtschaftsgeograf (und Olympische Spiele sind nun mal zu einem großen Teil Projekte der Stadt- und Regionalentwicklung) kann ich der Idee das Logo aus Kreisen, die wohl für die jeweiligen Standorte und ihr Einzugsgebiet stehen sollen durchaus etwas abgewinnen.

    • Steht das mit den Einzugsgebieten irgendwo? Ist nämlich ein interessantes Ansatz, den ich jedoch anzweifeln würde, da es schon übliche Praxis ist, Logos auf der Basis von Kreisen zu gestalten (wenn es Sinn macht!). Das ist also eigentlich keine Besonderheit, nur wirkt es in diesem Fall – wie Achim im Artikel schon schrieb – eher im Nachhinein künstlich erzeugt…

      • Nein, aber da in der Wirtschaftsgeografie viel mit Kreisen in kartografischen Darstellungen gearbeitet wird, war dies meine erste Assoziation (siehe auch „System der zentralen Orte“ https://de.wikipedia.org/wiki/System_der_zentralen_Orte).

        Und somit wäre es eine schöne Verbindung der beiden Disziplinen (Wirtschaftsgeografie und Design), die bei einem Logo für Olympische Spiele oder allgemein für regionale Großveranstaltungen aufeinander treffen. Aus designfachlicher Sicht sicherlich keine hinlängliche Erklärung. Aber wir gefällt der Gedanke, ohne das Wissen wie Logos aus reiner Designsicht entstehen.

  10. Die geistige Verknüpfung Los Angeles und Engel ist auf jeden Fall aufmerksamkeitsstark gegeben.
    Der geschleckte Werber in mir (früherer Job als leidender Angestellter) ist zufrieden. Bassd, waggld und hat Lufd!

    Wenn da nur net der ungeschleckte Designer in mir wäre. (Die 2 Gesichter des Designers. Wäre mal ne Story wert, Achim …)

    Der kricht grad saumäßiges Kitsch-Asthma, Schnapp-Atmung. Also der Designer. Net der Achim.
    (Obwohl der natürlich auch. Isja richtig dings, das Ding.)
    ;-)

    Erinner mich aber schnell noch an eine Kollegin, welche bei sowas immer versöhnlich gsacht hat:
    „Wenn schon Kitsch, dann richtig! Dann isses Kunst!“

    Recht hat sie.

    [Das mit dem Meckern seh ich locker.
    Hab mich bei den Kommentaren grad prächtig positiv amüsiert. Gut g’meckert ist deutlich unterhaltsamer als fadenscheinig g’lobt …]

    Der Mor

  11. Der Spitzname „Stadt der Engel“ für L.A., der auch im Video genannt wird, ist hier niemandem mehr bekannt? Insofern ein sehr klassisches bzw. naheliegendes Motiv, außerdem kann man mit etwas gutem Willen auch so eine Art Flammenform/Feuerkelch in der Silhouette erkennen.

    Insgesamt ein Logo, dass durch seine gefällige Form und seinen warm-kitschigen Sonnenuntergangsfarbverlauf eine positive Stimmung vermittelt, mal von allen verkopften Herleitungs- und Deutungsansätzen abgesehen. Ja, es ist irgendwie generisch und die von den Organisatoren gelieferte – reichlich dünne – Herleitung ist aufs äußerste amerikanisch – oder sollte ich besser sagen: kalifornisch? – und besteht aus den typischen hohlen Positivphrasen, mit denen Amerikaner gern operieren.

    • Klar kannst Du für Los Angeles was mit Engeln machen. Aber das kann ja auch anders aussehen. Etwa, indem man nur die Flügel in abstrahierter Form darstellt. Das wäre bei den gezeigten Anwendungsplakaten 1.2 und 1.4 ja fast schon gegeben.

      Die Form des Logos ist einfach nicht sehr ansprechend gestaltet. Das ist weder sehr naturalistisch, noch wirklich abstrahiert. Da noch eine handvoll Kreise dran zu packen, damit das Ding irgendwie designy hergeleitet ist, wirkt auf mich wie Augenwischerei. Ich sehe darin keine Verbindung von Wirtschaftsgeografie und Design. Der gleichen Logik folgend kann ich mit Quadraten arbeiten, weil LA nach Planquadraten aufgebaut ist. Ich sehe auch weder Sport noch Olympia.

      Klar kann man alles schlecht reden. Geht ganz einfach. Hier der Nazi-Vergleich mit Riefenstahl-Olympia http://activehistory.ca/wp-content/uploads/2014/02/2.png

      Ich sehe die Debatten hier im Designtagebuch nicht als Meckerei, sondern als Austausch darüber, was man gestalterisch/kommunikativ hätte besser oder anders machen können. Das ist tatsächlich sehr deutsch. Aber was soll daran schlecht sein? Auch wenn ich nicht jede hier geäußerte Ansicht teilen kann, lerne ich durch die verschiedenen Perspektiven, mit denen Kollegen hier die gleiche Arbeit beurteilen, viel dazu.

      Wir deutschen Gestalter können nach dem WM-Logo 2006 eh nicht mehr öffentlich über ausländische Logos von Sportveranstaltungen diskutieren. Deswegen machen wir das umso leidenschaftlicher hier und manchmal werden wir etwas zotig …

  12. Sieht für mich nicht wie ein Engel aus, eher eine Fee oder Nymphe – ein Engel hat ja klassisch ein wallendes Gewand und Vogelflügel, der hier ist wenn überhaupt nur spärlich bekleidet und hat Schmetterlingsflügel. Und auch die Körperhaltung ist nicht sehr engelsgleich, eher wie eine Kühlerfigur (z.B. Spirit of Ecstasy).
    Insofern find ich die Umsetzung etwas am Thema vorbei.

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