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Jack Wolfskin, die taz und die Tatze

Wieder einmal streiten und zanken sich die tageszeitung taz und Jack Wolfskin um die Tatzen-Bildmarke, die jeder für sich beansprucht. In einem Artikel vom 10.03.2007 faucht ein sichtlich angefressener Rechtsanwalt der taz den Outdoor-Artikel-Hersteller an, weil dieser gegen einen Handtuchaufdruck der taz gerichtlich vorgehen will. Erst wollte die tageszeitung ein Handtuch mit dem Tatzensymbol drucken, was kurz darauf unterbunden wurde. Dann lies die taz ein Handtuch mit durchgestrichener Tatze drucken inklusive einem etwas merkwürdig anmutenden Hinweis dazu. Jack Wolfskin lässt nun durch seinen Anwalt verlautbaren, dass der Text, mit dem das Handtuch beworben wird „eine Herabsetzung“ der Marke Jack Wolfskin darstelle.

Wer das Zerren und Reißen um die Logobeute in ganzer Länge mitbekommen möchte, für den habe ich hier den Artikel als PDF (215KB). Stefan war so freundlich und hat die taz-Ausgabe kurz unter den Scanner gelegt und zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

37 Kommentare zu “Jack Wolfskin, die taz und die Tatze

  1. Alter Schwede! Der ganze Artikel spricht meiner Meinung nach aber vollkommen für den Standpunkt von Jack Wolfskin! Die taz hatte nichts registriert. Die taz verwendet das Symbol trotz Markenameldung von JW auf Kleidung. Die taz reagiert regelrecht beleidigt auf rechtliche (weil berechtigte) Maßnahmen von JW durch „zynische Handtücher“. Die taz schreibt sich die „Weltverbesserung“ auf die Fahnen, um von der fehlenden Registrierung abzulenken. Die taz hat mit einer Tatze nur drei Buchstaben gemein, JW aber vom Namen und der Branche her weit mehr mit einer Wolfstatze gemein. Und die taz drängt JW durch doppeldeutige Aussagen in die „Heuschrecken“-Ecke. Peinlich, peinlich…

  2. … Und dass die taz ihr Medium für eine populistische Stimmungsmache gegen ein rechtliches (und neutral betrachtet berechtigtes) Urteil nutzt, ist auch nicht gerade die feine Art. So so, Weltverbesserung, aha…

  3. Was mich überrascht, ist, dass JW mehr als 20 Jahre braucht, um in dieser Angelegenheit Gas zu geben, oder gibt es die taz-Tatze bzw. deren Gebrauch auf diversen Textilien noch nicht so lange?

  4. David, deine Abneigung in allen Ehren, ABER: mit Stimmungen und Meinungen, die auf Wikipedia basieren, würde ich sehr vorsichtig sein. Wiki ist ein von jedem auch anonym (!) zu bedienendes Etwas. Also kann jedermann dort Artikel einstellen, ändern und/oder manipulieren. Und wenn es um so etwas heikles wie ein schwebendes Verfahren geht, würde ich zumindest niemals Wikipedia als zuverlässigen Lieferant von hieb- und stichfesten Argumenten wählen…

    Marken werden registriert, um andere an der gleichzeitigen Verwendung zu hindern; das ist so normativ per Gesetz festgelegt und allgemein akzeptiert.

    Das ist wie beim Bären, der seine fetten Rücken an Bäumen reibt um zu zeigen: hier war ich eher da als du – nur das wir Menschen es etwas kultivierter mit Anwälten und Gerichten machen.
    Lehne dich zurück und freue dich, dass Frühling ist :-)
    Es ist nicht deine Firma und nicht deine Zeitung.

  5. Ich finde die Reaktion von JW übertrieben. Das Logo ist 1. nicht so einmalig, als dass man sich derart über die Einzigartigkeit streiten müsste und 2. in zwei völlig fremden Branchen beheimatet. Wenn die »taz« Handtücher mit dem Logo drauf produzieren lässt, dann sicher nicht um JW Konkurrenz in der Textilindustrie zu machen oder gar um »deren« Logo zu eigenen Zwecken zu missbrauchen. Hier wird mal wieder nach Gründen gesucht, um rechtlich etwas durchboxen zu können.

  6. Ich beobachte die Geschichte der beiden Streithähne schon eine Weile und ich werde/würde defintiv nie JW Sachen kaufen, weil die Dreistigkeit mit der die feinen Herren von JW sich das Logo geklaut haben sucht seines Gleichen. Aber dem nicht genug, die taz dann aber auch noch davon abzuhalten IHR EIGENES LOGO für Merchandise zu verwenden ist ja wohl mehr als lächerlich. Klar ist JW rechtlich über die Markenanmeldung abgesichert, aber ich denke der Image-Schaden ist wohl weitaus höher, wenn man so vorgeht wie JW als wenn man sich gutlich mit der taz geeinigt hätte und ihr die Verwendung für Merchandise auch genehmigt hätte.

    Was ich mich aber frage, wieso der Gestalter des Logos keine Urheberrechtsklage geben JW eingereicht hat? Immerhin haben sie sein Logo kopiert und nur leicht verändert. Ob das Logo als Marke eingetragen ist oder nicht spielt ja gar keine Rolle, oder?

  7. Fragt sich ehrlich gesagt, in wie weit solch eine Tatze eigentlich schützensfähig ist. Manch ein Anwalt würde bestimmt sagen, dass die „kreative Schöpfungstiefe“ nicht tief genug ist. WIE ist denn das JW-Logo geschützt? Die Tatze als Bildmarke alleine, oder mit Typo als Wort-/Bildmarke?

  8. Selten solch dummen Beitrag gelesen. Du bist sicher eifriger Leser des Intelligenzblattes BILD und BILDest dir deine Meinung immer schön aus der druckfrischen Klogazette. Objektive Meinung und Individualismus ist sicher nicht dein Ding. Im Sandkasten bist du der Star….

  9. @Tazler
    Kann es sein, dass Du den neutral verfassten Beitrag gar nicht gelesen hast? Aus Gründen der „Meinungsfreiheit“ lasse ich Deine heiße Luft mal hier stehen. Kommentare von Leuten, die nicht den Mut haben den Namen Preis zu geben und dazu noch eine „übliche Umgangsform“ vermissen lassen, wandern in den Spam-Filter, um Beleidigungen in jedweder Richtung zu unterbinden.

  10. Da fällt mir aber spontan nur das tolle Wort „Schöpfungstiefe“ ein, die ist bei einem Pfotenabdruck gleich 1 auf einer Skala bis 100.

  11. Also ich finde die Jack Wolfskin Tatze eh viel schöner!!!!
    Außerdem ist Jacki viel besser als die Zeitung!!!!
    Außerdem hat die taz Pech gehabt, wenn jacki damals schneller war und die tatze hat schützen lassen!!!!

  12. also wenn eine tatze denn nun die nötige schöpfungshöhe erreicht, dann müsste ja die taz bzw. Roland Matticzk, der logo-designer das grundsätzliche urheberrecht besitzen. dann müsste ja die registrierung von j.w. ungültig sein. oder wenn das logo wegen der minimalen unterschiede ein anderes ist, dann würde die taz ja nicht das j.w. logo sondern die tazze verwenden. -Kein Problem…

    wenn jetzt aber die tatze nicht die nötige schöpfungshöhe erreicht, dann müsste die taz das logo ja ebenfalls straffrei verwenden dürfen.

    ich versteh nur jetzt nicht warum die taz eigentlich das logo NUR mit dem zusatz „taz“ bzw. „die tageszeitung“ verwenden durfte und das jetzt nicht mehr darf? dadurch ist ja wohl eindeutig klargestellt dass es sich nicht um das j.w. logo handelt und damit besteht ja auch garantiert keine verwechslungsgefahr mehr… auch nicht bei produkten aus dem kerngeschäft…
    wie bei dem badetuch. (MIT taz-logo und Schriftzug „die tageszeitung“ – sieht ja voll nach j.w. aus…)
    damit wird ja stark in den geschäftsbereich des für seine badetücher weltbekannten BADETUCHherstellers JACK WOLFSKIN eingegriffen… #(

  13. Auf den ersten Blick sehen die Logos wirklich 100% identisch aus.
    Erst nach länegrem Betrachten stellt man grobe Unterschiede erst.

  14. Moment, Jack Wolfskin verwendet als Bildmarke noch einen Pfotenspur. In der ist dann die TAZ Pranke noch ähnlicher zu sehen! Sie ist bis auf eine Krümmung im Ballen und sehr leicht geänderten Krallenspitzen die eben „gleiche“. Aber auch die Wortmarke Tatze gehört zum Gut von Jack Wolfskin.

  15. Für das diesjähriges Bärentreffen ’09 in Stuttgart wurde ein T-Shirt mit einer extra für unser Bärentreffen gezeichneten „Bärentatze“ entworfen.

    Dieses T-Shirt kann nun erst verzögert in Produktion gehen, weil das Emblem geändert werden muß, um den abmahngeilen Anwälten von JW zu entgehen.

    Angeblich mahnen die Anwälte von JW bundesweit und sogar international Homepagebetreiber, T-Shirt-Produzenten, Bärenclubs etc. ab, welche eine BÄRENTATZE verwenden. JW geht wohl ziemlich hartnäckig gegen ALLES vor, was irgendwie mehr oder weniger ähnlich nach deren WOLFSTATZE aussieht!!! Nun ja, nicht umsonst hat der Hersteller der T-Shirts fürs Bärentreffen in Stuttgart den Produktionsbeginn verschoben, um ein neues Emblem zu entwerfen.

    Was nun die Jack Wolfskin WOLFSTATZE mit den BÄRENTATZEN von der Bärencommunity zu tun hat, bleibt wohl das Geheimnis von JW. Die Wolfs- u. die Bärentatze sehen nämlich unterschiedlich aus. Eine Antwort darauf wird Jack Wolfskin wohl schuldig bleiben, weil es denen hauptsächlich um Abzocke geht als um den angeblich unrechtmäßigen Gebrauch einen geschützten Markenzeichens.

    So lange es noch Anwälte und Gerichte gibt, die solche sehr hanebüchene Abmahnfirmen mit ihren noch hanebücheneren Abmahnungen unterstützen, wird diese Sauerei wohl noch länger am Laufen bleiben.

  16. Wenn, wie im Artikel von Peter Scheibe zu lesen, der Designer Roland Matticzk das Tazzen-Logo 1979 für die Tageszeitzung TAZ entworfen hat (wirklich keine tiefgründige Glanzleistung), dann ist die TAZ gegenüber Jack Wolfskin moralisch klar im Recht. Das Logo von JW, ob nun 1:1 identisch oder nicht, ist dem der Taz viel zu ähnlich – da fehlt jede Abgrenzung und sowas hätte der Designer der Jack Wolfskin Tazze merken müssen – 1982. Das sieht ja wie geplant aus, über den rechtlichen Weg.

    Ein schönes Beispiel, das Moral und Recht häufig nicht zueinander finden. Auch derjenige der eine Markenaffinität zu Jack Wolfskin hat sollte sich das mal durch den Kopf gehen lassen.
    Vorwerfen kann man einen Unternehmen wie der TAZ, dass sie die Marke über die Jahre nicht gesichert haben – der Markt kennt da keine Gnade.

    Greetz
    Till

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