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George Washington University erhält neues Corporate Design

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George Washington University Logo

Die George Washington University, gegründet 1821, hat sich ein neues Corporate Design zugelegt. Zu den Absolventen der Privatuniversität zählen zahlreiche einflussreiche US-Politiker, darunter der ehemalige US-Außenminister Colin Powell. Im Mittelpunkt des Redesigns stand neben einer größeren Gewichtung typographischer Elemente vor allem auch das im Logo enthaltene Porträt des Namensgebers, das anstelle einer malerischen Darstellung nun einen illustrativen Charakter aufweist. Ein Logo im strengen Sinne ist beim Redesign allerdings nicht herausgekommen.

Die Überführung der malerischen Darstellung in eine Illustration ist sicherlich eine gestalterische Herausforderung. Als zeitgemäße Überführung der Formsprache in die Gegenwart kann das Ergebnis durchaus überzeugen. Vorlage für die Darstellung ist eine Büste des ersten Präsidenten der USA, die sich auf dem ehemaligen Landsitz Mount Vernon befindet.

George Washington University GW Primary Logo

Die Illustration ist derart komplex, dass das neu entwickelte Zeichen in Bezug auf die Anwendbarkeit schnell an seine Grenzen stößt. Ein Logo, das sich mühelos vergrößern und verkleinern lässt, dass im Web ebenso gut funktioniert, wie als Stickerei auf einem T-Shirt, als einfarbiger Druck auf Merchandise-Artikeln oder als Lasergravur auf einem Pokal, ist es allerdings nicht.

Eben weil dies so ist, hat die Universität entsprechende Ausweichversionen aufgelegt. Als Erkennungszeichen fungieren reine Wortmarken ebenso wie Wortbildmarken und auch ein Monogramm, welche in Abhängigkeit vom jeweiligen Medium zum Einsatz kommen.

Insgesamt vier Hausschriften kennt das neue Corporate Design der George Washington University, das in Bezug auf die Typographie völlig umgestellt wird und sich deutlich sichtbar von einem serifenbetonten Schriftbild löst. Avenir, Hoefler Text, Hoefler Swash und Liberator prägen zukünftig das Erscheinungsbild. Vor allem letztgenannte Type erwartet man nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Erscheinungsbild einer Universität (siehe Abbildung „Typographie“).

Verantwortlich für das Redesign sind die Agenturen FutureBrand (Logokreation, CD) und 160over90 (Marketing).

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18 Kommentare

  1. Visuell gelungen, aber die Bildsprache der Washington-Illustration finde ich zu heroisch, zu martialisch. Passt aber wahrscheinlich zum Geschmack in den USA.

  2. An sich sehr gelungen, aber wie schon erwähnt, kommt das Portrait etwas wuchtig rüber.
    Monogramm+Signature System, die Darstellung “Typographie” und das Siegel erschließen sich mir nicht ganz, da sie die Richtung des Logos verlassen.

  3. wäre ja ein redesign *fast* nach meinem geschmack – eventuell etwas zu heroisch, wie schon erwähnt. aber aus der nähe sieht der kopf zu sehr nach corel-clipart aus – und (ich kann mir nicht helfen) wie die überarbeitung von ‘star wars’ zu ‘the clone wars’…
    die weblösung ist ein nicht ganz so gelungener mix aus football-design (NFL) und eine parteitags-wand der us-repulikaner… ach, ich mag mich täuschen. aber alles irgendwie zusammengestückelt… nicht ‘sauber’…

  4. Was mir überhaupt nicht gefällt ist der erzwungene Blocksatz. Das sah beim Vorgänger schon nicht perfekt (aber aufgrund der Serifen noch einigermaßen harmonisch) aus. Aber die im Verhältnis zum Resttext auseinander gezogenen Buchstaben von UNIVERSITY wirken nun fast wie eine gesperrte (und optisch löchrige) Auszeichnung.

    Die Illustration von George Washington mag mir leider auch so gar nicht gefallen. Sie ist m. E. zu detailreich und von Stil her zu wenig einheitlich umgesetzt (da hätte man gleich die alte Illu lassen können – vielleicht etwas farbreduziert). Eine klare Strichumsetzung (1c) wäre aus meiner Sicht wahrscheinlich konsequenter und praktikabler gewesen. Zudem wirkt Washington in dieser Darstellung auf mich arrogant, irgendwie brutal und einschüchternd. Das soll wohl heroisch sein … Die geänderte Blickrichtung (zum Text gewandt) finde ich jedoch besser als in der alten Illustration.

    Aber: Die Reduktion der Linienanzahl (von 6 auf 2) halte ich für einen guten Schritt.
    Das Kuddelmuddel der verschiedenen Schriften für die unterschiedlichen Anwendungen finde ich allerdings wieder eher verwirrend …

  5. Es gibt doch die Regel, dass bei jedem gutem Portrait 1 Auge in der Mittelachsel des Bildes liegt. Während dies In der Vorgängerversion noch zutraf, sehe ich jetzt eine viel zu dunkel geratene Halspartie. Auch die Ansicht des Kopfes von schräg unten wirkt abweisend, arrogant und leider passend zur Privat-Schnösel-Uni. Vielleicht ist diese überhebliche Geste ja gewollt, ich als Aussenstehender finde sie eher unangenehm.
    Für mich ganz klar: Daumen runter.

  6. @morty (über den Blocksatz):

    sehe ich genauso! In manchen Dingen möchte ich Jan Tschichold widersprechen, aber an dieser Stelle hat er in meinen Augen 100% recht:

    »Wir übergehen die Absicht, eine solche Zeile durch passendes Sperren so lang wie eine bestimmte andere zu machen. Das ist stümperhaft und soll darum hier nicht behandelt werden.« (Tschichold, 1960)

  7. Das ist ja alles ganz schön und gut, toller Stil, aber die Kante am Kieferknochen, das wirkt einfach befremdlich, besonders in der kleinen Version oder von weit weg. Irgendwie verunglückt. Wobei man sich sicher sein kann daß da Unmengen Varianten getestet wurden…

  8. Auf den ersten Blick finde ich das Re-Design frischer und moderner, auf den zweiten Blick fallen in der Tat etliche Mängel – insbesondere hinsichtlich des “Portraits” – auf, über die hier bereits zu lesen war. Drei Dinge möchte ich jedoch darüber hinaus anmerken:

    1. Was mich, je öfter ich mir die kombinierte Bild-/Wortmarke ansehe, zunehmend stört, ist eine gewisse Unruhe, die mir durch die unterschiedlich gesperrt gesetzten Textzeilen zu entstehen scheint: Es ist, als würde das Auge infolge der unterschiedlichen Zeichenabstände ständig hin- und hergezogen und ihm darüber die Wahrnehmung des Ganzen erschwert. Wie gesagt, das fällt wohl nur auf, wenn man länger darauf schaut – morty und gernleser (samt Tschichold) kann ich da nur zustimmen.

    2. Unnötig finde ich, dass neben der Avenir eine zusätzlichen Serifenschrift (Hoefler) für diverse Organisationseinheiten, Einrichtungen, Verbände etc., zumal mit der “Liberator” sogar noch eine dritte Schrift, diesmal sogar noch eine Slab (also so betrachtet sogar noch ein dritter, völlig anders gerteter Schriftcharakter) für Slogans etc. eingeführt wird. Das ist in der Summe schon ein bißchen viel Hin- und Hergeschwimme für eine “altehrwürdige” Bildungs-Institution, scheint mir.

    3. Das Kürzel “GW” scheint ja eine gewisse Tradition zu haben, inkonsequent finde ich es dennoch – eigentlich müsste es ja GWU lauten; aber das wird wohl am Sprachgebrauch liegen, ich glaube, man sagt dort “ich gehe auf die George Washington” und lässt das University weg. Insofern wird es für die Menschen in den USA letztlich OK sein.

  9. Ich kann t2dM nur zustimmen – die Webseite ist unsauber gelayoutet, es fehlt der Halt und alles wirkt irgendwie zusammengestückelt.

    Der wilde Schrift-Mix in den Teaser-Bildern der Startseite passt mir auch nicht wirklich zum Logo… ich werd ganz unruhig wenn ich die Seite betrachte – Tab schließen und ruhe is :)

  10. ppp
    Das übertrieben Heroische kommt durch diesen Mount-Rushmore-Effekt. (Mount Rushmore: Die Präsidentengesichter in Fels gehauen …)
    Auch der zu starke (Felsen)-Schatten am Kinn ist dadurch zu erklären.

  11. Puhh… ich weiss gar nicht warum es hier so viele positive Kommentare gibt. Ich finde das Redesign ist kein bisschen gelungen (vielleicht technisch).
    Ich finde es ist ganz schön altbacken… sieht aus wie aus den 90er Jahren. Die vielen Varianten vom Logo tragen nicht umbedingt zur konsequens bei und der Beigeton von George ist wohl auch nicht ganz glücklich gewählt.

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