Im Gespräch mit Coordt von Mannstein

Als vor einigen Wochen im dt das Erscheinungsbild von Ecuador-Tourismus vorgestellt wurde, ist einigen Lesern gleich die Ähnlichkeit mit der Glückspirale-Bildmarke aufgefallen, die sich wiederum von dem Logo der Olympischen Sommerspiele 1972 in München ableitet. Beide Zeichen wurden von Coordt von Mannstein gestaltet, der 1968 in Solingen eine Agentur gründete, und der zu den profiliertesten kreativen Köpfe in Deutschland zählt. Im Rahmen der Diskussion um das Ecuador-Design nahm er sich die Zeit, einen Kommentar im dt zu hinterlassen, was mich natürlich sehr gefreut hat. Einige Tage später sprach ich mit ihm, nicht nur über die Ähnlichkeit beider Logos, sondern ganz allgemein über Gestaltung, Branding, Crowdsourcing und den Wert von Design.

Wie sind Sie auf das Design Tagebuch aufmerksam geworden?
Ich kannte das Design Tagebuch bislang noch nicht. Erst durch das Ecuador-Design bin ich darauf gestoßen. Eine Mitarbeiterin hat mich darauf aufmerksam gemacht. Ein tolles Medium haben Sie da.

Wie bewerten Sie das Ende letzten Jahres vorgestellte Design von Ecuador-Tourismus, vor allem in Bezug auf das von Ihnen gestaltete Signet der Glücksspirale?
Es gibt wirklich eine überraschende Ähnlichkeit, die die Anmutung mit sich bringt, sowohl formal als auch inhaltlich. Ich sehe das aber nicht kritisch im rechtlichen Sinne. Es ist eine andere Konstruktion. Die Form dürfte aufgrund fehlender formaler Originalität rechtlich nicht schutzfähig sein, anders als die von mir gestaltete Strahlenspirale, die erst im Olympia-Logo zum Einsatz kam und dann in der Glücksspirale eine Fortsetzung fand. Zumindest in Deutschland verfügt sie ja über einen hohen Bekanntheitsgrad.

Sind Sie mehr Werber oder Designer? Was sind Ihre Schwerpunkte?
Meine Wurzeln sind das Grafikdesign. An der Staatlichen Akademie der 
Bildenden Künste Stuttgart habe ich Design studiert, auch arbeitete ich bei Anton Stankowski, durch den ich sehr geprägt bin. Meine ersten Erfolge waren 
im Designbereich. Erst später hat mich dann die Werbung interessiert. 1974 
wurde ich von der Universität Essen berufen, wo ich bis 2002 eine Professur für 
Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt „visuelle Kommunikation, 
Öffentlichkeitsarbeit und Werbung“ inne hatte. Das Visuelle ist sicherlich 
meine Triebfeder.

Müssen Sie Sich verbiegen, um als Werber tätig zu sein?
Ich habe da nie 
einen Bruch gesehen, im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen. Ich bin einfach 
daran interessiert, erfolgreiche Kommunikation zu machen – die muss nicht
 immer orientiert sein an dem, was man gutes Design nennt.

In einer Veröffentlichung haben Sie einmal gefordert, Politik müsse sich als Marke begreifen. Verkaufen sich die politischen Parteien derzeit gut? Wie bewerten Sie die Markenführungsqualitäten der großen Parteien?
Im Gegensatz zu einem Waschmittel tritt die öffentlich sichtbare politische 
Kommunikation ja nur zu Wahlkampfzeiten auf. In Nicht-Wahlkampfzeiten 
wird die Politik berichtet und hat insofern auch nicht so viele Möglichkeiten,
sich selbst darzustellen. Ein Waschmittel kann sich das gar nicht leisten. 
Es muss ständig präsent sein. Parteien, die ein sehr auffälliges Erscheinungsbild
haben, einen markanten Auftritt, profitieren natürlich davon. Ich denke da an 
die Grünen.

Und wie präsentieren sich, Ihrer Meinung nach, die Parteien im Internet?
Ich habe immer empfunden, dass die FDP dort ein Vorreiter war und das Netz
sehr gut und sehr frühzeitig für sich genutzt, und dabei auch Mitglieder für sich
 geworben hat. Ich halte das Angebot der FDP im Internet für informativ und
 auch unterhaltsam.

Seit einiger Zeit führen Sie einen Facebook-Account. Meinen Sie, Jeder sollte „personal branding“ betreiben? Wie wichtig sind Aktivitäten im Internet in Bezug auf eine Profilbildung?
Das ist ausgesprochen wichtig. Ich glaube, dass das Internet eine gute Möglichkeit bietet, sich selbst darzustellen und auch ein Netzwerk aufzubauen. Auch auf Facebook sieht man, welche
 Botschaften transportiert werden und auch, wie Menschen gesehen werden
 wollen. Gerade hier hat jeder die Möglichkeit, sich selbst zu einer Art Marke zu
machen.

Und das sollte jeder machen?
Das sollte jeder für sich entscheiden. Es kann jeder wahrnehmen. Die Ziele sind ja vollkommen unterschiedlich. Die Einen
 nutzen Facebook, um Botschaften unterzubringen, die mit ihrem Beruf 
zusammenhängen, Andere betreiben politische Kommunikation und wieder 
Andere stellen sich einfach nur selbst dar, mit einem gewissen
Unterhaltungswert. Und auch davon kann man sich dann ein Bild machen. Ich 
freue mich, einfach zu sehen, wie die Menschen sind. Ich denke, sehr viel
 Menschliches kommt dabei rüber. Ich denke auch, dass diese Form des 
„personal branding“ auch immer entscheidender wird, wenn es etwa um das 
Thema Bewerbung geht. Viele junge Leute gehen doch recht unbekümmert an 
die Sache, so dass sie einige Dinge vielleicht später einmal bereuen. Das ist eine 
gewisse Gefahr. Eltern und Schulen sind hier gefragt, damit der Umgang mit
 dem Internet frühzeitig gelernt wird.

Wie und für welche Zwecke nutzen Sie das Internet? Welche Netzwerke nutzen Sie außer Facebook?
Ich bin auch bei Xing, aber hier nicht sonderlich
 aktiv. Aktiv werde ich, wenn es darum geht, Meinungen auszutauschen oder ein
 Projekt voranzutreiben. Ich selbst mache mich aber kaum öffentlich. Das 
Internet ist das wichtigste Medium überhaupt für Information. In allen
 wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Bereichen ist das Internet nicht
 mehr wegzudenken. Es wird immer wichtiger.

Nutzen Sie Twitter, folgen Sie Politikern?
Ich bin dort gut unterwegs, ja. Ich schaue mir jedenfalls an, was dort geschieht.

Der Ausspruch „form follows function“, welcher dem Architekten Louis Sullivan zugeordnet wird, wurde zum Gestaltungsgrundsatz des Bauhaus. In wie fern hat dieser Grundsatz, an dem sich ja auch viele Designer orientieren, heute noch Gültigkeit? In wie fern orientieren Sie Sich an dieser Leitlinie? Oder welchen anderen Grundsätzen in der Gestaltung haben Sie Sich verschrieben?
Ich denke, da hat sich doch einiges sehr stark geändert. Es
 gibt heute ein kunterbuntes Miteinander formaler Auffassungen. Design ist
 heute beeinflusst vom Computer, von Pixeln, von Street Art und vielem mehr.
 Eine Identifikation ist heutzutage immer schwerer zu erreichen. Es geht um den
 gelebten, kultivierten Dialog zwischen einem Unternehmen, seinen Produkten
 und dem Verbraucher. Ich glaube, dass die Gesetzmäßigkeiten von früher hier
 nicht mehr gelten.

Ist Design wichtiger geworden?
Design spielt schon eine große Rolle, in der 
Wirtschaft, in der Kultur, im Sport, selbst in der Musik, die mit Design eine Art
 Symbiose eingeht etwa in Form von Covern und Musikvideos. Insofern spielt 
Design heute eine noch größere Rolle als früher. Unser Lebensraum ist mehr 
designt. Die Designwirtschaft wird vielfach Motor der gesellschaftlichen Entwicklung.

Haben Sie das Gefühl, dass der Designwert auf Unternehmensseite stärker erkannt und anerkannt wird?
Ich finde noch nicht genügend. Und man muss 
ganz stark daran arbeiten. Da ist natürlich ein Einbruch erfolgt, weil eben die Computertechnologie und die Designprogramme das Design demokratisierten nach dem Motto: Design kann jeder. Einerseits stimmt das ja auch in gewisser Weise, nur nicht jeder kann zwischen einer guten und einer schlechten Form unterscheiden. Insofern ist der Anspruch, die innere Haltung für eine signifikante visuelle Form von großer Bedeutung, gerade bei einem so schnelllebigen Medium wie dem Internet. Ich bin ganz sicher, dass Design für alle wirtschaftlichen Bereiche eine zunehmende Bedeutung bekommen wird. Manche haben das auch schon erkannt.

Wenn sich 100 Designer im Wettbewerb um einen niedrig budgetierten Auftrag rangeln – ich denke da an Portale wie designenlassen.de oder jovoto.de –, dann ist es um den Wert eines Designs nicht gut bestellt, oder wie beurteilen Sie das?
Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er sich an einem niedrig budgetierten Auftrag unter Wert verkauft oder anders herum, wie wertvoll ihm der Auftrag erscheint, z.B. zur Gewinnung eines Awards. In diesem Zusammenhang denke ich, es müsste noch viel mehr Wettbewerbe geben, die exzellentes Design im Internet auszeichnen. Einige gibt es ja, aber das ist sehr schwierig. Ich bin selbst Mitglied einiger Jurys und stelle immer wieder fest, dass die Beurteilung von Internetauftritten Zeit beansprucht und deshalb werden sie eigentlich unter Wert bewertet. Ein Plakat ist einfacher zu beurteilen. Wettbewerbe sind immer dienlich. An einem Wettbewerb kann man sich orientieren, sie geben Ansporn.

Und wie halten Sie es mit Agenturpitchs?
Bei Pitchs bin ich selbst ratlos und das sage ich nicht nur als Designer, sondern auch als Agenturchef. Pitchs unterscheiden sich erheblich gegenüber früheren Wettbewerben. Vielfach hat man gar nicht mehr die Möglichkeit, seine Ideen selbst vorzustellen, sondern muss sie einfach einreichen. Ausschreibungs-Komitees gehen bei der Bewertung nach einem Punktesystem vor, wobei ganz sicher nicht das Design in entsprechendem Maße berücksichtigt, gewürdigt wird. Insofern stehe ich diesen Ausschreibungsformen sehr kritisch gegenüber.

Fällt es Ihnen schwer, Moden im Kommunikationsdesign, wie etwa einem Glossy-Effekt zu widerstehen?
Da ist sicherlich sehr Vieles im Wandel. Jede Veränderung wird sofort aufgegriffen, wird von den Designern begrüßt und hinterlässt auch Spuren, aber sie ersetzt letztendlich nicht die Substanz, die Kraft einer Idee. Ich finde es aber begrüßenswert, dass man sich etwa einer Pixeltechnik bedient, die nun einmal entstanden ist, und die letztendlich zur formalen Grundlage eines Zeichens wird, wie etwa bei dem von uns gestalteten Logo zum 60-jährigen Jubiläum des Gropius Baus (Anmerkung der Redaktion: 60 Jahre – 60 Werke) oder wie beim Logo des Skilanglauf-Weltcup in Düsseldorf (Screenshot). Beide Zeichen entstanden aus solch einer Pixeltechnik. Bei richtigem Umgang können daraus sehr interessante Lösungen erfolgen.

Dank des Internets ist die Welt zum Dorf geworden. Logoentwürfe und Designs, die in Australien, Brasilien oder Japan das Licht der Öffentlichkeit erblicken, werden kurze Zeit später hier in Deutschland oder den USA diskutiert. Ist es heutzutage eigentlich noch möglich, etwas Einzigartiges zu gestalten?
Ja, immer wieder. Originäre Handschrift wird sich durchsetzen. Es kann nicht darum gehen, der Tagesaktualität nachzulaufen, sondern – und da kommt es wieder auf die Grundhaltung an –, die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema ist Voraussetzung und hat Anspruch auf Originalität im Design. Denn nur die Originalität ist es, die unterscheidet.

Was braucht aus Ihrer Sicht ein Logo, damit es seine Aufgabe als identitätsstiftendes visuelles Zeichen wahrnehmen kann?
Es muss eigenständig, merkfähig sein, es braucht Ausstrahlungskraft, es muss Orientierungswert haben. Im Zeitalter von online sollte es auch kinetisch anwendbar sein. Ich bin rückblickend schon stolz etwa auf die Glücksspirale, weil diese eben schon 1972 kinetisch angelegt war.

Muss ein Logo auch anecken können? Braucht es gar etwas „Schräges“?
Es muss etwas Eigenständiges an sich haben. Mag sein, dass das schräg ist (lacht), wichtig ist, dass es einen großen emotionalen Wert hat. Es muss ein Signal sein, es muss differenzieren und es muss anders sein. Die Formen sind ja weitestgehend vergeben. Je puristischer, umso eher stößt man bereits an Vorhandenes.

Kurz zur Erklärung: mit „schräg“ meinte ich etwa das Logo der Sommerspiele 2012 in London.
Ja, das ist schräg, aber sympathisch. Und die Emotionalität spielt eine ganz große Rolle, gerade heute. Ein Zeichen muss emotional bewegen.

Von Ihnen stammt ja unter anderem auch die ARD-1.
Richtig, die ARD-1 stammt in der Grundidee und Form von mir. Damals gab es die sogenannte „ARD-Pflaume“, das Vorgängerlogo. Nach Auftragserteilung durch die Intendanten der ARD war es meine Idee, dieses durch eine „1“ zu ersetzen. Motto: „Das Erste im öffentlichen Interesse“. Ich konnte mich seinerzeit nicht gegen die ARD-Kollegen durchsetzen. Die Idee mit dem Kreis, der um die 1 verläuft, hatte ich damals schon eingebracht. Erst viele Jahre später wurde meine Idee umgesetzt. Damals hatte ich in Karlsruhe einen Prozess verloren, weil eben eine 1 nicht schutzfähig ist. Simpel ausgedrückt: „Eine 1 kann jeder“. Das war in meinem Designerleben eine große Erfahrung und auch Enttäuschung.

Wie kommen Sie als Fernsehzuschauer mit der Virtualität von Studiodesigns zurecht? Wie gefällt Ihnen zum Beispiel das Design des ZDF-Nachrichtenstudios, das in dieser Form nun eineinhalb Jahre zu sehen ist?
Das Erscheinungsbild der Sender ist inzwischen klarer, aber auch seelenloser geworden. Sie vermitteln teilweise das Gefühl, sich in einer Utopia zu befinden. Das Design, etwa beim ZDF, ist sehr kalt. Es soll Größe und Kompetenz vermitteln. Die Bemühung wird sichtbar, die Nachrichtensprecher menschlicher erscheinen zu lassen, indem sie sich auch mit einem Augenzwinkern verabschieden können, das gab es früher nicht. Es ist der Versuch, die verloren gegangene Menschlichkeit im unterkühlten Design über die Personen wieder hinein zu bringen.

Können Sie ein, zwei Logos nennen, die nicht von Ihnen selbst stammen, die Sie aber für bemerkenswert erachten?
Das Beispiel ist immer der Mercedes-Stern, ein Klassiker, der heute noch modern ist. Hingegen ist das Zeichen der Deutschen Bank für mich ein schlechtes Beispiel, auch wenn es 
von Anton Stankowski stammt. Ein Zeichen aus einer Zeit, wo Tresordenken und Sicherheit gefragt waren. Es bringt zum Ausdruck , was eine Bank heute nicht sein soll, nämlich eingemauert, geschlossen, nicht kommunikativ. Ich finde Zeichen gut, die sich öffnen, menschlich sind, zugänglich sind, zum Beispiel wie der Schriftzug von E.ON. Sicher nicht im herkömmlichen Sinne von „gutem Design“, aber es hat sehr viel Emotion, obwohl es ein Unternehmen der Energieversorgung ist. Auch das neue Logo von IBM „mit der kleinen, strahlenden Weltkugel“  finde ich interessant, weil es ein Konzept in sich trägt.

Woran arbeiten Sie derzeit?
Wir arbeiten derzeit z. B. sehr erfolgreich für die Firma Brillux, einem Kunden, für den wir gerade eine Auszeichnung der GWA bekommen haben. Dort haben wir ein neues Programm „Scala“ entwickelt, das Designern und Architekten eine völlig neue Farbwelt erschließen wird. Auch für die AGIDA-Versicherung sind wir aktiv; ebenso für Kunden aus der Pharma-Branche wie z.B. Biolectra von Hermes.

Gibt es aktuelle Projekte aus der Politik?
Zuletzt haben wir den sehr erfolgreichen Wahlkampf der FDP zur Bundestagswahl 2009 und auch den zur letzten Europawahl gemacht. Aktuell arbeiten wir für die FDP Hamburg mit der kompetenten und attraktiven Kandidatin Katja Suding.

Noch ein Ausblick: Welche Botschaft müssen Ihrer Meinung nach die Wahlplakate der CDU und der FDP zum Ausdruck bringen, damit diese die Landtagswahl in Baden-Württemberg doch noch zu ihren Gunsten entscheiden?
Das ist eine schwierige Frage. In Baden-Württemberg muss es, glaube ich, darum gehen, den Menschen zu zeigen, dass das Land ganz stark von seinem wirtschaftlichen Aufschwung, seiner Industrie lebt. Es muss gelingen, die Menschen wieder dafür zu gewinnen, dass sie einen Aufschwung wollen, dass es vorwärts geht im Land und nicht rückwärts. Es muss der Politik gelingen, die Bewegung, die gegen den neuen Bahnhof ist, als einen folgenreichen Rückschritt darzustellen. Und das muss natürlich an eine Person gekoppelt sein, der man das zutraut.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Weiterführende Links bzw. Artikel:

35 Kommentare zu “Im Gespräch mit Coordt von Mannstein

  1. Ein sehr interessantes Interview, das in manchen Punkten noch hätte viiieeeel ausführlicher sein können (z.B. zum Thema „form follows function“) … ;-) Gerne würde ich solche Gespräche öfters hier im DT lesen.

    Bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass Herr von Mannstein schon aufgrund seiner langjährigen Erfahrung seine Wurzeln im „traditionellen“ Design hat, aber dennoch absolut auf der Höhe der Zeit ist. Und in diesem Spannungsfeld entstehen dann wirklich interessante Designs.

  2. Danke für dieses Interview, Achim!

    Finde einige Punkte sehr interessant, wie Ron hätte mich auch das Thema „Motto“ oder „Leitmotiv“ vertiefend interessiert. Weniger gefallen hat mir das Ende, wo es doch deutlich um politische Ansichten ging. Könnte aber auch an meiner persönlichen gegensätzlichen Meinung zu dem Thema liegen…

    Interessant auch, dass das Logo der Deutschen Bank hier als schlechtes Beispiel genannt wird, als Student des Grafik-Design habe ich selbiges bisher immer als gutes Beispiel angeführt bekommen. Ich kann beide Argumentationen nachvollziehen und bin nun verwirrt, muss mir wohl eine eigene Meinung bilden…

    Gruß, Phil

  3. Die Idee, an diese Stelle auch mal Interviews zu platzieren, ist wunderbar. – Insbesondere auch mit „alten Hasen“, wie Coordt von Mannstein. – Sehr schön zu lesen, dass er sich auch mit Social Network Marketing beschäftigt, bzw. seine Mitarbeiter.
    Als ehemaliger Mitarbeiter bei von Mannstein hatte ich seinerzeit kurzfristig Probleme, weil ich als erster Art Director mit einem Mac gearbeitet habe. Glücklicherweise hatte er sich den neuen Techniken letztendlich geöffnet. Er hatte erkannt, dass der Mac lediglich ein neues Handwerkszeug war, wie er heute erkennt, dass Social Networking ein neues Marketing-Instrument ist.
    An meine Zeit bei von Mannstein erinnere ich mich sehr gerne: Ich habe viel gelernt, insbesondere was politische Kampagnen angeht und Mitarbeitermotivation.

  4. @3: Ich finde das Deutsche Bank Logo wurde schon zu oft als gutes Beispiel für ein Logo zitiert. Mir selbst wurde das auch so beigebracht, ich hatte aber immer den Eindruck, dass diese Meinung sehr unreflektiert war und auch häufig da mal gerne nachgeplappert wurde… Design ist und bleibt eine subjektiv empfundene Sache und viele machen es sich leicht und finden gut, was andere gut finden (vor Ihnen gut fanden) – ohne es zu hinterfragen.

    Das DB Logo ist gut von der handwerklichen Sicht und aus Sicht der Bank. Die Kritik im Hinblick auf die Werte, die den Kunden vermittelt werden sollen kann ich sehr gut nachvollziehen! Ein Unternehmen, das „erfolgreich sein“ als eine Art Win-Win-Situation versteht, sollte seine Gestaltung primär an Unternehmenswerten und der Zielgruppe ausrichten.

    (-> naja, Banken sind eh so ein Thema. Ob die immer im Interesse der Kunden agieren oder nicht eher doch nur im eigenen Interesse…?)

  5. Aha, jetzt weiß ich, woher die Regenjackenwerbung mit der „kompetenten und attraktiven“ Katja Suding stammt.
    Aber davon abgesehen ein sehr interessantes Interview!

  6. danke an Achim für das Interview. Ich persönlich würde gerne mehr solche Beiträge lesen.

    zu Logo von Deutsche Bank. Ursprünglich war es von Stankowski + Duschek für Flughafen Stuttgart entworfen, wurde aber nicht angenommen. Ob es eine Legende oder eine reele Begebenheit ist kann ich nicht sagen. Mir hat es mal ein ehemaliger Mitarbeiter von S + D erzählt.

  7. Spannendes Interview – aber nicht Verwandt oder Verschwägert mit Erich von Manstein? Ach, der Gute heisst ja von Man(n)stein.

  8. „Es muss der Politik gelingen, die Bewegung, die gegen den neuen Bahnhof ist, als einen folgenreichen Rückschritt darzustellen.“
    Klar, S21 ist bekanntlich alternativlos… Echt unsympathisch solche Statements, geht voll in die Richtung „man muss Politik nur gut verkaufen können, dann sind Inhalte egal“.

  9. @Wolfsgrau Deine Frage ist so ziemlich das Dämlichste, was ich in den letzten Jahren hier im dt lesen durfte. Sie ist schlichtweg respektlos! So etwas ausgerechnet von einem Stammleser -kommentierer wie Du es einer bist zu lesen, erschreckt mich doch sehr.

    Ansonsten danke ich sehr für die positiven Rückmeldungen zum Interview! Auch mir macht das Lust auf weitere.

  10. @Achim: Wieso ist das schlichtweg erschreckend? Ist es etwa Respektlos, wenn ich frage, ob der ehemalige Bürgermeister von Stuttgart Rommel zufällig mit DEM Rommel verwandt sein könnte? Und gerade im Bezug auf von Manstein offenbarst Du anscheinend ein gravierendes, geschichtliches Defizit, wenn Du vermutest, daß ein (familiärer) Bezug zwischen von Mannstein und von Manstein für irgendjemand beleidigend sein könnte. Aber vielleicht erläuterst Du mir Deine These nochmal, ich steh nämlich gerade auf dem Schlauch und finde nämlich gerade Dein Posting relativ persönlich.

  11. Was mich hier ehrlich gesagt etwas irritiert, ist das konstant kleingeschriebene „Sie“ und die teils aneinanderklebenden Wörter. Hyperaktive Rechtschreibkorrektur, auf die Schnelle abgetippt oder Absicht? Und wenn letzteres: Warum? Stört IMNSHO sehr den Lesefluss.

    Inhaltlich betrachtet aber sehr gut, schön ausführlich ;)

    cu, w0lf.

  12. Das Interview wirkt z.T. extrem politisch, insbesondere die klaren Äußerungen Pro FDP.
    Finde ich ein wenig unpassend. Aber insgesamt sehr aufschlussreich.

  13. @ Wolfsgrau: Ich muss Achim Recht geben.
    Warum stellt man überhaupt solch eine Frage an dieser Stelle??? Da googelt man einfach – und gut ist.

    Im Übrigen: Was hätte das geändert, wenn jetzt tatsächlich eine verwandtschaftliche Beziehung bestanden hätte?

    Und: Wen interessiert’s?

  14. @Ralf: Bleibt doch mal gelassen, daß ist schlecht für die Pumpe. Mich hats interessiert – damit sind ja Deine beiden unteren Fragen beantwortet. Und zu Deiner ersten: Ich hätte es natürlich auch ins Broodwar.de Forum posten können, aber da hätte wohl mangels Themenrelevanz keiner so recht gewusst, was er mit v. Manstein und v. Mannstein anfangen soll. Und Du wirst lachen, gegoogelt habe ich tatsächlich, mich hats halt schlichtweg interessiert. Als alter schwäbisch-preußischer Exilant in den Hohenzollern-Erblanden werde ich von „von-Namen“ einfach magisch angezogen. Die Reaktion von Achim ist mir allerdings trotzdem suspekt.

  15. Anmerkung: Wenn die zwei Zeilen so eine Majestätsbeleidigung sind, dann löscht sie halt raus. Meine Güte, es lang mir fern, „den dämlichsten und respektlosesten“ Post im DT seit Erfindung des Klopapiers zu produzieren. Srsly!

  16. @fwolf Ich habe bezüglich der zusammenklebenden Wortpaare nachgebessert. Danke für den Hinweis. Bei der Wiedergabe von Reden, Dialogen u.ä. wird „sie“ klein geschrieben.

    Danke Ralf, so sehe ich das auch.

  17. wirkt auf mich etwass politisch.
    „arbeite mit anton stankowski, lehrbeauftragter .. blabla in visueller blabla“.
    dann seh ich da so ein glückspirale logo für ecuador und das erzählt alles für mich.
    aber leider ist er kein anton stankowski.

    aber danke für das interview.

    persönlich hab ich eh was gegen diese politischen „fame“ designer.
    kenn da so ein paar experten.

    aber die besten waren immer die bescheidensten.
    deswegen mag ich auch so gestalter wie massimo vignelli, kurt weidemann, otl aicher.

    die ganze „fame“geschädigten – fangen irgendwann an zu klauen weil ihr egoismuss ihnen irgendwann die kreativität stiehlt – werden die am ende irgendwelche gestalterischen „handwerker“ – die dann auch irgendwann versuchen ideen von studenten für sich selbst zu nutzen.

  18. @interessant: Kurt Weidemann „bescheiden“? Da sollte man den Herrn etwas besser kennen, aber natürlich schätze ich sowohl Herrn Weidemann wie auch den großen Otl Aicher.

    @Achim: Danke, dass da mal ein Interview erschienen ist, auch wenn das hier schon gesagt worden ist (soll motivieren).

    Was mich irritiert ist, dass eine politische Äußerung (hier meine ich NICHT die unglückliche von Manstein-Debatte!) oder Arbeit für politische Parteien sofort einen negativen Klang bei einigen Kolleginnen/Kollegen auslösen. Selbst wenn ich nicht die eine oder andere Partei wähle oder gut finde, so muss ich als Gestalter dennoch den Auftritt neutral bewerten können. Wenn ich bedenke, wie sehr die Werbung für Helmut Kohl auch noch in meiner Erinnerung ist, so hat Herr Mannstein da einen guten Job gemacht.

    Eine klasse Äußerung im Interview fand ich: „Ich bin einfach 
daran interessiert, erfolgreiche Kommunikation zu machen – die muss nicht
 immer orientiert sein an dem, was man gutes Design nennt.“ Das ist etwas, was viele immer wieder im Alltag erleben, dass die „gute Form“ allein noch nicht verkauft.

  19. Zum Kommentar von Coordt von Mannstein:

    Wer solche Logos oder Skizzen als JPG speichert sollte sein Diplom zurückgeben und die Praktikanten ranlassen.

    Max

  20. Aha, Max. Jetzt können wir endlich all die Wettbewerbe abschaffen, da wir das ultimative Kriterium zur Beurteilung von Designern in der Hand halten: nämlich in welchem Dateiformat sie Bilddaten im Internet zur Verfügung stellen!

    Ich bin sprachlos.

  21. wolfsgrau offenbart ja schon mit seinem namen wessen (braunes) geistes kind er ist. und dann meint er auch noch den dreckigen nazischergen v. manstein in schutz nehmen zu müssen. ich bin bestürzt das herr schaffrinna hier keine strafrechtlichen massnahmen ergriffen hat um diesen dreckigen schmutzfinken dingfest zu machen.

  22. Dank Dir Guido für den Hinweis bezüglich des RSS-Feeds. Habs soeben korrigiert. Es lag nicht an dem Anführungszeichen selbst, sondern an einem Code-Schnipsel, der sich davor befand.

  23. Vielen Dank, Herr Schaffrinna, für das Interview. Es ist immer wieder interessant, auf diese Weise hinter die Kulissen blicken zu können.

    Zu der Groß-/Kleinschreibung der Höflichkeitsform habe ich noch eine Frage. Ich kenne das mit der Wiedergabe von Reden oder Dialogen nicht. Gibt es das wirklich oder war das ein Scherz? Auf den ersten Blick erscheint es jedenfalls etwas ziemlich inkonsequent:

    Wie bewerten ↑Sie die Markenführungsqualitäten der großen Parteien?
    Und wie präsentieren sich, ↓ihrer Meinung nach, die Parteien im Internet?
    Sind ↓sie mehr Werber oder Designer? Was sind ↑Ihre Schwerpunkte?

    Kann man die genauen Regeln irgendwo nachlesen? Habe bei Wikipedia nichts gefunden, aber das heißt ja gar nichts.

  24. @Stefan (22): Ich war nur erschrocken wie die technische Entwicklung an Herr von Mannstein vorbeizog. Aber da ist er kein Einzelfall. Hier hat sich auch ein Dipl.-JPG-Designer ausgetobt (siehe Impressum).

    Es wird auch zukünftig Wettbewerbe und Ausschreibungen geben zu denen Designer und Hobby-Designer massenhaft kostenlos Logos abliefern werden, sich gegenseitig das Wasser abgraben und feststellen, dass der Verdienst zu niedrig ist.

    Max

  25. @Achim und @Gerhard Großmann
    Das Anredepronomen „Sie“ wird stets groß geschrieben – auch in Dialogen, Briefen etc. Der § 65 des Regelwerks zur Deutschen Rechtschreibreform ist da eindeutig (sorry, hab nicht ich mir ausgedacht). Die Duden-Redaktion stellte das auch mal richtig: „Das Anredepronomen „Sie“ und das entsprechende Possessivpronomen „Ihr“ schreibt man auch weiterhin groß, und zwar nicht nur in Briefen, sondern auch in der zitierten wörtlichen Rede“.

    @Max
    Herr von Mannstein (btw: knapp 75 J.) hat einen Blogkommentar mit zwei kleinen Bildern verdeutlicht. Dafür hat er zwei JPGs hochgeladen und verlinkt. Und weiter? Dass es technisch bessere Möglichkeiten gegeben hätte, die Bilder zu präsentieren – geschenkt. Seinen Zweck hat er effizient damit erfüllt (es ging weder um Langzeitarchivierung noch um Ladezeit- und Qualitätsoptimierung). Aufgrunddessen Kommentare loszulassen à la „Diplom zurückgeben“ find ich einfach nur daneben.

  26. Unabhängig vom Interview kann ich gerade nur meckern: auf der Website wird mal wieder nur nach Praktikanten gesucht, die aber bitte alle möglichen Grundkenntnisse mitbringen sollen: HTML, CSS, Flash, AS2/AS3, Photoshop. Einen Praktikanten zum ausbeuten, bitte.

  27. @Gerhard Großmann und Stefan
    Ok, ich habe es eben noch einmal in verschiedenen Stellen nachgeschlagen (Duden, Wikipedia). Auch Sebastian Sick schreibt in einem seiner Bücher: „Beim Siezen werden alle Pronomen großgeschrieben, und zwar immer und ausnahmslos, sowohl in der direkten Ansprache als auch bei der Wiedergabe eines Interviews“. Ich hatte mich da von der Duz-Form leiten lassen, die tatsächlich in Interviews und Dialogen eine Kleinschreibweise vorsieht. Bei der dritten Person ist dies allerdings anders.
    Danke für die Rückmeldungen. Ich habe es im Artikel dementsprechend korrigiert und bin nun schlauer.

  28. @Max 21
    Sach ma, gehts noch? Der Mann ist a) 75 und in kann auf ein äußerst erfolgreiches Designer-Schaffen zurückblicken, da darf man sicherlich mal ein JPEG statt PNG verwenden ohne dass hier jeder Klugscheißer sich lustig macht. Otl Aicher hätte wahrscheinlich eine Bleistiftzeichnung eingescannt und ist damit immer noch deutlich weiter vorne als 90% der Kommentatoren hier. Sich auf technische Spitzfindigkeiten einzulassen ist unter dem Niveau von guten Designern, dafür haben gute Leute nämlich keine Zeit!

    Zum hirnfreien Kommentar von Wolfsgrau äußere ich mich lieber nicht. Es ist halt das grundlegende Problem von Kommentarfunktionen, dass wirklich jeder Himpel seinen Senf dazugeben darf. Manchmal wünsche ich mir die Zensur zurück ;-)

  29. Leider fand ich, dass bei diesem Interview zwar recht viele interessante Themen angesprochen worden sind, jedoch keines dieser Themen wirklich so vertieft wurde, dass dieses Interview einen Mehrwert für einen Gestalter darstellt.

    Spannend wäre sicherlich eine enge Auseinadersetzung mit seinem Verständnis des Handwerks. Meinungen über Logos, die dann auch näher begründet werden würden.

    Es könnte durchaus sein, dass weniger Themen das Interview fokussierter gemacht hätten. Seine Meinung über das crowdsourcing ist weiniger interessant zum Beispiel. Auch die Aussagen zu politischen Kommunikation, anfänglich FDP als das best of und später dann sagen, dass man viel für FDP arbeitet, sind eher nebulös.

    EIn Paar kritische Fragen zu seiner Arbeit wären auch sehr spannend.

    Danke sehr dennoch Achim!

  30. zum wirklich hirnverbrannten wolfsgrau-nazi sag ich auch nix. was für ein trottel! echt mal. furchtbar das diesen nazis hier auch noch eine plattform geboten wird!!!!!

  31. Man muss nur mal auf die Seite von Wolfsgrau schauen, um zu sehen, was für ein drittklassiger wie talentloser Möchtegerndesigner er ist. Seine Beiträge entsprächen daher (vermutlich) auch seiner Art zu arbeiten: Schnell, geschmacklos und unüberlegt. Schade, das man solchen Leuten kein Berufs- wie Internetverbot auferlegen kann. Wirklich schade.

  32. What … WAIT .. WHAT? Die Diskussion verläuft in seltsame Richtungen. Bitte mit offenen Visier kämpfen, wenn schon Schmähkritik, dann doch bitte auch die Eier haben, den Link zu seiner Webseite mitanzugeben. Ansonsten muß ich ob dieser lächerlichen Beleidigungen aus dem anonymen Nirgendwo milde lächeln.

  33. Ich habe die Kommentarfunktion nun ausgestellt. Ich werde ganz sicherlich nicht zulassen, dass hier „gekämpft“ oder sonst irgend etwas wird. Ich finde es sehr ernüchternd, wie, und an dieser Stelle muss ich Wolfsgrau sogar in Schutz nehmen, Designer aufeinander rumhacken. Das ist ein ganz trauriges Bild, dass hier Einige abgeben, zumindest mich macht es traurig. Der Grund, weshalb die Diskussion „in seltsame Richtungen“ verläuft, liegt auf der Hand. Ich möchte solch abstrusen Querverweise hier nicht sehen. Es tut mir leid, aber ich muss das so deutlich sagen. Ebenso wenig möchte ich hier Äußerungen lesen müssen, die Andere diskreditieren.

    Ich bin offen gesagt etwas ratlos. Ich gehe immer davon aus, dass bei aller Notwendigkeit für Kritik Respekt – und jetzt wird es altmodisch – auch ein Mindestmaß an Höflichkeit von den Kommentierern aufgebracht wird. Kommentar 9 war der Auslöser dafür, dass diese Umgangsformen leider von Einigen über Bord geworfen wurden.

    Es kann ja nicht das Ziel sein, dass ich die Kommentarfunktion dauerhaft ausschalte. Ich möchte alle Kommentierer herzlich einladen, ihren echten Namen beim Kommentieren zu hinterlassen. Das ist etwas, was ich sehr zu schätzen weiß. Aus gegeben Anlass der Hinweis auf die Netiquette.

    Zusammenfassend in Facebook-Manier:
    Relevanz, Respekt, konstruktive Kritik = Gefällt mir!

    Danke an all diejenigen, die in diesem Sinne kommentiert haben.