Expo 2020 Dubai Logo

Geschichte trifft Zukunft – Logo der Expo 2020 in Dubai

Expo 2020 Dubai Logo

Bereits seit zweieinhalb Jahren steht Dubai als Gastgeber der Weltausstellung Expo 2020 fest. Vor wenigen Tagen wurde das finale Logo vorgestellt, mit dem sich die Wüstenmetropole anlässlich der Expo präsentieren wird.

Im Rahmen des Vergabefahrens hatte sich Dubai im November 2013 gegen Izmir, São Paulo und Jekaterinburg durchgesetzt. Es wird dies die erste Weltausstellung in einem arabischen Land sein. Entsprechend feierlich wurde das Logo vorgestellt, dessen ornamentale Anmutung an die antike Vergangenheit der Region erinnern soll.

Angelehnt ist das Logo an einen Ring, der im Jahre 2002 bei archäologischen Ausgrabungen entdeckt worden ist. Der Ring repräsentiere den Status der Vereinigten Arabische Emirate als junge Nation mit starken Verbindungen zu frühen Kulturen.

Die Expo 2020 wird im Zeitraum Oktober 2020 bis April 2021 stattfinden.

Expo 2020 Dubai Logo

Mediengalerie

Das goldfarbene Ring-Logo ist wohlgemerkt nicht der Siegerentwurf des eigens im vergangenen Jahr initiierten Expo-2020-Logowettbewerbs, zu dem über 19.000 Arbeiten eingereicht worden sind. Nachfolgend die drei Finalisten-Logos:

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3 Kommentare zu “Geschichte trifft Zukunft – Logo der Expo 2020 in Dubai

  1. Wir sprechen hier ja nur über Design – nicht über die Tatsache wie paradox es ist eine Expo die für Außendarstellung und Austausch steht in einem Land abzuhalten in dem man geköpft wird wenn man schwul ist oder den falschen Mann liebt (Man darf gespannt sein auf den Pavillon der UAE). Die Besinnung auf Gold – als Dreh- und Angelpunkt der UAE-Geschicht finde ich stimmig. Da passt der farbliche Übergang von schwarzbraun auf Gold, auch semantisch (aus Rohöl mach Gold). Deutlich mehr Bezug zum Land als die vermeintlich weltoffene Färbung der anderen Vorschläge. Ich bin wahrhaft zwiegespalten – aber objektiv betrachtet passt der neue Entwurf wahrscheinlich besser zum Land. Abgesehen davon ist das Logo wohl eher ungeeignet für eine digitale Darstellung wie man wunderbar auf der Website sehen kann.

    • interessant geschrieben. vielen dank. auch ich teile deine sicht, weiß aber (aus erster hand), dass man traditionen, sicht- und (teils erkämpfte) denkweisen nicht über bord werfen kann oder gar möchte. die arabische welt macht hier einige schritte in richtung west und umgekehrt. die welt wird sich vor und während dieser expo-zeit abwenden vom ’negativen‘ und wohl erst wieder in der aufarbeitung danach sich daran erinnern, dass da doch was anders war…, ähm, ach ja: ‚menschenrechte’… ob nun geschichtlich, politisch, wirtschaftlich oder sonstwie gewichtet.
      ich wünsche dem vorhaben jedenfalls eine klar verständliche linie. nicht bloss das areal sein für pavillons und gimmicks sondern die weltbühne geben für das stück „ONE WORLD or how to choose between the first or last steps“…

  2. Die Kommentare von Sebastian und +t2 sagen schon einmal das wichtigste zum Grundproblem. Mit etwas Glück bringt so eine Veranstaltung vielleicht auch ein kleines bisschen mehr weite Welt ins Emirat. Allerdings – auch wenn das ein riskanter Vergleich ist – wurde Berlin durch die Olympiade 1936 auch nicht plötzlich liberal.

    Hier geht es aber um das Logo. Grundsätzlich finde ich das Motiv sehr gut gewählt, jedenfalls übertrifft es die kompletten Banalitäten der Finalisten-Logos bei weitem. Die Ausarbeitung schwächelt weil man wohl etwas zu viel zum Ring (der ist genial den will ich!) hinzugefügt hat. In jedem Fall lässt das Kandidatenlogo grüßen! Siehe auch: http://www.designtagebuch.de/fuenf-kandidaten-fuer-die-expo-2020/

    Über Verläufe muss man nicht schon wieder streiten, die sind nur sehr selten gut umsetzbar, beim DHM-Logo von Thoma+Schekorr etwa, bei diesem Expo-Logo eher weniger.

    Dann kommt noch das Problem der Mehrsprachigkeit dazu, das mich schon lange fasziniert. Wenn eine Sprache „andersrum“ ist, macht das vieles schon leichter. Wie „Piazza Walther-Platz“ z. B. in Südtirol. In solchen Fällen kommt das entscheidende in die Mitte. Bei Arabisch oder hebräisch geht das sogar wegen der Leserichtung oft noch viel besser, eigentlich eine geniale Herausforderung.

    Dieses Ergebnis hingegen ist dann doch nicht perfekt da es zu egozentrisch ist. 90% werden Expo lesen und nicht إكسبو. Das aber klebt dann zu nahe an der Jahreszahl. Ob der lateinische Text in Versalien sein muss wäre nochmal ein anderes Thema, jedenfalls wird das Gesamtbild dadurch nicht harmonischer.

    Es hätte jedenfalls schon viel geholfen إكسبو im Tonwert zurückzunehmen und, ganz wichtig, den englischsprachigen Text in die zweite Zeile zu setzen und dann in der dritten den arabischen, wieder tonwertreduziert, so hätte der Großteil der Welt alles kompakt erfassen können und die Araber hätten auch ihren Text viel besser erkennen können.

    PS: Wie ist es möglich, dass aus 19.000 (!) Arbeiten drei derartige Banalitäten ins Finale kamen?

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