Ich bin… Ich kann… Ich biete…

Arbeitsheft Positionierung Designer

Gerade als selbstständiger Designer sollte man seine eigenen Stärken und Schwächen genau kennen, um daraus ableitend entsprechende Leistungen anbieten zu können. Designer sind zwar grundsätzlich Generalisten, das schon, aber die Tätigkeiten im Umfeld Design sind derart vielfältig und komplex, dass man unmöglich alle Bereiche gleich gut abdecken und professionell bedienen kann, zu groß ist das Spektrum zwischen Reinzeichnung, Illustration, Typographie, Corporate Design, Design für digitale Medien, Kommunikation, Beratung, Lehre und Forschung.

„Ich bin … Ich kann … Ich biete …“ ist ein vor wenigen Tagen erschienenes Arbeitsheft, herausgegeben vom Internationalen Design Zentrum Berlin (IDZ), das dabei behilflich ist, sich als selbstständiger Designer und Kreativer am Markt zu positionieren.

Auch wenn sich das Heft, das für 8,50 Euro über die Website des IDZ zu beziehen ist, sich in erster Linie an selbstständige Designer richtet, erscheint es mir auch für diejenigen geeignet, die mit dem Gedanken spielen, Kommunikationsdesign zu studieren. Fragen wie „Was treibt Sie an?“, „Welche Fachkenntnisse möchten Sie in Zukunft vertiefen?“ oder „Wo sehen Sie sich beruflich in fünf Jahren?“ müsste (und sollte) man auch vor einem entsprechenden Studium beantworten können.

Alle Infos zum Arbeitsheft gibt es hier.

10 Kommentare zu “Ich bin… Ich kann… Ich biete…

  1. Was wir Gestalter wirklich brauchen ist endlich eine Lobby wie in allen anderen Berufen auf dieser Welt. Bis jetzt verkaufen wir alle uns tagtäglich weit unter Wert.
    Als Inhouse Designer in grossen Firmen und Konzernen habe ich feststellen müssen das wir uns vor lauter Einbildung eigentlich tagtäglich über dem Tisch ziehen lassen, zu wenig verdienen, zu viel Arbeiten und vom ansehen hier als Werber immer noch nebem dem Horizontalgewerbe stehen. Wer nicht versteht warum wir sowas brauchen darf gern mal bei der Wirtschaftswoche, Handelsblatt & co die aktuellen Gehaltsstudien lesen und feststellen das wir so viel verdienen wie eine Person in der Personalabteilung (2500 Euro). Apropos 2500 Euro, so viel verlangt mein Handwerker in Oberbayern für einen 7,5Meter langen massgefertigten Zaun. Kam mit einem nagelneuen Audi A6 zu mir.
    Und wir? Wir werben für andere, aber schaffen es nicht für uns zu werben.
    Traurig das die meisten nicht erkennen was schief läuft und einfach ohne murren alles hinnimmt.
    Wenn wieder mal raus kommt wie wenig die 80% der Gestalter verdienen wird’s beim Fontblog und hier wohl viel Aufregung geben, einen Sturm im Wasseglas der sich aber schnell wieder legt.
    Alle verharren in Duldungsstarre und verstehen nicht das man was ändern kann wenn man dafür kämpft.

    • Und daraus leitet sich, lieber de_signer, Deiner Meinung nach in Bezug auf die Positionierung als Designer was genau ab?
      … dass man sich vor diesem Hintergrund umso mehr Gedanken hinsichtlich der eigenen Positionierung machen müsste.
      … dass man sich sich einem Berufsverband anschließen sollte, um diesen zu stärken.
      … dass man gar nicht erst Design studieren beziehungsweise sich nach einer anderen Tätigkeit umschauen sollte.
      ?

      • Tja, Letzteres kann ich voll unterschreiben, Achim.

        Vielleicht wäre man ein begnadeter Handwerker geworden – eine andere Tätigkeit, die ebenfalls befriedigt, ist als die manchmal bessere Option nicht von der Hand zu weisen ;-)

        Offtopic:
        Sehe das persönlich mittlerweile undogmatisch. Wer mich holen will für den Hausgebrauch von dübeln, bohren, Wände verputzen …, habe da kein Problem mit …, da ich es mittlerweile ebenfalls kann und könne muss… ;-). Kann mir ja bei dem meist mickrigen Salär als Superdoll-noch-doller-Freiberufler meist gar nicht den Super-Handwerkler leisten den ich möchte, also mach ich es selbst … Gar nicht mal so schlecht. Handwerk rules.

  2. Ein notwendiges, ja ein „Pflichten“-Heft für alle.
    Auch für die, die längst schon im Geschäft sind.

    Überlegungen darüber hinaus:
    Tja … : Wie kann ein Generalist sich positionieren und wie formuliert man das dann …
    Der Basis-Konflikt an sich und der laufend zu bearbeitende Widerspruch steckt bereits in den Worten „Generalist“ und „positionieren“.

    Sich positionieren heißt ja nichts anderes als: sich prägnant aufstellen, prägnanter als die anderen und spitzer – wenn es geht. Das ist dann nicht der Generalist, sondern der Spezialist. An welcher Stelle im Schieberegler von Generalist zu Spezialist man sich in diesem Spannungsfeld bewegt, das muss sich selbst bewusst gemacht und muss bearbeitet werden.
    Sauschwer ;-( und diverse Iterationen habe auch ich hinter mir …, und bin mir selbst immer noch zuviel Bauchladen. Schei+++-Generalistentum … ;-)

    Zum Titel des Hefts „Ich bin… Ich kann… Ich biete…“:
    Für die innere Nabelschau genau richtig formuliert. Und nur für die.

    Für den zweiten Schritt, für die eigene Kommunikation nach draußen, wer man ist und was man kann, sollte man sich nach meinem Dafürhalten von den Formulierungen Ich kann und ich bin und ich biete weitestteils verabschieden. Das zieht noch lange keine Kunden/Auftraggeber an, denn diese müssen bei dieser Sender-orientierten Art ICH-Ansprache der ICHeritis oder der WIRitis für sich in seinem Inneren erstmal aufwendig übersetzen, was das denn für sie bedeutet, was sie denn davon haben. Das muss also im zweiten Schritt übersetzt werden in ihre Bedürfnisse, umgeschrieben vom ICH /WIR zum Du/SIE. Das muss Empfänger-orientiert werden. (Ähnlich schlimm das wenig prickelnde, oft lähmende und ungeschickte „Wir sind“, „Wir können“ und „Wir bieten“ der sonstigen Dienstleister und Firmen in ihrer Außenwerbung ).

    Dies für sich selbst übersetzen zu müssen, das kann und muss man dem angesprochenen Zielkreis ersparen. Indem man sein für sich selbst folgerichtig erarbeitetes Ich kann und ich bin … in ein: Das bekommen Sie definitiv, wenn Sie mich buchen. Eine am Benefit orientierte Argumentation.

    Selbsterkenntnis: Ich tue mich zugegbenermaßen trotz der richtigen Erkenntnis schwer damit – genau das fehlt den Designern oft: der kommunikatorische Schritt vom eigenen, manchmal etwas aufgeblähten Profi-ICH hin zu DU des Auftraggebers, damit er schneller versteht, was wir sind.

    @ de_signer:
    Für Ihre teils zornigen Ausführungen habe ich größtes Verständnis. Genauso ist es, wir machen DENEN zwar perfektest ihre Kommunikation, aber beherrschen leider unser eigene für unsere eigene Sache kaum.

  3. Wie eine Bestätigung der Aussagen erscheint mir Erscheinungsform und Preis dieser Broschüre. Da beißt die Katze sich in den Schwanz.

    Unsere „Lobbies“ wie z.B. AGD, BGD & Co. könnten von ihren bemerkenswerten Mitgliedsbeiträgen soetwas auch kostenlos und digital unters Volk bringen, so sie denn wirklich den Betroffenen helfen wollten.

  4. Als Grafikdesigner bin ich dankbar, dass diese wertvollen Ratschläge eines Branchen-Coaches weiterhin im Netzt angeboten werden:

    http://www.mind-line-diary.de

    Zum Thema … Akquisition, Akquisitionsstrategien, Akquisitionsmittel und Maßnahmen, Kundenbindung, Networking, Selbstmarketing, Nischenmarketing, Designer als Unternehmer, Selbstorganisation, Designer als Berater, Design-Ausbildung, Branchentrends, Trendforschung, Kommunikationswissenschaft, Unternehmenskommunikation, Persönliche Kraftfelder, Weiterbildung, Persönlichkeitsentwicklung, Menschen und Meinungen, Verbände und Organisationen … 1448 Artikel

    • Moin Yian,
      ah, Du willst also gratis haben, damit Du Geld verdienen kannst?
      Und warum sollen dann Deine Auftraggeber an Dich zahlen? Oder die hier oder da organisierten Designer für Deine Bedürfnisse oder Wünsche? Wir in der AGD zahlen auch für ihre Veröffentlichungen und Seminare. Außer für — die Gratisangebote findest Du sicher selber.

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