Euroweb pfändet Domain Nerdcore.de

Euroweb Nerdcore

Aus gegebenem Anlass möchte ich meine Solidarität mit dem von René Walter geführten Blog Nerdcore bekunden, der zu den erfolgreichsten und beliebtesten Blogs hierzulande zählt.

Die Euroweb GmbH ließ nach einem Gerichtsverfahren mit René, das zu ihren Gunsten ausging, gestern nun die Domain Nerdcore.de pfänden. Hintergrund der Geschichte sind Äußerungen von René, für die er von Euroweb abgemahnt wurde, die er aber nicht, wie eingefordert, von seinem Blog entfernte. Unter anderem soll er Euroweb „Arschgeigen“ genannt haben. Sicher, das ist nicht die feine Englische, aber den Schritt, für den sich die Euroweb GmbH und ihr Geschäftsführer Christoph Preuß nun entschieden haben, geht ja nun einmal gar nicht!

Auf der Startseite von Nerdcore.de informiert Euroweb über den Vorfall. Wie es dort heißt, soll die Domain Nerdcore.de in den nächsten Tagen auf Ebay versteigert werden. Die Einnahmen sollen zu je 50% Wikipedia und dem Verein freischreiber e.V zufallen. Fraglich ist, ob sich beide tatsächlich vor solch einen PR-Karren zerren lassen. Einer der vielen hundert Kommentierer schreibt auf Nerdcore.de nun: „Eine Internetfirma, die das Internet nicht verstanden hat. PR-Eigentor erster Güte“ – man mag ihm nicht widersprechen.

Einerseits das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung hochhalten (siehe Artikel auf Spreeblick) und im nächsten Atemzug Blogger abmahnen, ist widerlich. Ich goutiere keineswegs Äußerungen, die möglicherweise Einzelpersonen verunglimpfen. Auch wer hier im dt kommentiert, muss sich derlei Äußerungen verkneifen. Kritik hingegen muss in jedem Fall gestattet sein. Was Euroweb hier nun praktiziert, mag rechtlich sauber sein, moralisch ist es allerdings nicht vertretbar. Man darf auch bezweifeln, ob die Pfändung aus Sicht der Unternehmensführung klug und elegant ist.

An den Geschäftsführer Christoph Preuß und an René gerichtet: Nehmt den Hörer in die Hand und klärt das untereinander!

Mehr Infos gibt es unter:

53 Kommentare zu “Euroweb pfändet Domain Nerdcore.de

  1. Fraglich ist, ob sich beide tatsächlich vor solch einen PR-Karren zerren lassen.

    Die Freischreiber haben dazu bereits unter dem Titel „Natürlich nehmen wir Geld! Aber doch nicht von jedem.“ ein Statement veröffentlicht:

    Wir aber haben das Gefühl, dass hier mit ziemlich dicken Kanonen auf zierliche Spatzen geschossen wird. Und davon möchten wir nicht profitieren. Und wir möchten auch nicht, dass sich der Kanonier mit einer Spende an Freischreiber ein moralisches Mäntelchen für eine klassische Überreaktion umhängen kann.

    Lobenswert!

  2. „Die Einnahmen soll zu je 50% Wikipedia und dem Verein freischreiber e.V zufallen. Fraglich ist, ob sich beide tatsächlich vor solch einen PR-Karren zerren lassen.“

    Diese Aussage von Euroweb ist rechtlich falsch und nicht umsetzbar. Die Einnahmen durch die Versteigerte der Domain müssen zur Deckung der entstandenen Kosten (hier die der Abmahnung/gerichtskosten) eingesetzt werden. Das übergebliebene Geld muss an den Schuldner – in diesem Fall René – übergeben werden.

    Noch ist auch nicht klar, ob die Domain überhaupt gepfändet werden durfte, weil es sich womöglich um die Haupteinnahmequelle von René handelt und sie sich im Umgang bereits etabliert hat und nicht einfach zu ersetzen ist.
    In dem Fall ist die Pfändung nicht möglich und die Versteigerung wäre illegal und somit ungültig.

    Jetzt heißt es erstmal abwarten, Tee trinken, euroweb zu dieser grandiosen Negativ-PR beglückwünschen und den Kopf darüber schütteln wie unfähig eine Firma, die im Internet agiert, sein kann.

  3. Schade, Nerdcore war einer meiner Lieblingsblog, auch weil der immer coole Illustrationen und Grafikdesignthemen etc. reingestellt hat. Dazu noch Zombies, 80s, Star Wars, und verrückten Kram, eigentlich perfekt. :D

  4. Ich darf mir bei aller Sympathie für René Walter aber auch an den Kopf fassen, dass (laut Informationen der verlinkten fleißigen Infosammler) ein erfahrener Blogger eine Abmahnfrist ohne Widerspruch verstreichen lässt und sich um ein Urteil und dessen Rechtskräftigwerdung ebenfalls nicht kümmert.

    Wenn ich weiß, dass mein Nachbar zu schnell durch’s Viertel fährt, kann ich kaum mit geschlossenen Augen über die Straße gehen, wenn ich seinen Motor aufheulen höre und mich hinterher beschweren, wenn er mir über den Fuß gefahren ist und ich danach von einem Richter verknackt werde, einen Teil meiner Gips- und Arztkosten selbst zu tragen.

    Trotzdem war der Nachbar ja zu schnell oder auf den Fall zurückbezogen scheint Euroweb hier trotzdem weit über’s Ziel hinauszuschießen. Wenn „Schaden abwenden“ tatsächlich Ziel der Aktion war… Hier fasse ich mir kommentierend und in der Gelassenheit der Nicht-Involviertheit ebenfalls virtuell an den Kopf und schüttle selbigen.

    Wie wäre es mit Mediation oder Moderation, ehe weitere Juristerei und Paragraphenreiterei angegangen wird? Und hoffentlich bietet niemand für die Domain bzw. wird statt Fortführen dieser Idee nun der Dialog zwischen den Beteiligten begonnen.

    Positive Energien sendet, grad a weng esoterisch ;-)
    liqui

  5. Euroweb haben nach den Vorfällen und Vorwürfen in den letzten Jahren viel getan, um sich von dem Negativ-Image zu befreien. Man denke nur an den visuellen Auftritt des Unternehmens (das alte Logo mit Euro-Symbol, der alte Internetauftritt). Was die Projekte angeht: Teilweise sind dabei recht ansehnliche Websites entstanden. Ausgewählte, einzelne „Referenz-Internetseiten“ wohlbemerkt. Man hat Prominente vor den Karren gespannt (Fabian Hambüchen), sich sozial engagiert (Sportförderung, Stiftung), hat Auszeichnungen gesammelt, ist in Rankings hochgeklettert, hat Hände von Politikern geschüttelt, Ausbildungsplätze geschaffen, sich für Kunden aus dem Mittelstand positioniert und entsprechend Partner gesucht und gefunden. Mir ist auch ein Mitarbeiter bekannt, der sich durchaus wohl fühlt und von einem angenehmen Betriebsklima und abwechslungsreicher Arbeit spricht. Euroweb ist ein knallhartes Unternehmen mit Fokus auf Umsatz und Gewinn. Das ist weder verwerflich, noch unrecht. Die legitimen Vorwürfe bzgl. der Geschäftspraktiken und der mangelhaften Qualität der Arbeit vor ein paar Jahren waren gewissermaßen eine Zäsur für das Unternehmen. Ein Denkzettel, den man ernst genommen hat. Man hat daraufhin viel in ein neues Image investiert und die Qualität des eigentlichen Produkts, das da verkauft wird (Internetseiten) tatsächlich verbessert. Doch für mich stimmen die „weichen Faktoren“ einfach nicht. Mir ist dieses Unternehmen und dessen Auftritt unsympathisch; ich finde sie unglaubwürdig. Diese ganze „An-uns-kommt-kein-Mittelständler-vorbei-Attitüde“, als gäbe es keine Alternative zu einer Internetseite von Euroweb, und dieses „soziale Gewissen“, welches einem unter die Nase gerieben wird (um was zu beweisen oder um von was abzulenken?), finde ich aufdringlich. Die neuerliche, hier besprochene Aktion ist ein weiterer Grund für mich, die Arbeit vieler Einzelkämpfer und kleinen Agenturen hoch zu halten und von einem solchen Unternehmen Abstand zu halten. Mögen sich Anwälte damit auseinandersetzen, mögen Gerichte entscheiden… ich bin nur ein kleiner Kreativer und beurteile eben aus dieser Perspektive.

  6. @liqui.do:
    Laut Golem.de hat er mehrere Monate woanders gewohnt, da seine Mutter schwer krank war und halt nicht damit gerechnet dass da einfach so ein Gerichtsbeschluss reinflattert. Er hat ihn also nicht absichtlich ignoriert, eher aus Fahrlässigkeit nicht bemerkt.

  7. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, auf die Domain zu bieten und dann ihm zurück zu überschreiben. Soweit ich einen weiter oben aufgetauchten Eintrag verstand, geht es ja hauptsächlich um Kostendeckung des Gerichtsverfahrens, nicht um deaktivierung des Blogs?

  8. Ein Blog sollte eigentlich der freien Meinungsäußerung dienen, wie weit diese geht ist wohl Ermessenssache…
    Euroweb is doch selbst schuld Ihr zweifelhafter Ruf kommt nun mal nicht von ungefähr

    Andy

  9. Ich spreche mich in diesem Fall klar FÜR Euroweb aus.
    Ich kenne die genaue Sachlage nicht, und weiß nicht, was genau Herr Walter über die Euroweb GmbH geschrieben hat. Jedoch nach dem was ich hier lese, hat Euroweb vollkommen richtig gehandelt.

    Es scheint als wäre Herr Walter sehr unprofessionell vorgegangen. Was hier angeprangert wird ist, die Beschneidung von Meinungsfreiheit. Doch meine Freiheit endet immer dort wo die, eines anderen anfängt. Persönliche Beleidigung hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, und wäre es Herr Walter nur um seine Meinung gegangen, hätte er offenbar jede Möglichkeit gehabt, die Beleidigungen raus zu nehmen. Das hat er nicht getan, und hat nun das nachsehen. Selbst Schuld!

    Was die Euroweb GmbH angeht.
    Ich bin nicht auf dem laufenden darüber, weshalb solche Beleidigungen, und entsprechendes Feedback hier in den Kommis überhaupt stattfinden. Interessiert mich auch nicht. Aber in dem beschriebenem Fall hat die Euroweb GmbH vollkommen richtig gehandelt. Den gewonnenen Erlös zu spenden, ist natürlich reines Marketing. Aber mal ehrlich: Was würdet ihr machen?

    Die Domain als eigenen Blog einsetzen?
    Verkommen lassen?
    Verkaufen und Geld behalten?

    Aus allen Möglichkeiten, ist die der Euroweb GmbH gewählte noch die „befriedigenste“.
    Auch wenn ich persönlich keinen Sachwert akzeptiert hätte. Einer der „beliebtesten Blogs Deutschlands“ wird wohl genug Einnahmen abwerfen, um entsprechende Gelder zumindest in Raten aufbringen zu können. Aber ich nehme mal an auch hier war die Kooperationsbereitschaft so gering, dass das Eigentor ganz klar an Herr Walter geht. Nicht an die Euroweb GmbH.

    Meine Ansicht*

  10. Oh mein Gott…
    Ich bin schockiert, dass es tatsächlich zu einem solchen Exitus gekommen ist, auf Grund ein paar unbedachter Äußerungen. Regelrecht unverschämt und widerlich finde ich allerdings die dazugehörige Pressemitteilung, die u.A. jetzt auf nerdcore.de zu sehen ist.

    Zitat : „Euroweb Group: Neue Erfahrung für Blogger: Blogbetreiber verliert seine Domain nerdcore.de.“

    Na das nenn ich mal eine wirklich neue Erfahrung. Spitzen PR-Arbeit. Zuerst den Holzhammer schwingen, einen unbedachten „Einzelkämpfer“ die Website wegnehmen lassen, weil er die entstandenen Kosten nicht trägt (oder tragen kann), sich anschließend als philantropisches Unternehmen hinstellen und sich auch noch darüber lustig machen. UNGLAUBLICH!

    Vorallem der Sachverhalt, dass die Pfändung zur Deckung der Gerichtskosten eingeleitet wurde und die Domain zu „wohltätigen“ Zwecken versteigert wird (und damit Euroweb die Gerichtskosten de facto alleine trägt) schlägt dem Fass den Boden aus.

    Widerlich diese Geschäftspraktik und desaströs für das Image der Firma. Als PR-Mann bei Euroweb würde ich jetzt freiwillig meinen Hut nehmen – ich könnt mich nicht im Spiegel betrachten, wenn ich so etwas kommunizieren sollte.

    Marcus

  11. Ich muss gestehen, ich hab diese Diskussion leider nicht von Anfang an mitbekommen und auch nicht alle bisherigen Kommentare gelesen. Ich findes es nicht in Ordnung wie dieses Unternehmen handelt, auch wenn man bedenkt, dass es sich auf den Schlips getreten fühlt. Mir drängt sich nur eine Frage auf, die ich nicht loswerde.

    Sehe ich das richtig, das einem Unternehmen rechtlich gestattet wird eine Internetseite abzuschalten, weil diesem Unternehmen die Inhalte nicht passt, die auf besagter Internetseite zu finden sind?

    Dem Bund sind aber die Hände gebunden wenn es um Seiten mit kinderpornografischen Inhalten geht, weswegen lieber über „Speeren“ diskutiert wird? Sehe ich das richtig?

    (das lenkt zwar jetzt vom Thema ab, aber ich verstehe es einfach nicht…) :(

  12. @DDDTG: Er hat sie aufgrund ihrer Geschäftspolitik als Arschgeigen bezeichnet und irgendwie geschrieben dass deren Produkte, bzw. Webseiten oft schlecht und zu teuer sind.

  13. Es gibt leider einige schwarze Schafe in der Branche. Ich selbst habe für kurze Zeit in einer Agentur gearbeitet, dessen Chef mit Gesetzesbrechungen wenig Probleme hat. Er hält Verträge nicht ein und erpresst Kunden sowie Mitarbeiter, wenn es Probleme gibt.

    Und wenn man sowas erfährt, dann kann man als ehrlicher Dienstleister ziemlich verzweifeln und „Arschgeigen“ ist dann noch ein ziemlich zivilisierter Ausdruck für diese Gefühle.

  14. Nunja, der Nercode-Betreiber hat sich auch selbst zuzuschreiben was passiert ist. Was er gemacht hat war ja keine Kritik mehr sondern Beleidigung und dass man auf gerichtliche Bescheide reagieren MUSS sollte eigentlich jedem bekannt sein. Falls nicht endet man wohl bei Peter Zwegat.

    Beleidigung muss sich keine Firma gefallen lassen, insofern ist egal ob Euroweb nun gute oder schlechte Arbeit leistet und verkauft.

  15. Das ist das wirklich schlimme an der Geschichte mit der Pfändung ist ja die Zerstörung von allgemein zugängigem Kulturgut. Sowas macht man auch dann nicht, wenn man so profilierungsgeil ist wie die Euroweb.

  16. Ich habe persönlich einige Vorbehalte gegen Euroweb, aber wer hat die nicht? Die Jungs haben das Fingerspitzengefühl wie ein Nilpferd, das haben sie nun wieder eindrucksvoll bewiesen.

    Walter ist allerdings auch extrem ungeschickt an die Sache herangegangen. Mit Abmahnungen, Urteilen und Zahlungsbefehlen darf man einfach nicht leichtfertig umgehen. Auch wenn man nicht gedenkt zu zahlen, ignorieren führt nur dazu dass Fristen verstreichen und die Kosten steigen.

  17. Also die Typen von Euroweb sind aber echt Arschgeigen!!!

    Aber nun mal im Ernst – René sollte sich das Verhalten der Euroweb zu Herzen nehmen und jetzt erst recht „zurückschlagen“.

  18. Dieser ganze Vorfall ist ein sehr schönes Beispiel, wie man sich mit solch einer Aktion seine Online-Reputation nachhaltig zerstören kann! Wenn man nach „Euroweb“ googelt findet man gleich auf der ersten Seite fast nur Suchergebnisse, die Euroweb in kein gutes Licht rücken. Herrlich sind auch die verwandten Suchanfragen mit Stichworten wie „Betrug“, „Abzocke“ oder „Kritik“.

    Diese ganzen negativen Assoziationen und Suchergebnisse wieder aus dem Web zu bekommen wird noch sehr sehr lange viele Ressourcen (sowohl finanzielle, als auch menschliche) bei Euroweb beanspruchen.

    Kurzum: Epic Fail :-D

  19. Die headline „Euroweb Group: Neue Erfahrung für Blogger: Blogbetreiber verliert seine Domain nerdcore.de“ ist irgendwie eine Provokation. Allerdings eine ziemlich lächerliche.

  20. Pi, man muss Euroweb „zu gute“ halten, dass die fragwürdigen Praktiken und Beiträge in Foren und Fernsehsendungen, schon seit Jahren eines ihrer „Markenzeichen“ im Netz sind. Positive Beiträge habe ich bislang nur durch Umsatzzahlen und ähnliches finden können. Selbst ihre Sportlerstiftung hat bei mir kaum Beiträge hervor bringen können.

    Einen größeren Bärendienst konnte sich die Firma mit dieser Aktion wohl nicht machen. Und dass der Blog den sie für diesen Fall auf Nerdcore gestellt haben, nach nicht mal 24 Stunden weit über 1000 Beiträge fasst die GEGEN die Firma zielen, spricht Bände. Facebook und Twitter werden auch schon reichlich genutzt um sich gegen die Düsseldorfer Firma ein zu schießen.

    Das Fazit dieser Aktion ist vermutlich: Mit Kanonen auf zierliche Spatzen geschossen und dabei eine unaufhaltbare Lawine ausgelöst.

  21. @Patrick Danke für die golem-Info. Die Nicht-Erreichbarkeit wäre dann sehr menschlich und sympathisch und ich zöge meine Hand von der Stirn. Juristisch wäre solch ein Grund der Nicht-Reaktion meines Erachtens aber nicht relevant – und das wäre dann mal wieder ein besonders tragischer Fall, in dem rechtliche Regelungen nicht zu den Menschen und ihrem Altag passen.

    Ich harre der Dinge, die zwischen Euroweb und René Walter geschehen mögen.

  22. Was soll man da sagen, selber schuld …. Man kann sich mit einer Seite mit realem Inhaberdaten eben nicht alles erlauben, das musste ich selber mal vor vielen Jahren lernen …..

  23. Diese Aktion beweist leider nur, dass René mit seiner Formulierung die Wesenzüge der Geschäftsführung akkurat charakterisiert hat.

  24. Schon erschreckend, wie sich eine Firma, die ach so viel Jahresumsatz generiert, sich auf diese Weise kaputt macht. René war zwar nicht ganz so geschickt, als er auf die Abmahnung nicht reagiert hast, aber die niedrige Frustratiostoleranz von EW wird sich schon noch rächen…aber sowas von.

    Mir tun nur nur die Mitarbeiter und Azubis bei EW Leid, die aufgrund des schlechten Leumunds und der schrittweisen online-Zersetzung ihres Betriebes bald keine Perspektive mehr haben und sich um eine neue (Lehr-)Stelle kümmern müssen.

  25. Euroweb wird nach dieser Aktion sicherlich einen ungesunden Kundenrückgang verzeichnen.
    Das Internet ist neben der Tatsache ein rechteschmaler Raum auch eine prima PR Plattform bei der man mit einem Streich ordentlich verscheissen kann.

  26. – „Der hat gesagt wir sind doof!“
    + „Eigntl. hat er ja recht, psst, hoffentlich liest das niemand, was sollen wir nur machen?“
    – „Hm,… das wird so ne private Flachzange sein, Gericht/Klage schreckt da gut ab…“
    + „Gut Idee! Und wenn das funktioniert, pfänden wir einfach noch seine Domain, genau!“

  27. Ich hab bei der Euroweb gearbeitet und bin immer wieder überrascht, wie meine ehemaligen Vorgesetzten versuchen mit aller Macht ihren Ruf zu verbessern, es auch halbwegs durch gute Kampangen es auch schaffen und dann mit einem Schlag es mit dem Hinter wieder einzureißen.

    Versteht mich nicht falsch – ich hab wirklich sehr gerne für die EW gearbeitet. Das Arbeitsklima ist hervorragend und es wird einem viel Freiraum gelassen.

    Auch die Sorgen von Martin kann ich nicht teilen. Es wird die Euroweb bestimmt nicht in den Ruin treiben – dafür gab es schon vorher viel zu viel Gegenwind von anderen Personen. Dass zum Beispiel der MDR versucht hat, in den Escher-Sendungen die Euroweb bloßzustellen sagt ja wohl alles. Die Sendungen waren nur so schlecht recherchiert, dass nicht nur wir uns köstlich amüsiert haben. Leider gab es auch hier eine Kindergarten-Reaktion von Seiten der Geschäftsführung der EW, die nicht nur bei den Bloggern sondern auch bei der Belegschaft heftiges Kopfschütteln hervorgerufen hat.

    Was ich persönlich immer sehr witzig finde, ist dass immer von der schlechten Arbeitsweise und der mangelnden Qualität der Internetseiten gesprochen wird. Komischer Weise finden sich die Auszubildenden immer wieder unter den besten ihres Jahrganges.

    Das Internetseiten ohne Inhalte online gestellt werden, ist nun mal Firmenpolitik, was die Kunden auch wissen, da es spätestens ihnen von dem Webdesigner gesagt wird. Und irgendwie erleichtert es auch den Kunden ein wenig zu triezen. Denn ich denke das jeder, der Internetseiten erstellt – und auch andere im grafischen Gewerbe – es schon mal hatten, dass die Kunden unbedingt etwas fertig haben wollten, dann keine Inhalte geliefert hatten und der Auftrag sich über Wochen, wenn nicht sogar Monate hinzog. Das bei der EW nun Seiten online gestellt werden, die keine Inhalte haben, hat dazu geführt, dass die Kunden schneller ihre Daten bereit stehen hatten. Auch wenn ich zum Beispiel oft den Kommentar gehört habe, dass ich mir die Texte doch ausdenken soll hab ich oft genug geantwortet, dass sie sich doch auch kein Auto kaufen und dann den Motor selber einbauen müssen.

  28. @ Günthi #33: Schlechte Arbeitsweise und Qualität… nun… das war bis vor einigen Jahren selbstverständlich noch der Fall. Ich selbst habe Gruselseiten von Euroweb „gesammelt“. Unglaublich, was da abgeliefert wurde. Der Fokus von Euroweb hat sich auf das Generieren von Umsatz konzentriert, nicht auf kreative Arbeit. Praktisch sah es so aus, dass die Ahnungslosigkeit bzgl. Internet und Internetseiten und mangelhafte Medienkompetenz vieler Mittelständler ausgenutzt wurde und sehr fragwürdige Verträge geschlossen wurden. Ob ein Friseursalon über 4 Jahre wirklich 15.000,00 Eur und mehr für einen Internetauftritt ausgeben muss… sei mal dahin gestellt. Das war alles rechtlich wasserdicht, doch hat das mit der Geschäftspraxis einer Internetagentur oder gar Designagentur wenig zutun. Man hat aus der daraus entstandenen Kritik aber tatsächlich gelernt, wenn es um die Qualität der Arbeit geht. Ob diese in Relation zu den Preisen steht, möchte ich jetzt auch nicht weiter kommentieren. Doch Euroweb ist nun scheinbar ein vorbildlicher Ausbildungsbetrieb, die aktuellen mir bekannten Internetseiten sind technisch und gestalterisch OK und soweit ich weiß, sind die damaligen Verträge, die Euroweb mit Kunden abschließen wollte (und abgeschlossen hat), nicht rechtens und es gibt vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten. Insofern… ausser dem Auftreten der Geschäftsleitung und der penetranten PR und Selbstdarstellung gibt es für mich kaum Kritikpunkte. Ich würde als Kunde nie mit einer solchen „Agentur“ zusammenarbeiten, doch letztlich muss jeder selbst wissen, welche Verträge er gelesen oder ungelesen unterschreibt. Im Übrigen glaube ich auch nicht, dass diese Blog-Affaire dem Unternehmen schadet. Die „Affaire“ vor einigen Jahren, bei der es um die schlechte Arbeit in Verbindung mit den Verträgen ging, war viel gravierender… und das Unternehmen steht nun besser da. Das Vertriebspersonal wird schon wissen, wie es in Verkaufsgesprächen mit diesem Thema umzugehen hat. Internetaffine Blog-Leser sind nun mal nicht die Zielgruppe. Ich stelle sogar die These auf: Es nützt dem Unternehmen. Die Erfahrung hat gezeigt… Kritik sorgt für Verbesserung. Und mal ehrlich… wenn mir als Handwerksmeister, der nicht so wirklich Ahnung von Internetseiten hat, ein Vertreter verklickert… „Sie müssen ins Internet. Das ist wichtig für die Zukunft Ihres Unternehmens“… und dann auf mögliche Nachfragen zur Negativkritik im Netz entgegnet… „ja, da gab es einen Konflikt mit ein paar Bloggern… völlig zu unrecht… aber schauen sie doch mal… Fabian Hambüchen vertraut uns.. und sogar der Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf.. und wir sind Mitglied in diesem Verband… wir bilden aus… und unsere Stiftung…“ – also dann würde ich wahrscheinlich auch meine Unterschrift unter den Vertrag setzen. Zumindest hätte ich keine Zweifel mehr an der Seriosität des Unternehmens.

  29. […] doch letztlich muss jeder selbst wissen, welche Verträge er gelesen oder ungelesen unterschreibt. […]

    Das ist halt der große Knackpunkt. Viele lesen garnicht durch, was sie da unterschreiben und sind nachher sauer auf ihre eigene Dummheit – lassen das aber lieber dann am zuständigen Webdesigner aus.

    Ich hab es bis heute kaum verstanden, wie eine Person, die im vollständigen Besitz seiner geistigen Kräfte ist, einfach einen Vertrag unterschreiben kann, den er nicht mal gelesen hat. Es ist einfach nur dumm. Und dann zu behaupten, die Außendienstmitarbeiter hätten sie dazu gedrängt, ist einfach nur eine Ausrede. Wenn mich jemand beschwatzt, ich solle doch bitte jetzt direkt unterschreiben, dann werde ich ihm klar machen, dass ich erst alles durchlesen möchte – sonst kann er gehen.

  30. Tut mir leid, aber was sich Rene hier geliefert hat, ist nicht nur „nicht die feine Englische“, sondern durchaus berechtigt. Wenn man sich mal anschaut, was er so abgeliefert hat, dann ist „Arschgeigen noch das harmlosere. Unter (*) findet sich z. B. die Formulierung „Zählt für […] nicht das Behindertengleichstellungsgesetz?“, und das ist nun mal einfach über allen Grenzen. Und wer 4 Monate nicht auf Post antwortet, der kann sich seine Ausrede, er hat seine Mutter gepflegt auch … . Denn für die Webseite hatte er offenbar, trotz Pflege, Zeit genug. Von daher ist diese Ausrede ebendies – eine Ausrede.
    Weshalb hier also ein derart positiver Artikel veröffentlicht wird, in dem der arme Blogger gegen das böse Unternehmen in Schutz genommen werden muss erschließt sich mir nicht. Zumal Euroweb ja nun wirklich offenbar alle Wege, von unverbindlichen Mails angefangen, beschritten hat, um ihm ihre Sicht der Dinge mitzuteilen (also muss er offenbar auch seine Mails nicht gelesen haben, seeehr realistisch). Und so arm wird der gute Herr nicht sein, wenn er solch einen wertvollen Blog betreibt.

    (*) http://www.georgholzer.at/blog/2011/01/20/euroweb-oder-wie-man-nicht-dummer-reagieren-kann/

  31. http://www.euroweb.de/de/service-preise.php

    Mich interessierte mal, wie „Abzocker“ so ihre Preise gestalten. U.a. kostet es 120€, ein Video von einer Minute länge zu hosten. Lässt man Euroweb das Video drehen und benötigt einen weiteren Drehtag, kostet dieser 2.300€ und ab dann 40€ monatlich?? Verstehe ich die Abkürzung „mtl.“ falsch oder drehen die dann jeden Monat noch mal? Wenn ein Klempner zu mir kommt und was repariert, dann bezahle ich den auch nur ein einziges mal.

  32. Wenn die Internetdomain jedoch dem Rene sein Lebensunterhalt sicherte, durfte diese dann wirklich ihm „entnommen“ werden? Was ist mit den dazugehörigen Email-Accounts, die auch seine bisherigen privaten Nachrichten anthalten und diese nun ganz einfach von fremdem eingesehen oder weiterhin empfangen werden können? Was ist mit so wichtigem Datenschutz?
    Ich denke, daß die Pfändung als solches irgendwie trotz des Beschlusses vom Karlsruher Gericht angezweifelt werden darf…

  33. @achim Sehr interessant zu lesen, hat wohl alles seine Richtigkeit. Unglaublich jedoch die Aussage, daß der neue Eigentümer die Emails, die an den „alten Eigentümer“ gerichtet sind nicht lesen dürfen! Soll Rene (sorry, daß ich ihn dutze, ich kenne ihn ja gar nicht…) nun eine Abmahnung an den neuen richten, mit Unterlassungserklärung, etc.??? Schon extrem merkwürdig…

  34. klar ist es ärgerlich für ein Unternehmen, dessen Ruf einmal beschädigt ist und das vermutlich viel Geld in Imageberater gesteckt hat, die zu den üblichen Maßnahmen wie sozialem Engagement raten, wenn immer noch irgendwo alte Blogeinträge im Netz rumschwirren, in denen sie schlecht wegkommen. es wird davon sicher noch mehr geben, müssen jetzt alle bangen, die sich mit ihrem Klarnamen jemals negativ über die Firma geäußert haben? noch viel länger werden sich alle die Beiträge im Netz halten, die jetzt folgen, da kann ich Pi #22 nur Recht geben.

    im Übrigen sind die PR-Maßnahmen sehr durchschaubar, da hinken die Berater anscheinend ein paar Jahre hinterher und das Filmchen auf der Startseite sieht aus, als stecke nicht mal ein Tagessatz drin ;o) wenn man die Texte schon emotionslos abliest, dann doch wenigstens richtig: mittelständig sind höchstens Fruchtknoten, aber keine Unternehmer…

  35. Auch wenn es DESIGNtagebuch heißt, gehe ich davon aus, dass die hiesige Leserschaft durchaus ein gutes Gespür für Kommunikation hat.
    Mir ist es deshalb unverständlich, wie hier irgendjemand der Meinung sein kann EW hätte in irgendeiner Weise richtig gehandelt – und dieses steht, entgegen einigen anders lautenden Kommentaren, in direkter Verbindung mit ihren Dienstleistungen.

    Offensichtlich hat diese Firma nichts von dem verstanden, was sie verkauft.
    Es dauert nicht mehr lange dann merkt das auch der Mittelstand …

    … meine Meinung

  36. Ich habe mit ein paar Eurowebler die schulische Ausbildung gemacht. Für mich war dieser Laden im Prinzip immer wie ein Heuschrecken-Unternehmen, welches einfach nur auf Masse setzt. Jetzt sowas. Wird den Ihr Image bei mir auch nicht verbessern können.

    Shit Happens, der Blogger wird jetzt einfach einen neuen Blog aufmachen und den Hype darum gewinnbringend verarbeiten.

  37. Die Reputation ist definitiv jetzt völlig im Eimer. Mir geht einfach nicht in den Kopf, wie man schon bei so vielen negativen Beiträgen im Netz das Ganze nochmals mit so einer Aktion toppen kann.
    Den „kleinen Rene“ zu ignorieren wäre doch 100 x sinnvoller gewesen, als durch diese Pfändung das ganze Unternehmen zu gefährden.

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