Erzgebirge Logo – Die Erlebnisheimat

Erzgebirge Tourismus mit neuem Markenauftritt

Erzgebirge Logo – Die Erlebnisheimat

Der Tourismusverband Erzgebirge hat dieser Tage ein neues Erscheinungsbild vorgestellt. Touristische Einrichtungen der Region bündeln ab 2012 ihre Marketingaktivitäten, wodurch ihre Position im Wettbewerb der deutschen Mittelgebirge gestärkt werden soll, wie es von Seiten des Verbandes zum Anlass für das vollzogene Redesign heißt. Im neuen Logo sind Schlägel und Eisen gekreuzt. Die mittels Transparenz entstandenen Einzelformen sind dabei unterschiedlich farbig gefüllt. SZ-Online kolportiert den Wechsel mit der Überschrift, die „Touri-Experten“ hätten das Budget in Höhe von 345.000 Euro „auf den Kopf gehauen“.

Erzgebirge Logo

Es ist ja nicht unüblich, dass Ausgaben für Markenauftritte von Branchenfremden wenig differenziert beurteilt werden. Die Gegenüberstellung von neuem Logo und Gesamtbudget, das oftmals auf mehrere Jahre angelegt ist und neben der gesamten Entwicklung des Corporate Designs auch zahlreiche Marketingmaßnahmen umfasst, ist wenig sinnvoll, zumindest, sofern man eine ernsthafte Diskussion über Design anstoßen möchte. Ist doch klar, dass derlei Zuspitzungen immer wieder Ablehnungen seitens der Bürger hervorrufen, ganz unabhängig von der Qualität einer Gestaltung. Seitens der Lokalmedien ist hier auch weiterhin wenig Konstruktives zu erwarten. Ausnahmen bestätigen dabei die Regel, so zumindest mein Eindruck.

Die Qualität des Zeichens und des Gesamtlogos ist ohne Frage vorhanden. Nach dem Logo folgen nun zahlreiche Medien und Anwendungen, die auf das neue Corporate Design ausgerichtet werden. Verantwortlich für den Markenauftritt ist die in Dresden ansässige Agentur Sandstein.  Die frisch relauncht Website stammt von CreativeClicks. Die in der linken Spalte integrierte Animation zeigt die Entstehungsgeschichte, von farbigen Flächen ausgehend, hin zum dem oben abgebildeten Logo. Darüber hinaus macht einem die zäh geratene Animation auch klar, dass Motiondesigner nicht die Kernzielgruppe des Verbandes sind.

54 Kommentare zu “Erzgebirge Tourismus mit neuem Markenauftritt

  1. grossartig. selten wirkt ein projekt aus öffentlicher hand rund, durchdacht und präzise. oft spielen eben eher die befindlichkeiten der entscheidungsträger mit rein, so das die konzeptionelle stärke der entwürfe oft durch zusätze und must-haves verwässert werden. nicht so hier beim erzgebirge: reduziert, modern, aussagekräftig. signet und typo vereinen sich zu einer handwerklich toll ausgearbeiteten wortbildmarke. laudatio!

    die sache mit dem budget und den nachrichten darüber: same procedure as every year. da wird halt mal wieder eine sau durchs dorf getrieben.

  2. Also ich finde das Logo ebenfalls sehr gelungen, modern und gut ausgearbeitet! Auch die Schrift passt gut, denn diese könnte man als „hand behauen“ beschreiben, durch die nicht klar definierten Kanten.

    Die Internetseite ist ein wenig überladen geworden und gefällt mir nicht so recht… Zu viel Grün und gibt keine Einheit mit dem Logo. Diese geht in der Seite unter und wirkt wie ein Fremdkörper. Bin gespannt wie der Rest der Umsetzungen aussehn wird.

    Was den Artikel der SZ angeht: Ich glaube der ist noch nicht einmal böse gemeint, sondern sollte eine Anlehnung an den Hammer (hauen) sein. Denn dafür steht dort zu wenig negatives drin. Meines Erachtens ist der Artikelschreiber nur leider ein wenig über das Ziel hinaus geschoßen.

    Nichts desto Trotz, das Logo ist schick!

  3. Wenn man sich einmal anschaut wie (nicht nur) viele alteingesessene Handwerksbetriebe des Erzgebirges neue Marketing-Wege beschreiten und sich durchaus zeitgemäß zu vermarkten wissen, ist der frische Look des Logos überaus angemessen! Einzig die Farbkombination der Logo-Segmente empfinde ich als etwas unharmonisch und unausgewogen.
    Leider greift der Webauftritt reichlich wenig der angepriesenen Frische auf… sehr schade, denn auch das Logo kann hier keine Wirkung mehr entfalten.

    Übrigens: Wer beim Erzgebirge noch an geklöppelte Bieder-Deckchen für das Telefontischchen und böse dreinschauende Nussknacker in schwerer Eichenholzoptik denkt, dem sei an dieser Stelle ein Stereotyp-Update ans Herz gelegt!

    Schönes WE!

  4. Logos mit farbigen halbtransparenten Flächen haben wir in den letzten Monaten schon einige Male gesehen.
    http://www.designtagebuch.de/nachgefasst-das-logo-der-expo-2015/
    http://www.designtagebuch.de/parques-nacionales-de-canarias-erhalt-logo/

    Die Bildmarke assoziiert man sofort mit Bergbau. Dieser mag prägend für die Region sein. Aber Bergbau ist etwas, das Touristen regelmäßig nicht anzieht, sondern eher fernhält. Er macht Landschaften kaputt, verseucht durch bei Trennprozesen eingesetzte Chemikalien Landschaften und zieht in vielen Fällen einen erheblichen Schwerlastverkehr nach sich.

    Insofern ist das ein schönes Logo für einen Bergbauverband. Für touristische Zwecke halte ich das Logo für ungeeignet.

  5. Von „Hammer und Sichel“ kann man sich im Osten offenbar immer noch nicht so recht lösen.
    Gerade vor dem Hintergrund der negativen Assoziationen empfinde ich die Bildmarke als eher misslungen, das mildern auch die bunten Farben wenig.
    Vielleicht wäre es der Baum aus dem alten Logo gewesen. Das kann ich mir gut vorstellen.
    Die Typo dagegen wirkt sauber aufgeräumt und klar. Die Subline würde ich mir ein klein wenig näher an „Erzgebirge“ wünschen, wirkt so doch etwas „in luftleeren Raum hängend“.

  6. @5 Tim:
    „Von “Hammer und Sichel” kann man sich im Osten offenbar immer noch nicht so recht lösen. Gerade vor dem Hintergrund der negativen Assoziationen empfinde ich die Bildmarke als eher misslungen, das mildern auch die bunten Farben wenig.“

    What?! Hammer und Sichel? Ich glaube du hast da etwas gewaltig verwechselst :D
    Informier dich unter –> http://de.wikipedia.org/wiki/Bergbau ;)

  7. mir ist unverständlich, wie manche das logo so bejubeln können. es sind einfach nur zwei hämmer, dessen farbe und darstellung mich eher an ein kinderspiel erinnert. das wort erzgebirge ist viel zu weit spationiert und die subline gehört ja schon fast nicht mehr zum logo.

  8. es sind einfach nur zwei hämmer

    einfach und nur beschreiben doch wunderbar die Qualität dieses Zeichens. Die Assoziation Kinderspiel finde ich zudem gar nicht mal so unpassend, denn schließlich geht es bei touristischen Aktivitäten immer auch um das Entdecken und das Erlebnis und hier sollten Familien mit Kindern eine der Hauptzielgruppen sein.

  9. Die Hämmer sind unförmig, weil die Holzstiele dicker sind als die Köpfe. Jedenfalls eine kurze Bildersuche bei Google hat mir andere Bilder gezeigt.

    Das Budget ist nicht zu verachten. Es pauschal zu verteidigen halte ich für ebenso falsch wie es pauschal anzuprangern. Man müsste erst wissen, was darin enthalten ist.

  10. Starke Verbesserung zum alten Logo. Allerdings finde ich es farblich und proportional Suboptimal. Auch drucktechnisch ist es ziemlich daneben. Von der hnadwerklichen Gestlatungsseite würde es da noch einiges zu verbessern geben.

  11. Halbtransparente Flächen sind natürlich gerade total „in“, aber hier harmoniert das moderne Farbkonzept natürlich super mit dem schweren Thema Bergbau.

    Die Spationierung von ERZGEBIRGE halte ich allerdings auch für optisch unausgewogen.

    Allerdings sollte man sich das Logo auch alleinstehend angucken. In der Darstellung hier im Blog missfällt die Subline auch deswegen, weil die Bildunterschrift im selben Abstand drunter gesetzt ist. Und die Spationierung leidet unter der schwere des nebenstehenden alten Logos.

  12. Ich habe den Eindruck, dass kaum einer der Vorkommentatoren jemals einen Fuß in die Region gesetzt hat. Der Bergbau bildet dort nun mal die fast unumgängliche Basis/die Tradition – und zieht sich somit auch in sämtliche, den Tourismus betreffende Bereiche.
    Gerade die Weihnachtstraditionen machen das Erzgebirge attraktiv, verleihen ihm einen Zauber und haben Ihren Ursprung zu großen Teilen im Bergbau: Die einzigartige und weltweit bekannte Holzhandwerkskunst wurde hier von Bergarbeitern begründet, die in Ihrer arbeitsfreien Zeit Holzspielzeug und kunstvolle Figuren fertigten (Nussknacker, Räuchermännchen, etc. dürften jedem ein Begriff sein). In sofern ist die Assoziation mit Kinderspielzeug möglicherweise durchaus beabsichtigt? Und woher der Name ChristSTOLLEN kommt, braucht sicher nicht weiter erläutert zu werden.

    Ich finde es nur sinnvoll weiterhin auf Symbole dieser Tradition zu setzen, die man ohnehin schon seit jeher verwendet hat und die eigentlich erlernt sein sollten.
    @ Guido: Deine negativen Assoziationen liegen mir persönlich weit fern, zumal das Erzgebirge äußerst attraktive Landschaften zu bieten hat.

    @ppp: Achim verteidigt nicht das Budget (warum sollte er auch?). Es geht wohl eher um die vorschnelle Verurteilung solcher Zahlen, aus eben den von dir genannten Gründen.

  13. Wie mein Vorredner habe ich an der Internetseite zu bemängeln, dass der Besucher nicht über die Logos zurück zur Startseite kommt. Des Weiteren muss der Text der Navigation genau angeklickt werden; es reicht nicht aus einfach auf die grünen Flächen daneben zu klicken.

  14. Ich bin zwar kein Designer, aber ich finde das Logo irgendwie einfallslos und zu verspielt. Bei den Farben musste ich als erstes unweigerlich an Google denken. Meine erster Gedanke war – was hat jetzt Google mit Bergbau zu tun?

    @Adam – versuch doch mal oben links den Link „Home“

  15. An alle die glauben, es handle sich bei dem Logo eine Anlehnung an „Hammer und Sichel“, „gekreuzte Hämmer“ oder „Schlägel und Eisen gekreuzt“: einfach mal vorher informieren, bevor man so einen Lötzinn ins Netz klappt! Schlägel und Eisen sind überall in Deutschland ein Symbol für den Bergbau. Da dieser eng mit dem Erzgebirge (einfach mal über den Namen nachdenken!) verknüpft ist, bietet es sich natürlich an, dieses Logo zu verwenden.

  16. Gelungen! Farbenfroh unterstützt das Logo den Claim – Erlebnisheimat. Es ist ratsam sich im Vorfeld über Tradition und Herkunft zu erkundigen, bevor man dumme und falsche Kommentare abgibt. Neben dem Ruhrgebiet, gab es auch andere Orte in Deutschland, die für den Bergbau standen und noch immer stehen. Im übrigen auch landschaftlich sehenswerter als der Ruhrpott!

  17. Idee und Typografie gut, wie so oft fehlt ein wenig der Feinschliff (Spationierung, Griffdicke). Aber bei mir weckt es Sympathien, also Daumen hoch.

    Die Website will optisch allerdings nicht so richtig zum Logo passen (und umgekehrt)… Schade, das Logo lädt gerade dazu ein, mit den Farbflächen zu spielen. Und die Schrift des Logos hätte man auch wunderbar bei Headlines aufgreifen können… Und das breite Farbspektrum hätte man für die verschiedenen Kategorien verwenden können…….

  18. Ich kann Guido nur beipflichten! Sehe es genauso. Ein schönes Logo, das seinen Zweck – Touristen anzulocken – nicht erfüllen kann, und somit für den Zweck ungeeignet ist.

    @Steffen:
    Guido hat überhaupt nichts schlechtes über das Erzgebirge gesagt! Er hat lediglich darüber geschrieben, welche Assoziationen dem Betrachter beim anblick des Logos kommen könnten.
    Wenn man die „schönen Landschaften“ des Erzgebirges als Lockmittel für Touristen nutzen wollte, dann hätte man beispielsweise stilisierte Bäume oder dergleichen als Logo verwenden können.
    DAS würde meiner Ansicht nach wohl eher Touristen in das Gebiet bringen, als die Aussicht auf ein Bergwerk…

  19. Die Typo gefällt mir recht gut, auch wenn die Spationierung – wie bereits gesagt – nicht optimal ist. Auch dass die Subline recht weit entfernt angesetzt wurde, stört mich nicht wirklich, dadurch wird alles weiter und luftiger. Hammer und Schlägel wollen mir aber überhaupt nicht gefallen. Dazu hat man halbtransparente Flächen schon zu oft in der letzten Zeit gesehen. Ich fürchte, dass sich diese Gestaltung sehr schnell überlebt und in zwei Jahren schon wieder angestaubt wirken wird.

    Dass die Proportionen von Stiel und Kopf nicht wirklich zueinander passen wollen, macht den Eindruck auch nicht besser. ZUsammenfassend möchte ich zum Lago sagen, dass ich mir ein etwas zeitloseres Design gewünscht hätte.

    Ganz fürchterlich kommt aber die Webseite daher. Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass die schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Das Logo dort auseinanderzureißen erscheint mir eher problematisch. Die Navigation verschwindet fast unter der massiven Headergrafik. Ansonsten viel grüne Fläche, was per se kein Problem sein muss, hier ist es jedoch nur langweilig umgesetzt. Gerade auf der Startseite hätte man durchaus mehr Möglichkeiten gehabt, die Besucher auch auf einer emotionalen Ebene anzusprechen, was ich bei einer Tourismusseite für durchaus wichtig halte.

  20. dann hätte man beispielsweise stilisierte Bäume oder dergleichen als Logo verwenden können

    Ich finds schön, dass hier eben nicht in die Klischeekiste gegriffen wurde, sondern die Wahl auf etwas für die Region Typisches fiel, das zunächst einmal den Anschein erweckt, als sei es etwas sperrig. Bäume, Flussläufe, Türme, etc. gibt es nahezu überall. Gerade das Sperrige und Kantige hebt dieses Zeichen von den zahllosen Stadt-Land-Fluss-Silhouetten ab!
    Es entbehrt nicht einer gewissen Tragödie, dass einige Kommentierer nicht im Stande sind, das Typische zu erkennen und stattdessen glauben, Hammer und Sichel im Logo auszumachen. Oh we oh we…

  21. Mag sein, dass das Logo die Region ausdrückt. Sympathie strahlen Hammer aber definitiv nicht aus. Wer will denn schon im Bergbau Urlaub machen?
    Grafisch vielleicht interessant – weil ungewöhnlich und mutig – aber als Sympathieträger kann ich es mir nicht wirklich vorstellen.
    Und das mit dem Foto ist wirklich der Knaller. Das ist mehr als dreist.
    Aber wer kann auch davon ausgehen, dass irgendjemand irgendwo das Original findet.
    Satte Leistung!

  22. Schade, dass bei der Beurteilung einer Gestaltung stets soviel persönliche Anschauungen offen und dominant zu Tage treten; das verkennt im Grunde genommen die komplexen Anforderungen an Design.

    Gewisse Leute haben sich zu gewissen Zeiten aus diesen und jenen Gründen für dieses Logo entschieden. Es ist nicht die einzig richtige Lösung, es ist die Lösung der Stunde. Nicht mehr, nicht weniger.

    Beim nächsten Re-Design haben vielleicht wieder Berge und Wälder eine Chance. Und das Spatium wird auch ein anderes sein. Ob dann alles im Lot ist?

  23. @Achim
    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht wieso #16 „ausgezeichnet kommentiert“ sein soll. Sehr gut hingesehen ja, aufmerksam gemacht ja- allerdings war ich unter der Annahme dass das dt mit dem „Ausgezeichnet kommentiert“-Siegel besonders kreative und sachliche Kommentare ausgeseichnet werden sollten, nicht etwa ein Hinweis dieser Art.
    @Thomas: Ist nicht persoenlich gemeint! Ich finde die Benutzung von Fotos die nicht das abbilden worum geworben wird, nicht schockierend. Habe selbst mal in einer Firma gearbeitet und wurde damit beauftragt, Bilder aus dem Internet zu kaufen(!) die dann auf der Website eingesetzt wurden.

  24. #16: oh noez. echte verschwörung – es werden tatsächlich stockbilder in der werbung verwendet? gerade gegoogelt, es gibt sogar einen echten sumpf an solchen picturedealern, die diesen schmutzen offen anpreisen. da sage ich pfui teufel und rufe nach der politik, wir brauchen dringend netzsperren.

  25. Nun, eins vorweg: Das neue Logo ist auf jeden Fall eine Verbesserung gegenüber dem alten Logo (aber das ist ja nicht schwierig).

    O-Ton der Verantwortlichen: „Alles kommt vom Bergwerk her, sagt man hier. Das neue Logo greift deshalb ein traditionelles, gelerntes Symbol auf, das seit jeher für das Erzgebirge steht: Eisen und Schlägel“.

    Prima, hier kann man was erleben, hier wird gehämmert was das Zeug hält. Kann man auch Urlaub machen und Spaß haben? Was bietet das Erzgebirge touristisch? Tradition ist toll im richtigen Kontext.

    Grafisch finde ich das Logo langweilig, wenig repräsentativ für eine Region, die zeigen will, was sie alles kann. Es inspiriert nicht zum Erleben der Heimat Erzgebirge. Meine erste Assoziation bei dem Logo war „Kinderspielzeug“.

    Gut, daß dieses Projekt den Verband in diesem Jahr „nur“ 345.000 Euro gekostet hat (davon die Hälfte aus Fördermitteln). Hätte ja noch schlimmer kommen können.

  26. #16 #32 Natürlich werden in der Werbung immer wieder „fremde“ Bilder verwendet. Es ist auch eher undramatisch, wenn eine Versicherung zur Illustration ihrer Hotline hübsche entspannte Models mit großzügigen Büros am Telefon abbildet statt der Realität eines Callcenters. Dort erwartet nämlich niemand, dass das Bild der Realität entspricht.
    Bei *dem* Titelbild der Website des Erzgebirge-Tourismus erwartet aber sicherlich die Mehrheit der Seitenbesucher eben schon, dass dort das Erzgebirge gezeigt wird und nicht Cornwall. Übrigens war mein erster Gedanke, als ich das Foto sah (und Kommentar 16 noch nicht gelesen hatte): „Aha, schönes Bild, Wasser fließt über Steine, aber das könnte überall sein.“ Den Eindruck, dass es hier um eine spezifische Region geht, die anders ist als meinetwegen die Eifel, vermittelt die Titelseite mit dem Foto leider nicht. Gegenbeispiel ist tatsächlich http://www.eifel.info , wo durch das schon fast zu große zentrale Foto eines Maars auf eine ganz klar identifizierbare regionale Besonderheit verwiesen wird.
    Spätestens wenn an ein paar Stellen im Web die Feststellung die Runde macht, dass das Erzgebirge mit einem Foto aus Cornwall für sich wirbt, könnte ein Imageschaden durch diesen Fehler der Agentur entstehen. Und der Verweis darauf, dass das in der Werbebranche oft so gemacht würde, ist irrelevant. Entscheidend ist, dass die potenziellen Touristen wahrscheinlich in überwältigender Mehrheit erwarten, dass die Fotos, die sie auf einer Webseite des Touristik-Verbands einer Region sehen, auch wirklich die Region zeigen, die beworben wird.
    Es wäre sicher nicht relevant, wenn auf einer Unterseite zum Thema Radfahren ein Foto von Radfahrern ohne viel Landschaft gezeigt würde, das tatsächlich woanders entstand. Aber die Fotos der Landschaft sind eine der zentralen Informationen einer Touristik-Website, und was hier stattfindet, dürften Touristen als eine Art Vertrauensbruch empfinden. (Ähnlich einer Hotelwebsite, die Fotos eines fremden Hotels zeigen würde.)

  27. Ich finde, Darius (34) bringt es sehr gut und sachlich argumentiert auf den Punkt.
    Dem ist wenig hinzuzufügen. Ausgezeichnet kommentiert :-)

    Dann fällt mir noch auf, dass hier zwei Diskussionen vermischt werden.
    Man kann zum einen ein solches Logo aus grafisch und technischer Sicht betrachten – losgelöst vom Einsatzweck.
    Da kann ich mich anschließen: Nett, kreativ.
    Man kann aber auch sehen, in welchem Kontext und mit welchem Ziel soll das Logo eingesetzt werden.
    Da muss ich sagen: Passt so gar nicht in den Bereich Tourismus und zu grünen Landschaften.
    Ist sicher nicht besonders förderlich.

  28. Kleiner Fehler in meinem Kommentar #34: Auf http://www.eifel.info erscheinen nach Zufallsauswahl unterschiedliche Bilder auf der Titelseite. Einige davon sind nicht so unverwechselbar, aber hoffentlich eben zumindest aus der Eifel. Aber hier geht es ja nicht um diese Seite.

  29. @ Tina (27): sehr schön, mein persönlicher Top-lol-Kommentar!

    Ansonsten wurde ja schon ne Menge zum Thema gesagt. Ich find das Logo gut. Hammer und Eisen sind fast schon omnipräsent in der Gegend. Im allgemeinen aber ziemlich angestaubt bräsig, das mit dem neuen Logo eine frische Form dieser traditionellen Symbole gefunden wurde find ich wirklich großartig. Vor allem das sich die Verantwortlich darauf eingelassen haben (is ja eh immer das größte Problem!).
    Statt alles was die Region zu bieten hat in das Logo packen zu wollen (evtl. vorher der Ansatz), ist hier ein offenes, freundliches Signet entstanden. Wenn das nicht einladend ist, weiß ich auch nicht.

    Glück auf! Wie der Erzgebirgler sagt.

  30. Mein Beitrag zum Thema: „erfüllte Erwartungen“:

    Ich gehe regelmäßig (ca.10 mal p. a.) zu Mc Donalds und habe mich noch nie geärgert, dass ich dort verarscht werde. (sorry McD aber das Bsp. ist so schön plakativ)

  31. Wiederholt wurde schon der Bezug zum Thema (Kinder)spielzeug hergestellt: Klasse, gut gemacht! kann man da den Gestaltern gratulieren.

    Wie in wenig anderen Regionen in Deutschland hat sich im Erzgebirge das Drechsel- und Spielzeughandwerk als eigener Wirtschaftszweig etabliert.

    Und in den Räuchermännern, Pyramiden, Spieluhren, Schwibbögen usw. wird immer wieder Bezug auf den Bergbau genommen, so dass sich dort folgerichtig ein Kreis schließt.

    Saubere Sache.

  32. Ich finde, Darius (34) bringt es sehr gut und sachlich argumentiert auf den Punkt. Dem ist wenig hinzuzufügen. Ausgezeichnet kommentiert :-)

    Dem schließe ich mich gerne an, weshalb ich seinen Kommentar eben ausgezeichnet habe.

  33. Darius (#34) hat ja schon irgendwie Recht mit seinem Kommentar, dass sich manche Besucher veräppelt vorkommen dürften. Man stelle sich vor, jemand fragt nach der abgebildeten Stelle und selbst der Förster weiss nicht, wo das ist. Auf der anderen Seite vermute ich aber eben auch, dass für die Website nicht ein unglaublich hohes Budget zur Erfügung gestanden hat und deswegen keiner einen professioneller Fotograf dort hinschicken wollte oder konnte. Dieser hätte nämlich garantiert ein paar Tage gebraucht, um geeignete Locations zu finden und dann ansehnlich zu fotografieren – mal ganz abgesehen vom Wetter, das ja auch noch mitspielen muss. Auf der anderen Seite hätte man durchaus lokale Stockphotos verwenden können, die ja garantiert irgendwo rumliegen müssen. Aber vielleicht hat da wieder das Copyright nicht mitgespielt.
    Naja, insgesamt betrachtet stellt in meinen Augen das Stockphoto sowieso das geringste Problem der Seite dar, denn von moderner Eleganz ist die Präsentation weit entfernt.
    Ich finde es auch interessant, dass die Website auf einem CMS läuft, von dem ich noch nie was gehört habe (clicksystem). Richtig putzig finde ich da schon, dass die auf der dazugehörigen Website stolz verkünden, dass man in ihrem System Text formatieren kann. Soviel dazu.

  34. Danke #34 für die Erläuterung, genauso sehe ich das eben auch! Mir geht es nicht um die Tatsache Stockphoto! Vielmehr finde ich es nur etwas unpassend, wenn ein Tourismus-Portal mit fremden (also aus anderen Regionen/Ländern) Bildern wirbt.

    Gerade eine Agentur aus Chemnitz (das Tor zum Erzgebirge) – in weniger als 15min ist man im Erzgebirge – sollte doch schon etwas mehr Wert auf regionalbezogene Fotos legen. Wohl auch wenn man mit dem Slogan „Die Erlebnisheimat“ wirbt, erwarte ich wenigstens auf der Startseite ein oben angesprochenes Foto! Weil die Zugspitze (www.zugspitze.de) kann halt auch nicht mit dem Matterhorn werben und deswegen auch mein Beitrag.

  35. @Gunther: Clicksystem ist ein eigenes CMS von CreativeClicks. Dann ist schon klar wieso Entwicklungen, die in anderen Systemen längst Standard sind hier als herausragende Neuerung präsentiert werden.

    Aber ehrlich gesagt, wenn ich das selbst programmiert und implementiert hätte wäre ich auch stolz auf mich.

    Das gute am eigenen System ist natürlich, dass man es extrem gut kennt und sich beim Anpassen auch weniger Probleme ergeben. Ob das die Nachteile im Funktionsumfang aufwiegen kann? Scheinbar.

  36. Das Foto wurde allein bei Fotolia schon 21 mal verkauft. Da es offenbar nicht exklusiv bei Fotolia lizensiert wird, kommen möglicherweise weitere Verkäufe bei anderen Microstockagenturen hinzu. Ein bereits so häufig genutztes Foto würden wohl nur wenige Agenturen als Hauptmotiv einer Website verwenden. Nebenbei ist die Nutzung des Fotos auf der Website in der aktuellen Form wohl vertragswidrig, weil die bei Microstockagenturen vorgeschriebenen Credits für Agentur/Fotograf fehlen (mindestens im Impressum).
    http://de.fotolia.com/id/1914920

    Spielt man ein bisschen mit den URLs herum (2, 3, 4 statt 1), so findet man übrigens weitere Bilder, die im CMS für das Hauptfoto vorgesehen sind. Auch alles Microstockmaterial.
    http://www.erzgebirge-tourismus.de/daten_erzgebirge/mainimages/de_headpics_default_1.jpg

  37. Im Großen und Ganzen find ich es ok. Der Bergbau stellt die Tradition der Region dar.
    Evtl. hätte ich die Unterzeile etwas näher ans Erzgebirge gestellt.

    Zum Kommentar (17) meines Namensvetters sag ich nichts.

    @23: Du bist also der Meinung, dass ein Logo Touristen anlocken soll? Ja, nee… is klar. Ich fahr auch immer in den Urlaub, weil mich das Logo einer Stadt / Region / etc. überzeugt hat. Und wenn das Logo sch…. ist, such ich mir schleunigst ein anderes Reisezeil. Wenn ich’s mir recht überlege, ist das Logo eigentlich das Reisekriterium schlechthin für mich.

    Mein Fazit: Es flasht mich nicht völlig, aber ich hab schon wesentlich schlechtere Sachen gesehen.

  38. @Tim: Ja selbstverständlich… meinst du wieso sich die Tourismusverbände immer um ansprechende Außendarstellung mittels eines ansprechenden Corporate-Designs bemühen… heutzutage ist es eben nicht mehr nur ausreichend dass der Ort ansich ’schön‘ ist.

  39. ja, wie kommer nune aus dem leydichen puppenstuum un raachermännl-immedsch raus?
    (stimmt, die faar’m hab’ch schoone ma woannersch so dorchschimmern sähn)

  40. ich habe mich langsam irgendwie an diesen halbtransparenten Farbflächen in Logos sattgesehen. Ich finde die Idee dahinter zwar noch immer sehr cool und die Logos gefallen mir in der Regel (wie dieses auch) aber man wird davon leider langsam überflutet.

    Glossyeffekt und Spiegelungen hätte man dann ja noch in den Webauftritt packen können sowie ein „Beta“ ;) :D

  41. Inzwischen wurde das Foto auf der Website ausgetauscht. Nunmehr gibt es für jede der Rubriken ein eigenes Foto. Auch ist die Seite nicht mehr ganz so grün wie vor einer Woche. So ist es nun mal, wenn eine Website zu einem bestimmten Termin noch nicht ganz fertig ist.

  42. Gerade als jemand, der aus der Region kommt, finde ich das ganze sehr einfallslos. Quasi „jeder Bäcker“ hat hier Schlägel und Eisen im Logo, ganz zu schweigen von Städten, öffentlichen Einrichtungen und gemeinnützigen Organisationen. Das Logo kombiniert und kopiert somit zwei vielgenutzte Konzepte – nimmt man jeweils eins weg wirkt es völlig beliebig. Und gerade, dass das ganze mal in Schwarz-Weiß auftaucht ist jetzt nicht allzu unwahrscheinlich.

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