Kirchentag 2015 Keyvisual

Keyvisual zum 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag

Kirchentag 2015 Keyvisual

Der Deutsche Evangelische Kirchentag wird im kommenden Jahr in Stuttgart stattfinden (3. bis zum 7. Juni 2015. Bei der Idee für das Motto/Keyvisual der Veranstaltung, zu der zirka 100.000 Teilnehmer erwartet werden, stand Google als Ideengeber Pate.

Das offizielle Plakatmotiv zeigt ein interaktives Suchfeld, wie wir es von Suchmaschinen oder anderen Volltextsuchen kennen. (Sinn)Suchende, die in das leere Suchfeld klicken, so die Idee hinter dem Motiv, erhalten als Cursor (als Antwort) ein Jerusalemkreuz sowie den Suchvorschlag: „damit wir klug werden“ (Psalm 90,12). Matthäus 7, 7 „suchet, so werdet ihr finden“ hätte freilich auch gut gepasst.

Entworfen und gestaltet wurde das Motiv von der Stuttgarter Agentur Leonhardt & Kern. Auch der Webauftritt kirchentag.de wurde relauncht. (Technische Umsetzung: Saltation, Konzeption/Webdesign: tschoepler und Romina Maidel Design & Research)

14 Kommentare zu “Keyvisual zum 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag

    • Wenn Dich das Zeichen an etwas anderes erinnert, warum dann nicht einfach mal kurz im Web recherchieren?

      Die georgische Flagge wie auch das Kirchentagslogo bestehen aus dem „Jerusalemkreuz“. Georgien verwendet das Jerusalemkreuz seit 2004 in seiner Flagge, begründet wird dies mit einer (nicht ganz überprüfbaren) historischen Verwendung dieses Symbols in und für Georgien bis ins 15. Jh. Der Kirchentag verwendet das Logo bereits seit seiner Gründung 1949. Warum gerade diese Kreuzesform verwendet wurde ist bis heute nicht ganz geklärt, näheres kann man auf evangelisch.de nachlesen.

  1. Nette Idee, aber die Umsetzung ist leider nicht so gelungen. Wenn man schon ne reine Typo-Kampagne startet, dann hätte man wohl zuerst per Suchmaschine nach einem versierten Typografen Ausschau halten sollen. Die Headline hätte um einiges weniger Wortabstand benötigt.

    • vielleicht haben sie ja auch einfach den Sinn dieser Wortabstände missverstanden, vielleicht sollen wirklich pausen damit ausgedrückt werden, gibt dem gesprochenen dann auch mehr ruhe und Rationalität, zumindest sollte man den Gedanken zumindest erwägen, bevor man sich als Liebhaber exklusiv der Schweizer Typografie outet, bekomm ich nu ne stelle als ad? vielleicht sind aber auch einfach die Minuskeln zu sehr unterschnitten und auf den Wortabstand wurde garnicht geachtet…

  2. Hi Achim, der gesamte Vers lautet „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Psalm 90,12 … es steckt also nochmals deutlich mehr dahinter als in „suchet so werdet ihr finden …“ >> Der Psalmist ist hier eher verzweifelt und sehnt sich nach Gott. Er erinnert uns vielmehr daran das wir Menschen uns für groß halten, glauben die Dinge zu verstehen, drehen uns um vergängliche Dinge (Anerkennung, Erfolg,…) die wir für wichtig halten. Im Blick auf unseren Tod, im Bewusstsein das wir sterben müssen schaffen wir einen neuen Fokus, auf das, was wirklich zählt im Leben. Nur im Blick auf die Vergänglichkeit können wir Weisheit erlangen.

    Das ist das was bei mir ankommt, daher finde ich den Vers sehr mutig, die Gestaltung aber verliert den gleichen Mut. Man hätte hier ruhig provokanter sein dürfen meiner Ansicht nach. Die klare Gestaltung hingegen finde ich hübsch, keine Verläufe und schnickschnack. Sie hat dadurch eine hohe Wiedererkennung und wird sich visuell hier im Stadtbild sicher gut durchsetzen. Ob sie auch die Inhalte transportiert bleibt ab zu warten ….

    • An dieser Stelle einfach mal Danke für die Hintergrund-Information :-)

      Der Stil ist eine Fortführung des 34. Kirchentages mit dem Motto „Soviel du brauchst“. Im Vergleich dazu finde ich die minimalistische Umsetzung hier im Bezug auf eine Suchmaschine deutlich passender (Der Vorgänger stellte hier einen Stilisierten Zettel mit Abreiß-Streifen dar).
      Im Vergleich zum 31. Kirchentag („Lebendig und kräftig und schärfer“) finde ich das Zitat diesmal deutlich gelungener – forscht man hier nach den Hintergründen, erschließt sich ein tieferer Gedanke, während bei der Haifischflosse damals große Kritik aufkam, das Zitat sei sinnentstellend aus dem Zusammenhang gerissen.

  3. Finde den biblischen Kontext den Andi liefert interessant. Offensichtlich geht es in dem Psalm um Demut und Vergänglichkeit. Die Demut und das Wissen um die Vergänglichkeit wird mit Klugheit gleichgesetzt. Dieser Aspekt bleibt in der textlichen Verkürzung für weniger bibelfeste Betrachter auf der Strecke.
    Vielleicht ist das Absicht: Kirchentage sind ja, so wie sich mir das von Außen darstellt, eher Events auf denen sich die Schäflein festlich im diesseits tummeln. Da wäre das Thema Tod ja ein unwillkommener Stimmungskiller.
    Mir ist der Begriff noch nie in einem christlichen Zusammenhang aufgefallen – Weisheit und Gerechtigkeit schon, aber Klugheit? Das Suchmaschinenfeld repräsentiert für mich auch eher eine kritische und nicht gläubige Geisteshaltung. Egal wie viel tausende christliche Websites es gibt, im Internet stehen diese immer egalitär mit anderen Sichtweisen, die diese relativieren oder gar widerlegen könnten. Gerade für evangelisch Gläubige kann es doch nur ein Leitmedium geben, eben die Bibel.

    • Ich gebe dir in Bezug auf das Suchmaschinenfeld recht. Jedoch kann man das Jerusalemkreuz auch als Teil des Suchmaschinenfeldes verstehen. Im Firefox-Browser findet man im Suchfeld vor der Eingabemöglichkeit immer ein kleines Symbol (Y für Yahoo, g für google, a für Amazon, L für Leo), die deutlich machen, wo gesucht werden soll. Wenn man das jetzt auf das Jerusalemkreuz vor dem Cursor überträgt, heißt es „Im christlichen Glauben suchen“ oder „Innerhalb des Kirchentags finden“. So gesehen bleibt es bei den „Leitmedien“.

      Generell finde ich das Logo gut, aber das Suchfeld als solches ist zu wenig offensichtlich. Einen extra Rahmen für das Feld oder eine dickere horizontale Linie unter dem Feld, die andere Proportionen als der Cursor hat, würden die gewollte Botschaft deutlicher zu verstehen geben.
      Es hängt letzten Endes alles von der abstrakten Lupe ab, ob das Logo verstanden wird oder nicht. Und das ist zu wenig um ein breites Publikum anzusprechen.

  4. Ich verstehe nur Bahnhof. Die Erklärung mit dem Suchfeld und dem Treffervorschlag leuchtet mir nicht ein, einen Cursor sehe ich auch nicht, und dass ich womit auch immer auf ein Plakat klicken könnte, hab ich noch nicht mal im Hinterkopf. Ich sehe nur auf rotem Hintergrund eine unterteilte weiße Fläche, darin ein christliches Symbol, einen nichtssagenden Satzfetzen und ein Lupensymbol, das ich in dem Kontext überhaupt nicht einordnen kann.

  5. Als Plakat allein funktioniert es jedenfalls nicht. Wenn man das Video gesehen hat und vielleicht noch andere Werbung, dann kriegt man die Assoziation vielleicht hin, aber so …

  6. Ich find das Ganze an sich sehr gelungen. Ansprechend und klar.
    Auch die Website gefällt mir, technisch und optisch. Alles sehr rund, mMn.
    Einzig das Suchfeld auf der Website hätte natürlich dem Keyvisual/Plakatmotiv entsprechend gestaltet sein können. Dann würden vielleicht auch weniger webaffine Leute die Verbindung herstellen können. ;)

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