#DiscoverAlitalia – Alitalia erneuert Markenauftritt

Alitalia – A330 New Livery

Alitalia, größte Fluggesellschaft Italiens, hat gestern einen neuen Markenauftritt vorgestellt. Mit der Neuausrichtung der visuellen Identität vollziehe die Airline einen evolutionären Schritt zur Verjüngung der Marke, wie es seitens des Unternehmens heißt. Entgegen des derzeit vorherrschenden Trends in Richtung minimalistischem Design beweisen die Italiener ihre besondere Liebe für Details.

Der gestern am Flughafen Rom vorgestellte Markenauftritt markiere „den Beginn einer neuen Reise“. Gleichzeitig mit dem veränderten Design führt das Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen ein, die das Reisen angenehmer machen sollen. Auch das Kabinenkonzept wurde überarbeitet und neugestaltet. Ziel sei es, Alitalia als eine führende Airline im Bereich „Superior Service“ neu zu positionieren. Nach zuletzt wirtschaftlich schwierigen Zeiten sieht man nun offenbar, gestärkt durch einen starken Finanzpartner, einer positiven Zukunft entgegen. Etihad Airways ist mit 49 Prozent an Alitalia beteiligt.

Alitalia – A330 New Livery

Zukünftig ist der Rumpf der Maschinen perlweiß gehalten, wodurch das Firmensignet auf der Heckflosse stärker zur Geltung kommt. Der horizontale grüne Querbalken, seit 1969 typisch für die Flugzeuge von Alitalia, wurde entfernt. Im Zuge des Rebrandings wurde auch das Airline-Logo modifiziert.

Alitalia Logo – vorher und nachher

Eine Vereinfachung, wie sie derzeit bei nahezu jedem Rebranding durchgeführt wird, stellt das neue Logo sicherlich nicht dar. Die Modifizierung des Airline-Logos beinhaltet, und das stellt heutzutage tatsächlich eine Besonderheit dar, MEHR Details als vorher. Auch Farbverläufe wurden ergänzt. Das rote Dreieck des markanten „A“ wurde vergrößert und enthält fortan horizontale Linien; ein „Nadelstreifen-Effekt“, der Exklusivität vermitteln solle, wie es in der offiziellen Pressemeldung heißt.

„By increasing the number of primary colour tones used on the logo’s palette, the modernised livery now portrays greater depth and richness. Inspired in part by the striking lines on Formula 1 racing cars, striations have been added to the red triangular interior of the Alitalia ‘A’, creating a pinstripe effect which reflects exclusivity, attention to detail and a strong focus on design.“

Hierzu muss man wissen, dass der Präsident des Unternehmens der ehemalige Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo ist. Montezemolo trägt selbst gerne Nadelstreifen-Anzüge. Während die Nadelstreifen-Anleihen im Logo eher eine kuriose Randerscheinung darstellen, ist die Ergänzung des Hellgrün-Farbtons schon deutlich auffälliger und, wie ich finde, fragwürdig.

Das neue Alitalia Logo

Alitalia Logo

Ein Redesign, das sowohl Stärken wie Schwächen aufweist und das meiner Ansicht nach Fragezeichen im Kopf produziert. Warum nur wirkt das neue Design, insbesondere im Kontext des Kabinendesigns, nun auf einmal so „asiatisch“? Es fehlt die italienische Note. Die Ornamentik, etwa die der Kissenbezüge, transportiert weniger italienischen Stil, als vielmehr quasi-universelle Schmuckelemente, wie man sie ebenso gut in einem IKEA-Katalog finden könnte. Das unten aufgeführte Video darf man sich nicht entgehen lassen. Was haben sich die Verantwortlichen denn bei dem 3D-Logo-Rendering gedacht? Mama mia. Auch die Effekt-Sounds lassen mich etwas sprachlos zurück. Eine wie auch immer gediehene Nadelstreifen-Exklusivität vermittelt sich anhand des Videos jedenfalls nicht, vielmehr klaffen Anspruch und Umsetzung auseinander.

Verantwortlich für das Rebranding ist die Agentur Landor, die schon die seit 1969 gültige Flugzeuglackierung entwarfen und zuletzt unter anderem das Design des A380 von Etihad Airways realisiert hatten.

Alitalia Logohistorie

Alitalia – Logo History

Alitalia Flugzeuglackierung – vorher und nachher

Alitalia Livery – vorher und nachher

Weitere Videos (und Tweets) rund um den neuen Markenauftritt finden sich auf YouTube unter dem Stichwort #DiscoverAlitalia.

Mediengalerie


Weiterführende Links

via thedesignair

19 Kommentare zu “#DiscoverAlitalia – Alitalia erneuert Markenauftritt

  1. Eine Vereinfachung, wie sie derzeit bei nahezu jedem Rebranding durchgeführt wird, stellt das neue Logo sicherlich nicht dar.

    Ich wage zu widersprechen: Die Typo im Logo ist nun wesentlich geradliniger und reduzierter. Was nicht „besser“ heißt: Vorher war es ein einheitlicher Schriftzug, als Wort wahrnehmbar. Jetzt mit dem vergrößerten „A“ holpert das Auge eine Treppe runter.

    Was den Rest der Ausstattung betrifft: Nunja, in Zeiten, in denen sich Alitalia mit zwei Dutzend anderen Fluglinien die Flugcodes teilt, darf ein Innenraum wohl nicht mehr sehr auffällig gebrandet sein. Es beschränkt sich ja ohnehin fast nur noch auf die Farbe des Teppichs und die Sitzflächen. „Asiatisch“ finde ich daran übrigens gar nichts.

  2. Schaut schon mal ganz gut aus. Schöne Schrift. Positiv ist außerdem, dass das rote Dreieck wieder größer als beim Vorgänger ist. Persönlich sehr ansprechend finde ich das Logo-Beispiel aus Metall auf Holz. Dennoch zwei kleine Kritikpunkte:

    1) Den Farbverlauf finde ich etwas too much, würde auch mit einem leicht modifizierten Grünton (mehr in Richtung gelb) auch frisch aussehen.

    2) Wie oben in der verkleinerten Darstellung deutlich wird, ist der Freiraum um das rote Dreick etwas schmal geraten und speziell an der linken Schräge optisch etwas zu Nahe am grünen A.

  3. Ganz gut finde ich das vergrößerte A auf der Heckflosse. Dadurch kann man die Airline bestimmt besser von Weitem erkennen. Das Perlweiß ist mal was anderes.

    Zur „Ornamentik“ der Kissenbezüge: Das sind meiner Meinung nach das Alitalia-A richtig herum und auf dem Kopf stehend. Das finde ich eine sehr gute und gefällige Idee. Asien entdecke ich nicht in der Kabine. Vielleicht die goldartigen Alzente erinern daran. Aber das grau und grün und das Zickzack der Muster wirken in Verbindung mit dem Holz wohnlich, modern und nicht kitschig (was ich eher dem Design der asiatischen Airlines unterstelle, da das dort ja eher gefällt als in Europa).

  4. Dieses Zeitraffer-Ausstattungsvideo zeigt eine atemberaubende Verschwendungsorgie. Wieviele Solar-Schiffe ließen sich mit diesem Material und dieser menschlichen Hand- und Geistesarbeit bauen – oder wieviele hochmoderne Nahverkehrszüge? Für Menschen des Alltags…

    • Genau, nach dem fliegen ja noch wie vor den elitären Bonzen vorbehalten ist, hätte man stattdessen lieber Tretroller und Fahrräder, evtl. vllt. noch ein Traktor für die Feldarbeit bauen können. Für Menschen des Alltags eben…

  5. Technische Frage: werden die Maschinen bei der Anzahl an Schattierungen und Verläufen tatsächlich lackiert? Oder wird mit Folien gearbeitet?

  6. Furchtbar, furchtbar, furchtbar! Ich kannte Alitalia und das „alte“ Logo vorher nicht, habe dieses aber sofort mit einer Tankstelle oder einem Batterien-Hersteller in Verbindung gebracht. Dieses Redesign tut diesem Unternehmen tatsächlich gut, weil das Alte wirklich überholt aussieht. Aber das macht den neuen Auftritt nicht gut. Farbverläufe in typografischen Umsetzungen sind nicht nur unpraktisch, sondern im Jahr 2015 auch noch ästhetisch fragwürdig. Ich finde die Richtung des allerersten Logos aus den Gründungszeiten sehr viel ansprechender und hätte daran gearbeitet, dafür eine adäquate Übersetzung in das Heute zu finden. Wort- wie Bildmarke. Ich verstehe ja, dass die Airline eine italienische ist, aber deswegen zwingend alle Farben der Flagge zu verwenden, finde ich plump und falsch. Da hätte man ruhig etwas mutiger sein und sich auf eine Farbe beschränken können. KLM oder Royal Dutch Airlines sieht man auch nur in einem angenehmen Himmelblau. Das Werbevideo ist unfassbar schlecht. Das könnte so glatt aus den 90ern sein. Ein sich drehendes, schlecht gerendertes 3D-Logo mit Lichteffekten und reisserischen Soundeffekten, als wär es ein Intro eines low-budget Actionfilms, untermalt von epischen Gitarrenriffs. Der ganze Auftritt wirkt wie ein italienischer Gigolo, ohne Klasse und Stil und definitiv nicht wie ein Flug auf dem ich mich wohl fühlen kann.

  7. „Superior Service“ – Alitalie – haha!
    Das Rebranding wirkt frischer und angenehmer. Allerdings passt das Kabinendesign nicht so wirklich. Es fehlt dort diese „Wassermelonen“-Frische und wirkt eher wie ein verzweifelter Versuch einer spießigen Bahngesellschaft, die Waggons etwas aufzuhellen und freundlicher wirken zu lassen.

  8. Man muss echt anmerken, dieser Farbverlauf tut in den Augen weh. Dieses grelle grün ist zu abgespaced für eine solche Airline oder überhaupt für jede Airline. Wie schon erwähnt, musste ich auch direkt an eine Tankstelle oder an einen Bezinhersteller denken. An sich ist die Schrift schöner geformt, doch dieses viel zu große A knallt zu sehr aus dem ganzen heraus. Genauso wenig sieht man meiner Meinung nach diese „Nadelstreifen“ im roten Dreieck.

  9. Huch, keine Helvetica? ;o) Besonders gut gefällt mir, dass man auf die kleinen Details („Nadelstreifen“ im roten Dreieck) geachtet hat. Rundum passt es, hebt sich ab vom langweiligen Etihad & Co. Jetzt müsste nur noch die Lufthansa wieder an das Super Constellation-Design der 50er zurück. Alles was nicht mit Helvetica (Apple will jach auch weg) gestalltet wird, kann man heute fast schon als Highlight und Seltenheit bezeichnen.

  10. Dass sich die gestaltung im wesentlichen auf den schwanz beschränkt und der rest weiß oder fast-weiß ist, ist doch sehr konventionell. Bisher war wenigstens noch ein fensterband mit dem leitwerks-logo verbunden.
    Beim „perlgrau“ kommts wohl drauf an, wie das in real wirkt, in der sonne oder bei grauem wetter. Ich vermute, die subtilen abstufungen kommen nicht wirklich raus.

    Montezemolo, jetzt chef der Alitalia, hat auch schon eine bahngesellschaft aufgebaut, die ntv, die in Italien den hochgeschwindigkeitszug „italo“ betreibt.
    Bilder daraus:
    http://www.seat61.com/italo.htm

  11. Stünde im Text nicht, dass der neue Auftritt mehr Exklusivität vermitteln solle, hätte ich Gegenteiliges vermutet. Die Art und Weise, wie das Logo wirkt, und in welcher Häufigkeit das Logo riesig aufgebracht wurde, erinnert ich eher an einen Rennwagen mit Sponsoring-Aufklebern von einem Softdrink – die 3D-Logoanimation trägt ihr übriges dazu bei. Verwirrend.
    Diese Ikea-Wohnzimmeratmosphäre im Inneren finde ich ganz nett. Verbinde ich aber auch nicht unbedingt mit Exklusivität und „Superior Service“ … und passt nicht zum Rest. Das Äquivalent auf der Straße wäre wahrscheinlich ein tiefergelegter VW Passat mit Stoffsitzen und Holzgarnitur samt „VW-Racing Team“ Aufklebern.

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