FSC-Siegel

FSC-Siegel bekommt einen Knacks

FSC-Siegel

Keine gute Nachricht für Kreative, die bei der Wahl nach geeigneten Papieren bislang gezielt nach Varianten Ausschau gehalten haben, die mit dem FSC-Siegel versehen sind, in der Hoffnung damit, „umweltfreundliche, sozialförderliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung von Wäldern“ zu unterstützen, wie der FSC Deutschland das FSC-Zertifikat umschreibt.

Bereits im November 2006 meldete Spiegel Online in einem kurzen Artikel Zweifel am Ökoholz an. Nun berichten Manfred Ladwig und Thomas Reutter im Auftrag des SWR über die Abholzung von FSC-zertifiziertem Wald in Schweden. Sie fanden heraus, dass der finnisch-schwedische Papierhersteller Stora Enso systematisch und flächendeckend jahrhundertealte Wälder abholzt. Stora Enso zählt zu den weltgrößten Papierherstellern und beliefert auch den deutschen Markt mit Papier, aus dem Zeitungen oder Verpackungsmaterial hergestellt wird.

Auf SWR.de heißt es: „Schwedische Umweltschützer und Waldexperten kritisieren das großflächige Abholzen und verweisen zudem auf einen Interessenskonflikt. Der Zertifizierer werde von den Auftraggebern bezahlt; dies gehe zu Lasten der Unabhängigkeit im Zertifizierungsprozess. Die Kritiker fordern, dass es für solche Produkte kein Umweltschutzsiegel geben dürfe.“

Wie glaubwürdig kann das FSC-Siegel noch sein, wenn trotz Schutzbestimmungen Papierhersteller jahrhundertealte Wälder rücksichtslos abholzen und damit das gesamte Ökosystem zerstören? Uwe Sayer, Geschäftsführer von FSC-Deutschland, scheitert jedenfalls kläglich dabei, die Kritik der beiden Autoren zu zerstreuen, wie der folgende Beitrag zeigt.

Der SWR-Bericht im „Report Mainz“

Wikipedia weiß über das FSC-System: „Das FSC-System zur Zertifizierung von Forstwirtschaft wurde gegründet zur Sicherung der nachhaltigen Waldnutzung; diese beinhaltet die Wahrung und auch Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen der Forstbetriebe. Hierzu entwickelte der FSC einen allgemeinen und länderübergreifend einheitlichen Standard, der aus zehn Prinzipien und Kriterien besteht und den man nur anwenden kann, wenn man diese zehn für eine nationale Ebene konkretisiert.“

Wie ist Deine Haltung? Ändert der SWR-Bericht etwas bei Dir in Bezug auf die Papierauswahl?

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36 Kommentare zu “FSC-Siegel bekommt einen Knacks

  1. Ich habe den Report Mainz live gesehen und empfand das schon damals als sehr reißerisch und vom hohen Ross herab. Man hat offensichtlich auf Teufel komm raus einen Skandal konstruieren wollen. Man sollte hier zumindest auch die offiziellen Stellungnahmen des FSC erwähnen:
    http://www.fsc-deutschland.de/images/stories/Document-Exchange/pressecenter/stellungnahmen/2011/2011-02-18_stellungnahme_fsc_report%20mainz.pdf

    Danach erscheint das alles gar nicht mehr so skandalös. Inbesondere der Punkt das man laut Report Mainz am besten überhaupt keine Bäume abholzen sollte und schon gar nicht im großen Stil ist mir unangenehm aufgefallen, das ist einfach praxisfern.

  2. Fehlt in der Umfrage nicht die Antwortmöglichkeit „Ich habe vorher nicht auf das FSC-Siegel geachtet und werde es auch in Zukunft nicht tun.“? Das ist vielleicht nicht die Antwort, die man hören möchte, aber möglich wäre es ja durchaus.

    Zum Bericht: Sehr schade, eine Sache weniger, auf die man sich verlassen kann. Und dem FSC scheint an Aufklärung/Verfolgung der Vorwürfe nicht interessiert zu sein, insofern ist zu befürchten, dass da des öfteren ein Auge zugedrückt wird.

  3. Fehlt in der Umfrage nicht die Antwortmöglichkeit »Ich habe vorher nicht auf das FSC-Siegel geachtet und werde es auch in Zukunft nicht tun.«?

    Ergänzung weitere Antwortmöglichkeit respektive mögliche Alternative:
    Ich achte auf das Siegel »Blauer Engel« (100 % Recyclingpapier)

  4. Ich habe schon vor Jahren von Ungereimtheiten bei FSC Papier gehört. Darum gebe ich auch nichts auf das Siegel. Die aktuellen Berichte bestärken das nur. Wie mein Vorkemmentator achte ich ausschließlich auf den Umweltengel und versuche nur bei Druckerein zu kaufen, die mir über die Herkunft des Papiers glaubhafte Aussagen machen können.

  5. @Seb und R::bert
    Abfragemöglichkeiten gibt es viele, auch mehr als die von Euch aufgeführten, die sicherlich geeignete Alternativen darstellen. Praktisch, dass es da die Kommentarfunktion gibt :-)

  6. Mit Siegeln und Zertifikaten wird es immer Ungereimtheiten geben. Alles stets mit einem Siegel zu versehen ist da vielleicht der falsche Ansatz. Michael Braungart hat sein Buch „Cradle to Cradle“ auf Papier aus reinem Kunstoff drucken lassen. Vorteil: der Kunstoff ist 100% recyclefähig ohne Qualitätsverlust. Die Druckfarbe kann ausgewaschen und ebenfalls neu genutzt werden. Null Abfall. Besonders interessant für kurzlebige Druckerzeugnisse, wie Zeitungen und Flyer. Das würde auch unsere Wälder schonen, ganz ohne blaue Engel und FSC- Siegel

  7. Selbstverständlich ist die FSC-Zertifizierung nicht die perfekte Lösung für nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen: Aber ist eine Zertifizierung, die vielleicht nur in 50 % der Fälle tatsächlich nachhaltig ist, nicht immer noch besser, als gar keine Zertifizierung?

    Fehlverhalten, Missbrauch und Betrug wird es immer geben. Grunsätzlich lobe ich erst einmal den Versuch, den Umgang mit diesem wichtigen Rohstoff zu zertifizieren und ein bisschen nachhaltiger zu gestalten. Die Antwort „Ja. Ich sehe die Glaubwürdigkeit des FSC-Siegels als beschädigt an. Ich werde die Papierwahl überdenken“ kommt mir da schon fast sarkastisch vor. Denn Alternativen gibt es zwar – aber auch die (z. B. Blauer Engel, PEFC) haben mit ähnlichen Vorwürfen zu kämpfen. Insofern könnte die Wahl höchstens auf ein nicht-zertifiziertes Papier fallen. Und unter welchen Umständen das dann produziert/geforstet wird, möchten wir vielleicht gar nicht erst erfahren …

  8. und blauer engel: bedeutet dann wieder: schwermetalle im papier von der zeitungsdruckfarbe (großes problem bei graukartonverpackungen für lebensmittel) etcpp.

    …zertifikate schützen uns nicht…sie gaukeln eher was vor fürs gute gewissen…ich sag nur C02-neutral drucken…und biogemüse, das aus südamerika oder sonstwo eingeflogen wird…mit atomstrom das wasser nachts im pumpspeicherkraftwerk hochpumpen, damits tagsüber wieder 100% ökostrom wird…

    verantwortungsvolles handeln jedes einzelnen ist das einzige was zählt, wie wir das aber „sicher“ hinbekommen sollen bleibt ein rätsel.

  9. Kopie aus Konsumsumpf:
    hallo,
    da ich verantwortlich für den Inhalt dieser Report Mainz Sendung bin: Ich habe mehrere gleichgeartete Flächen an den FSC als Beschwerde gesendet, feinstens Dokumentiert. Reaktion; Null, zero. Ich habe insgesamt mehrere Jahre recherchiert und kann mehr oder minder beliebige Flächen und Skandale (inkl Korruption)nachweisen, wo der FSC einfach Mist baut. Wenn der WWF es wirklich wollte, könnten sie binnen Stunden die Flächen herausbekommen (habe es probieren lassen). Das wollen sie aber gar nicht, denn sie sind viel zu dicht mit dem FSC in Personalunion und finanziell verwoben. Sie können sicher sein, dieses Stück ist absolut rechtssicher recherchiert und begutachtet! Wenn man 1,9 Millionen Hektar in 7 Arbeitstagen zertifizert, kann da schon was schiefgehen…
    Weiteres auf meinem Blog: Fragen-an-den-FSC.de (oder http://www.FSC-watch.org)
    Und noch etwas: Jeder kann den Herren dort mit leichtigkeit recherchieren, wenn er denn will. Er ist sehr wohl bei Stora bekannt, welch ein Unsinn. genauso ist er auch beim Land beschäftigt, was FSC bestreitet. Unsinnge Nebelwerfer. Die Handlungen sind sehr wohlüberlegt, man muss sich aber ein ganz klein bischen Mühe geben und nicht nur Klappern.
    neu:
    die Stellungnahme des FSC ist wie immer! windelweich und Stuss. Konkret wird er nie. Ein Beschwerde, daß er (Sayer) nicht zuständig ist, ist abstrus, Report wurde an ihn verwiesen… Viele weitere Dinge könnte ich anfügen…
    Nebenbei, da ich den FSC seit Jahren scharf kritisiere (bin selber aus der Holzindustrie) hatte er mich wegen „Markenrechtsverletzung“ verklagt….. und 2x verloren. was besseres viel ihm nicht ein.
    Er ist eben absolut!!! kein Garant für Nachhaltigkeit und Legalität, nicht in Ansätzen, nicht in seinem System, wie er vorgibt und z.B. die Bundesrepublik „glaubt“. UNd damit alles Holz, was das Siegel trägt, auch legal geworden ist: insbesondere ist er nicht nachvollziehbar.
    in dem zu 90% überwiegend vorhandenen Siegel „FSC Mixed“ muss nicht ein Stück FSC drin sein (aus FAQ FSC.org). Noch mehr gefällig?
    gerriet harms

  10. Danke Achim für diesen Blogeintrag. Hätte ich jetzt sonst nicht mitbekommen.

    Dass Zertifizierungen immer problematisch sind, ist eigentlich systemimmanent. Man muss das auch kritisch sehen, aber verdammen will ich all die Siegel (und FSC im besonderen) nicht. Denn was bleibt einem sonst übrig? Wie oben darauf hingewiesen wurde, gibts Missbrauch und Fehlverhalten bei allen Zertifikaten. Und Aussagen à la „Ich drucke nur bei Druckereien drucken, die mir glaubhafte Aussagen über die Herkunft des Papiers geben können“ sind doch lachhaft. Ist ja nicht so, dass das Papier vom Sägewerk nebenan kommt. Die Druckerei kann und wird das nicht sagen können. Letztendlich bleibt einem nur, sich auf ganz bestimmte Papierhersteller zu verlassen, denen man in diesen Sachen Glauben schenkt, oder eben div. Zertifikaten – wenn man denn überhaupt irgendwie eine Sensibilität für den Umweltaspekt beim Drucken hat und dies auch in der täglichen Praxis umsetzen möchte. Natürlich müssen umso mehr Zertifizierungsorganisationen und -prozesse kritisch begleitet werden.

    Noch ein Wort zu Gerrit: die „rechtssichere Recherche“ ist ja schön und gut, bezüglich „FSC MIX“ sollten allerdings sich die Leser des Blogs selbst ein Bild machen können:

    „Is there a minimum content of FSC input in products labeled as FSC ‘Mixed Sources’ required?
    The proportion of FSC certified and recycled material used in the production must be at least 70% to qualify for the FSC “Mixed Sources” label. This means that if a manufacturer produces 100 chairs and has FSC certified and recycled material for 70 chairs, then all the chairs can carry the FSC “Mixed Sources” label. If a manufacturer uses less than 70% but more than 10% of FSC certified and recycled material, they are allowed to label a proportion of the production which is equivalent to the proportion of FSC certified and recycled input used in the production. For example, if a manufacturer produces 100 chairs, but only has FSC certified and recycled material for 30 chairs, then only 30 chairs can carry the FSC “Mixed Sources” label.“

    Was soll jetzt daran auszusetzen sein? Dass bei FSC MIX noch andere Ressourcen drin sind, sollte sich ob des „MIX“ jedem erschließen. Und ob man den Anteil von 70% auf alle (um beim Beispiel zu bleiben) Stühle verteilt oder eben in 70% der Stühle – es kommt doch aufs selbe raus. Natürlich ist es keine 100%-Sache, aber besser als gar nix, oder?

    Fazit: (Berechtigte) Kritik an Zertifizierungen (aller Art) ist ein Muss. Ohne Zertifizierungen kommen wir – glaube ich – heute meiner Meinung nicht mehr aus.

  11. Zertifikate sind sicher keine vollständige Lösung, aber zumindest ein guter Anfang und eine Möglichkeit, Themen ins Bewusstsein zu rücken. Auf der anderen Seite verleiten sie natürlich auch zu mehr Nachlässigkeit auf Verbraucherseite, denn wenn das Siegel drauf ist, muss ich mir ja keine Gedanken mehr machen.

    Und es ist auch nicht verwunderlich, dass die Chance, (mehr) Geld zu verdienen, Menschen ver-leitet. Wahrscheinlich gibt es das bei jedem Siegel mehr oder weniger. Positiv sehe ich jedoch, dass zertifizierte Unternehmen und Produkte auch stärker öffentlich beobachtet und so Schwachstellen eher aufgedeckt werden. Vielleicht können dadurch Alternativen zum gefühlten FSC-Monopol wachsen – wäre schön!

    Bis dahin ist wahrscheinlich das FSC-Papier im Durchschnitt immer noch besser, als „normales“ Papier. Aber ich werde auf jeden Fall verstärkt nach Alternativen schauen.

  12. Man kann sich auch selber belügen …
    Welchen Sinn macht ein FSC-Siegel, dass den Wald schützen soll und von der Holzindustrie (Auftraggeber) finanziert ist? Das diese Methode nicht funktioniert hat man „gefühlt“ doch schon hundertmal erlebt.

    Es scheint aber, als sei das FSC-Siegel das „kleinere“ Übel — wie so häufig. Zumindest wird es noch von allen bekannten (deutschen) Umweltverbänden empfohlen:

    Zitat: Der WWF rät Verbrauchern dazu, beim Einkauf auf das FSC-Siegel zu achten. Warum? Von allen existierenden Wald-Siegeln ist FSC das anspruchsvollste, das man zurzeit international finden kann. FSC bietet grundlegende Anforderungen wie zum Beispiel regelmäßige, unabhängige Kontrollen und die besten ökologischen Standards. Deshalb wird FSC derzeit von allen großen deutschen Umweltverbänden (BUND, NABU, Greenpeace und WWF) unterstützt, trotz der Punkte, die verbessert werden müssen.
    Artikel WWF / FSC? Na Logo!

    Im Prinzip wäre es sinnvoll die FSC-Institution noch einmal eingehend zu prüfen, neu zu bewerten und die Unterstützung ggf. zu entziehen. Die konkreten Forderungen zur Verbesserung (sind vom WWF leider nicht aufgeführt) sollten dann innerhalb eines bestimmten Zeitraums umgesetzt werden – umfänglichen Verbesserungsbedarf gibt es anscheinend.

    Grüße
    Till

  13. Das Problem mit den Zerttifikaten ist doch dieses: Sie nehmen einem die Verantwortung ab (man muss sich nicht mehr selbst mit Thema XY befassen, sondern kann sich im Notfall ja auf das Siegel berufen) und verursachen Bequemlichkeit. Ich befasse mich jetzt schon seit einiger Zeit ganz persönlich mit der Frage nach dem „ethisch korrekten Leben“. Schon zu Beginn meines Selbstexperimentes (à la Karen Duve) fiel mir auf, dass solcherlei Zertifikate nicht sonderlich viel wert sind, da sie generell interessengeleitet sind und sich die Hersteller inzwischen aus einer ganzen Armada von Zertifikaten bedienen können. Nach dem Motto: Das Bio-Siegel kann ich nicht bedienen? Dann nehme ich halt das EU-Öko-Siegel, das reicht mir auch.

    In unserer globalisierten Welt kann der Einzelne eh nicht mehr zurückverfolgen, von wo was genau kommt. Das muss nicht mit krimineller Energie zusammenhängen – es ist einfach nur logisch: Wir kaufen Soja in Südamerika, geben das unseren Schweinen in Schleswig-Holstein zu essen und exportieren das Fleisch dann nach Asien. Am Beispiel Papier sieht das ähnlcih aus: Kaum ein Papier enthält nur noch eine Sorte Holz aus einem Anbaugebiet. Das malerische Sägewerk um die Ecke ist genauso Wunschvorstellung wie der idyllische Hof mit fröhlichen Hühnern auf dem Eierkarton.

    Ist das Betrug? Nein, das ist Werbung.

  14. Noch ein Denkanstoß:
    Auch der TÜV ist nicht zu 100% unabhängig und der prüft unter anderem die Sicherheit unserer Atomkraftwerke, kann ja jeder mal selbst googeln. Man sollte also eher fordern das der Staat mehr Mittel für diese Institutionen zur Verfügung stellt statt nur „Korruption“ und „Einflussnahme“ zu schreien.

  15. Natürlich sollte man nie den gesunden Menschenverstand ausschalten aber die diversen Nachhaltigkeitssiegel helfen bei der Kaufentscheidung. Wie soll ich denn beurteilen ob ein Produkt, hergestellt auf einem globalen Markt aus einem global gehandelten Rohstoff aus einer nachhaltigen Quelle stammt? Papier ist da ein gutes Beispiel – hier ist das schlicht unmöglich im Vergleich z.B. zum Gemüse, dass ich leicht regional und saisonal beziehen kann.
    Die Logos der Unterstützer sind schon erstaunlich. Können all´diese Verbände irren? Hat am Ende Gerriet Recht? Warum sollten Umweltverbände den FSC stützen, wenn Sie nicht davon überzeugt wären, dass er ein vernünftiges Instrument zum weltweiten Walderhalt darstellt? Sie gehen in den Baumarkt am Samstag und kaufen eine Fichtendiele. Woher diese stammt werden Sie nie erfahren, der Verkäufer kann das nicht wissen, weil die Diele über den Holzgroßmarkt bezogen wird. Was bleibt ist also nur ein Nachhaltigkeitssiegel und da gibt es im Holz- und Papierbereich eben nur den FSC und den Blauen Engel. PEFC was hier auch schon erwähnt wurde ist übrigens wirkliche Verbraucherverarsche.
    Royal Design fragt: „Welchen Sinn macht ein FSC-Siegel, dass den Wald schützen soll und von der Holzindustrie (Auftraggeber) finanziert ist?“ Der TÜV-Vergleich funktioniert auch hier: Prüfstellen, wie z.B. eben jener TÜV prüfen die FSC-Regeln ab. Das entscheidende ist aber doch, dass das System selber, also diejenigen die die Regeln erstellen, von den Unternehmen unabhängig sind und das ist der Fall.
    Also lasst uns den FSC nicht diskreditieren, es gibt schlicht kein besseres Instrument, ausser Vermeiden und Recycling wenn man Holz und Papierprodukte verantwortunsvoll nutzen will. Kritisch müssen wir aber alle immer sein und dem FSC dauerhaft auf die Finger zu schauen ist sicher notwendig.

  16. Genau: Lasst uns ein an sich gutes Siegel zerreißen, weil es einen „Skandal“ gibt. Esst bitte auch alle kein Schweine- Rind- und anderes Fleisch, esst keine Eier und keinen Salat mehr. Speiseöl, Kinderholzeisenbahnen und Bioprodukte sind ebenfalls tabu. Überall dort gab, gibt und wird es immer schwarze Schafe geben.

    FSC ist eines der wenigen weitgehend funktionierenden Zertifikate mit einer Auswirkung bis in Entwicklungsländer hinein. Das wünschte ich mir z.B. für Kleidung. Die Grundsätze sind konsequent und die Kontrollen streng. Schaut bitte mal den Schmuh an, den PEFC macht … Los! Regt Euch jetzt bitte alle über PEFC auf!

    Und was heißt hier „vom Auftraggeber bezahlt“? Ist hier die Waldindustrie gemeint? Ja, liebe Leute, wer solls denn bezahlen? Der Staat? Der Endverbraucher (der tuts eh)? Der Zertifizierer: ein Ehrenamt? NATÜRLICH zahlt das die Industrie. Aber das bedeutet ja nicht, dass diese auch weisungsbefugt ist? Der Zertifizierer ist damit ja nicht abhängig, denn sein Gehalt zahlt nicht der Forstbetrieb sondern der FSC. Und der hat ein starkes Interesse daran, seine Zertifizierer unabhängig zu halten.

    Mein Vorschlag: Zerreißt FSC in der Luft, damit wir am Ende wieder mit gutem Gewissen Raubbauholz kaufen können (Achtung Ironie). Hmmm. ist das vielleicht eine subtile Strategie neoliberaler Wirtschaftslobbyisten?

  17. @ Seebold
    sorry, leider haben sie nicht zugehört bzw. gelesen: Es ist nicht ein! Skandal, es sind beliebig viele. Mittlerweile auf vielen Websites nachzulesen. Der Skandal ist, das FSC NICHTS gegen diese Verstöße macht. Ob Pestizideinsatz in der EU, ob geraubtes Land in Brasilien, oder schlicht das FSC an sich gegen gesetzte verstösst, oder dank FSC der Lacey act in den USA an Gibson bzw Nagel nicht vollzogen werden kann. Egal, es wird alles Ignoriert. Denn das Mento ist genau wie hier: „Ein an sich mehr oder minder funktionierendes Label“. Wer sagt denn, dass es mehr oder minder funktioniert, Nach welchem Maßstab, für welches Portemonnaie? Oder nach welchem blauen Gutdünken. Was muss noch passieren, das Ihr begreift, das es eben funktioniert, ja: FÜR DIE HOLZINDUSTRIE! (Dr.: Lüers (Ehem. Geschäftsführer Gesamtverband deutscher Holzhandel): Der FSC ist dafür da, die Wege unserer Importeure offen zu lassen.
    FSC Holz ist nichts anderes als Raubbauholz, nicht weniger geklaut als anderes, mit nicht weniger Blut dran als anderes. Nur dass eine paar Mafiosos, egal ob beim WWF oder in irgendwelchen Ministerien, sich gütlich daran verdienen.
    Die Grundsätzliche Frage: weit mehr als die Hälfte aller FSC gelabelten Waldflächen sind entweder Primärwälder oder Grossplantagen: Primärwälder sind per Definition keine Primärwälder mehr, wenn sie denn „Durchforstet“ werden, egal ob selektiv oder nicht. Egal ob Boreal oder Tropen, nach weitgehend einhelliger Meinung der Ökowissenschaften sind sie meistens ökosystematisch auf Dauer dem Untergang geweiht: (schaut doch mal auch bitte was Prof Schulte bei Report dazu sagt, der ist nun wahrlich kein „Unwissender“)
    Ist das wirklich „Wellmanaged“ oder nachhaltig, oder welchen Nichtssagenden Begriff auch immer der FSC in Zukunft verwendet?
    Nächster schwerer Denkfehler: „FSC….. Entwicklungsländer“: Genau. FSC hat schwere,in Zukunft nocht schwerere Auswirkungen auf die Entwicklungsländer, deren „Entwicklung“(oder habe ich da was nicht verstanden: sollen „die“ sich denn entwickeln, oder wollen wir uns weiter entwickeln, Neokolonialismus, wie ihn Jean Ziegler wunderbar beschreibt) massiv gebremst wird (an vielen Beispielen nachzuweisen: Es sind die Konzerne, die sich damit eine goldenen Nase verdienen, weniger als 10% des Erlöses bleiben im Erzeugerland, weniger als 1% verbleiben als Wertschöpfung und Steuern im Land. Also. Es wir hier Sapeli Blockware für ca 1800€ per m³ verkauft, der Afrikanische „Staat“ bekommt davon, wenn er Glück hat, wenn er nicht beschissen wird (Korruption) 18€ ab. Dafür muss er dann 1600 km Straßen bauen, Hafenanlagen, Logistik etc, macht sicher Sinn.
    Nächster Denkfehler, der noch nicht genannt ist im Vorweg: Dank FSC et al gibt es nun REDD+ (http://www.un-redd.org/) heißt: Nicht mehr die Staaten verdienen daran, wenn sie den Wald in Ruhe lassen (Verschmutzungszertifikate), sondern die Konzerne, wenn sie ihn „Nachhaltig“ bewirtschaften. FSC weißt dass natürlich mit seinem Zertifikat nach und verdient sich eine, nein viele goldenen Nasen daran (evtl. ist das sogar das ganze Konstrukt des FSC, schneller kann man kein Geld drucken).
    Das macht mich so wütend.
    So und nun @Stefan
    Dieses Zitat aus den FAQ des FSC betrifft die alte Berechnungsart des FSC Mixed Label. Diese ist mit dem jetzt „gültigen“ Standard hinfällig. IN der Diplomarbeit zu FSC von Jana Förste (unter anderem auf meinem Blog zu finden) werden die verschiedenen Berechnungsarten des FSC Mixed beleuchtet. Ich kann gerne die genaue Quelle suchen, bitte Hinweis, das dauert paar Tage.
    Al dieses wird gerade zu einer Klage gegen den FSC unter anderem wegen Verbrauchertäuschung aufgearbeitet, schauen wir also mal, was in einem Jahr passiert ist….., der letzte macht das Licht bitte aus.
    Weiterzuführen wäre dann nebenbei noch die Frage der Gemeinnützigkeit des FSC als Beispiel (siehe Geschäftsbericht 2008/2009, nen bischen versteckt, aber der Hammer).
    Und noch etwas: Mitnichten werden die Betriebe jährlich unter- bzw. be-sucht: Rund eine Drittel der FSC zertifikatsträger(FM) sehen einen Kontrolleur niemals in Ihrem Leben, dank dem Standard SMILF_ siehe FSC.org. Nun mehr als lang genug…
    achso, neoliberal, ich? nein…., genau das Gegenteil, unter anderem seit 25 JAhren Globalisierungskritiker….. aber es wäre schön, wenn man über das thema über das man schreibt ein bischen mehr bescheid wüsste, bevor man darüber Statements abgibt, gerade zu solche sensiblem Themen wie vernichtung von Wäldern, FSC et al….
    gerriet

  18. @Gerriet
    Bisschen erstaunlich, dass Du dann explizit auf die FAQ vom FSC verweist, aber gut. Ich habe die entsprechende Stelle in der Diplomarbeit gefunden (S. 50ff. bzw. S. 52 mit dem heute gültigen Berechnungssystem). Schon interessant, dass das ganz anders abläuft, als die Website suggeriert.

    Was mich jetzt nur interessiert: habt Ihr denn eine Alternative zum FSC? Oder anders gesagt: wie soll ich jetzt – wenn ich darauf achten will – herausfinden, ob Papier aus nachhaltiger Produktion stammt? Dazu habe ich weder in deinem Blog noch in der Diplomarbeit einen Hinweis finden können. Sicherlich kann man selbst weniger ausdrucken, Schmierpapier nutzen oder Recyclingpapier verwenden. Als Grafikdesigner muss (und will) ich allerdings auch z.B. Bücher gestalten und im Druck betreuen. Auf die Papierwahl habe ich dabei durchaus Einfluss, kann mich allerdings leider nicht dezidiert mit dem Herstellungsprozess jeder Papiersorte befassen. Also: was tun?

  19. @stefan
    sorry, die Dinge ändern sich beim FSC leider sehr schnell, Wirtschaftskammer lässt grüßen, immer mehr Richtung Tiefpunkt, -und es geht immer noch schlechter……..Und die Koordination der Websites der Arbeitsgruppen und der FSC.org ist grottig. Die Website des FSC A.C ist genauso schlampig geführt wie das ganze System. Hier ist wohl angebracht: das wurde von einem Praktikanten gemacht (ist wohl tatsächlich so…..) Und auch ich, der ich mich sehr intensiv mit Forstzertifizierung beschäftige, weiß nicht immer alles sofort an Quellen. Manchmal vertue ich mich eben auch, sorry…
    Nun denn: Ein eigenes System kann ich nicht und werde ich niemals haben. Ich habe aber eine Forderung, die ich schon in der Enquete Kommission des deutschen Bundestages 1988 eingebracht habe: Eine Volldeklaration des Holzes (siehe Flyer 1 auf meine Blog (das ist gleichzeitig der, gegen den der FSC geklagt und verloren hat). Der FSC lehnt sie strikt ab; ein Schelm der da nichts Böses denkt.
    Sie isst praktikabel, wäre als Verordnung auch auf EU Ebene! mit Leichtigkeit einzuführen (sie wird sogar von etlichen Politikern mittlerweile mitgetragen), und sie wäre bei Verstößen Strafrelevant. Aber eben: Der FSC und seine Vasallen scheuen das wie der teufel das berühmte Weihwasser, was man auch direkt übertragen kann.
    Aber die Frage ist eben vornehmlich: was will „man“. Ein Miniatürchen besser (was der FSC nicht ist, der PEFC oder ein anderes system auch nicht!) als „der Standard“ den es ebenso nicht gibt.
    Oder will man, dass Primärwälder in Ruhe gelassen werden? Der FSC hat ja noch einen ganz anderen schwer Nachteiligen Synergieeffekt: Dank ihm wird Papierverschwendung wieder hoffähig, es stehen ja die großen NGOs hinter ihm, also kann das nicht schlecht sein. Es lässt sich mit Leichtigkeit unendlich viel Papier einsparen (ich habe eine Papierloses Büro)….. dann kann auch ein Graphiker ein bisschen was davon verwenden. Und dank ihm braucht sich auch kein Politiker weitere Gedanken zu machen: Industrie und NGO sind in einem System gefangen, also hat man von diesen beiden Kontrahenten nichts mehr zu befürchten.
    Solange es den FSC gibt, braucht sich die Politik über Waldschutz International keine weiteren Gedanken zu machen
    Aber: Es gibt auch einen kleinen Trick: Papierwerke, die relativ weit von den Küsten entfernt liegen, verwenden meist keine Importierten Fasern, zu teuer. Versuche es mal bei den Österreichischen Papierwerken. Auf Fragen antworten die meistens und sind teilweise auch recht sauer auf den FSC, der ihnen vorgaukelt, Fasern aus Russischen Primärwäldern oder Brasilianischen Eukalyptusgenwüsten sind besser als einheimische….
    Zurück zu der Volldeklaration: Wenn diese da ist (sie wird so oder so kommen, da bin ich sicher) kann ein Wiki aufgebaut werden; dann kann sich jeder Verbraucher selber entscheiden, was er will…..

    es gibt also viel zu tun: Vernichten wir mit Argumenten die Gelddruck und Waldvernischtungs maschine FSC! (um die Frage vorwegzunehmen: Nein der FSC ist weder inhaltlich noch systemisch reformierbar, im System gelegen!)
    gruss
    gerriet

  20. vergessen zu sagen: Steinbeiss als Papieranbieter ist sicher in seiner Firmenphilosophie sehr konsequent….. Im Gegensatz z.B. zu Neusiedler, die zwar von GP und WWF hoch gelobt werden, gehört Neusiedler aber eben auch zu Mondi, einem der grossen Waldvernichter in Russland (WWF erhielt 1 Mio „Spende“ von Mondi für seine Höchstumstrittenen Weatland Projekte in S Afrika) und viele andere Dingen mehr, (sehr billig) erkauftes Schweigen?…..gabs doch noch nen anderes Wort für, oder?
    gruss
    gerriet

  21. Liebe Leser dieses Blogs,

    ich habe bislang nicht geantwortet, weil der FSC zum Vorfall bereits eine öffentliche Stellungnahme abgegeben hat, die im Internet verfügbar ist:
    http://www.fsc-deutschland.de/images/stories/Document-Exchange/pressecenter/stellungnahmen/2011/2011-02-18_stellungnahme_fsc_report%20mainz.pdf

    Darüber hinaus arbeiten wir beim FSC intensiv an der Verbesserung des FSC-Systems. Ich halte es allerdings für problematisch, aus polemischen Vorwürfen einzelner Personen ohne eigene Lösungsansätze eine Hetzkampagne gegen den FSC zu befeuern, die den FSC und viele andere ernste Ansätze diskreditiert. Leider ist es Gerrit Harms gelungen den SWR von seinem Anliegen zu überzeugen. Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass hier eine objektive Darstellung der Sachlage und eine ernste Auseinandersetzung mit den Fragen einer verantwortungsvollen Waldnutzung stattgefunden hätte.

    Nach meiner Kenntnis stellt der FSC weltweit das einzige Zertifizierunssystem dar, bei dem global Zertifizierungsberichte aller (!) zertifizierten Betriebe öffentlich zur Verfügung stehen und Konflikte ebenfalls öffentlich und dokumentiert aufgearbeitet werden. Neben den eigentlichen Standards und deren konsequenter Überprüfung ist dies der Grund, warum alle namhaften Umweltverbände weltweit, Verbraucherschutzorganisationen, Interessensvertretungen sozialer Belange und auch viele Politiker und Unternehmen den FSC unterstützen – trotz kontroverser Themen. Diese Gruppen suchen gemeinsam mit dem FSC nach klugen Lösungen und werden diese trotz Gerriet Harms auch weiterhin tun.

    Unsere Welt ist einfach kompliziert und Lösungen sind meist nicht so trivial wie viele dies gerne hätte. Dies bedeutet nicht, dass wir uns nicht mit aller Ernsthaftigkeit des FSC selbst und der unterstützenden Organisatioen und Personen die dort arbeiten für Lösungen der Herausforderung „Nachhaltigkeit“ einsetzen würden.

    Ich habe mich bislang nicht geäußert, weil wir davon ausgehen, dass Herr Harms dies erneut zum Anlass nehmen wird, erneut seitenlang den FSC zu diskreditieren. Herr Harms hat uns in der Vergangenheit mehrfach angesprochen und umfangreiche Antworten auf seine Fragen erhalten. Dies hat allerdings nicht zu einem Dialog und zu Lösungsansätzen geführt, sondern zu einer Verschärfung eines destruktiven Privatkonfliktes an dessen Fortführung wir kein Interesse haben. Daher haben wir die Kommunikation mit Herrn Harms eingestellt.

    Für mein Empfinden war der Bericht von Report Mainz gezielte Meinungsmache mit einem vorgefertigten Ergebnis. Sicherlich kein angemessener Umgang mit dem Thema oder mit den Personen, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Welt einsetzen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Uwe Sayer – Geschäftsführer FSC Deutschland

  22. Mit welchem Engagement gerriet gegen den FSC schießt ist schon erstaunlich. Die erwähnte Arbeit von Frau Förste muss man sich wirklich mal genau anschauen. Ich betreue selbst immer wieder Diplomarbeiten und dieses Werk verdient den Titel einer wissenschaftlichen Arbeit nicht. Zentral sind „Einleitung“ und „Schluss“ und die Einleitung endet mit dem Satz:

    „Diese Arbeit soll möglichst ohne Meinungsbildung die Hintergründe aufzeigen, die Verstrickungen und Ungereimtheiten in diesem System und in der Forstzertifizierung allgemein. Es soll eine Chance bieten, durchzublicken. – Ich freue mich bereits auf die Stellungnahme des FSC.“

    Sprachlich unterirdisch, inhaltlich tendenziös und das Ergebnis vorweg nehmend.

    Bezüglich des Papierkonsums möchte ich auf eine Vereinbarung der Initiative Pro Recycling, des Bundesumweltministeriums und FSC Deutschland hinweisen. Hier wird ganz klar von allen konstatiert: Erst vermeiden, dann recyclen und dann FSC.

    http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/erklaerung_fsc.pdf

    Es gibt noch so viele Punkte, wo gerriet einfach irrt. Aus meiner Sicht hat er keine Ahnung von der internationalen Dimension des Themas Raubbau und von Entwicklungshilfezusammenarbeit.

    Er hetzt erst eine Diplomantin auf den FSC (die Arbeit von Frau Förste), dann die Tendenzjournalisten von Report Mainz und jetzt strebt er auch noch eine Klage an. Lasst uns nur hoffen, dass sein Kampf der Kampf eines einzelnen ist. Wir anderen sollten versuchen, das System kritisch zu begleiten und zu verbessern. Wenn wir Papier nutzen ohne ein glaubwürdiges Zertifikat, dann machen wir uns wirklich schuldig am Raubbau und der Zerrstörung von tropischen Wäldern.

  23. Wirklich interessante Neuigkeiten….
    Lieber Herr Sayer,
    bitte lassen sie doch dieses ewigen Gutmenschgesayere. Es ist schwer erträglich. Ich weiss es ja, Sie der Gute, ich der Böse von einem ewig gestrigen Kritikvirus infiziert, oder nein, sanfter: ich der Kritiker, der mit seiner Kritik über alle Tore wegschisst, nicht in der Lage, die Realität zu sehen…….
    Das Sie bisher auf diesem Blog nicht „geantwortet“ haben, hat mich auch gewundert, haben Sie doch immer wieder die gleichen Textbausteine schnell parat. Nur leider sind Sie immer wieder inhaltsleer und absolut sinnfrei. Es gibt de fakto deswegen nichts, was ich dem entgegnen könnte, da einfach fach/sachlich nichts in Ihrem Kommentar drin steht.
    Nur einige Kleinigkeiten, scheinbare Nebenkriegschauplätzte:
    Meine Beschwerden sind definitiv nicht vom FSC (vom PEFC sehr wohl!) bearbeitet worden. vielleicht hätte ich dazu erst Ihre Bröschüre lesen müssen, wie man eine FSC korrekte Beschwerde einreicht? (was aber hoffentlich vom FSC nicht ernst gemeint ist, denn sonst macht er sich auch rechtlich völlig lächerlich)
    Nicht ich mache polemische Vorwürfe, sondern Ich bitte den FSC (im übrigen den FSC A.C, der aber dazu völlig außerstande ist) endlich einmal inhaltlich Stellung zu nehmen, zu Kahlschlägen, zu sogenannten „HCVF“ Totalräumungen, schlicht zu allem, nur leider bleiben diese strikt aus, auch der Anfang unserer Auseinandersetzung war leider nicht eine Diskussion, sondern „Antworten“ auf niedrigsten Inhaltlichen Niveau.
    Seinen sie doch mal ehrlich: Die Grundlage jeder Zertifizierung, den zwingenden Herkunfstsnachweis, lehnen sie noch immer strikt ab, warum nur ? (Ihre bisherige Antwort: „Nicht zielführend“, aber das war es auch schon an ausführlicher Antwort).
    Nicht ich habe eine Alternative zu bringen, da sitzen sie einem mentalen Irtum auf. Sie müssen, was sie nicht können, ich weiss es ja, Ihr System so umbauen, das es Wald tatsächlich schütz.

    Auf mehrere Angebote, im großen Kreis (z.B. TV) eine Podiumsdiskussion mit dem FSC, einigen Ökologen/Biologen Politikern, mir und anderen zu führen, ging der FSC bisher mit keinem Wort ein.. Ich denke mir dabei meinen Teil und überlasse die Bewertung dessen dem geneigten Betrachter.
    Der FSC hat die Markenrechtsklage Klage gegen mich auch in zweiter Instanz verloren, den Inhalt des strittigen Flyers hat er nichts entgegengesetzt, trotz Aufforderung des Gerichtes. Der Inhalt des Flyers ist damit vom FSC! unstrittig gestellt. Nicht einmal das ficht den FSC an! Blindheit?
    Ich habe in diesem Blog mehr als genügend Streitpunkte angeführt, auf keines geht der FSC ein, warum nur wohl?
    Wenn man denn mal auf die ASI GmbH Webseite geht, eine Tochterfirma des FSC A.C. wird man tatsächlich mittlerweile einige Berichte finden. Allerdings bei weitem nicht alle, und teilweise in einer Qualität, das es mir graust. Und man findet eine Menge Widersprüchlichkeiten zu den offiziellen Aussagen zu FSC, die vermutlich auch unter dem Bezeichnung „Verbrauchertäuschung“ vom Gericht geklärt werden müssen.
    Aber Moment einmal: Report Mainz: Definitiv FSC zertifizierte Flächen, definitiv Totalräumung auf großer Fläche.(schon bei den Aufnahmen mehr als 10 Hektar) laut allen Definitionen des WWF zu HCVF als dieses eingestuft. Erwartete Reaktion eines seriösen Zertifikatanbieters: sofortige Investigation und Aussetzten des Zertifikates bis der Vorwurf geklärt ist; -…..- aber nein, geschehene Reaktion: Eine sinnfreie „Stellungnahme“, das war`s. Ihre Behauptungen: Unsinn bzw. völlig nebensächlich, Papierformatfüllend, nichts weiter (siehe dazu auch weiter oben). Das schafft Vertrauen! Und der Aufforderung des Gesamtverband Deutscher Holzhandel haben sie auch nicht nötig zu antworten. Devise: unter den teppisch kehren.
    Scheinbar hat der FSC schlicht keine Argumente, sonst würde er statt dem versteckten Hohn andersdenkenden gegenüber einmal inhaltlich etwas entgegensetzten. Auch hier rate ich dem geneigten Leser einmal den FSC (AC bzw. GgmbH) in Bonn kritische Fragen zu stellen, in der Regel bekommt man keine oder sinnfreie Antworten. Daher habe ich mich entschlossen, diese Antworten zu erzwingen, anders scheint es mit diesem (warum nur gemeinnützigen?) Verein nicht zu gehen. Weil ich viele unbequeme Fragen stelle, braucht man mir ja nicht zu antworten. IM Übrigen: alle meine Vorwürfe sind rechtsicher recherchiert!
    Von FSC Mixed Verbraucherbetrug, zu Nachhaltigen Großkahlschlägen in Schweden, Kanada Russland… Die Liste ist lang, nicht eine Stellungnahme, die den Namen wert ist, hat es dazu bisher gegeben. Nicht einmal nach einer Rechtskräftigen verurteilung wegen LAndraub auf erheblichen Flächen kam eine Reaktion. Solche Systeme, die unbequeme Fragen nicht beantworten, weil sie sie als lästig empfinden, da sie sich in Sicherheit einer starken Lobby aus NGO, Politik und Industrie wähnen, gehören eingestampft. Wenn sie denn statt der eigenen Vorgabe, den Wald zu schützen, diesen direkt und indirekt der Vernichtung durch die Holzmafia preisgeben, erst recht. Und wenn sie dann noch so lächerliche „Eigenzitatsplagiate“ entwerfen wie die guten Beispiele in Guatemala, wissenschaftlicher Hohn, dann fehlen mir die Worte.

    Und, lieber Herr Sayer, der FSC hat mich verklagt, auf Plumpdämliche Art und Weise, und hat dieses vom Gericht „um die Ohren“ gehauen bekommen, oder meinen sie, ich haben die Richter bestochen? Haben sie oder Herr „Theo“ denn gelesen, was das Gericht geschrieben hat? Scheinbar nicht. Trotzdem, es ist auf meinem Blog nachzulesen. Wie lange wollen sie sich noch vor mir „verstecken“. Wann stellen sie sich endlich den Argumenten?
    Auch der letzte Satz von Herrn Sayers Beitrag wieder typisch, rhetorisch sauber in das Herz des Leser gehend, aber leider am Fakt vorbei. Die Welt des Waldes ist eine andere, als sie sie sehen, Herr Sayer.
    Sicher: Ein Großkahlschlag in Totalräumung ist sicherlich perfekte Nachhaltigkeit……Eine solche „Diskussionsebene“ aalglatt wischiweich macht einfach sauer.
    Und nun zu „Theo“
    Wenn sie immer wieder Diplomarbeiten betreuen wie ich auch, wissen sie wohl, das sie mental unterstützern sollen, aber sprachlich und inhaltlich nicht beeinflussen sollen und dürfen. Mehr habe ich diesem wirren Teil nicht hinzuzufügen. Ich werde mich hüten, inhaltlich oder sprachlich in eine Diplomarbeit einzugreifen. Lesen sie im Übrigen einmal nach, wie diese Arbeit von der FH bewertet wurde. Die Stellungnahme des FSC, wie erstaunlich-, ist leider, sicher ausversehen, ausgeblieben. Die Diplomarbeit wurde sehr gelobt. Dabei wurde auch explizit die schwierige und sehr widersprüchliche Beschaffung der Informationen über den FSC hervorgehoben. Und nebenbei, ich habe sie nicht auf den FSC gehetzt, Frau Förste hat sich des Themas freiwillig angenommen und kam dann auf mich zu. Und Frau Förste wurde während der Rechereche auch nicht unbedingt mehr ein Freund des FSCs.
    Mein Gott. Wenn das alles nur Schmierenjournalisten sind, die nicht in Ihr Weltbild passen, dann verdammt noch mal, belegen sie doch, das das nicht wahr ist, was dieses Beispiel aufzeigt, statt so einen Schmarren zu schreiben. Wahrscheinlich ist auch der Wissenschaftler nur von mir gekauft, oder?
    Das sie mir bescheinigen, keine Ahnung von Raubbau und „Entwicklungshilfe““Zusammenarbeit“ zu haben, ehrt mich aus Ihrem Munde. Und ich kann mir die Herkunft dieses Kommentars erdenken. Wahrscheinlich saß ich auch wegen meinem tiefen Unverständnis der Welt in der Enquetekommission des deutschen Bundestages…..
    Kennen sie das Lied von den Fehlfarben: „Einkaufsbummel im Erdnussland, was übrig bleibt, wird Entwicklungshilfe genannt“?
    Wenn sie sich auch nur ein bisschen mal im Netz umschauen würden, würden sie sehr schnell erkennen, dass ich eben nicht genau einer alleine bin. Vielleicht setzte ich mehr Kraft ein als andere, da ich selber ein Teil der Holzindustrie bin. Aber das Netzt ist mittlerweile voll von Kritik am System FSC, harscher, und vor allem seitens des FSC durch die Bank unwidersprochener! Augen auf. (Allerdings ein Großteil auf Englisch)
    So einen Nonsens, das ist ja schlimmer als Herr Sayers Darbietungen……

    Dies war mein letzter Kommentar auf diesem Blog, es kostet mich leider zu viel Zeit, mehr oder minder immer wieder das gleiche zu wiederholen.
    Nochmals kann ich daher auf meine Blog verweisen: http://www.fragen-an-den-fsc.de/
    Sorry, das der Kommentar so lang geworden ist….
    Gerriet
    achso: Frage an herrn Sayer: Gehen sie eigentlich auch gerichtlich gegen die AMrkenrechtsverletzung vor?

  24. Gerriet, ich begrüße Deinen kritischen Ansatz und Dein Engagement ungemein. Die Forderung nach einem Herkunftsnachweis des Holzes würde ich jederzeit unterschreiben. Ich bin Dir sehr dankbar für Deine Kommentare.

    Der Artikel auf dieser Seite ist eine Chance, viele Leser (im Schnitt gut 3.000 pro Tag) für ein richtiges und wichtiges Anliegen zu gewinnen. Ich kann verstehen, dass man auf denjenigen, der einen verklagt hat, nicht mehr all zu gut zu sprechen ist. Ich kenne hier nicht die Details, deswegen kann ich zu dem Fall nichts sagen. Was meiner Ansicht nach nicht geschehen darf, ist, dass der Eindruck einer Privatfehde entsteht. Das wäre kontraproduktiv, jedenfalls, wenn man Menschen dazu motivieren möchte, die Zertifizierungsverfahren des FSC zu hinterfragen. Die Website http://www.fragen-an-den-fsc.de/ verfolgt das gleiche Ziel wie der im dt veröffentlichte Artikel: Bewusstsein schaffen, sensibilisieren, Dialog fördern. Schön, dass dies ein Stück weit auch an dieser Stelle geschieht.

    Der Handlungsdruck auf Seiten des FSC wird allerdings nicht dadurch größer, indem einige wenige Stimmen sich besonders vehement artikulieren, sondern in dem möglichst viele Menschen informiert und dazu bewegt werden, sich zu Wort zu melden. Gerne wiederhole ich noch einmal theos Kommentar, in dem die Aussagen des BMU auf den Punkt gebracht sind: „Erst vermeiden, dann recyceln und dann FSC“.

  25. Achim
    …. Nur der FSC lehnt diesen Herkunftsnachweis als “Nicht zielführend“ strikt immer wieder ab. Das Problem ist in der Holzindustrie eben genau, das die Herkunft, und damit Handelswege strikt! verschleiert werden sollen. Hier hat sich der FSC völlig verrannt, und durch das de fakto Veto der Wirtschaftskammern kann er dieses Manko auch Systemisch nicht abschaffen. Es werden fadenscheinige Argumente gebracht, wenn denn überhaupt. Dazu siehe aber eben auch den –sinnlosen-, im wahrsten Sinne des Wortes, Kommentar des Herr Sayer. Und die immerwährende Verquickung zwischen Arbeitsgruppen und dem FSC A.C, tut da sein übriges.
    Aber : Ich bin heilfroh und bedanke mich ausdrücklich beim FSC, das er mich verklagt hat und damit sich mit mir in den Wettbewerb (Unter dem Gesichtspunkt Wettbewerbsrecht) gestellt hat. Nun habe ich die Möglichkeit, ihn eben rechtlich als Wettbewerber wahrzunehmen. Nein, ich bin nicht wegen der Klage schlecht auf ihn zu sprechen; Ich bin wegen seiner Lügen, Falschaussagen, Gutmenschgehabe und Verschleierungstaktiken schlecht auf Ihn zu sprechen. Nur wenige andere außerhalb des FSC haben sich so tief in den Dschungel von Wiedersprüchen, Systemfehlern und Auswirkungen eingearbeitet. Ich habe dies getan, weil es Teil meiner Aufgabe als kritischer Holzhändler ist, andere Wege aufzuzeigen, „Fehler“ der Holzindustrie anzuprangern….
    Das ganz große Finale für den FSC steht aber ja kurz bevor: Durch REDD+ http://www.un-redd.org/AboutREDD/tabid/582/Default.aspx wird die Waldvernichtung durch sogenannte „Nachhaltige Nutzung“ (unter anderen danke an FSC und WWF) letztendlich massiv vorangetrieben, und es wird auch noch doppelt damit superschnelles Geld verdient (Durch das Holz und durch den Verkauf der Verschmutzungsrechten). Aber siehe dort. Es ist alles hochkomplex, und die NGOs, wie GP WWF und BUND (FoE) haben leider zu 100% in diesem Thema versagt…
    Ich arbeite intensiv daran (habe aber eben auch noch einen anderen Job), die „kriminellen“ Machenschaften des FSC aufzudecken, zu informieren und eben auch zu klagen wo es nicht anders geht. Das Problem wird allerdings sein, sollte der FSC an Bedeutung verlieren, werden andere Zertifizierungsprogramme entstehen, nachdem der WWF eine schiere Zertifizierungspest angetreten hat (ich denke, dieser Komplex und alles, was damit verbunden ist („Gutachten“ etc) ist eine wesentlicher Einnahmequelle), wie eine Hydra…. Die Geister die ich rief……
    Zum BMU et al und dem Papier:. Sicher, das sind schöne Worte, aber selbst das BMU verbraucht immer mehr Papier, größtenteils Frischfaser, soviel ich weiß. Also nichts von wegen realem vermeiden.
    Das BfN http://bfn.de/ unterstützt mit großen Geldsummen jeden Unsinn des FSCs.- Seilschaften? Der zumindest geschriebene Wunsch ist das eine, die tatsächlichen Werke etwas anderes, Und es werden am Ende die Werke gemessen, oder? Leider ist der FSC nicht in der Lage bzw. vor allem nicht gewillt, zu reflektieren, was durch sein WaldvernichtungsZertifikat alles passiert. Mag gut sein, dass er das nicht beabsichtigt hat, was passiert, aber er unternimmt auch, bis auch viel bedrucktes Papier, nichts dagegen.Unwissenheit schütz vor Strafe nicht! Genau deshalb ist diese gesamte Waldzertifizierung unakzeptabel und bestenfalls! als Mogelpackung zu bezeichnen.
    Noch ein Satz, und wieder habe ich einen längeren Kommentar geschrieben, obwohl ich das nicht wollte:
    Was hat eigentlich der FSC mit Recycling(Papier) zu schaffen? (außer natürlich Marktdurchdringung, Geld verdienen?) Er ist ein „Waldzertifikat““. Auch da denkt er über die Folgen seines Handelns leider nicht nach….Will er allgegenwärtig sein? Ja!!!! Er muss es, um Marktmacht zu haben, koste es ideell, was es wolle.
    Und im Übrigen. Die besprochenen Forderungen aus dem o.g. Papier sind nach 5 Jahren immer noch nicht in Ansätzen in irgendein offizielles PApier des FSC (a.C.) aufgenommen, En schönen Beispiel von vielen leeren Worten.
    Dieses Zertifikat muss „vom Markt“ verschwinden. Es ist auf der ganzen Linie Kontraproduktiv.
    Gerriet

  26. Im Nachgang: Natürlich keine Meldung vom FSC, totes Schweigen…. wie nicht anders zu erwarten, Schwanz einziehen, wie ein kranker Hund…. nur das mittlerweile der FSC, auch wieder ohne jede Begründung, die Diplomarbeit von Frau Förste öffentlich als „nicht wissenschaflich“ agkanzelt. Ob er sie wohl gelesen hat? Warum nur dann gibt er nicht eine Begründung warum sie nicht wissenschaflich ist? Man kann es nur erraten. Erst grosse Klappe, dann sinnfreie Leere…
    gruss
    gerriet

  27. Für mich st der verlogene FSC gestorben! Vielen vielen Dank für die vielen & und genauen Erläuterungen Gerriet Harms. Wieviele Jahre besteht der FSC bereits. Hat der verlogene Herr Uwe Sayer nicht schon lange genügend Zeit gehabt um intensiv an der Verbesserung des FSC-System zu arbeiten und dies nicht erst wenn seine verlogenen Machenschaften ans Tageslicht kommen? Gruss Susann

  28. Auch wenn diese Diskussion ein paar Jahre her ist, würde ich sie gerne nachträglich um eine persönliche Erfahrung aus 2013 mit dem FSC bereichern, die meiner Meinung nach gut zeigt, worum es beim FSC geht: um eine Marke und viel Geld. Meine Agentur hat einen Flyer erstellt, in dem div. Logos (weiß negativ) eingesetzt wurden, u.a. die Logos „Klimaneutral“ und „FSC Mix“, die wir von der produzierenden Druckerei erhalten hatten. Als wir das Ding bereits im Druck wähnten, erhielten wir eine E-Mail der Druckerei, die uns mitteilte, der FSC habe die Gestaltung nicht freigegeben. Ich so: „?!?“, unsere Produktionerin so:“?!?“, Kollegen so: „?!?“, ganz Berlin so… . Bemängelt wurde, dass sich das weiße Logo nicht ausreichend vom Hintergrund (100y, 55c) abhebe. Die Druckerei dürfe das so nicht drucken, die Agentur solle die Hintergrundfarbe des Flyers ändern oder ein schwarzes Logo verwenden (was dann das einzige schwarze Element im ganzen Flyer gewesen wäre). „Wow, der FSC muss einen Ex Brand Manager von Coca-Cola eingestellt haben“ war mein erster Gedanke. Nur um das klarzustellen: An sich ja eine lobenswerte Einstellung, sich so engagiert um sein Brand zu kümmern. Aber für ein Siegel, für dessen Nutzung man bezahlt? Auch habe ich beim FSC nirgends ein Brand Manual finden können. „Boa, müssen die Zeit und Personal haben“, dachte ich. Und, was soll ich sagen: haben Sie! Eine kurze Recherche ergab, dass der FSC in vielen Ländern wirklich ein ganzes Netz an Mitarbeitern für so etwas bereithält, top-down organisiert, bis in einzelne Städte. O.K., die werden auch noch andere Aufgaben haben (hoffe ich). Trotzdem: Wer so viele Ressourcen hat, um die Darstellung seines Logos in dieser Form zu schützen, der sollte auch sein Kerngeschäft – das Prüfen & Zertifizieren von Forstwirtschaften – mit gleicher Sorgfalt betreiben. Für mich bleibt – auch nach den interessanten Beiträgen in diesem Blog – der Eindruck, dass es hier vorrangig um Geld für ein Wohlfühlsiegel der Überflussgesellschaft geht. Mal abgesehen vom Ärger, den ich beruflich damit habe, finde ich es einfach nur desillusionierend. Wie sagte ein deutscher Minister mal so schön: Cash in the Täsch is the Name of the Game… . Wir werden auch weiterhin FSC-zertifiziert drucken (besser etwas Gutes, als gar nichts) aber nicht mehr das Siegel verwenden, da das ja schließlich Werbung für FSC ist, für die man auch noch zahlt. Statt dessen werden wir ein als Siegel aufgemachten Text drucken, der besagt, dass das Material nachhaltig hergestellt wurde und der Druck klimaneutral erfolgt ist.

  29. Also Boris auch wenn ich den Artikel aufgrund seines betagten Alters erst jetzt entdeckt habe. Soweit ich informiert bin gab es auch 2013 schon den Standard zur Logonutzung (FSC-STD-50-001). Von daher. Zudem sind deine Aussagen zum Thema Mitarbeiternetz schlicht falsch.

  30. Ach und noch was. Herr Harms mag dahingehend recht haben, als dass er den FSC auf Versäumnisse und Missstände aufmerksam macht, aber mehr auch nicht. Es ist schlicht „Schrott“ was er hier im Weiteren von sich gibt.

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