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Linktipp am Sonntag – Logo für die Region Stuttgart

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Im Sommer hatte ich das neue Logo der Region Stuttgart kurz vorgestellt gehabt. Wie Einige vielleicht mitbekommen haben, traf der neue Stern als Sympathieträger jedoch auf breite Ablehnung. Nun soll ein neuer Anlauf genommen werden.

Die Stuttgart-Marketing GmbH und die Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH rufen Werbe- und Designagenturen dazu auf, sich um die Gestaltung einer neuen Wortbildmarke für den Tourismus in der Region Stuttgart zu bewerben. Aufgerufen sind professionell arbeitende Werber und Gestalter, die ausreichend Referenzen im Bereich Corporate Design vorweisen können. Auszeichnungen und Awards sind offenbar gerne gesehen.

Jede Agentur, die mit der Logoentwicklung beauftragt wird, erhält 2.000 Euro netto. 30.000 Euro netto steht für die Agentur bereit, die das Siegerlogo entworfen hat. Verbunden sind mit diesem Honorar auch weitergehende Auftragsarbeiten. Die aussagefähige Bewerbung ist ausschließlich per Mail bis spätestens Montag, 24. Januar 2011 einzureichen.

Der Gesamtprozess wird durch eine Jury begleitet, die sich aus Vertretern des Aufsichtsrats (Strategiekreis) sowie aus namhaften Fachleuten aus dem Bereich Design zusammensetzt.

Alles weitere unter:

17 Kommentare

  1. Ich würde es begrüßen, wenn so eine Ausschreibung zweigleisig gefahren würde. Einmal geschlossen und mit Vergütung an die teilnehmenden Agenturen, dann aber auch offen, damit sich Profis beweisen können, die (noch) nicht unbedingt preisgekrönt sind und zur Spitze gehören.

  2. Zeigt doch mal wieder, dass es nicht um das Resultat geht sondern nur um Pseudo-Agenturen die Pseudo-Preise vorweisen können. Der kleine Mann mit der brillianten Idee hat keine Chance. Lächerlich und typisch für die Bürokraten-Anarchen.

  3. Ich muss mich als “alte” Designerin schon wundern.
    Haben wir jetzt Angst vor den “jungen” Agenturen, die durchstarten möchten?

    Das sind die Kriterien für eine Teilnahme am Wettbewerb?

    1) professionell arbeitende Werber und Gestalter – ok
    2) Referenzen über corporate design Projekte – mhh
    3) Auszeichnungsliste (awards ) der letzten 2 Jahre – mhh

    Wieso?
    Was heißt ausreichende Referenzen?
    Was ist mit Berufseinsteigern – dürfen die keine guten Logos entwickeln?

  4. @Dr. Huhle: Ich nehme einfach an, mit diesen Anforderungen möchte man eine Flut an Bewerbungen vermeiden. Immerhin würden sich sonst zig “Pixelschubser” melden, die bei der Ausschreibung “2.000,- (30.000,-) EUR netto” nur Dollarzeichen in den Augen haben.

  5. Zumal so ja den jungen und motivierten Gestaltern eine Chance genommen wird, an Referenzen zu kommen. Dazu kommt natürlich das ausgeschriebene Geld, das heranwachsende Designer teilweise nötiger gebrauchen können, als eine etablierte Agentur.

  6. Zumal es für eine etablierte Agentur lediglich Peanuts sind (2.000€), wenn während dessen knapp 10.000€ an Eigenkosten durchrattern. Die Ausschreibung ist daher wohl eher als Mutlosigkeit und Facharmut zu kennzeichnen, in dem die Verantwortlichen nachher zum Selbstschutz sagen können, wir haben aber preisgekrönte Agenturen eingeladen!!!1einself.

  7. das verfahren ist doch eigentlich klar: der mit dem prozess verbundene lobby-kommunikationsaufwand würde von “kleinen” gestaltern nicht zu leisten sein. hier gehts nicht ums perfekte logo, sondern um einen zähen und mitunter sehr langwierigen prozess, und die fähigkeit, kompromisse als einzigartige lösung zu verkaufen … daran wird auch die hochkarätige fachjury nichts ändern. und grundsätzlich kann sich doch jeder “profi” bewerben…steht doch nirgendwo, dass die auszeichnungsliste für die auswahl relevanz hat. entscheidend sind – verständlicherweise – die referenzen (bei einem ungewöhnlich hochvergüteten eingeladenen wettbewerb)…wer kauft bei ebay was, wenn der verkäufer 0 bewertungen hat. es ist eher positiv zu bewerten, dass hier ein vernünftig vergüteter wettbewerb stattfindet, statt ein kostenloser “alle dürfen (online) mitmachen und alle dürfen (online) mitbewerten”-abzockerquatsch. trotzallem gilt sicherlich das, was #10 schon sagt. letztlich hatten sie ja schon ein logo, was aber irgendwie nicht durchsetzbar war…nicht gut für mut und experimentierfreude…und #3 find ich sehr überzeugend :-))

  8. Nur jeder Auftraggeber so denken würde, dass man wer weiß wieviele Referenzen haben muss, um an den Auftrag zu kommen, hat der Nachwuchs absolut keine Chance, weil der Nachwuchs nicht an Referenzen kommt.

    Im Grunde genommen hat ein eBay-Verkäufer – um deinen Vergleich aufzugreifen – mit 0 Bewertungen ja auch bisher keine schlechte Bewertung. ;)

    Auch ein Arzt hat zum Beispiel irgendwann mal seine erste Operation durchgeführt.

    Oder ganz allgemein: jeder fängt mal klein an.

  9. referenzen kann man aber nicht (nur) mit wettbewerbsteilnahmen erreichen…und der ebay-verkäufer kann doch erstmal als käufer aktiv sein, um erste bewertungen zu bekommen.

    problem ist doch ein generelles: wer garantiert dem auftraggeber denn, dass der designer hält, was er verspricht. im bauwesen wären wir die architekten. diese sind aber in kammern organisiert. archtitekt wird man nicht durchs diplom, sondern durch dieses plus nachweisliche zeitlich definierte tätigkeiten plus kammereintritt. und trotzdem werden die wettbewerbe auch hier mitunter beschränkt ausgeschrieben (dafür gibts aber regeln). designer darf sich jeder nennen, der es will, auch ohne jegliche qualifikation…und eben deswegen haben wir auch so eine schlecht organisierte ausschreibungs- und wettbewerbskultur…es gibt keine (offiziellen) regeln…über ärzte will ich hier jetzt gar nicht reden. warum also soll eine jury also tausende bewerbungen sichten, wenn es ein beschränkter wettbewerb ist? oft wird in solchen fällen deswegen gleich beschränkt eingeladen, ohne auszuschreiben…

    und bei geregelten öffentlichen ausschreibungen wird vieles über den jahresumsatz und die nachzuweisende mitarbeiteranzahl vorsortiert…da helfen dann nichtmal die tollsten auszeichnungen.

    jeder fängt klein an, genau. und in diesem fall ist es eben zu groß. unser büro macht trotz referenzen hier nicht mit, weil schon abzusehen ist, wer hier so ungefähr eingeladen wird.

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