Gruner + Jahr richtet Henri-Nannen-Preis neu aus

Nannen Preis Logo

Seit 2005 werden mit dem Henri-Nannen-Preis journalistische Bestleistungen ausgezeichnet. Nachdem das Verlagshaus Gruner + Jahr, Stifter des Preises, in diesem Jahr die Verleihung aufgrund von innerbetrieblichen Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen ausgesetzt hat, wird der Preis im kommenden Jahr wieder verliehen, dann mit leicht verändertem Namen und in neuer Aufmachung.

In den vergangenen Jahren wurde der Henri-Nannen-Preis von verschiedenen Seiten kritisiert. Preisträger Jacob Appelbaum ließ im letzten Jahr die Skulptur aufgrund angeblicher Nazi-Propaganda des Namensgebers Henri Nannen einschmelzen. 2012 lehnten Redakteure der Süddeutschen Zeitung aus Protest die Annahme des Preises ab, da im gleichen Jahr Journalisten der BILD-Zeitung die Auszeichnung erhielten.

Visuell neu ausgerichtet und ohne den Vornamen von stern-Gründer Henri Nannen im Namen werden die Preise 2016 wieder vergeben, und zwar in den folgenden sechs Kategorien: Reportage / Egon Erwin Kisch-Preis, Investigation, Dokumentation, Web-Reportage, Foto-Reportage, und Inszenierte Fotografie.

Der Verzicht auf den Vornamen „Henri“ erfolge nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern aus grafischen, so Gruner + Jahr auf Anfrage. Analog zur Namensänderung wurde die Domain von henri-nannen-preis.de auf nannen-preis.de umgestellt. Entworfen wurde das Logo vom G+J-Grafikteam.

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15 Kommentare zu “Gruner + Jahr richtet Henri-Nannen-Preis neu aus

    • na damit hat es ja – außer der Farbe Rot – nun gar nix zu tun.
      … aber wirklich toll ist das Logo trotzdem nicht, wirkt ein bisschen hilflos … irgendwie, als wäre einem so gar nichts eingefallen …

      • Auch mein erster Gedanke war UNIQLO, Carlos.

        Beide Zeichen eint, neben der Farbe Rot, nicht nur die Rechteckform sowie der Umstand, dass ausschließlich Majuskeln zum Einsatz kommen, sondern auch das Gestaltungsprinzip der Mehrzeiligkeit. Das sind immerhin vier Gemeinsamkeiten. Hinzu kommt, dass im Q eine ebenfalls rechtsgeneigte diagonale Abwärtsbewegung vollzogen wird wie in den, nennen wir sie einmal, Verbindungsstrichen im NANNEN-Schriftzugs.

        • … ich wollte damit eigentlich auch nur zum Ausdruck bringen, dass hier meiner Meinung nach Welten zwischen den beiden Logos liegen … Ich finde, es gibt mehr Trennendes als Geimeinsames

  1. Finde das Logo in seiner Gesamtheit eigentlich schon „okay“. Was mir missfällt ist, dass das „A“ offensichtlich etwas misshandelt wurde. Schaut arg gestaucht aus, um es auf die gleiche Breite wie das „N“ zu bekommen. Beim „E“ hingegen wurden die Querstriche scheinbar verlängert, was allerdings weniger negativ auffällt, als die zuvor erwähnte Stauchung.

  2. Ich kann es irgendwie nicht leiden, wenn Worte oder Namen einfach in Buchstaben-Grüppchen aufgeteilt und dann in mehreren Zeilen positionieret werden… Na gut, hier spielen zumindest die verbundenen Linien als Designeffekt positiv mit ein, aber insgesamt tut man sich beim Lesen sehr schwer.

  3. Wie ein senkrechtes, gestürztes Netto-Preisschild oder wie ein Preisschild von NanuNana. Wow.
    Und: Abwärts, nach unten stürzende Linien sind ungünstig. Negativ. Depressiv. Nix Gutes.
    Warum verrät das keiner mehr der jungen Designer-Generation.

    Schrott also, was die psychologische Linienführung betrifft.
    Aber Hauptsache, man hat was mit den vielen N gemacht, was für Marketingfritzen wie nach einer Idee aussieht.
    (Aber keine ist.)

  4. Durch die rote Farbe zieht es den Blick auf sich und ist dann nur schwer lesbar; ist einem der Preis unbekannt, kann man nichts mit dem Logo anfangen, denn nichts deutet auf die Person Henri Nannen oder den journalistischen Bezug hin. Entweder überschätzen die Gestalter also die Bekanntheit der „Marke“ oder sie haben nur eine kleine, informierte Zielgruppe im Auge gehabt.

    • Dass sich in einem Logo ein thematischer Bezug widerspiegeln müsse, der gewissermaßen die Legitimität des Zeichens begründete, basiert auf der Annahme, ein solches Logo müsse erklären, müsse seinen Absender beschreiben. DAS … ist jedoch nicht die Aufgabe eines Logos, schon gar nicht die zentrale. Vielmehr geht es darum, dass ein Logo mit einem bestimmten Absender in Verbindung gebracht werden kann. Prägnanz und Memorierbarkeit, die sich in erster Linie durch Einfachheit in der Formgebung erreichen lassen, sind dafür wesentlich entscheidender, als die Fähigkeit, ein Produkt oder ein Unternehmen zu erklären. Das Erklären übernimmt in aller Regel der Kontext, in dem das Logo zum Einsatz kommt. Befindet man sich beispielsweise auf der Website nannen-preis.de oder erhält eine Einladung zur Preisverleihung, geht aus diesen Medien bereits der Bezug hervor. Nur weil der Bezug im Logo fehlt, sagt dies nichts über dessen Qualität aus. Nichts im Apple-Logo erklärt das Unternehmen und dessen Produkte. Nichts im Visa-Logo erklärt, dass es sich um eine Kreditkarte handelt. Und so weiter.

      Ich würde es so formulieren: Logos, die einen thematischen Bezug erkennen lassen, beispielsweise wie das WWF-Logo, bieten einen Mehrwert. Voraussetzung und zwingendes Kriterium ist dieser Bezug jedoch keineswegs.

      • „Das Erklären übernimmt in aller Regel der Kontext, in dem das Logo zum Einsatz kommt.“

        Richtig.
        Gute Designer und gute Marketingleiter wissen das.

        Erklär das mal einem mittelständischen Unternehmen, das nicht allzuviel Geld für den „Kontext“ hat oder ausgeben will oder nicht einsieht, dass es dieses Geld ausgeben soll.
        Folglich wird alles, was nicht bei drei aufm Baum ist, in das Logo gedrosselt.
        Man denkt, das Logo soll das alles leisten und verschleißt durchaus auch mal mehrere Grafiker. Macht nix, die wachsen ja ökologisch nach.

        Man kann, wenn man freiwillig für derartige Firmen arbeitet oder unfreiwillig areiten muss, die nicht Apple sind, nur proaktiv Schadensbegrenzung leisten. Indem man erklärt und behutsam eingrenzt. Einen geistigen Kopfstand macht quasi. In der Hoffnung, nicht sofort gekickt zu werden, sondern nur ein wenig später in Ungnade zu fallen. Wenn es an den Claim unte diesem überladenen Ding geht …, nächster Krisenherd, wenn man für Nitverstan arbeitet …

        Apropos Apple. Als Apple anfing, sah deren Logo noch so aus, es hat sehr wohl aufwendig erklärt. sogar die bunten Streifen sollten das wohl („digital“) sagen:
        https://www.google.de/search?q=altes+apple+macintosh+logo&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwim7YeQoK7JAhXFuhoKHRb6DOAQsAQIIA&biw=1669&bih=853

        Es braucht einen gewachsenen Kontext.
        Den haben jungen Firmen per se nicht, ältere kleine Firmen einen mageren.
        Es helfen Storytelling und Rundum-Maßnahmen, doch Geiz ist immer noch geil.
        Und Apple war auch mal arm …, man glaubt es nicht. ;-)

  5. Ich finde das Logo ganz gut und eine deutliche Verbesserung zum Alten. Das erinnerte mich immer etwas an KFC und deren Colonel Sanders, auch farblich.

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