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21 Kommentare

  1. Ach, Herb Lubalin hat die Avantgarde gemacht? Das wußte ich nicht.

    Nun gut, viel beschäftigt mit der Avantgarde hab ich mich nie, zumal die Schrift als solche mir nicht gefällt und auch optisch nicht dem entspricht, was ich mir unter einer soliden Schrift vorstelle. Was auffällt, ist die fehlende Überschneidung der Rundformen (C,O) über die Ober- und Unterkante, was die Buchstaben optisch kleiner erscheinen läßt. Korrekte optische Korrektur ist das allererste, was mir mein Schriftmeister beigebracht hat.

    Herb Lubalin war ein ziemlich ausgekochter Designer, sehr pragmatisch. Es gibt ein tolles Beispiel aus dem Buch von Weidemann (Wo der Buchstabe …); da setzt Lubalin einen Text in der Cooper, weil er mal was mit einer „häßlichen” Schrift machen wollte. Doch man braucht dazu auch einen sehr coolen Text, sonst funktioniert die Wirkung nicht.

    Das Canton Logo ist ziemlich brlliant und Deine Ausführungen dazu sehr informativ. Ich hoffe (aber das wird nie passieren), daß die Firma Canton NIE in die Fänge von Metadesign Berlin gerät. Wäre das eine Katastrophe :-)

  2. Zu einer Argumentation gehören immer noch Beweismittel, die aufgeführt werden, um die eigene Sichtweise zu belegen und zu begründen. Wenn diese fehlen kommt so etwas dabei heraus wie “ist mir zu sehr 70er”. Meinetwegen kann jeder sagen, was er denkt, auch wenn er nicht denken kann. Die Sache ist nur, dies bleibt nicht unentdeckt.

  3. Aber war es nicht gerade zu der Zeit – als die Wortmarke entstand – Mode, mit der Avant Garde zu arbeiten? Ich meine die Verwendung der Ligaturen unterstützt dies ja zusätzlich mal zu sehen, was man mit der Typo alles anstellen kann. Die Erklärung mit der Visualisierung von Stereo und anderen musikalischen Eigenheiten finde ich etwas sehr konstruiert und hineininterpretiert. Ich mag die Wortmarke schon, aber sie ist meiner Meinung nach genauso ein Zeichen ihrer Zeit und somit auch Modeerscheinung. Die C-A-Ligatur stört mich ein wenig – wirkt irgendwie störend.

  4. Die “klaren Grenzen” gibt es und auch dieser Artikel hält sich daran. Aber… auch eine Wortmarke(der Schriftzug) kann ein Logo sein, das dürfte außer Frage stehen. Bei Firmen wie AEG, Coca Cola oder Bosch besteht das Logo einzig aus einer Wortmarke. Anders herum kann auch nur eine Bildmarke ein Logo sein.
    “Signet” leitet sich vom lateinischen Wort “Signum” ab, womit ein “Zeichen” gemeint ist. Ich verwende “Signet” gerne als Synonym für “Logo”, da beide Begriffe inhaltlich nahezu auf einer Stufe stehen. Sonst noch Fragen offen?

  5. Wo ist denn da ein Bild -.-
    klar ist das eine reine Wortmarke. In der Fachsprache auch einfach nur Logo genannt (also alphanumeriches Firmenzeichen).

    Das Wort Logo wird heutzutage aber leider meistens als Oberbegriff für alle Firmenzeichen verwendet. Das heißt für alphanumerische, für Bildzeichen (Signets), und für kombinationen dieser zwei Elemente.

  6. Juristisch handelt es sich nur dann um eine reine Wortmarke, wenn es nur um eine Zeichenkette geht. Sobald gestalterische Elemente ins Spiel kommen (die Anordnung der Buchstaben auf eine bestimmte Art im Raum oder ein bestimmter Font), geht es um eine Wortbildmarke.

    Mag aber sein, dass Werber und Designer die Termini anders verwenden; daher habe ich ja ein “?” hinterhergeschickt.

  7. Meine kleinen Canton-Boxen, die früher von vielen belächelt wurden, als es ein Muss war schrankartige Boxen sakral anmutend im Wohnzimmer zu präsentieren, verrichten auch nach Jahrzehnten noch ihren guten Dienst. Mittig unten erfreut mich das perfekte Canton-Wortbild. Ich bin nicht sicher, ob die C-A-Ligatur eine kleine Schwäche in der Wortmarke darstellt. Manchmal machen ja auch die kleinen “Ecken und Kanten” die besondere Raffinesse aus. Hübsch ist das Canton-Plakat, das Schaffrinna oben in diesem Canton-Beitrag eingestellt hat. Hier wird die Ligatur schmeichlerisch überspielt – und fast sieht der Schriftzug so noch besser aus, oder?

  8. ich bin gerade auf das designtagebuch gestoßen und wollte ein großes lob loswerden. tolle artikel, gut geschrieben und ich hab schon viel wissenswertes entdeckt und gelernt. gleich mal ab in die favoritenleiste.
    lg, manu

  9. Also ich konnte das Canton-Logo noch nie leiden! Ich mag zwar die Avant Garde Alternates, aber wie schon oben geschrieben sind die runden Buchstaben (C, O) optisch kleiner und mir war schon immer das N zu dick. Wir werden keine Freunde!

  10. Eine Anmerkung zu der Erco-Bildmarke. Ich finde nicht, das es so aussieht “Als ob jemand das Licht dimmt bis nur noch ein angenehmes Glimmen sichtbar ist.” Im Gegenteil: Die Marke wird doch nach rechts immer heller, das Licht wird also eingeschaltet. Das ist zumindest mein Eindruck.

  11. > Was auffällt, ist die fehlende Überschneidung der Rundformen (C,O) über die Ober- und Unterkante, was die Buchstaben optisch kleiner erscheinen läßt.

    Sehr gutes Auge, Fred! Tatsächlich war die bis eben abgebildete freigestellte Wortmarke nicht die finale Version, was mir auch Prof.Gassner mitgeteilt hat. In der finalen Version, die ich soeben hochgeladen habe, findet sich der angesprochene Höhenausgleich berücksichtigt. Hintergrund für dieses Malheur ist der Umstand, dass bei Brands of the World eine nicht finale Version des Logos hinterlegt ist, das in diesem Beitrag zum Einsatz kam. Nun sind alle Abbildungen korrekt.

  12. Sehr schöner Artikel, bin zum ersten mal auf deinem Tagebuch, lesenswert. Allerdings muss ich Stefan rechtgeben, hier wurde sehr wohl ein neuer Trend aufgegriffen. Du wiedersprichst Dir in diesem Punkt auch im Text;
    Zitat: “Daran sieht man, dass auch damals die Designer und Gestalter für neue Trends und Moden innerhalb der Typografie durchaus empfänglich waren”

    Wer mag schon sagen wie Signets in Zukunft bewertet werden? Es hat manchmal den Anschein als erwarte man eine Rückkehr zu den “guten Zeiten” der Qualitätsgestaltung, von derer aus dann die FX-Logos belächelt würden. Ich kann mir jedoch vorstellen das Symbole mit Spiegelung aus einer Zukunft mit animierten Bildfolgen auf E-Paper (wenn es denn mal kein Papier mehr gibt, hehe) auch wie echte gute Handarbeit wirken könnten.

  13. Das Canton-Zeichen kann sogar noch mehr: Es spielt nämlich wunderschön mit den Artikulationsorten der Vokale: bei TON ist das ziemlich offenkundig, das O ist wohl der Buchstabe mit der intuitiv transparentesten Laut-Zeichen-Beziehung. Wenn ich mir nun die Silbe CAN ansehe, symbolisiert das C ähnlich transparent die Artikulation des A (ein ungerundeter offener Zentral- oder Vorderzungenvokal ;)). Man kann sich dabei einen seitlichen Schnitt durch den Mundraum vorstellen, der bei der Artikulation von A in etwa die Form des C annimmt. Um das Bild ein bisschen weiter zu strapazieren singt das C den ANTON und bewegt sich dabei von einer großen zu einer kleinen Öffnung des Mundes, von viel Raum (schmal) zu wenig Raum (fett).

    Ja, ein schöner Artikel, und eine schöne Website.

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