Eine erfolgreiche Kampagne?

Anti-Minarette-Plakat

Die Anti-Minarett-Kampagne der rechts-populistischen Volkspartei SVP spaltet die Schweiz. Basel und Lausanne hatten den Aushang der Plakate verboten, Genf und St.Gallen ließen sie aufhängen. Die Wähler der Schweiz stimmten heute mit einer Mehrheit von 57% für ein Verbot weiterer muslimischer Gebetstürme. Ob sie alle wussten, dass es in der Schweiz gerade einmal vier Minarette gibt?

Gut möglich, dass bei einer Kampagne, die sich in der Gestaltung der Stilmittel der Nationalsozialisten bedient, der Inhalt in den Hintergrund tritt. Das Motiv nährt Vorurteile und schürt Ängste. Minarette, die aussehen, als wären sie in den Boden gestellte Pershing-Raketen sind nicht grenzwertig, sie überschreiten die Grenze.

Muss eine Demokratie den Aushang dieses Motivs dulden oder muss sie die Veröffentlichung verhindern? Genau hier gibt es offensichtlich keine Einigkeit. Wichtig ist, dass man die Bildsprache, die sich ganz bewusst an dem Erscheinungsbild der Nationalsozialisten orientiert, richtig deutet. Wie wäre die Wahl wohl ausgegangen, hätte die SVP CD-konform gehandelt und ein in grün gehaltenes und dadurch deutlich freundlicher wirkendes Plakatmotiv gewählt?

63 Kommentare zu “Eine erfolgreiche Kampagne?

  1. Interessanter würde ich einen Vergleich zwischen dem JA- und NEIN-Plakat sehen. Das Kontra-Komitee hat mit folgendem Plakat geworben:

    http://www.gms-minderheiten.ch/minarettverbot/images/informationen/plakat_minarettverbot.jpg

    Dieses NEIN-Plakat ist von Euro RSCG, das JA-Plakat hingegen von einer kleinen unbekannten Agentur, die nie die Erfahrung einer Euro RSCG vorweisen kann. Doch trotzem hat meiner Meinung nach das kontroverese JA-Plakat das Ziel viel eher erreicht. Es wurde enorm viel über das Plakat diskutiert und überall in den Medien aufgegriffen, wie ja jetzt auch hier :-) Ich finde das NEIN-Plakat für Politwerbung sehr schlecht. Zu kleine Schrift, zu wenig klar.

  2. Bedient sich das Plakat tatsächlich der Stilmittel der Nationalsozialisten? Das Schwarz-Weiß-Rot ist wohl eher durch die Schweizer Nationalflagge und die Visualisierung einer (natürlich dunklen wiedergebenden) Bedrohung entstanden. Andererseits muss man festhalten, dass das Plakat doch dem „Mechanismus“ von NS-Plakaten gegen Bevölkerungsgruppen zumindest nahe kommt. Allerdings finde ich im Gegensatz zu Achim, dass vielmehr die Darstellung einer Muslimin in einer Vollverschleierung (Burka) äußerst fragwürdig ist. Sie hat ja mit dem Minarett-Verbot erstmal gar nichts zu tun, im Gegensatz zu den – natürlich überzeichneten – Minaretten, die die Schweiz „besetzen“. Hier wird bewusst der aus europäischer Perspektive negativste Teil des Islam visualisiert. Dass die wahrscheinlich überragend große Mehrzahl der muslimischen Einwohner der Schweiz diese Auffassung des islamischen Glaubens nicht teilt, interessierte die Macher nicht. Wie Achim richtig schreibt, wird damit bewusst eine Angst und Vorurteile geschürt. Wen es interessiert, der kann sich beim Deutschen Historischen Museum mal das Plakat zum rassistischen NS-Propagandafilm „Der ewige Jude“ anschauen. Ebenfalls zum Vergleich ein antisemitisches Plakat, das für eine Ausgabe des NS-Hetzblattes „Stürmer“ wirbt. Natürlich sind beide verlinkte Plakate deutlich schlimmer und visualisieren viel unverhohlener die rassistische Propaganda. Der Grundmechanismus, die (aus Sicht der Verfasser) massive Bedrohung durch das vermeintlich „abartige“ Fremde, ist allerdings m. E. derselbe.

    „Muss eine Demokratie das aushalten?“ Gute Frage, allerdings schwierig zu beantworten. Das Plakat rückt meiner Meinung nach alle Muslime, die als Minderheit ca. 5% der Gesamtbevölkerung in der Schweiz ausmachen, in die Nähe radikaler Auslegungen (Burka etc.) des Islams und suggeriert zudem eine „Besetzung“ der Schweiz. Ob man das jetzt verbieten soll oder nicht, da bin ich selbst nicht ganz sicher. Ich bin auch eher gegen Verbote und für eine offene und argumentative Auseinandersetzung mit solchen Meinungen. Demokratie muss prinzipiell auch extreme Meinungen dulden. Auf der anderen Seite ist der Schutz der Minderheit vor der Mehrheit auch ein wichtiger Bestandteil moderner Demokratien. Wie Konrad Adenauer im Parlamentarischen Rat mal sagte: „Es gibt auch die Diktatur der Mehrheit“. Irgendwo muss deshalb eine Grenze erreicht sein, das hat auch nichts mit „Gestaltungspolizei“ zu tun. Wo diese Grenze verläuft, ist allerdings nicht leicht zu beantworten …

  3. Wow … überhaupt kein Kontrast beim Gegenplakat in der Headline vorhanden. So eine Gegenkampagne die optisch so schwachbrüstig ist und eine Agentur die mit „The world’s fifth-largest global agency network“ wirbt. Danke für ein Paradebeispiel dessen was große Agenturen zunehmend sind.

  4. Der ganze Vorgang ist meiner Meinung nach genauso ekelhaft wie die Kampagne und das Plakat. Andererseits stellt sich die Frage was man auf so einem Plakat denn anderes darstellen sollte als düstere Burka Frauen und „Raketen-Minarette“ die die Schweiz besetzen. Objektive Gründe Minarette zu verbieten? Na da bin ich ja gespannt wie die aussehen sollen und wie die mit der Religionsfreiheit, die es auch in der Schweiz angeblich gibt, vereinbar sein sollen.

  5. Wie wäre die Wahl wohl ausgegangen, hätte die SVP CD-konform gehandelt und ein in grün gehaltenes und dadurch deutlich freundlicher wirkendes Plakatmotiv gewählt?

    Allerdings wählte die SVP bzw. UDC auch in anderen Themen den starken Kontrast:
    http://yahoo.lausanne.bondyblog.fr/images/IMG_1196.jpg

    Somit bleibt sie ja praktisch im Plakat CD? „Schweizer Design“ kann man’s insofern nicht nennen, als dass die Agentur von Alexander Segert, der aus Hamburg stammt, geleitet wird.

  6. @Thomas Maier

    Ich würde vielleicht einmal entsprechende Interview Artikel genau lesen, anstatt, wie verschiedene Organisationen oder Medien, sich einer ehrlichen Diskussion entziehend, in einer Form von Tabooisierung und Vergleichen die selben Parolen zu vertreten. Man sollte von Leuten die studieren eigtl. erwarten können, dass man die Medienmechanismen hinterfragt – insbesondere in einer Zeit, in der die Politik über Redakteure entscheidet (ZDF).

  7. Mit Sicherheit ist dieses Motiv eine Grenzüberschreitung. Ich meine übrigens in einem zurückliegenden Spiegel Artikel darüber gelesen zu haben, dass die Minarette jedoch keine Raketen darstellen sollen, sondern vielmehr Speere, die symbolisch die schweizerfahne/-kultur durchbohren. Alles eine Frage der Betrachtung.

    Mit Blick auf den Ausgang der Wahl, würde ich diesem Plakat allerdings keine allzu große Einflußnahme zusprechen wollen.

  8. Betrachtet man das Plakat nüchtern als Produkt eines Kommunikationsdesigner, so ist es sicherlich eine hervorragende Arbeit. Die Botschaft ist absolut wirksam aufbereitet. Es nutzt das Prinzip Archetypus und Klischee perfekt. Dummerweise ist leider fremdenfeindlich. Ja und es erinnert mich auch an „Nazi-Klassiker“.

    Der Gestalter muss also entweder ein prima Mac-Monkey gewesen sein, oder er ist ein Rechts-Populist. Achso, oder er hat drei Kinder und brauchte das Geld.

    Das Wahlergebnis spricht aus meiner Sicht nicht gerade für die Schweiz.

    Schade.
    Schade auch, dass es so viele Gestalter gibt, die für „Schlechtes“ so viel Gutes tun!

  9. Alles, was sich der politisch verordneten „Korrektheit“ (i.e. Meinungsdiktatur) widersetzt, ist „ganz bewusst an dem Erscheinungsbild der Nationalsozialisten“ ausgerichtet.

    Zumindest im Auge des entsprechenden Betrachters.

  10. Die Frage, ob die Kampagne erfolgreich war, stellt sich so vereinfachend nicht. Die Schweizer können selbständig politische Entscheidungen treffen und zählen können die meisten vermutlich auch.
    So sah übrigens eine vergleichbare arte-Umfrage aus:
    http://www.arte.tv/de/Naechste-Debatte/1888926.html
    Bei der vorausgehenden Fernsehdebatte ließ es die selbsternannte Expertin Seyran Ateş übrigens argumentatorisch so richtig krachen und verwies darauf, daß die Deutschen aufgrund ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit ja eine moralische Verpflichtung gegenüber den Moslems hätten.
    Mit einer gewissen Allgemeinbildung wird man notwendigerweise zu dem Schluß gelangen, daß viele muslimisch geprägte Staaten Hitler wohlgesonner sind als Israel. Insofern ist die beim Plakat suggerierte Nähe zum Nationalsozialismus reine Taschenspielerei.
    Und, nein, ich behaupte nicht, daß muslimischer Glaube und Demokratie sich notwendigerweise ausschließen.

  11. Der NS-Vergleich ist schnell hervorgeholt, bezieht sich aber bei Lichte betrachtet nur auf bestimmte Gestaltungsmoden der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, die aber genauso auch von Kommunisten oder dem Zentrum verwandt wurden. Auch wenn man die Kampagne aus politischen Gründen nicht mag, ist es daher nicht fair, die „Stilmittel“ explizit den Nationalsozialisten zuzuschreiben.

  12. Ich vermute mal der HH verteidigt sich hier gerade selber. Vielleicht hätten Sie ein unaufälligeres Synonym benutzen sollen, aber egal.

    Unabhängig wie die Gestaltung nun ist sollte man eines doch ganz klar feststellen. Die transportierte Botschaft ist dumm und im höchsten Maße intollerant. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass dies ein schwarzer Tag für die Schweiz ist. Was Gestalter betrifft die sich für so einen Senf hergeben kann ich nur sagen, entweder gehören Sie selber dem rechten Mob an oder haben keine soziales Gewissen. Shame on You!

    p.s. willkommen im 21. Jahrhundert.

  13. Bericht der SZ:

    „Die Leute trauen sich nicht, ihre wahre Meinung zu sagen, wenn sie das Gefühl haben, sie sei unkorrekt und werde vom Befrager abgelehnt“, erklärt der Zürcher Politikwissenschaftler Michael Hermann die Abweichungen zwischen Umfragen und Votum.

    Dies sei ein Beleg für das „Phänomen der sozialen Erwünschtheit“. Man weiß es eigentlich aus jedem Wahlkampf: Bestimmte politische Outsider werden von Demoskopen regelmäßig als zu schwach dargestellt. Im deutschen Bundestagswahlkampf 2009 zum Beispiel sahen sie die vielfach öffentlich geschmähten Linken als zu schwach an.

    Ganzer Artikel: http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/732/496052/text/

  14. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Plakat typische Gestaltungsmerkmale ausschließlich vom braunen Rand entleiht. Der rote Gegenpart hat nicht unähnlich gestaltet.

    Die Botschaft ist klar da und wird vermittelt. Ich frage mich jetzt ob das Plakat unübersetzt in französisch-sprachigen Teilen der Schweiz zum Aushang kam.

    Der Vergleich mit den Pershing Raketen ist wirklich gut, ebenso wirkt es so wie „Wer hat Angst vor der schwarz-betuchten Frau?“. Die „beschmutzt“ ja die hier ungewöhnlicherweise längs und nicht quadratisch wirkende Schweizer Flagge.

    Ich glaube viele Schweizer haben unterbewusst eine ureigene Angst vor Überfremdung, das sind Gefühle mit denen leider die falschen Politiker operieren können. Man sollte sich hier einmal hinterfragen wovor genau Angst besteht. Sorge um das Stadtbild wird es wohl kaum sein.

    Ich habe kein Verständnis für solche menschenverachtenden Stigmatisierungen.

  15. @Tim

    Die Plakate werden meistens in die drei Landessprachen übersetzt.

    Die Plakate waren wochenlang Top-Thema in den Schweizer Medien und ich bin überzeugt, gerade die Diskussion über die Legalität des Plakates war bewusst provoziert und bescherte Aufmerksamkeit, die man sich kaum zu kaufen leisten konnte.

    Viel mehr hätte die Regierung die Abstimmung nicht zulassen dürfen, verstösst sie doch gegen Grundrechte und UNO-Vereinbarungen.

  16. Ich habe meine Abschlussarbeit über dieses Thema gemacht und kann dazu nur allen die Studien der Konrad Adenauer Stiftung und des deutschen Islamarchives (Kostenpunkt 10 Euro) zu studieren. Sehr aufschlussreich.

  17. „Muss eine Demokratie den Aushang dieses Motivs dulden oder muss sie die Veröffentlichung verhindern?“

    Naja.. ich sag mal so: Man kann nicht eine Wahl über ein bestimmtes Thema abhalten und dann verbieten, dass einer der beiden Parteien für oder gegen eine bestimmte Antwort/Aussage werben darf. Diese Frage, ob noch Minarette aufgebaut werden sollen oder nicht, hat ja ganz offensichtlich Diskussionsbedarf, warum sonst sollte man denn eine Wahl darüber abhalten? Und wie soll eine Diskussion zustande kommen, wenn eine von zwei Parteien mundtot gemacht wird? Selbstgespräche mit der eigenen schizopränen Persönlichkeit wäre natürlich die optimale Lösung. Das hätte dann aber nichts mehr mit einer Wahl zu tun.

  18. Hmm, spannende Frage, ob man die Plakate verbieten darf. In einer Demokratie wahrscheinlich nicht. Denn wenn man verbietet, was einem nicht gefällt, wäre es keine Demokratie mehr. Das ist eben der »Nachteil« an einer Demokratie, dass man JEDE Meinung zählen lassen muss.

  19. Das Plakat hat seinen Zweck erfüllt und kommt ins Archiv. Warum sollte sich die Schweiz nicht
    mit allen (Stil-)Mitteln „wehren“ dürfen!? Hätte eine andere Gestaltung mit selbem Inhalt diese
    Diskussion nicht verursacht?

  20. was ist wohl die gefährlichste schwäche der Demokratie?
    und wie ist political correctness definiert?

    Ein Individuum ist unser ein und alles. Ein Individuum ist jeder/e von uns. Wir entscheiden uns so, wie ein Individuum sich entscheiden würde, aus unserem Haupttrieb heraus dient jede unsere Entscheidung nur einem Ziel : LEBENSERHALTUNG :. Freilich kann niemand, wirklich keiner, eine Entscheidung treffen, die ihm/ihr schadet. Klar die Selbstmörder…Egoisten…Narzisse…, aber sonst keiner. Ein Selbstversuch: man lasse sich absichtlich von einem Auto anfahren ohne dabei mit dem Selbstmordgedanken zu spielen. Schon probiert?

    Oder Fight Club: schon mal selbst ausprobiert? Nicht so bisschen, sondern so richtig, dass es blutet und Knochen weh tun?

    Egal. Jeder von uns will überleben. Jeder von uns möchte nicht verletzt oder beleidigt, gar bestohlen oder ermordet werden. Das ist einem Individuum kohärent.

    Was ist mit dem Staat? Ist ein Staat ein Individuum? Wohl gemerkt, was das Wort wörtlich übersetzt heißt : UNTEILBAR :.

    Kann ein Staat ein Individuum sein? Darf er das überhaupt? Dürfen also individuelle Prinzipien einem Staat zu Grunde liegen, wie es in Europa der Fall ist. Ist ein Individuum, das nicht bereit ist Opfer zu bringen überhaupt überlebensfähig? In den letzten 5000 Jahren menschlicher Geschichte sind mehr als 5 Mrd. Menschen allein in Schlachten ums Leben gekommen und das heißt ca. 90% davon durch Keule und Schwert und nicht durch Atombomben. Würde irgendein Staat heute noch existieren, hätte es sich früher nicht verteidigen können, wie ein feiges Individuum, das Angst hat eine Beule abzubekommen.

    Institutionalisierung des Individuums, die sich auf der Ebene des Staates vollzieht, mach diesen Handlungsunfähig und damit überlebensunfähig. Political correctness ist die direkte Konsequenz dieser Institutionalisierung, ihr einziger Zweck ist niemanden zu beleidigen und niemanden weh zu tun auch wenn man selbst dabei zu Grunde geht.

    Deutschland ist auch aufgrund seiner Geschichte ein Ass darin niemanden zu beleidigen und niemanden weh zu tun. Ganz nach dem Motto kriegst Du eine Links, dreh die rechte zu. Dies ist aber nur bei den Individuen sinngemäß, jedoch nicht bei einem Staat. Denn der Staat muss für das Wohl seiner Bevölkerung garantieren und das kann er nur, wenn er nicht noch mehr seiner Bürger opfert (also nicht die andere Wange hinwendet), sondern Ressourcen aufwendet, um sich und seine Bevölkerung zu verteidigen.

    Lange Rede kurzer Sinn:

    Die Schwäche der Demokratie ist gleichzeitig auch ihre Stärke. Denn Menschen reagieren, wenn sie Angst haben und wählen dann das, was ihnen diese Angst zu nehmen verspricht. Als ein Organismus muss ein Staat sich an äußere Umstände anpassen und das macht er in der Demokratie mit Hilfe seiner Bürger und ihrer Wahlentscheidung.

  21. Auch ich wiederspreche der behaupteten » Stilmittel der Nationalsozialisten«. Ob man den Nazis Stil zuschreiben möchte ist eine andere Frage, geschichtlich ist es doch wohl eher so, dass sie sich bei bestehendem bedienten und es für ihre Zwecke umdeuteten. Dass sie dadurch erfolgreich zum Teil geiles Design bis heute unbrauchbar machten (siehe das Problem der gebrochenen Schriften), ist schade, aber es macht dieses Design noch lange nicht zum geistigen Eigentum der Nazis, finde ich. Ähnliche Ideen hatte man auch schon gegen die Nazis verwandt:

  22. Gegen die Gestaltung des Plakats ist eigentlich nichts zu sagen. Offenbar hat es (leider) gewirkt, und die Schweiz steht jetzt da wie ein Haufen von 57 % Rechten. Aber nicht alles, was schwarz, rot und weiß ist, ist gleich Nazi-mäßig.

    Mich erinnert das Design stark an die Plakate für Ocean’s Eleven und Ocean’s Twelve.

  23. Ich möchte Matzes Beispiel und seine relativierende These zum Thema „Nazi-Design“ um ein weiteres Exempel ergänzen:

    http://www.jurga.de/assets/images/ka003416.jpg (spontan gegoogelt. Ich hoffe auf Nachsicht des Seitenbetreibers, den ich informiert habe).

    Die Nazis hatten eben ein – aus heutiger Sicht – fatales Gespür für den Wind der Zeit. Auch, was das Design anging. Sie galten damals, das liest man allenthalben, schlicht und ergreifend als „modern“, als Avantgarde, als Partei, die den Kaiser nicht zurück wollte, auch nicht den Sozialismus einführen, sondern etwas „völlig Neues“ schaffen wollten. In diesem Sinne überrascht es nicht, dass sich SPD- und NSDAP-Plakate der damaligen Zeit in Stil und Tenor gelegentlich verblüffend ähnlich waren.

    Und dass die Nazis Fraktur-Fans waren, ist auch nur teilweise richtig. Adolf persönlich verwarf mehrfach das typografisch rückwärtsgewandte Denken seiner Parteigänger.

    Und bevor jemand auf dumme Gedanken kommt angesichts dieser „nazi-freundlichen“ Worte: Ich beziehe mich auf Design und Ästhetik, nicht auf eine Ideologie. Das Votum der Schweizer lässt mich ratlos zurück.

  24. „Wir gegen die“ ist ein seit Jahrhunderten erprobtes Spielfeld. Angst ist allerdings immer ein schlechter Ratgeber, um Entscheidungen zu treffen – unter dem Gesichtspunkt kann ich die Entscheidung der Schweizer menschlich nachvollziehen, moralisch ist es allerdings ein völlig falsches Signal – Menschen müssen integriert, nicht kriminalisiert werden – egal welchen glaubens.

  25. Das „Nein“ Plakat der EURO SRCG wurde von Frank Bodin dem CEO konzipiert, soweit ich weiss aus freien Stücken.

    Das Plakat der SVP hat für mich persönlich die Grenze der alltäglichen Verträglichkeit erneut überschritten.
    As ich oben das Plakat der NPD sah, kam mir gleich ein älteres Plakat der SVP in de Sinn..
    Hier ein paar weiteren Beispiele von Plakaten der SVP aus den letzten Jahren/Monate.
    Für mich ist die Grenze zur Vernunft, oder die Werte welche die Schweiz gegen aussen zeigt und pflegt schon längst überschritten worden.



  26. Eigentlich hat die schweizer Regierung fast Glück, dass sowas bei einer Volks-Abstimmung passiert ist. So kann sie vielleicht noch aufwachen und die Ängste ihres Volkes ernstnehmen,
    bevor bei einer großen Wahl dann vielleicht mal eine rechte Partei 57% der Stimmen erlangt. Und ich denke die SVP wird jetzt bis zur nächsten Wahl richtig aufdrehen!

  27. nur mal pro forma:

    das plakat und das thema sollte man getrennt diskutieren. stilmittel sind sicherlich zweckgebunden, aber nur mit gleichen stilmitteln wären pro- und contra-plakat auch vergleichbar für den betrachter. in diesem fall hat das contra-plakat versagt aufgrund der stilmittel. das proplakat funktioniert eindeutig. sowas nennt man plakativ – das darzustellende „problem“ ist perfekt reduziert inszeniert. ob man es nun mag oder nicht.

    das thema ist politisch und komplex. ich frage mich, wie wohl die plakate in der islamischen welt aussehen würden, um gegen den bau christlicher kirchen zu wettern. nur ist dieses thema dort grundsätzlich kein thema, sondern ein tabu.

    ich denke, egal wie das plakat aussieht: die mehrheit der deutschsprachigen christen hat einfach angst. es bleibt also abzuwarten, was die minarett-forderer dagegen unternehmen. vielleicht machen sie ja auch mal eine überzeugende plakatkampagne.

  28. @ Thomas Maier 34
    »Noch jemand ein Problem mit meiner Wort-Reihe?«

    Ja. Erfreulich ist jedoch Ihr freiwillige Bekenntnis zum Geistesprekariat.

  29. @ Thomas Meier 6 und 34
    »Noch jemand ein Problem mit meiner Wort-Reihe?«

    Yepp, ich.

    Diese Wortreihe ist nicht nur dämlich sondern absolut inakzeptabel. Wer sowas schreibt und damit das Hitler-Regime verharmlost, sollte vor Scham im Boden versinken. Dummheit kann man leider nicht verbieten, solch eine Aussage zeigt Ihr nicht vorhandenes geistiges Niveau. Gratulation.

  30. „Noch jemand ein Problem mit meiner Wort-Reihe?
    Ich finde sie sehr passend. Und drückt das Gedankengut der Minarett-Gegner perfekt aus.“

    „Im Besten Fall“ kommen solche Reihungen von den Linken, die Ihrerseits ein Regime unterstützen, dass noch vor 20 Jahre ihre eigene Bürger erschießen lies.

    Ansonsten fehlt es aber, wie vorher bereits geschrieben, an der der nötigen Diskussion – und verhindert diese umso mehr, die »im Allgemenen« besonders in Dtl. mit solchen Themen sehr schwierig ist. Sehr oft ist es polit. Interesse diese Themen nicht zu behandeln, da sie in erster Linie den internationalen Ansehen und somit der Wirtschaft schaden könnten – wenn andere Medien etwas falsch verstehen/verstehen wollen oder man von Medien/Organisationen in gleiche „Ecke“ gestellt wird. Das Image, das die Schweiz nun beklagt dürfte sich in erster Linie auch auf wirtschaftliche Sorgen beziehen.

    Vergleicht man aber die Zahlen, bei welchen 51% in der BRD die Thesen von Sarrazin für richtig befinden (laut SZ), so dürfte leicht auffallen, dass hier ebenso eine ehrliche Diskussion notwendig wäre – denn die Tabooisierung und Schein-Ablehnung der Medien bzw. führenden Parteien, genauso wie es in der Schweiz der Fall war, könnte letztendlich zu wirklichen Problem führen. In der Schweiz waren es in den Prognosen ca. 34% – also 20% als letztendlich beim Ergebnis.

    Zu dem Plakat mit Kirchenverbot – wer weiß, vllt. würde man es aufhängen. Das Problem bei uns jedoch dürfte sein, dass unsere Kultur auf diesen „Werten“ basiert/e und vermutlich auch die EU in der Gesamtheit der Geschichte an sich prägt?

  31. Nein Thomas, es stand nicht zu Diskussion. Stilistisch ist es nicht so gekonnt. Ich unterstelle einmal, wäre auf den SVP-Plakaten auch „Stoppt die Minarett-Invasion“ als Botschaft abgedruckt gewesen, wäre die Verbotsquote sicherlich noch einmal ein Stück weit höher. Wörter sind greifbarer und lassen sich leichter verbieten, auf Plakaten, im Fernsehen oder in der Musik. Ein Widerspruch kommt hier früher. Gestaltung ist und wirkt subtiler. Sie ist weniger anfechtbar und reglementierbar. Wer ein T-Logo in Magenta gestaltet, wird ein Schreiben aus Bonn erhalten und zwar eher früher denn später.

    Markenschutz greift in diesem Fall aber nicht. Die Verwendung eines Hakenkreuzes ist verfassungswidrig. Die erfolgreiche Formsprache, mit der schon die Nazis die Menschen auf ihre Seite gezogen haben, ist hingegen frei nutzbar, siehe NPD und auch SVP. Das Minarett-Plakat ist tatsächlich von seiner Wirkung her höchst wirksam. Das zeigt die Präsenz in den Medien und es spricht für die Gestaltung. Die verantwortliche Agentur Goal hat einen echten Coup gelandet, die Beschädigung moralischer und ethischer Werte in gesellschaftspolitischer Dimension allerdings ganz bewusst in Kauf nehmend. Zumindest darf man davon ausgehen, dass ein Bewusstsein vorhanden sein sollte.
    Nicht der Markenschutz oder Gesetze verbieten es mir solch ein Motiv zu entwerfen, sondern die „natürliche Barriere“ einer ethischen Grundhaltung. Ich meine, Erfolg sollte nicht der einzige Maßstab sein, an dem diese Kampagne gemessen werden darf. In jedem Fall ist es wunderbar, dass die Gestaltung nicht nur hier im Blog sondern in allen Medien diskutiert wird. Viel problematischer wäre es, wenn die Gestaltung des Plakats überhaupt nicht polarisieren würde und stattdessen ein Konsens vorherrschte, jedes stilistische Mittel sei recht um auf ein Thema aufmerksam zu machen. Dann bekäme ich es tatsächlich mit der Angst zu tun. So aber umschleicht mich nur „ein mulmiges Gefühl“ und es tut gut zu wissen, dass es offenbar ganz vielen Menschen ähnlich ergeht.

    Und was die Raben-Metapher angeht: NPD und SVP zeigen „gierige Aaskrähen“. Die Parteien bedienen sich einer Metapher, die ihren Ursprung in der Mystik des Mittelalters und auf den Schlachtfeldern Europas hat. Sie offenbart auf eindrückliche Weise die rückwärtsgewandte Denke. Tatsächlich symbolisierte der Rabe schon früher die Weisheit. Er ist heute erwiesenermaßen eines der intelligentesten Tiere unserer Erde. Gestaltung lässt einen wunderbar zwischen den Zeilen lesen.

  32. Bedient sich dann nicht auch „Die Linke“ in der Gestaltung der Stilmittel der Nationalsozialisten?
    Zitat einer interessanten Persönlichkeit: „Die Farbkombination Schwarz, Weiß, Rot ist alles andere als politisch unbelastet.“

  33. Schön zitiert. Dazu muss man sagen, dass unter Hitlers Führung, die NSDAP ganz gezielt das Farbspektrum der Kommunisten besetzte. Seine erste Invasion, wenn man es so nennen will, galt der Farbe Rot, die kultur- und länderübergreifend die höchste Strahlkraft besitzt und die man gewissermaßen annektierte. Hieran erkennt man, wie strategisch die Nazis in Bezug auf das Erscheinungsbild gehandelt haben. Das Wahlplakat zu diesjährigen Bundestagswahl der Linken bedient sich demnach ureigener Mittel, wenn man mal unkorrekt sein darf und Linke und Kommunisten über einen Kamm schert.

    Noch einmal sei an dieser Stelle auf das Buch NSCI von Andreas Koop hingewiesen. Nicht, dass der Eindruck entsteht, es sei alles auf meinem Mist gewachsen.

  34. Angesichts der Kommentare (Gleichsetzung von demokratischer Mehrheit mit rechtem Mob, Demokratie mit Faschismus) wird manchem diese Lektüre sicherlich auch nicht schaden:

    http://www.bmi.bund.de/cln_165/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/DE/2007/Muslime%20in%20Deutschland.html?nn=109632
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,524535,00.html

    Ich sehe im übrigen keinerlei Anlaß, meine Kommentare zu verteidigen oder unter im gleichen Thread unter zwei verschiedenen Kürzeln zu posten.

  35. Also bitte.
    Logisch ist ein Plakat einer Populistischen Partei Populistisch. Aber der vergleich zu den Nazis ist so weit hergeholt. Nur wegen einer Farbcombo ist das Plakat noch lange nicht nationalsozialistisch angehaucht. Auch was daran Rassistisch sein soll, sehe ich nicht ganz. Eine Burkaträgerin stellvertretend für den Islam erachte ich nicht als Rassistisch.

    Ausserdem sollte man die Gestaltungsdebatte von der Politischen debatte trennen. Nur weil man mit dem Abstimmungsresultat nicht zufrieden ist gleich die klassische Nazikeule hervorholen zeugt von schlechtem Geschmack.

    Ich habe zwar Nein gestimmt, aber ein demokratisches Urteil ist zu akzeptieren, auch wenns einem gegen den Strich geht. Immerhin haben es die gegenparteien Propagandatechnisch dermassen vergeigt und auch die Muslimischen kreise haben sich nicht einen deut darum gekümmert, dass sie jetzt nicht verwundert sein dürfen. So macht man der SVP das leben einfach.

    Ach ja und vielen dank an alle Kantone die die Plakate verboten haben. Warum schreibt ihr euch nicht gleich bei der SVP ein. Die Pfeifenpolitiker sollten mal ein paar lektionen Kommunikationstheorie durchackern.

  36. @hh: Spätestens seit der Debatte um das »Zugangs-Erschwerungs-Gesetz im Internet« weiss ich, dass man auf Umfrage-Werte nichts geben kann. Man muss immer nur schauen, wer die Umfragen in Auftrag gegeben hat und diejenigen werden die Fragen schon so stellen, dass Prozentwerte rauskommen, die ihnen bei Ihren Zielen weiterhelfen. Und das das Bundesinnenministerium daran interesse hat, Panik zu verbreiten, um weitere Kontrollmechanismen in der Bevölkerung zu etablieren, ist ja nix neues.

  37. Hallo,

    ich möchte nur schnell ein Paar Worte zu dem Plakat los werden. Ich muss zugeben ich habe nicht alle Kommentare ausführlich gelesen.

    Also Gestalter bin ich unpolitisch. Wenn die SPD auf mich zukommt, dann mache ich ein Plakat was das Image und das auftreten der SPD widerspiegel. Wenn die CDU auf mich zukommt genau das selbe in schwarz. Ich tue das was der Kunde von mir will. Mache ihn damit glücklich und ich verdiene mein Geld damit.

    Ich persöhnlich hätte keine Probleme damit das oben gezeigte Plakat zu erstellen. Natürlich würde ich kein Plakat für den örtlichen „Verein der Tierschänder“ erstellen aber widerspreche ich mir nicht da schon selbst? Wo müssen wir die Grenzen ziehen? Wenn jemand Vegetarier ist, darf er dann auch keine Metzger Werbung machen? Darf ein Demokrat keine sozialistische Werbung machen?

    Ich bin bestimmt nicht glücklich über das Wahlergebnis, aber bitte beachtet eines, so ist nunmal die Demokratie. 57% der Schweizer haben dagegen gestimmt. Wäre es euch lieber wenn der Staat von oben herab irgendeine Entscheidung getroffen hätte? Ich verstehe nicht warum sich alle über das Wahlergebnis aufregen …
    Es ist auf demokratischen Grundlagen entstanden.
    Wie gesagt, ich gehöre bestimmt nicht zur Rechten Ecke aber ich akzeptiere das Ergebnis.

    Zur Gestaltung: Ich finde es „äußerst genial“. Schlicht aber wirksam, sowas prägt sich einfach ein. 3 Farben, schlichte Formen, klare Formensprache. Das Plakat funktioniert sogar ohne Typo.

  38. Tja, politisch eine sehr traurige Sache. Ich (als Deutscher) habe die Schweiz stets als Vorbild dafür gesehen, wie man die Mittel einer direkten Demokratie besonnen und vernünftig nutzt. Nun gut, über ihre Verfassung haben die Schweizer zu entscheiden, und die politische Diskussion ist in anderen Foren sicherlich besser aufgehoben.

    Sprachlich scheint mir das Plakat gründlich misslungen. „Stopp – Ja“. Das erweckt mir den Eindruck, als stehe jemand auf der Bremse, während er gleichzeitig Vollgas gibt.

    Dagegen gefällt es mir rein visuell ausgesprochen gut. Es ist fast ein bisschen zu viel rot, aber eben geraaaade noch richtig. Dagegen sind doch die Plakate der Linken jämmerlich. Allerdings polarisieren sie auch nicht derartig. Sehe ich als liberal denkender Mensch, ein Plakat mit derart zynischen und absichtlich irreführenden „Karikaturen“, bin ich kaum mehr bereit, über die Forderung zu diskutieren, sondern werde gleich dazu übergehen, meinen Unmut über diese Art der Meinungsäußerung kundzutun. Denn eines könnte ich (wäre ich Schweizer) diesem Plakat, bei aller Gestaltungskunst nie verzeihen: Dass der „Autor“ offenbar versucht mich für dumm zu verkaufen. Der argumentative Vorschlaghammer (Minarett = Islam = Islamismus = Bedrohung) bleibt auch, wenn man ihn kunstvoll umwickelt, ein Hammer und ich werde mich nicht auf ein verbales Degengefecht einlassen, wenn der Sekundant des Gegners mit einem solchen hinter meinem Rücken steht.

  39. @ Florian: Jeder Gestalter muss für sich selber die Grenze ziehen, was er noch gestaltet und was nicht. Ich würde z.B. noch nicht mal ein Plakat für die CDU machen, von Parteien wie SPV, NPD und ählichen ganz zu schweigen.

  40. @florian (49)
    ist es nicht, da hier ein grundrecht der religionsfreiheit einseitig eingeschnitten wird.
    ausserdem war die wahlbeteiligung bei knapp 50% -> 27% der schweizer haben dafür gestimmt (schlimm genug) und hier wurde bereits vorher genug angst gegen das unbekannte geschürt.
    das verbot von minaretten stoppt ja keinesfalls die islamifizierung europas, was die verantwortlichen parteien ja aussagen. hier geht es rein um islamophobie.

    @philip (35)
    Es gibt in der islamischen Welt durchaus Christliche Kirchen, alleine in der Türkei 300

    Zum Plakat kann ich nur sagen, dass es sich am Stil vergangener Politplakate (aller politischen Lager) orientiert. Plump, einfach zu verstehen, Plakativ, Laut….

  41. naja wenn man die medien mit dem irankonflikt, afghanistankonflikt, irakkonflik und welchen konflikt noch so auf den westen zusteuert mit dem bösen schwarzen islam. das sind keine klischees, sondern vorurteile die durch die medien an die bevölkerung gehen.
    daher ist es nur abzusehen das 57% gegen einen minarett stimmen.
    solche methoden waren zur ns zeit auch schon populär.
    die schlagzeile islamist und die unterdrückte frau im islam verkauft sich besser als alles andere.
    aber das die torschützen von der u17 der schweiz offene moslems sind, interessiert keinen.
    aber es gibt auch nunmal dieses krankhafte das im namen des islams handeln. sowas gibts aber auch im namen des christentums oder im namen eines atheismus!

    das plakat da oben lässt sich nicht mit politischen plakaten via cdu, spd etc. vergleichen. es geht um freiheit, um einen grundsatz. und nicht um einen parteistreit.

  42. @ Achim Schaffrina:

    Robin liegt da vfielleicht gar nicht so verkehrt, dazu benötigt es nur kurzer Recherche, die du auch vornehmen kannst (ich habe keine Links im Kopf, weshalb ich auch so schnell keine Quelle hervorzaubern kann, aber Wikipedia ist durch aus schonmal eine Anlaufstelle). In der Türkei leben ca. 100.000 mehr oder weniger sich offen bekennende gläubige Christen, alleine die Römisch-Katholische Kirche unterhält 6 Diözesen in der Türkei. Allerdings könnte man die Zahl der Kirchen auch einschränken, da es sicher einige Gemeinden bzw, Pfarreien ohne Gotteshaus gibt, die in die Zahl einfließen.

    Was aber alles nichts über den Zustand des christlichen Lebens in der Türkei aussagt, das ist nämlich oft alles andere als rosig in einem Land, das sich vor Jahrzehnten und bis vor kurzem noch die Säkularisation auf die Fahnen geschrieben hat, die sie aber nach und nach zu Gunsten religiös-radikaler Tendenzen verkauft.

  43. Amüsant empfinde ich bei dem Plakat die Tatsache, dass sich auf dem 50x70cm Plakat beinahe doppelt so viele Minarette befinden wie in der ganzen Schweiz.

  44. Kann mir mal bitte einer kurz erklären, was irgendwelche „Kirchenverbote“ in der „islamischen Welt“ mit unserem Selbstverständnis einer aufgeklärten Gesellschaft zu tun haben?
    Wie blöd muss man sein, um sich ungezwungen auf eine Stufe mit solchen offensichtlich unfreien Systemen stellen zu wollen?
    Ich kann dieses „die machen das doch auch“-Idiotenargument echt nicht mehr hören!

    Zum Plakat: Das (in vielerlei Hinsicht) einfach gestrickte Motiv ist gut geeignet zur Ansprache geistiger Unterschicht. Viele Worte wären da z.B. auch zu „anstrengend“.

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