Katar wird Destinationsmarke

Qatar Wordmark

Die staatliche Tourismusbehörde von Katar (Qatar Authority for Tourism, QTA) hat im Rahmen der Londoner Fachmesse World Travel Market einen neuen Markenauftritt vorgestellt, mit dem Katar als Premium Reiseziel positioniert werden soll.

Erstmals erhält das Land, das 2022 die FIFA-Fußballweltmeisterschaft ausrichten wird, ein Markenzeichen, das Katar als Reisedestination repräsentiert. Die Einführung der Marke sei ein Meilenstein für das Land, so QTA. Der Ausbau des Tourismussektors ist Teil der nationalen Wachstums- und Modernisierungsstrategie „Qatar National Vision 2030“. In diesem Jahr erwartet QTA mit 3 Millionen Besuchern einen neuen Rekord (2,8 Mio. in 2014).

Zeitgleich mit Vorstellung der neuen Marke wurde der Webauftritt qatartourism.gov.qa/en relauncht. Entworfen wurde die Wortmarke von dem Katarische Kaligraph Ali Hassan.

Einordnung

An Geld scheint es im Emirat bekanntlich nicht zu mangeln, an Ideen hinsichtlich der neuen Tourismusmarke wohl schon, wie vor allem der nachfolgende Image-Film verdeutlicht, der kaum verwertbare Markenaussagen transportiert. 3 Minuten 27 Sekunden, in denen zwar viele Bilder aneinandergereiht werden, ohne jedoch, dass daraus eine Geschichte resultierte. Es fehlt zudem eine Tagline, die das Markenversprechen auf den Punkt bringt. So bleibt von der „Essence of Qatar“, wie das langatmige Video betitelt wurde, wie auch von der Marke Katar insgesamt nicht wirklich viel Positives hängen.

Mediengalerie

8 Kommentare zu “Katar wird Destinationsmarke

  1. Spektakuläre Bauwerke, Wüste, alte Festungen, Moscheen, Toleranz für Badetourismus, Mangrovenwälder, Hotels, Shopping-Malls, Wadis, Berge … alles haben benachbarten Emirate mehr und besser. Mehr „authentisches“ Arabien bietet Katar leider auch nicht. Dafür kann man eher noch durch den Oman fahren. Der „historische“ Souq Waqif – eine der Hauptattraktionen von Katar – ist im Prinzip ein auf alt gemachter Neubau mit künstlicher Patina. Hinzu kommt noch, das anders als in den Emiraten die Einreise in Katar kostenpflichtig ist. Gleichwertige Hotels sind in Katar auch etwas teurer, als in den Emiraten. Wie Katar da punkten möchte, weiß ich auch nicht. Das Video kann – wie schon moniert – keine Aussage vermitteln. Was genau Katar sogar zum Premium-Ziel machen soll, bleibt noch viel mehr unklar.

    Erschwerend hinzu kommt dann noch der grundsätzliche Makel der Region: Nur ca. 4 Monate im Jahr gibt es klimatische Bedingungen, die von Touristen aus den meisten Quellländern als angenehm empfunden werden. An einem durchschnittlichen Sommertag herrschen 39-43°C, mit Pech geht es auf über 50°C. Das ist dann näher an Folter als an Urlaub.

  2. Mit meinen sehr bescheidenen Kenntnissen der arabischen Schrift sieht mir der Schriftzug قطر ziemlich seltsam aus. Die eigentlichen Zeichenformen sind sehr … frei interpretiert und die Richtung des Strichkontrasts scheint mehrmals zu wechseln. Nach guter Kalligrafie sieht es jedenfalls nicht aus. Kann da jemand etwas dazu sagen, der sich besser auskennt?

  3. Gruselige Wortmarke… da pfeift der Wüstensand zwischen den Lettern. Reichlich seltsam, obgleich die Schrift selbst meines Erachtens nach sehr gut passt. Mangels Kenntnisse in arabischer Schrift, kann ich mich nicht so recht zur Gestaltung des arabischen Schriftzuges äussern. Sollte es jedoch tatsächlich der von Herrn Großmann benannte sein, scheint der Kompromiss doch recht eigentümlich und „rangedängelt“. Insgesamt zerbröckelt die Wortmarke in ihre Einzelteile – ein Omen?

    Andere Gedanken/Meinungen dazu?

  4. Die Protagonisten stahlen nun auch alles andere als Lebensfreude aus.
    Auch verwunderlich, dass als erste Person eine Frau gewählt wurde – wobei sich mir dieser Cut auch nicht so ganz schließt, denn sie strahlt und wirklich kein „Herzlich willkommen“ aus.

  5. „Destinationsmarke“. Is dös a was Unanständigs? Vielleicht weiß der Kaiser mehr. Mir gehts zu hektisch zu in diesem Film-Katar. Ja, und die Wortmarke schaut zerrupft aus. Ein Kommentar zur Lage der künftigen Fußball-Nation?

  6. Die destinationsmarke Qatar steht in konkurrenz zur marke Qatar Airways, die vielen bekannter sein mag als das emirat selbst (und vom land sehen sie dann nur den flughafen). Beide verwenden eine ähnliche bordeauxrote bis violette farbe, die auf die flagge zurückgeht (diese war ursprünglich rot und soll von der sonne ausgebleicht worden sein; der neue farbton wurde dann offiziell, um von Bahrain unterscheidbar zu sein). Es scheint keine für das land typischere farbe zu geben, nur leidet die unterscheidbarkeit der marken darunter (was ist nun gemeint, land oder airline?)

  7. Der Videoclip sieht, meiner Meinung nach, sehr durch den „watchtower of turkey“ inspiriert aus. Leider ohne die Kraft und Intensität vom Zusammenspiel aus Bild, Sound und Schnitt verstanden zu haben.

    Da fällt mir ein – den schaue ich jetzt nochmal.

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