Frisch im Netz – Februar 2015

frisch-im-netz-02-2015

Nach etwas längerer Auszeit wieder eine neue Ausgabe von „Frisch im Netz“, die dafür allerdings vollgepackt ist mit zahlreichen Relaunchs der vergangenen Tage/Wochen. Gleich zwei für Designer relevante Webangebote sind darunter. Mit dabei sind AGD.de, designreport.de, radio.de, handelsblatt.com, welt.de, theguardian.com und CNN.com.

AGD.de

AGD Allianz deutscher Designer

Die Allianz deutscher Designer (AGD) hat seit Anfang Februar einen neuen Webauftritt. Der Relaunch symbolisiere, wie es in der Pressemeldung heißt, den Auftakt zur Neu-Positionierung der Berufsverbandes. „Die neue Website soll gleichermaßen den veränderten Anforderungen an Designer als auch an moderne Webpräsenzen gerecht werden“, so Victoria Ringleb, Geschäftsführerin der AGD. Zukünftig werde man verstärkt auf Multimedia, Community-Building und soziale Vernetzung setzen. So sah AGD.de bislang aus: Screenshot.

Konzeption und Gestaltung kommen von Christina Metzler, technische Umsetzung von Inpsyde.

designreport.de

design report

Nachdem sich der Konradin Medien Verlag im vergangenen Jahr vom „design report“ getrennt hat, wird das Magazin nunmehr vom Rat für Formgebung verlegt, der nun Herausgeber und Verleger in Personalunion ist. Beides, Magazin und Website, wurden erneuert und präsentieren sich in neuem Design (siehe PM). „Die Internetseite zum Design-Magazin“, so der Titel der Startseite, bringt recht gut zum Ausdruck, dass auch weiterhin das Digitale (lediglich) an das Printprodukt angeschlossen ist, was ich von je her sehr schade finde, weil hier Potenzial verschenkt wird. So sah designreport.de bis zuletzt aus: Screenshot

Verantwortlich für die Neugestaltung sowohl des Printmagazins wie auch der Website zeichnet GROOTHUIS.

handelsblatt.com

Handelsblatt

Auch nach dem gefühlt zehnten Relaunch gelingt es der Redaktion des Handelsblatts nicht, auf eine zeitgemäße sprich responsive Lösung umzustellen. Wenn „Dax-Höchststände nun hübscher“ aussehen, um die Veränderungen einmal verkürzt wiederzugeben, muss man dies eher als einen kosmetischen Eingriff bezeichnen. Eine echte Verjüngung, die signifikante Verbesserungen mit sich bringt, findet nicht statt. Statt der Arial kommt nun als Serife die Publico Roman zum Einsatz, die im Zusammenspiel mit der Gotham auch in der Zeitung verwendet wird – sicherlich … eine sinnvolle Harmonisierungsmaßnahme. Warum nur verschlafen so viele Verlage und Medienhäuser den Fortschritt, der im Web in den letzten zwei, drei Jahren stattgefunden hat!? Es scheint als würde man nytimes.com, latimes.com, time.com und wie sie alle heißen hierzulande nicht kennen. Dort würde man auch sehen können, in welchem Kontext ein Hamburger-Icon Sinn macht – so wie auf Handelsblatt.com im Einsatz ist es jedenfalls überflüssig. So sah handelsblatt.com bislang aus: Screenshot

welt.de

welt.de Startseite

Mit Welt.de wurde auch ein Angebot aus dem Axel Springer Portfolio „renoviert“, wie es ihr Chefredakteur Jan-Eric Peters nennt. Ähnlich wie beim Handelsblatt wurde lediglich neu verputzt, anstatt, wie angebracht, nachhaltig saniert und modernisiert: blaue bzw. dunkelgraue Links statt rote, ein zentriertes, größeres Logo im Header, größere Abstände zwischen den Modulen. Das Wesentliche bleibt beim alten: statische 960 Pixel in der Breite. Ernüchternd. Zwar viel Bewegung, wie die Relaunchs in den vergangen Jahren verdeutlichen, nur von der Stelle kommt man nicht. So sah Welt.de bislang aus: Screenshot.

theguardian.com

TheGuardian.com

Anders als beim Handelsblatt und der WELT betreibt man beim Guardian keine Kosmetik. Der Webauftritt wurde „von Grund auf erneuert“. Neben umfassenden optischen und technischen Änderungen, Responsivität selbstredend eingeschlossen, und der Domainumstellung von theguardian.co.uk auf theguardian.com – auch so lässt sich Anspruch formulieren! – ist vor allem die Strategie hinter der Neukonzeption interessant, die da lautet: jede Artikelseite ist zugleich auch Startseite. Die Grundprinzipien hinter der neuen Website beschreibt Wolfgang Blau, „director of digital strategy“ beim Guardian, auf journalism.co.uk. Beides, das Interview wie auch das neue Nachrichtenportal, sollten sich Medienschaffende nicht entgehen lassen. So sah theguardian.co.uk bislang aus: Screenshot

CNN.com

cnn.com

Auch The all-new CNN.com darf man sich nicht entgehen lassen. CNN und andere, in erster Linie englischsprachige Medien zeigen auf, wie Nachrichten im digitalen Zeitalter wünschenswerterweise präsentiert werden sollten: technologisch, gestalterisch auf der Höhe der Zeit und auf einem Konzept basierend, das Aspekte der Vermarktung mit den Bedürfnissen der Leser mit einander vereinbart. Es wird wohl noch einige Jahren dauern, bis hiesigen Medien, seien es Spiegel.de, Welt.de, Faz.net und wie sie alle heißen an diesem Punkt angekommen sind.

radio.de

radio.de

„Wir erfinden uns neu.“, so Bernhard Bahners, Geschäftsführer der radio.de GmbH, über den Relaunch sowohl des Webauftritts wie auch der Apps. Letztere bekommen seit dem Update sowohl im Play Store wie auch im App Store kaum mehr gute Bewertungen. Insbesondere die Zunahme von Werbung empfinden viele Nutzer als „Verschlimmbesserung“, denn neuerdings erscheinen bei Senderwechsel Werbespots. Auch auf der Website rückt die Werbung sprichwörtlich in den Mittelpunkt, wo sie unterhalb des Players eine Lücke im Interface reißt. Der Player im Gameboy-Look hat ausgedient, ebenso „old-schoolige“ Abrundungen bei Reitern und Schaltflächen. So sah radio.de bislang aus: Screenshot

7 Kommentare zu “Frisch im Netz – Februar 2015