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Hamburger Morgenpost relauncht Mopo.de

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Hamburger Morgenpost Relaunch

Die Hamburger Morgenpost hat eine neue Website. Bislang zählte Mopo.de* noch zu der vom „Aussterben bedrohten Spezies“ von Nachrichtenportalen, auf der die Hauptnavigation links angeschlagen ist. Ab sofort navigiert der Leser auch in diesem Auftritt mit Hilfe einer horizontal ausgerichteten Hauptnavigation, und zwar dank Rollover für die Begriffe der zweiten Ebene  schneller als zuvor.

Die Gesamtbreite ist lediglich um 50 Pixel auf 820 Pixel angewachsen, sodass auch weiterhin Wide-Skyscraper hier bei 1024 Platz finden. Im Logo wurde der schwarze Balken entfernt, der bisher die Domain enthielt. In der Zeitungsausgabe wird der Balken samt Domain weiterhin abgedruckt. Der gesamte Header-Bereich ist nun rot gefärbt, was eine Ähnlichkeit mit Spiegel.de, Bild.de und express.de mit sich bringt. Letztgenanntes Angebot kommt ebenso wie Mopo.de aus dem Hause DuMont Schauberg. Ähnlichkeiten kommen nicht von ungefähr, denn auf Mopo.de kommt jetzt mit Coremedia das gleiche CMS zum Einsatz wie auf Bild.de und beim Kölner Express.

Während die Gestaltung des Headers einen einheitlichen Markenauftritt eher erschwert, hat sich das Schriftbild des Webauftritts stärker an die Printausgabe angeglichen. Überschriften sind nun jeweils in einer fetten Groteske dargestellt, was jedoch von einigen Stammlesern auf mopo.de als schwer lesbar empfunden wird. Auf meinem MacBook sieht das im Firefox sauber aus. Im Safari läuft die Arial black bei einer Größe von 14px tatsächlich etwas zu. In jedem Fall ist sie für den Auftritt stilprägend, ob man den Stil mag oder nicht.

Ansonsten findet sich auf mopo.de nun all das, was es auf anderen Nachrichtenportalen seit Jahren gibt: Nachrichten-Karussell, mehr Videos und Fotostrecken, Anbindung an die Sozialen Netzwerke und jede Menge „frische Online-Games“, mit denen unter anderen Sueddeutsche.de ja so unfassbar viel Traffic generiert (siehe Meedia), von wegen Qualitätsjournalismus und so.

* „Hamburger-Morgenpost.de“ fungiert lediglich als Weiterleitung auf „Mopo.de“. Anders herum wäre es eleganter.

Zu guter Letzt: Wer mag, kann gerne in einem Kommentar Nachrichtenportale nennen, die noch über eine linksseitig angeschlagene Hauptnavigation verfügen. Ich sammle so etwas.

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23 Kommentare

  1. Naja, Mopo als „Nachrichtenportal“ zu bezeichnen ist schon mutig und für die Kollegen von der Zeit, dem Spiegel oder der FAZ sicherlich schwer nachzuvollziehen. ;)
    Die Seite sieht halt genauso aus wie Bild, Bunte Gala und der ganze andere Kram.
    Reißerisch aufgemacht in Schwarz-Rot mit fetter Typo und Headlines, bei denen sich die Fußnägel aufrollen. Als „Gestaltung“ würde ich das alles in allem nur eingeschränkt bezeichnen.

  2. Naja, Mopo als „Nachrichtenportal“ zu bezeichnen ist schon mutig

    Ich gehe sogar noch weiter und sage QVC ist ein Fernsehsender. Aber im Ernst, was ist Mopo.de denn sonst? Der Begriff „Nachrichtenportal“ ist rein beschreibend und beinhaltet keinerlei Bewertung, höchstens in Bezug auf die Größe und da ist mopo.de mit 3.5 Mio Visits ordentlich aufgestellt. Dass SpOn etwa 40 mal größer ist, nun gut.

  3. Leider wieder einmal ein Projekt bei dem die divitis ausgebrochen ist. Warum sollte man die Inhalte auch ihrer Bedeutung entsprechend auszeichnen. Was den Inhalt, Die Funktionen und das Design betrifft gibt es, wie bereits von dir beschrieben, auch nichts neues. Alles Gründe warum sich morgen wohl niemand mehr für diesen “Relaunch” interessieren wird.

  4. Wieso nutzt man Arial Black und setzt die dann auch noch künstlich auf Bold? O_o
    Das sieht ja mal total furchtbar aus…
    Und warum solche Seiten immer noch linksbündig gesetzt werden versteh ich auch nicht.

  5. @Moritz Express.de sowie Mopo.de wurden von DuMont Net erstellt. Ist ja fast wie bei Viacom- Alles sieht gleich aus ;)

    Ist eigentlich nix neues, aber trotzdem eine klare Verbesserung

  6. “„Hamburger-Morgenpost.de“ fungiert lediglich als Weiterleitung auf „Mopo.de“. Anders herum wäre es eleganter.”

    die umleitung von mopo.de auf hamburger-morgenpost.de funktioniert doch. schön, dass sich die hamburger die domain holen konnten bzw. dies auch gemacht haben.

  7. Drei von acht Hauptnavipunkten sind “Girls” (mit Schmuddelbildern), “Spiele” (mit dutzendfach gesehenen Flashgames) und “Shop”. Geldverdienen in allen Ehren, aber ich dachte immer, Nachrichten wären bei einem Nachrichtenportal das Wichtigste.

  8. Links angeschlagene Navigation gibt es derzeit noch bei an-online.de, der Onlineversion der Aachener Nachrichten. Die Schwesterseite az-web.de (Aachener Zeitung) setzt schon seit geraumer Zeit auf horizontale Navigation. Inhaltlich sind beide Seiten komplett identisch (über die URL kann man das Template wählen)

    Sorry, bis vor einigen Tagen war die Naviagtion links angeschlagen. Jetzt ist auch der Seitenkopf derselbe wie bei az-web.de. Also keine Unterschiede mehr außer dem Logo und geringfügigen farblichen und typografischen Abweichungen.

  9. Im Prinzip ist die Seite nur ein Zwilling von Bild: Quasi Bild für Hamburg.
    gleiche Zielgruppe, gleiche Themen, gleiches Aussehen.

    Bild hat da mit der Typografie Ihrer “Zeitung” eine gewisse Designkultur geschaffen, die einen hohen Erkennungswert hat und offensichtlich so gut ist, dass sie Nachahmer schafft.

    Wer keinen Wert auf eigenständigen Inhalt legt, muss ja auch keine Zeit und Geld auf eigenständiges Design legen. Was sich bewährt hat, ist gut genug, also kopieren mopo.de, express.de und Co untereinander nicht nur die Inhalte, die in dutzendfachen Kopien im Netz kursieren, sondern gleich die Verpackung mit.

    Im Vergleich zur alten Website ist es dennoch ein absolut gelungenes Redesign! Für alle die sich noch wundern, dass hier Arial Bold so inflationär eingesetzt wird: Das muss so sein! Das gehört zum Lifestyle der Bild-Leser-Generation. Ordentlich paar aufs Maul, dass es knallt! So sind die Themen, so ist die Schrift. Wesentlich schneller und lauter. Ist also völlig zielgruppenaffin.

    Grüße aus Nürnberg
    Andreas Wünsche

  10. also dieses plakative “morgenpost” vorher fand ich schon sehr prägnant.
    verhalf dieser marke an prägnanz. im nachhinein – naja.
    hätte man nicht unbedingt so relaunchen müssen.
    wenn ich hier noch lese bild – ok – vorbei.

  11. @Achim
    Also ein Portal, bei dem augenscheinlich (fast) nur darum geht, niedere Instinkte (Promi-Klatsch, Sensations- Horrormeldungen und Nackerte) zu befriedigen ist für mich kein Nachrichtenportal. Sorry. Zitat „Meistgelesen Artikel“:
    1. BEERDIGUNG VON “SEXY CORA” In der Kapelle lief Rap-Musik
    2. WEN LIEBEN DIE PROMIS? Raute oder Totenkopf?
    3. TODES-CRASH Mittelstenahe: Ein Dorf versinkt in Trauer
    4. BUNDESWEHR-DISKUSSION BEI LANZ Schweiger: „Mein Unteroffizier war wirklich dumm wie Brot“

    Also bitte.

  12. @Jörg (19)
    Natürlich ist mopo.de ein Nachrichtenportal. Was soll es auch sonst sein? Nur weil die Redaktion andere Schwerpunkte als andere Zeitungen/Nachrichtenportale setzt, heißt das noch lange nicht, dass es nur noch um Unterhaltung geht. Klar, die Nackerten sind keine Nachricht, der Rest dann schon, auch wenn man selbst sowas nicht lesen würde. Der angeführte “Spiegel Online” zeigt im Moment neben Nachrichten zu Ägypten (1. und 2. Artikel) auf der Startseite auch “TV-Comeback: Monica Lierhaus soll für Fernsehlotterie werben” (3. Artikel) und “Promi-Apartmenthaus in New York Rassismus-Streit im legendären “Dakota”” (4. Artikel) sowie an sechster Stelle “Lawine am Gasherbrum II: Achttausender-Besteiger entkamen knapp dem Tod”. Soviel zum Thema “Prominews” und “Sensations-Horrormeldungen”. Sicher hat die MoPo wenig Meldungen zu internationalen Themen, der Schwerpunkt der oberen Startseite liegt aber auf Nachrichten aus und zu Hamburg (was für ein Wunder, es handelt sich ja um eine regionale Tageszeitung), u.a. zur kommenden Wahl.

    Die Auflistung der meistgelesenen Artikel von Spiegel Online sieht derzeit übrigens so aus:
    1. Goldene Kamera: Monica Lierhaus lässt Günter Netzer zittern
    2. Super Bowl: Christina Aguilera vermasselt Nationalhymne
    3. Rockgitarrist: Gary Moore ist tot
    4. Fall Mirco: Polizei weist geständigem Täter Lüge nach
    5. Monica Lierhaus’ Comeback: “Da bin ich”

    Auf n-tv siehts ähnlich aus. Daher zeigt Spiegel Online ja auch lieber erstmal die “Verschickt”-Artikel im Tab. Die Artikel in SPON sind (wenn auch anders geschrieben) übrigens oft nicht weniger knapp und tendenziös als in sog. “Boulevardmedien”.

    Wie dem auch sei: “Unter Nachricht versteht man einen Bericht über ein Ereignis, das die Öffentlichkeit interessiert.” (Carl Warren, ABC des Reporters). Nicht mehr und nicht weniger…

  13. Endlich wurde das Design der Mopo mal angepasst. Vorher war es immer das Grauen mit der Navigation auf der linken Seite! In meinen Augen ist die neue Webseite sehr gelungen, obwohl ich gleichzeitig auch ein wenig enttäuscht bin, da das neue Aussehen doch stark dem von Bild.de ähnelt. Findet ihr nicht?

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