Frisch im Netz – November 2013

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Die November-Ausgabe von „Frisch im Netz“. Mit den jüngsten Relaunchs der vergangenen Tage/Wochen. Mit dabei sind Deutschesee.de, Beiersdorf.de, Mediamarkt.de, Karstadt.de und Wer-kennt-wen.de.

DeutscheSee.de

Da passt doch mal der Name der Kolumne! Frisch im Netz ist die Website von Deutsche See, dem bundesweit größten Vermarkter von Fisch und Meeresfrüchten. Bislang war der Webauftritt (Screenshot) ein Corporate-Auftritt, wie es ihn tausendfach gibt. Mit dem neuen Webauftritt will man nun verstärkt Endkunden ansprechen. „Die Plattform vereint nun Corporate Storytelling, Inspiration und Produktinformation und bietet ausführliches Basis- und Hintergrundwissen für das Kochen mit hochwertigem Fisch.“, wie es in der Pressemeldung heißt. Vor diesem Hintergrund erklärt sich der äußerst großzügige Einsatz von Bildern, die die gesamte Oberfläche ausfüllen.

Der neue Webauftritt ist auch aus folgenden Grund sehenswert. Die Zahl der auf Basis von Responsive Design konzipierten Webauftritt nimmt stetig zu, was nicht darüber hinwegtäuschen sollten, dass programmiertechnisch die gleichen Fehler wie vor 10 Jahren gemacht werden. Wenn bei Aufruf eines Webauftritts auf einem Smartphone das gleiche Datenvolumen produziert wird, wie in der Desktop-Anwendung, dann kam kaum von einer für mobile Endgeräte optimierten Anwendung gesprochen werden. Bei DeutscheSee.de ist dies glücklicherweise anders, denn hier werden auf mobilen Geräten wirklich nur die Daten geladen, die auch erforderlich sind. Die Desktop-Umgebung erzeugt 1,5 MB Datenlast, auf dem Smartphone werden 480 KB geladen. Realisiert hat den Webauftritt Aperto.

Beiersdorf.de

Der neue Webauftritt von Beiersdorf verdeutlicht die zuvor angesprochene Datenlastproblematik. Zwar passt sich das Interface dank RWD dem jeweiligen Browserfenster an, die Datenlast ist allerdings unabhängig von der Größe des Fensters die gleiche, was nicht sein sollte. In diesem Fall ist sie mit rund 3,8 MB vergleichsweise sehr groß. Im übrigen ein Vielfaches des bisherigen Webauftritts. Ob man damit, wie man in der Pressemeldung behauptet, einen Standard setzt, darf bezweifelt werden. Zu einem guten Webauftritt gehört eben mehr als eine schicke Oberfläche, Responsive Design hin oder her. Das animierte Logo im Header hat man bereits nach zwei-minütigem Besuch über (bei Scrollbewegung). Suchergebnisse sind hingegen sehr gut aufbereitet. Wenn man die Performance noch in den Griff bekäme, könnte man von einem gelungenen Relaunch sprechen. So sah Beiersdorf.de bislang aus (Screenshot). Als Partner standen hmmh multimediahaus (Konzept/Design) sowie NevelingNET (Implementierung Sitecore-Backend) zur Seite.

Mediamarkt.de

Der Start des Onlineshops von Mediamarkt verlief bekanntermaßen schleppend. Neben den Abermillionen bei Amazon verfügbaren Artikeln machten sich die paar tausend Produkte, mit denen der Onlineshop anfänglich aufwartete, ziemlich bescheiden aus. Der vor wenigen Tagen vollzogene Relaunch – weder konnte ich eine Pressemeldung ausmachen, noch reagierte die Pressestelle auf meine Anfrage – erfolgte still und heimlich. Auffälligste Veränderungen: die Website ist nicht mehr komplett rot, sondern vorwiegend weiß; und der Auftritt ist deutlich in die Breite gegangen, statt 975 px misst sie nun 1190 px, zumindest in der Desktop-Version, denn auch Mediamarkt.de verfügt nun über Responsive Webdesign. Der Aufbau ist zwar fluid, endet allerdings beim Breakpoint 710px, immerhin. So sah Mediamarkt.de bislang aus. Die Ausrichtung stärker in Richtung Onlineshop ist deutlich sichtbar. Das Interface wirkt nicht nur optisch erwachsener, auch die Funktionen sind es, etwa die Suche, die sich nun besser eingrenzen lässt als früher. Schon eine interessante Entwicklung, die innerhalb der MetroGruppe bezogen auf die Marke Mediamarkt in den vergangenen Jahren stattgefunden hat. Von einer Non-eCommerce-Site hin zu einem modernen Onlineshop. Obs reicht, um Amazon Paroli zu bieten, zumindest ansatzweise? Wenn ich das richtig sehe, nutzen nun die Metro-Töchter Saturn und Mediamarkt die gleiche Shoplösung und verfügen über ein, in Bezug auf die Aufteilung, nahezu gleiches Interface.

Karstadt.de

Anders als der Onlineshop von Mediamarkt ist das neue Interface des kürzlich relaunchten Webauftritts von Karstadt nicht reaktionsfähig, sondern verfügt über eine feste Breite. Dafür allerdings steht für Anwender mobiler Endgeräte eine separate Anwendung zur Verfügung (Screenshot). So lässt es sich nun auch auf Smartphones, anders als mit den bisherigen Apps, online shoppen. Eine cloudbasierte E-Commerce-Plattform namens Demandware soll für mehr Performance sorgen. Für das Design zeichnet SinnerSchrader verantwortlich.

Wer-kennt-wen.de

2009 – das war das Jahr, in dem Wer-kennt-wen.de an den VZ-Angeboten vorbeizog und zum beliebtesten deutschen sozialen Netzwerk avancierte (siehe FAZ). Im Januar 2010 wurden laut IVW 286 Mio. Visits produziert. Seit Facebook sieht das anders aus. Im September 2013 erzielte Wer-kennt-wen.de 19 Mio. Visits, immerhin noch weit vor dem Mitbewerber Lokalisten.de (September 2013 = 2.1 Mio. versus Oktober 2009 = 43. Mio.). Soweit der Ausflug in die Welt der Zahlen. Im Zuge des Ende Oktober vollzogenen Relaunchs von Wer-kennt-wen.de seien zahlreiche Wünsche seitens der Nutzer realisiert worden (siehe Pressemeldung/PDF). Der Webauftritt wurde ebenfalls responsive-fit gemacht. Neben den Neuerungen im Frontend lege man auch weiterhin größten Wert auf Datenschutz nach deutschem Recht. „Sicherheit, Verständlichkeit, einfache Bedienbarkeit – das schafft Vertrauen und eine Heimat im Netz.“, so Mirko Meurer, Chief Operating Officer bei werkenntwen. Auch der Markenauftritt wurde überarbeitet, so auch das Logo, ein Stern, der nun nicht mehr perspektivisch, sondern frontal dargestellt wird. So sah Wer-kennt-wen.de bislang aus (Screenshot).

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