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Grüne Woche auf der IAA

Die Slogans, Werbesprüche und Versprechen an den aufpolierten und illuminierten Messeständen ähneln sich. Beim Schlendern durch die Hallen klingt es von allen Seiten in der gleichen Tonart. Emissionsarm, CO2-Reduzierung, Airdream, Eco und sogar Bio hört und sieht man an jeder Ecke. Wer nicht einstimmt in diesen Canon, riskiert sein Image auf’s Spiel zu setzen. Gut, Lamborghini, Ferrari oder meinetwegen Bentley haben gar kein Interesse mitzusingen. Die Halle der Boliden erscheint wie eine Gegenveranstaltung. Eine Trotzmesse. Die Raucherecke. Die Kundschaft dieser Spritschlucker interessiert sich nur für die Pferdestärken unter der Motorhaube. Die Parolen zum Thema CO2 kommen in diesen Räumlichkeiten nur noch als leises Gesumme an. Wenn überhaupt.

IAA Emissionen
Zuweilen wähnt man sich auf der Grünen Woche und nicht auf einer Messe, bei der immer noch in den meisten Fällen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren in Szene gesetzt werden. So grün – zumindest thematisch – war wohl noch keine IAA zuvor. Wie schon vermutet wird die 62. Ausgabe der Motorshow vom Thema verbrauchsarme Fortbewegung dominiert. Dabei wagen die meisten Automobilhersteller einen Drahtseilakt zwischen dem ambitionierten Prozess des Umdenkens, der nun eingeleitet werden soll und dem Klischee mit dem grünen Thema den schlechten Ruf aufbessern zu wollen. Kein leichtes Unterfangen. Toyota als neue Nummer 1 der Automobilhersteller, unter anderem aufgrund der über eine Millionen verkauften Hybridfahrzeugen, kann sich lässig zurücklehnen. Image aufpolieren? Wir doch nicht. Da müssen die europäischen und amerikanischen Hersteller schon eher erklären, warum erst jetzt der große Schub kommt.

abgelegt in Über den Tellerrand, erstellt von Achim Schaffrinna am 13.09.2007 | 06:57
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6 Kommentare zu 'Grüne Woche auf der IAA'

  1. am 13. September 2007 um 14:00 Uhr

    Traurig ist, dass es sich fast ausschließlich um Studien handelt, die erst in 2-5 Jahren in die Serienproduktion gehen. Man verpasst sich jetzt schon ein grünes Image, ohne wirklich halten zu können, was man verspricht.

  2. soophie
    am 14. September 2007 um 12:26 Uhr

    Ferrari und Lamborghini als Raucherecke der IAA – schön gesagt.

  3. BigWhoop
    am 14. September 2007 um 19:43 Uhr

    Warum erst jetzt der große Schub kommt? Weil Bio erst jetzt wirksam kommuniziert wird. Vor noch nicht einmal fünf Jahren hat sich keine Sau für ein sparsames Auto interessiert, mal abgesehen von ein paar wenigen.

    Die Hersteller sind aber selbst auch nicht unschuldig. Immerhin haben sie das Thema ebenfalls stiefmütterlich behandelt. Ich erinner mich noch dunkel an den VW Lupo ECO (http://www.autozine.de/text/74.html), den keiner wirklich haben wollte und von VW fast schon versteckt wurde. Interessierte sich doch wer dafür gab es den Preisschock.

  4. am 04. März 2008 um 18:07 Uhr

    [...] ist klar. So grün, wie die IAA 2007, ist die Autoschau in Genf jedenfalls nicht. Nur noch wenige Marken setzen sich auf einem [...]

  5. am 04. März 2009 um 10:05 Uhr

    [...] also nach dem grünen Autojahr nun das Jahr der Emotionen, der Liebe gar? Die Singlebörse für gefallene Automarken. Nun ja. [...]

  6. am 29. Dezember 2009 um 09:28 Uhr

    [...] kommt es einem schräg vor, wenn die gesamte Automobilbranche sich plötzlich auf der IAA grüner Ideale verschreibt. Das nimmt ihr keiner ab. Allzu leicht entpuppen sich [...]



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