Kachelmannwetter

Die „menschliche Welt“ von Jörg Kachelmann, in der Designer Logos für lau entwerfen

Kachelmannwetter

Ex-Wettermoderator Jörg Kachelmann, seit Mai 2015 mit der eigenen Wetter-Plattform kachelmannwetter.com im Netz aktiv, offenbart im Rahmen einer Abstimmung auf Twitter, wie er sich das so vorstellt mit dem Honorar für Designleistungen: nur wenn die Entwürfe zusagen, wird bezahlt. Ja, von wegen!

Auf dem Twitter-Kanal Kachelmannwettr hatte man dieser Tage die eigene Community befragt, um das Logo für ein neues Produkt namens „Meteosafe“ zu ermitteln. Neben drei Entwürfen, die allesamt Varianten der gleiche Ursprungsform darstellen, einer Art sichelförmiger Wirbel, findet sich auch ein gänzlich anderer Ansatz, der von einem User als „Möge der Blitz in deine Hand einschlagen“-Zeichen beschrieben wird. Aus heiterem Himmel kam sodann ein vierter Wirbel noch dazu. Hier das Ergebnis:

Dialog auf Twitter

Meine persönlichen Eindrücke hinsichtlich der oben dargestellten Auswahl habe ich in einem Tweet formuliert.

Die Kritik wurde darauf hin von Jörg Kachelmann, der unter dem Kachelmannwettr-Account stets ohne zusätzlichem Namenskürzel schreibt, wie folgt beantwortet:

Was ein „Hämemass“ ist, ist mir nicht bekannt. Dafür weiß ich, dass Designer nicht übers Wetter schreiben. Ein Schwätzchen über den verregneten Sommer – das ja, aber das Schreiben über Inversionsschichten und Pollenflugbelastung überlassen wir gerne denen, die sich damit auskennen. Während hingegen Meteorologen sich auch schon mal an der Kreation von Logos versuchen, zumindest einige. Warum auch nicht!? Geht auch ohne Ausbildung. Ist doch keine Wissenschaft. Dann allerdings sieht es halt auch aus wie oben zu sehen. Und in dieser Einschätzung schwingt keinesfalls Häme oder Schadenfreude meinerseits mit. Wollte ich mit Häme reagieren, hätte ich geschrieben, die vorgestellten Logoideen passten doch ganz vorzüglich zum quirligen Gesamterscheinungsbild des Kachelmann’schen Wetterdienstes.

Gänzlich unpassend ist allerdings die Auffassung, die Herr Kachelmann in den darauf folgenden beiden Tweets vertritt.

Im Klartext: Herr Kachelmann möchte, dass man für ihn ein Logo entwirft, es ihm präsentiert und er es sich offen hält, ob er dafür etwas zahlt. Schon mal in einem Restaurant bei der Bestellung dem Kellner unverhohlen entgegnet, bezahlen werde man nur, wenns auch geschmeckt hat? Eher weniger. Es ist eben jenes in den Tweets dokumentierte verquere Selbstverständnis, das fragwürdige Logo-Ausschreibungen und inakzeptable Pitches entstehen lässt. Entwürfe für lau – ein Unding, und doch leider sehr verbreitet in der Kreativbranche.

Besserwessi? Nun gut. Die fehlende Political Correctness im zweiten Tweet außer Acht lassend habe ich mit dem Hinweis auf die #saynotospec-Kampagne geantwortet.

Woraufhin Jörg Kachelmann schrieb:

Angesichts der von Kachelmannwetter vertriebenen kostenpflichtigen App-Dienste entgegnete ich:

Die Reaktion von Kachelmann folgte in zwei weiteren Tweets:

In der Tat viel Unsinn, der über den Twitter-Account Kachelmannwettr in die Social-Media-Atmosphäre geblasen wird, zumal dies ein Unternehmensaccount darstellt. Der Wortwechsel mit dem Ex-Wettermoderator bringt allerdings etwas viel Wesentlicheres an die Oberfläche als ein paar Unfreundlichkeiten. Kachelmann, der die Arbeit von Meteorologenkollegen mitunter als Vollpfostenmeteorologie tituliert, steht in diesem Zusammenhang exemplarisch für so Viele.

Über die Jahre hat sich, ausgehend von der Fehleinschätzung, Designer machten gewissermaßen ihr Hobby zum Beruf und benötigten dafür im Grunde kein Honorar, gerade in der Kreativbranche eine Kultur des Abgreifens entwickelt, die insbesondere kleinere Agenturen in Existenznot bringt. Eine Parallelwelt ist entstanden. Hier die großen Netzwerkagenturen, die es sich leisten können, wie von Ausschreibenden verlangt, Entwürfe im Rahmen der unentgeltlichen Pitches vorzulegen, und dort alle anderen Kreativschaffenden, die weder zeitlich noch finanziell dazu in der Lage sind, ihre Arbeit zu verschenken. Was in dieser „menschlichen Welt“ tatsächlich noch gefehlt hat, sind Wetterexperten, die ihre Moral-Vorstellungen Designern aufdrängen.

Zum Donnerwetter! No!Spec

86 Kommentare zu “Die „menschliche Welt“ von Jörg Kachelmann, in der Designer Logos für lau entwerfen

  1. Kachelmann ist bekannt dafür ein besonders humorloser Mensch zu sein, vor allem wenn es um die eigene Person oder um sein Steckpferd handelt. Was ein angekratztes Ego so alles auslöst.

  2. Beim Design ist es mitnichten wie bei anderer „Arbeit“, ja, kann es sein, muss es aber nicht. Die Spannbreite umfasst auch die Auffassung von Hrn. Kachelmann: Entwurf als Angebot mit Zahl drunter, wenn ja dann Ausarbeitung, wenn nein dann beiderseits in den Mülleimer damit. Läuft oft so. Oft auch ganz anders. Wenn nun zwei, die unterschiedlich Recht haben, das letzte Wort haben wollen, kommt sowas hier bei raus.

  3. Kachelmanns Dienst wird über Werbung und In-App-Käufe finanziert und lässt sich bei steigender Reichweite sicherlich auch noch anders monetarisieren. Das ist bei Designarbeiten nicht der Fall, weshalb der Vergleich von Herrn Kachelmann unzutreffend ist.

    Die Website selbst ist an sich sehr informativ und aufgeräumt wie ich finde.

  4. Liebe Leute,
    eure Kritik trifft mal wieder den Falschen. Es geht auch gar nicht darum, ob die obigen Designvorschläge von hoher oder saumäßiger Qualität sind. Es geht um Lohndumping und Selbstausbeutung jenseits der Schmerzgrenze. Kachelmännchen ist als Kunde doch kein Einzelfall. Allein die Tatsache, dass er eine Art C-Promi ist, lässt dieses Beispiel etwas herausragen.

    Viel mehr sollten wir auf all‘ die lieben »Grafiker-Kollegen« eindräschen, die sich an so etwas beteiligen und ihre Dienste gratis anbieten. SIE sind doch die wahren Schuldigen, die Schwarzen Schafe, die Verräter an unserem Berufsstand.

    • Herr Karl,
      schon wieder muss ich Ihnen recht geben.

      Alltag: Ich musste heute 2 Anfragenden deutlich absagen, die einem Kachelmännchen alle Ehre gemacht hätten.

      Und nicht nur das, Kachelmännchen ist noch harmlos gegen das, was mir täglich in Form von Anfragen reinpladdert. Der eine war in fünf Unternehmenssparten seit letzten Monat insolvent und verheimlicht das als Besteller, der andere schnappt plötzlich garstig, wenn man freundlich zurückfragt, nach welchen Kriterien außer „anders“ er Kreative für sein Projekt auszuwählen und einzukaufen gedenkt. Sehr unprofesionell das.

      Vermutlich fühlen diese sich auch noch im Recht, weil zig andere Kreative ihnen dennoch eine unsägliche Schleimspur bereiten werden – und das wissen sie.

      Käufermarkt halt, das isses!

  5. Könnt ihr Zwei euch nicht einfach auf ein Bier treffen und das ganze in Ruhe und abseits der Öffentlichkeit ausdiskutieren?
    Ein gutes Bild macht bei diesem Hennenkampf keine der Parteien.

  6. Kann man dieses Twittergejammere nicht da lassen, wo es hingehört: Auf Twitter.

    Zum Inhalt: Was soll das Gejammere, wenn sich jemand selbst an einer Grafik versucht? Kachelmann da in den Kommentar Lohndumping reinzudichten, geht nur, wenn man bei dem Thema übersensibilisiert ist. Regt sich ein Chefkoch auf, dass Leute selbst kochen und es nicht so wie bei ihm schmeckt? Und Probeessen mit Probierstückchen an der Käsetheke gibt es auch.

    Vielleicht auch mal versuchen, den Kunden zu verstehen, der nicht Geld für einen Entwurf ausgeben möchte, der ausschließlich dem Designer gefällt, aber am Kundenmarkt vorbeigeht.

    • Hm, also ein Maler streicht dir ja auch nicht die Wohnung und macht dir dann ein Angebot!? Nein, bevor du den Auftrag mit Zahl drauf nicht unterschrieben hast, macht der keinen Handschlag. So wie jeder andere auch. Im Endeffekt hätte man das als Wettbewerb ausschreiben können mit nem fest Preisgeld. Dann hätte es einfach einen anderen Tenor. So arbeiten die Designer für lau. Selbst bei einem Pitch gibt es meist ein Entgelt als Aufwandsentschädigung.

      Im Endeffekt wird aber keiner gezwungen, dort einen Entwurf ein zu reichen, daher wird in meinen Augen auch niemand ausgebeutet.

      Die Diskussion da auf Twitter finde ich auch ziemlich unnötig…

      • Nein, bevor du den Auftrag mit Zahl drauf nicht unterschrieben hast, macht der keinen Handschlag. So wie jeder andere auch.

        Ein solches Bewusstsein wünsche ich mir innerhalb der Kreativbranche, flächendeckend.

        Im Endeffekt hätte man das als Wettbewerb ausschreiben können mit nem fest Preisgeld. Dann hätte es einfach einen anderen Tenor.

        Guter Vorschlag, den Unternehmen gerne bei derartigen Aktionen aufgreifen dürfen. Berufsverbände wie der BDG oder AGD stehen sicherlich gerne beratend zur Seite, um faire Wettbewerbsbedingungen auf den Weg zu bringen.

        Selbst bei einem Pitch gibt es meist ein Entgelt als Aufwandsentschädigung.

        Schön wärs. Meiner Erfahrung nach gibt es in den allermeisten Fällen eben KEINE finanzielle Entschädigung. So lange allerdings Agenturen für lau mitpitchen und so lange Gestalter auf Behance & Co. aufwendige Initiativentwürfe hochladen, um sie Unternehmen quasi auf dem Präsentierteller anzubieten, wird sich am System nichts ändern. #Haltung #Verantwortung #eigeneNase

        Im Endeffekt wird aber keiner gezwungen, dort einen Entwurf ein zu reichen, daher wird in meinen Augen auch niemand ausgebeutet.

        Ausgebeutet wird in diesem Fall zwar niemand, aber vom Markt ausgesperrt, weil kleinen Agenturen seitens der ausschreibenden Unternehmen/Stellen die Chance verwehrt wird, an lukrativen Projekten zu arbeiten.

        Die Diskussion da auf Twitter finde ich auch ziemlich unnötig…

        Wenn Du damit den Dialog zwischen mir und Jörg Kachelmann auf Twitter meinst, dann wirst Du mir vielleicht nachsehen, dass ich das ebenfalls anders sehen. Denn der Dialog hat DIESE Diskussion hier im dt erst möglich gemacht.

        • Ich bin irgendwie sehr froh darüber, dass ich mich nicht in dieses Haifischbecken werfen muss. ;-)

          Ja und du hast ja grundsätzlich Recht mit deiner Haltung, ich sehe auch nicht ein für lau zu arbeiten oder mich bei sowas anbiedern zu müssen.
          Aber der Schlagabtausch mit uneinsichtigen Menschen ist immer irgendwie sinnbefreit. Da kommt eh nix bei rüber. Maximal, dass alle Seiten noch vehementer auf ihren Standpunkt beharren.

      • Eigentlich müsste man in meinem Beispiel gleich 3 Maler bestellen und nur den bezahlen, der meiner Meinung nach am besten gemalert. Hm, das probier ich mal ;-) *Ironie!*

  7. »…Vielleicht auch mal versuchen, den Kunden zu verstehen, der nicht Geld für einen Entwurf ausgeben möchte, der ausschließlich dem Designer gefällt, aber am Kundenmarkt vorbeigeht…«

    Mann, Mann, Mann! Bei solchen Kommentaren zwirbeln sich mir regelmäßig die Zehennägel hoch. Zeugen von sehr wenig Sachverstand. Als wenn ausgerechnet ein gestalterischer Laie wie Herr Kachelmann wüsste, wie ein gutes Logo für sein Produkt aussehen sollte.

    Reden wir hier über seriöses Geschäftsgebaren und professionelles Designhandwerk …oder darüber, wie man seinen Kunden am besten in den Arsch kriecht?

    • „Als wenn ausgerechnet ein gestalterischer Laie wie Herr Kachelmann wüsste, wie ein gutes Logo für sein Produkt aussehen sollte.“

      Herr Kachelmann (und alle anderen Kunden auch) muss genaus das entscheiden. Wenn das Logo Mist ist und die Kunden vergrault oder das Logo gut ist und den Umsatz steigert, ist der Designer mit seinem Geld lägst zum nächsten „Opfer“ weitergezogen.

      Dass ein hochwertiges Logo automatisch auch ein geschäftlich gutes Logo ist, ist ein Truschluß. Hier scheinen etliche Designer einfach ihre Kunden nicht zu verstehen. Komm mal von deinem hohen Ross runter. Als Designer ist man vor allem Dienstleister.

      • Keiner sagt das der Kunde sich blindlings auf das Angebot des erst Besten stürzen soll der sich Designer schimpft. Aber schließlich kann in der Regel jeder ernsthafte Kreativschaffende eine breites Spektrum an Referenzen vorlegen, Erfolgsgeschichten die er begleitetet hat und Beispiele in denen eben seine Arbeiten zum Unternehmenserfolg beigetragen haben. Kann er dies nicht ist er entweder unseriös oder eben ein kompletter Frischling aber selbst dies dürfte dann schnell klar werden und sich vermutlich auch in einem günstigeren Preis niederschlagen.

        Angebote einholen, vergleichen und schauen was er bereits so geleistet hat und ob dies vom Stil und von der Qualität dem entspricht was man sucht. Ein ganz normales Vorgehen, läuft in jeder anderen Branche genau so.

        Wenn ein Designer in zahlreichen Projekten seine Kompetenz bewiesen hat, wieso sollte er dann bei eben diesem Kunden es durch kostenlose Vorarbeit erneut beweisen müssen?

      • Nur haben die wenigsten Kunden aber keine Ahnung von Design und wissen auch gar nicht, was ein „geschäftlich gutes Logo“ ist. Sieht man ja immer wieder, wenn eine Firma sich gegen Änderungen sträubt. Statt z.b. nem guten Logo will man da lieber das alte, total beschissene Logo behalten, „weil das unsere Kunden ja kennen“. Wieder andere Kunden denken, dass ein gutes Logo nur eins ist, das eine Wortmarke, eine Bildmarke, einen Claim, drei verschiedene Schriftarten und Farben, Verläufe und 3D-Optik hat.

  8. A. Karl hat es auf den Punkt gebracht.

    Auch ich bin sauer über „Kollegen“, die sich gratis anbieten. Was soll der Schmarrn? Sind diese Leute sich selbst nichts mehr wert?

    Wer anderen den kleinen Finger reicht, muss sich nicht wundern, wenn gleich die ganze Hand gegriffen wird. Menschen sind nunmal so. Man sollte nichts von vorn herein als gratis anbieten. Verständlich, dass der „Kunde“ dann nicht einsieht, später für etwas zu zahlen, dass er doch eig umsonst bekommen hatte …

  9. Danke Achim, dass Du an dieser Stelle eine Diskussion vom Zaun gebrochen hast. Gerade ein Wetterexperte sollte dafür doch Verständnis haben. Er wird für seine Dienste ja auch pauschal bezahlt und nicht nur dann, wenn seine Prognose zugetroffen hat.

    Das Grundsatzproblem sind aber nicht Kunden, die versuchen unsere Arbeit für lau zu bekommen. Das Problem sind unsere Kollegen, die Qualitätsarbeit billig verkaufen und auch solche, die schlechte Arbeit teuer verkaufen oder mit Preisen auszeichnen. Schlechte Arbeit, die billig verkauft wird bewährt sich nicht. Das wird Herr Kachelmann auch bald lernen.

    »If you pay peanuts – you’ll get monkeys“

  10. Jeder Auftraggeber bekommt das Logo, was er verdient.
    Wenn man sich die Gestaltung rund um Kachelmanns Dienstleistungen anschaut, wird mir dies bestätigt.

  11. Ich fürchte nicht die Konkurrenz dieser Für-Lau-Designer und Honorar-Dumper in unserer Branche. Die sind meist massiv unterbeschäftigt, oft völlig talentfrei und im Umgang mit Kunden eher servil als beratungs-kompetent. Die KÖNNEN überhaupt keine Konkurrenz für uns Profis darstellen.
    Als »pain in the ass« empfinde ich sie aber trotzdem, denn sie machen den ganzen Markt kaputt, verderben potenzielle Kunden und sorgen dafür, dass unsere Welt mehr und mehr unter gestalterischer und typografischer Verschmutzung leidet.

    @ Benny Lava: Natürlich leidet auch ein 4-Sterne-Koch seelische Qualen, wenn er sieht, dass sich Menschen Kekse aus dem 3D-Drucker reinstopfen oder beim Mecki einen Burger essen, der Ammoniumsulfat, Silikonöl, Frostschutzmittel-Extrakt und Zellulose enthält.

    Wer billig kauft, bekommt eben Dreck und Billigmist. Wie beim Essen, so auch im Design.

    • Die Servilität bis zum Umfallen ist in der Tat ein Problem und ein „Pain in the Ass“.

      Ich habe vor 2 Jahren ein vermutlich lukratives Coaching (da vermutlich von Monsieur Le Papan bezahlt) abgelehnt. Da wollte jemand – ein ausgebildeter Psychologe, Diplom – von mir ein Coaching, damit er in die Pop-Akademie aufgenommen wird.

      Ich habe das abgelehnt, denn seine servile Aussage „Ich erkenne sofort, was der Kunde will“ aufgrund der sparsamen Tatsache, dass er bis dato lediglich ein einziges Logo für das väterliche Schreinerunterehmen entwarf und der Herr Papa hellauf begeistert war, für mich noch kein gültiges ehrliches Kriterium ist. Eher eines, dass Papa sozial erwünschte Aussagen macht, um dem Sohnemann förderlich zur Seite zu stehen. Was der psychologisch fertig studierte Sohnemann eigentlich sofort hätte erkennen und reflektieren müssen. MaFo-Institute stellen mit hoher Sicherheit keinen Psychologen ein, der aus Narzissimus diese einfach zu erkennende Grundtatsache nicht anerkennen oder nicht checken würde (noch schlimmr).

  12. Ein wenig off-topic: Danke für die Wiederholung des Hinweises auf Jessica Hinsches Grafik. Inhaltlich nach dem ersten Blick hervorragend, aber gestalterisch eine Katastrophe. Wie kann man eine Infografik in der Mitte beginnen lassen?! Wie kann man die zu verfolgenden Entscheidungswege so verqueren?! Das Zusammenbasteln hat sicherlich Spaß gemacht, aber das Ergebnis ist visuell eine Desinformationsgrafik.

  13. Qualität, Erfahrung, Können und Bezahlung – hin oder her. Manchmal finde ich es aber von Seiten der zahlreichen „Profis“ hier sehr überheblich, jedem, der nicht Design studiert hat und seine eigene Firma vorzeigen kann, vorzuwerfen, er würde nur Mist produzieren und stümperhafte Ergebnisse auf unterstem Niveau kreieren. Dass es oft auch zutrifft, will ich nicht leugnen, das zeigte u.A. das Thema der „Haltestellen-Schilder“ sehr deutlich. Für den Vorwurf, jeder nicht Gelernte hätte zwei linke Hände, gibt es aber absolut keine Berechtigung und dafür habe ich kein Verständnis.

    Sorry, wenn ich mir hier oder anderswo manche vorgestellten „professionellen Designs“ betrachte, welche für zigtausende von Euros dem Kunden von sogenannten „Fachleuten“ untergejubelt wurden, dann kann ich auch verstehen, wenn man sich selbst als Laie mal daran versucht, die Branche auch mal kritisch in Frage stellt oder nicht einsieht, für manches Ergebnis zu bezahlen.

    Auch hier lässt sich nichts pauschal behaupten, denn ich bin von vielen professionellen Entwicklungen und vorallem dem, was zu einer gesamten CI drum herum gehört absolut begeistert und ziehe davor meinen Hut. Aber auch dort gibt es Unterschiede, nicht nur zwischen Firmen sondern natürlich auch zwischen einzelenen Projekten.

    • Ich stimme zu 100% zu. Ein gutes Logo macht in erster Linie aus, daß es unterscheidbar ist von den abertausenden, die es bereits gibt. Und das ist nichts, was man sich bei seinem Prof abschauen kann.
      Das „Atomkraft? Nein Danke“-Logo etwa sieht vielleicht etwas krude aus, aber es hat schon Jahrzehnte überlebt und zeigt etwas, was vielen „professionellen“ Entwürfen abgeht: Echtes Interesse für den Geist eines Projekts, ohne Rücksicht auf vermeintliche Trends.

  14. Damit hast Du (Paddy S.) vollkommen recht.
    Es gibt in jeder Branche Premium- und Billiganbieter. Muss es auch.
    Teuer ist nicht immer besser, sollte es aber eigentlich immer sein.

    Gute Gestaltung muss nicht immer von einer gut ausgebildeten Person kommen.
    Darum ging es hier auch nicht. Wir wissen ja gar, wer die Logos für Kachelmann gemacht hat.

    Die Diskussion dreht sich doch darum, was unsere Arbeit wert ist.
    Man kann sich bestimmt toll über den Preis eines Logos streiten.
    Das individuelle Handwerksarbeit prinzipiell bezahlt wird und nicht nach Gutdünken und Wohlgefallen sollte unstrittig sein. Das gilt nicht nur für Fliesenleger, Restaurants, Friseure und Schreiner. Das muss auch für Gestalter (ob teuer oder billig) gelten.

  15. Wo genau ist jetzt das Problem? Außer, dass der Designer eine Antwort des Meteorologen anscheinend nicht verstanden und darauf sehr überempfindlich reagiert hat und damit einen Wortwechsel startet. Meinen Eindruck unterstreicht, dass der Designer dieses peinliche Twittergefecht auch noch im Blog verwurstet um vermeintlich noch mehr Leute auf den „doofen“ Herrn Kachelmann hinzuweisen.

    • Der Designer beleidigt den Wettermann, welcher das nicht auf sich sitzen lässt und den Designer zu professionellem Verhalten ermahnt.
      Anstatt vielleicht seinen Fehler zu erkennen, zieht sich der Designer arschverletzt in seine Peergruppe zurück, um dort Anerkennung zu suchen.

      Jetzt darf natürlich der studierte Psychoanalytiker kommen und mir Vorwürfe machen, weil er als Profi so eine Analyse viel besser kann und ich nur die Preise versaue. :-)

      • Eine Ermahnung zu professionellem Verhalten kann ich nur schwer erkennen.

        Der Anlass für den Blogbeitrag hier war ja die nachgeschobene Ergänzung Kachelmanns, dass seiner Meinung nach, bzw. verallgemeinernd, „in einer menschlichen Welt“, der Designer mit einem Entwurf in Vorleistung zu gehen habe und schreiben solle, „was es kosten würde, wenn mans möchte“. Der letzte Teil legt nahe, dass bei Nichtgefallen, trotz angefallener Arbeits, nicht gezahlt werden muss.

        Und dieser Auffassung widerspricht Achim. Meiner Meinung nach zu Recht.

        Den Eindruck, dass sich beide dünnhäutig verhalten haben, teile ich allerdings auch.

        • „bzw. verallgemeinernd, „in einer menschlichen Welt“, der Designer mit einem Entwurf in Vorleistung zu gehen habe“

          Hat Kachelmann so nie gesagt. Er wurde von einem Designer angepöbelt und entgegnete darauf (sinngemäß) dass er sich wünschen würde, dass man statt Pöbelei Hilfe anbietet. Woraufhin der besagte Pöbler ihm das Wort im Mund rumdreht und behauptet, Kachelmann wolle, dass alle Designer gefälligst kostenlos zu arbeiten hätten.

          Wie sich der Herr Designer dann als Opfer geriert ist ehrlich gesagt: widerlich.

          • „In einer menschlichen Welt würde der Berufsdesigner einen Entwurf skizzieren und schreiben, was es kosten würde, wenn mans möchte, So bleibt dem Startup nur etwas schaler Nachgeschmack nach Besserwessi.“
            Das ist das Zitat. Das „in einer menschlichen Welt“ ist nicht allein auf Herrn Schaffrinna bezogen, sondern auf den „Berufsdesigner“ im Allgemeinen.

            Und ich muss mich entschuldigen, aber jetzt drehen Sie die Worte von Herrn Schaffrinna herum. Es wird nirgendwo behauptet, dass ein Designer gänzlich kostenlos arbeiten solle. Es geht darum, dass Herr Kachelmann den Designer nur dann vergüten möchte, wenn ihm das Logo auch gefällt,.

  16. Könnt ihr das Persönliche bitte herauslassen! Es geht doch hier weder um Jörg K. noch um Achim S. und auch nicht um ein bestimmtes Verhalten in einem sozialen Netzwerk. Ich würde lieber das Thema »Arbeit für lau« diskutieren.

    • Gute Idee. In grauer Vorzeit warnte ver.di http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/a-864822.html einmal vor den allerschlimmsten Auswüchsen.

      Nur, muß man eben mit der Zeit gehen, und die Clowns waren sich dann tatsächlich nicht zu schade, Jovoto so etwas wie eine kostenlose Werbekampagne zu finanzieren:

      https://www.jovoto.com/projects/verdi/landing

      Es führte dann leider zu diesem erbärmlichem „Wettbewerb“, bei dem es der Nomalfall war, daß jemand seine Seele verkauft und die „Moderatorin“ (wie üblich eine Kreatur ohne jeden Sachverstand) dazu lustig in die Hände klatscht.

      Das schlimme an diesen „Wettbewerben“ ist nicht, daß die Entlohnung ins bodenlose sinkt, sondern daß sie aus den Mitmenschen seelenloses Fleisch macht. Und, jawohl, das ist beweisbar.

      Ekelhafterweise versuchen sich diese Unternehmen einen netten Anstrich zu verleihen, indem sie Non profits hinterherlaufen, aber speziell Jovotos „Wettbewerb“ für das Stanford University Peace Project ist so widerlich entlarvend für komplette Entmenschlichung.

  17. Ich kann ja durchaus verstehen, dass insbesondere junge und noch unerfahrene Grafikdesigner/-innen angesichts nicht sehr rosiger Berufsaussichten auf dem Markt schnell in Panik geraten. Sie greifen nach jedem noch so kleinen Job-Strohhalm und sind deshalb eher bereit, ohne Vorschuss in grafische Vorleistung zu treten.
    Damit geben sie aber ihre individuellen Ideen preis und verschießen ihr ganzes Können, ohne von der Gegenseite auch nur einen einzigen Cent an Bezahlung dafür erhalten zu haben.

    Aber was noch schlimmer ist: Sie legen damit die Entscheidung darüber, was ihre präsentierte Arbeit wert ist, ganz in die Hände des Auftraggebers, machen sich von seiner Wertschätzung und Fairness völlig abhängig. Und was, wenn dieser Kunde keine Wertschätzung empfindet? …wenn er ein gutes Logo nicht von einem schlechten unterscheiden kann? …oder gar ein geiziges A-loch ist? Dann heißt es: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann wieder gehen.

    Umsetzen lässt er die besten Ideen, die ihm dumme und billige Grafiker gratis vor die Füße gelegt haben, von noch dümmeren und noch billigeren Grafikern. Oder er setzt sich gleich selbst an seinen PC und strickt sich aus allem etwas zusammen.

    • Und wenn der dumme und billige (und wie du schreibst unerfahrene) Grafiker diese Erfahrung einmal gemacht hat, hat er was gelernt und machts beim nächsten Mal anders.

  18. Es gibt soviel so unglaublich schlechtes Design von ausgebildeten Designern und vielfach ausgezeichneten Agenturen. Aber wehe ein Meteorologe gestaltet ein schlechtes Logo :)

    • Das ist zweifelsfrei so, ja. Die eigentliche Gestaltung ist in diesem Fall allerdings nur eine Randnotiz. Es geht in diesem Fall doch um was ganz anderes. Es geht um eine Kultur des Mitnehmens und um Leistung, die bezahlt werden sollte. Es geht um den Wert der eignen Arbeit und um ein fehlgeleitetes Selbstverständnis, das den Boden für unfaire und inakzeptable Ausschreibebedingungen bildet. Und es geht auch um Kreativschaffende, die sich so etwas gefallen lassen!

      Das ganze Thema rein auf die Gestaltung zu reduzieren, führt an der Diskussion vorbei.

      • Das ganze Thema rein auf die Gestaltung zu reduzieren, führt an der Diskussion vorbei.

        Ist aber immer willkommenes Ablenkmanöver der rhetorischen Trapezkünstler.

        Danke Achim, dass du Unfairness zur Sprache bringst.

        Hoffentlich auch, wenn Jauch oder Don Alphonso solche Dinger wie Kachelmann krachen lassen würden. Da bin ich jedoch zuversichtlich.

      • Kachelmann hätte wissen sollen, dass er nicht in der Lage ist, ein gutes Logo zu gestalten und es lieber in Auftrag hätte geben sollen? Ok. Könnte ein Meteorologe vielleicht wissen. In jedem Fall sollten sowas aber Designer und Agenturen wissen. Oder?

        Und dennoch gestalten Grafikdesigner ihre eigenen miesen Webseiten (oder verwenden kostenlose Themes von der Stange) und Webdesigner gestalten ihre eigenen miesen Logos (meist mit aneinandergereihten Buchstaben). Und Agenturen machen die miesen Porträtfotos ihrer Mitarbeiter lieber selbst (vor der Raufasertapete in der Küche), als einen Fotografen zu engagieren.

        Webdesigner schimpfen über Grafikdesigner. Grafikdesigner über Webdesigner. Fotografen über Agenturen. Und Schriftdesigner über Kommunikationsdesigner. Etc. Also warum sollten sich nicht mal alle Designer zusammentun und zur Abwechslung über einen Meteorologen schimpfen. Der hat es ja so was von verdient.

        Und nun zum kostenlosen Entwurf als Vorleistung. Schlimme Sache. Würden wir Designer niemals von anderen erwarten. Außer vielleicht wenn wir in Geschäft gehen, uns alles genau anschauen, ein Produkt aussuchen und es dann … dann im Internet kaufen, weil es dort 5% billiger ist. Dass das Geschäft erst tausend Vorführmodelle hat kaufen müssen und Miete bezahlen muss, um diese Vorleistung zu bieten, vergisst man bei 5% doch schnell. Oder wenn wir mal einen Film oder Serie im Internet anschauen ohne zu bezahlen. Läuft in ein paar Monaten ja sowieso im Fernsehen. Oder warum den Tausend-Euro-Originalfont kaufen, wenn es auch einen fast identischen Free-Font gibt. Die Ähnlichkeit ist doch sicher nur ein Zufall. Oder wenn sie Adblocker installieren. Ist ja nicht ihr Problem, wenn die Verlage ihre Inhalte kostenlos anbieten. Die Lizenz reicht nur für 10 Rechner? Ach, 1 weiterer Rechner merkt doch niemand und ist doch nur für den Praktikanten. Schöne heile Welt … bis es einen selbst betrifft.

        • Martin, klar, das ist die Kostenloskultur- und mentalität, die sich in alle Lebensbereiche eingeschlichen hat. Auch Designer sind da Handelnde, nicht nur Opfer.

          Einen Tausend Euro-Originalfont gibt es jedoch nur noch, wenn er unzählige gut ausgebaute Schriftschnitte hat, zig Glyphen und auch noch Satzzeichen für ausgefallene fremde Sprachen hat. Selbst dann kostet er selten gleich tausend Euro. Ein free Font ist kein Vergleich, der hat oft nicht einmal Umlaute, taugt gerade mal für ein Poster. Aber egal, wem sage ich das.

          Das ist das eine.

          Wenn ein öffentlich bekannter Wetterfrosch keinen Unterschied mehr macht zwischen skalierbarem, kopierbarem Produkt und billigen doer gar kostenlosen Marketing-Teaserangeboten auf der einen Seite und individueller Sache nach Maß auf der anderen Seite und beides alles in einen Topf haut, dann unterliegt er eben dem gleichen Kategoriedenkfehler wie viele andere auch. Das Schlimme ist, dass diesen Kategoriedenkfehler nicht nur Lieschen Müller macht, es tun ihn alle. Nur leider ist der Wetterfrosch halt bekannt. Und beharrt dazu noch, obwohl er Widerspruch bekam.

          Kostenloskultur ist nicht nur der Geiz der Konsumenten und Auftraggeber – einfach verschenken und das gut finden ist das jahrelange Ergebnis von raffiniertem Marketing, das seine Erlöse eben dann woanders erzeugt. Das Verschenken dient der Akquise und dem Anreiz. Im Netz sammelt man damit zum Beispiel Adressen.

          Dass Verschenken was bringt, haben auch schon Werbe- und Designagenturen geschnallt, die mit komplett fertigen Designs und Layouts in eine Präsentation gehen ohne je ein Briefing gesehen zu haben, das den Namen Briefing verdient. Katastroffe! Sie machen trotzdem ihren Umsatz. Das Dumme ist, der kleine Designer nebenan, der kann da nicht mithalten. Gleichzeitig bricht ihm die mittlere, zu einem hohen Teil auch (leider) beratungsresistente Klientel der kleineren, mittleren Firmen weg, die nicht mehr zu ihm, sondern lieber zum günstigeren designenlassen geht, weil sie sich vor größeren Werbeagenturen grausen (‚wissen alles besser‘ und ’sind zu teuer‘ ist noch das Mildeste, was ich gehört habe).

          Und dann kommt ein Wetterfrosch daher und bildet diese zu großen Teilen hausgemachte Misere nochmal schön öffentlich ab.

          • Das mag eine Misere für Designer sein. In diesem Fall ist die Misere jedoch etwas einfacher: Kachelmann brauch kein neues Logo und will kein teures Designer-Logo. Das wars.

            Für den Fall, daß ich was übersehen sollte und er vielleicht doch ein teures Designer-Logo bräuchte, müsste man ihm das erklären. Denn wenn selbst ich als Designer das nicht weiss, woher sollte es dann ein Meteorologe wissen?

      • Für mich! hat dieser spezielle Fall auch noch eine andere Nuance, der mich berührt. Ich habe bei dem was Kachelmann ausgesetzt war, mitgefühlt. Egal, was da wirklich passiert ist, hatte ich immer das Gefühl, dass Kachelmann eine Häme abbekommt, die nicht verhältnismässig ist. Er tat mir irgendwie leid. – Dass sich Kachelmann jetzt über meine Branche hämisch äußert und Selbstständigen mit Bildzeitungsargumenten entgegenkommt – ändert mein! Bild von einem zu bedauernden zu einem „arroganten“* Kachelmann.

        *fällt gerade kein passender Begriff ein.

  19. Ich mag‘ die Art von dem Kachelmann ja eigentlich echt gerne. Die direkte Art sagt mir einfach zu. Und dass er Springer die Stirn geboten hat, auch.
    Das hier jedoch belegt die Weltfremdheit, die er manchmal an den Tag legt, das ärgert mich sehr. Erst einmal nachdenken und tief durchatmen bevor man die eigene undurchdachte Meinung zum besten gibt, denn nicht jede Kritik ist unsachlich, nur weil sie ad hominem geschieht.
    Ich glaube nämlich fest daran, dass Herr Kachelmann sich in dieser Sache gerne auch eines Besseren belehren lässt.
    Ich hoffe es zumindest.
    Ansonsten muss er mal Nachhilfe bei Niggemeier, Heinser und Rosenkranz nehmen, die erklären ihm das wohl.
    Obwohl der „Essen schmeckt“-Vergleich eigentlich schon jedem Grundschüler einleuchten sollte.
    Bin zwar kein Grafiker, aber als Werbetexter steht man vor der gleichen Misere.

  20. Ist twitter’s inoffizieller Zweck nicht eh die Entstehung solcher beef-Geschichten? Wie soll man denn in 160-Zeichenbotschaften, die direkt öffentl sind, komplex diskutieren ohne, dass es in einer wüsten Beleidigungsorgie endet? Wie sähen denn hier die Diskussionen aus, wenn jeder nur einen Einzeiler verfassen könnte?
    Daher würde ich twitter für vermeintl konstruktive Aussagen generell meiden und es fannahen Promis überlassen, die twittern, was es zum Frühstück gibt.
    Dieser Eine-Plattform-für-alle-und-alles-Gedanke wird nie aufgehen.

    Ich muss auch sagen, dass es mich schaudert, wenn ich hier mitkriege, was einige Agenturen für simpelste Logo-Redesigns an Honorar erhalten.

    Und durchaus können Laien im Handwerklichen bessere Arbeiten leisten als Ausgebildete, das betrifft Fliesenleger, Frisöre und auch Designer. In der Ausübung vieler Berufe ist es – ehrlich gesagt – ja doch nur das Werkzeug und die Routine, die dem nicht ganz unbegabten Laien fehlen, um mithalten zu können.
    Und wie in der Schule kriegen in der Ausbildung nicht immer zwingend die Besseren die entscheidenden guten Noten, sondern halt auch die Arschkriecher, das sollte man auch nie vergessen, wenn man von ‚ausgebildeten Profis‘ redet.

    Trotzdem: Das geforderte In-Vorleistung-gehen halte auch ich für unangebracht! Es geht da ja wohl nicht um bloße Skizzen auf einer Serviette, sondern um bereits konkret erbrachte Leistungen. Wer Auswahl haben will, der soll auch dafür zahlen.

  21. Herr Kachelmann ist doch nur beleidigt, weil jemand vom Fach darauf hingewiesen hat, dass sein Logo scheiße aussieht. Truth hurts. Hätte Herr Kachelmann einen vernünftigen Designer beauftragt, hätte ihn das zwar etwas gekostet aber er hätte auch ein anständiges Logo vorzuzeigen. Auch wenn hier offensichtlich ist, dass Herr Kachelmann zwischen einem guten und einem schlechten Logo nicht unterscheiden kann.

    • Er kann hoffentlich ein Hoch und ein Tief unterscheiden.
      Und das sei ihm gestattet.
      Sag ich als Nichtmeteorologe.

      Was ich albern von ihm finde, ist, dass er in seiner unendlichen Güte und Narzisstität meint, auch von anderen Dingen Ahnung zu haben, von denen er keine Ahnung haben kann, sondern sich benimmt wie die Axt im Walde.

      Wenn ich mich gegenüber meinem Heizungsmonteur so aufführen würde.

  22. Mal sehen, wann sein Rechtsanwalt Herr Professor Höcker aktiv wird :D … der Kachelmann ist da sehr empfindlich und ein Freund, der mal für Kachelmann 9 Monate gearbeitet hat, durfte für eine Abmahnung und Unterlassungserklärung im hohen 3-stelligen Bereich bezahlen, obwohl er nur im Kontext zu einem Kachelmanns Post auf Facebook nach einer „Abfindung“ für seine 9 Monate Arbeit höflich fragte.

    • Sind wir jetzt auch hier endgültig bei Klatsch & Tratsch angekommen?
      Hm, vielleicht

      dt-Anmerkung*************************

      Teile des Kommentars wurden gelöscht, da diese ins Persönliche abdrifteten und mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hatten.

      Lieber Moritz, ich möchte Dich bitten die Netiquette zu beachten. Vielen Dank!
      – Achim –

      *************************************

      • Tschuldigung,
        ich habe nur allgemein über Trigger-Tratsch gesprochen und niemanden persönlich angegriffen.
        Schätze, du überreagierst ein bisschen Achim.

        Aber ich verstehe das.

        • Ich reagiere nicht über, sondern angemessen, da Du, lieber Moritz, eben nicht allgemein über Trigger-Tratsch geschrieben hast, wie Du sagst, sondern ganz explizit und ausschließlich auf die Person Kachelmann eingegangen bist. Und nun bitte wieder sehr gerne zurück zum Thema.

          Danke für das Verständnis.

  23. Nochmal zum Verständnis für Nicht-BWLer:

    Für ‚lau‘ hergeben ist ein beliebter und auch machbarer Kundenfang-Trick für alles was man skalieren kann.

    (Was heißt skalieren: alles, was man problemlos vervielfältigen kann ohne größeren Mehraufwand)

    Persönliche Grafikdesignleistungen einer einzigen Person, die handwerklich an einem einzigen Tisch für eine einzige bestimmte Zeit (‚Arbeit ist Kraft mal Weg‘) etwas individuell Bestelltes herstellt, kann man nicht so einfach skalieren. Das ist und bleibt ein Werkvertrag und keine industrielle Skalierung, die man mit ‚lau‘-Pull bewerben kann.

    Wem dieser Unterschied im Marketing und Pull versus Push immer noch nicht klar ist, dem leiste ich gern freundlichen und energischen Nachhilfeunterricht – auch dem Herrn Kachelmann.

    Mann ey.

  24. Frei nach Hanlon’s Razor denke ich ja, dass alles viel einfacher ist. Den meisten Menschen ist schlicht nicht klar, dass die eigentliche Designleistung vor der Reinzeichnung stattfindet. Ganz allgemein ist über Dinge nachdenken nicht mehr besonders angesagt in der Leistungsgesellschaft auf Speed. „Macher“ wollen alle sein (vor allem die Entscheider) und deren Motto ist halt: „erst mal machen“. Dass Unterscheid- und Kopierbarkeit, sowie die Un-Dinglichkeit bei Digitalgütern ein höheres Gewicht haben, macht die Sache nicht leichter.

    • … dass die eigentliche Designleistung vor der Reinzeichnung stattfindet. […]Ganz allgemein ist über Dinge nachdenken nicht mehr besonders angesagt in der Leistungsgesellschaft auf Speed.

      Jau.

      Wobei eine ordentliche Reinzeichnung auch schon nix mehr gilt.

      Sie ist nicht unbedingt deren vorher auf Powerpoint zusammengekleistertes Ding – nur vom Desinger etwas hübscher zusammengeschoben. Kapieren ebenfalls viele Designkunden nicht mehr. Die Druckerei – wenn sie den Grafiker umgehen – rauft sich die nicht mehr vorhandenen Haupthaare. Es gibt Tage und Stunden, da möchte man …

      Zur Erheiterung eine nicht ganz undumme Preisliste, die zur vollsten Befriedigung (heißt doch in Arbeitszeugnissen so, oder?) den Zeitgeist bedient:
      https://www.instagram.com/p/BI53vkOjEXz/?taken-by=peopleofprint
      Juchhei, da ist doch für jeden was dabei.

  25. So richtig sympathisch ist mir Kachelmann nicht. Aber der Mann hat – darf man das sagen – viel mitgemacht und viel erlebt, was man mit dem Wort illoyal vielleicht richtig beschreibt. Seine Leistung bzw. die seiner Mitarbeiter bei Kachelmannwetter ist aus meiner Sicht absolut ok. Ich habe zwar seine kürzliche Auseinandersetzung übers Wetter mit ARD und ZDF nicht toll gefunden. Sie war aus meiner Sicht sehr unfair. Aber das Angebot – vom Design will ich mal nicht sprechen – gefällt mir gut.

  26. Wer auch immer hinter dem Twitter Account steckt, so ganz helle ist derjenige nicht.

    «Lächerlicher Nonsens. Aber gut zu wissen dass ihr auch zum Metier „Designer sollen ja bloß nichts an ihrer Leistung verdienen“ gehört.»

    sowie ein „no spec work“ Beitrag haben dann gereicht um auf Twitter geblockt zu werden :) Ach und lustigerweise wurde mein Twitter Account gleich danach einer Überprüfung unterzogen da man mir vorwarf „gehackt“ worden zu sein. Bei einem neuen Account um mich nochmal bei den Damen und Herren von @Kachelmannwettr zu melden hieß es „Dein Account wurde gesperrt“ für ganze 3 Beiträge die ich als Antwort gegeben habe, entweder ist also Twitter sehr strikt, oder jemand sehr wütend :)

    Dachte ich lasse es einfach mal da, nur damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann (nur nicht bei Kachelmannwetter, da sind eigene Meinungen verboten).

  27. Als Außenstehender finde ichs immer ein bisschen befremdlich wie beim „no spec“-Thema immer nur schwarz oder weiß gilt. Und gerade der Maler-Vergleich hinkt so unglaublich.
    Kachelmann schreibt „In einer menschlichen Welt würde der Berufsdesigner einen Entwurf skizzieren und schreiben, was es kosten würde […]“. Entwurf. Skizzieren. Es geht nicht darum, dass jemand eine gesamte CI machen soll und dann entschieden wird, ob man die will oder nicht. Es geht darum, dass der Kunde eine Vorstellung möchte, was der Designer zu tun gedenkt, damit beiden Seiten frühzeitig klar ist, ob sie hier beide nur ihre Zeit für etwas vertrödeln, was am Ende an den Vorstellungen des Kunden vorbei geht. Vorstellungen, die – auch wenn man es sich wünscht – nie vollständig in einem Briefing abgedeckt werden.
    Sprich: Es geht um eine frühzeitige Vermittlung der Idee, um früh einen gemeinsamen Nenner zu erzielen. Wenn ich dem Maler einen Topf Farbe hinstelle, dann brauche ich über keine Idee übereinkommen, weil es schlicht keine gibt, in der man auseinander driften kann. Dort gibt es ganz klare Kriterien, was eine gute und was eine schlechte Arbeit ist.
    Wenn ich aber ins Malerei-Geschäft gehe und sage, ich möchte meine Wand grün streichen – dann möchte ich mich auch erst einmal darauf einigen, was „Grün“ eigentlich ist, was man mir anbieten kann und ich möchte gerne sehen, wie dieses Grün aussieht. Weil die Vorstellung von „Grün“ zwischen Kunde und Verkäufer deutlich auseinander driften könnte. Und wenn ich feststelle, dass es dort nur hässliche Grüns gibt – dann hat der Laden halt auch Pech gehabt und ich gehe woanders hin.
    Ich möchte nicht bezweifeln, dass es viele Ausschreibungen gibt, bei denen diese gratis zu leistende kreative Übereinkunft viel zu umfangreich verlangt wird. Aber grundsätzlich und in einer angemessenen Form gehört das für mich zum Verkaufsprozess dazu und das nun wahrlich nicht nur beim Designer. Beim Autohändler kannst du ne Probefahrt machen ohne dafür zu bezahlen. Weil man als Kunde ein Gefühl für das bekommen will, was man noch nicht kennt. Beim Designer ist das Blöde halt, dass es in der Natur der Sache liegt, dass nichts angeboten wird, was dem Kunden schon gut vertraut ist.

    • Es geht darum, dass der Kunde eine Vorstellung möchte, …

      Wirklich?
      Dazu gibts die Referenzarbeiten. Dazu sind sie doch da.
      Sonst bräuchte man sie gar nicht erst veröffentlichen und auch nicht bei Interesse per PDF oder Broschüre versenden. Wozu die ganze Mühe, wtf.

      Wer Design-Referenzen nicht beurteilen kann – und das sind viele, es werden immer mehr, da immer mehr Nichtfachleute versuchen, Design einzukaufen und immer mehr Leute extrem misstrauisch sind – der hat ein Problem.
      Der kommt dann auf diese skizzierte Idee da oben.

      Ich weiß auch keine Lösung dafür, dass man Referenzarbeiten nicht mehr vertraut oder zunehmend unfähig wird, sie einzuschätzen. Dabei zeigen sie doch recht schön die Handschrift des Designers auf.

      Ich glaube nicht, dass unser Wetterfrosch es wagen würde, von Sagmeister eine „just see“-Arbeit einzufordern. Da wäre er ganz schön in was reingelaufen, das hätte K. gewusst. Das geht doch nur bei unbekannten Designern (welche nicht schlechter sein müssen).

    • Danke Stefan, genauso war mein Gedanke zu der Geschichte auch.

      Ich finde die Kritik hier reichlich überzogen (auch als Designer), wenn man bedenkt das die Gratiskultur kritisiert wird, obwohl Herr Kachelmann explizit und im gleichen Satz von Bezahlung spricht. Auch das „skizzieren“ sehe ich eher als Briefinggespräch. In 160 Zeichen lassen sich nunmal keine Diskussionen führen oder eloquente Argumentationen darlegen.

      Auch unterschlagen hier viele die Tatsache, dass Achim mit seinem ersten Tweet reichlich provokant indirekt die Kompetenz von Herrn Kachelmann in seinem Fachgebiet anzweifelt. Wer Wertschätzung für seinen Beruf einfordert, sollte diese auch für andere Fachgebiete erbringen. Grundsätzlich hätte man auch neutraler an die Sache herangehen könne, indem man beispielsweise nach dem Ursprung der Logos fragt.

      In einem Blogbeitrag den gesamten Tweet-Verlauf zusätzlich kommentiert zu posten und eine sachliche Diskussion zu erwarten finde ich gelinde gesagt etwas blauäugig.

      Ich habe eine hohe Wertschätzung für diesen Blog und die Arbeit die Achim reinsteckt, aber manchmal sollte man auch etwas selbstreflektiert auf Kritik reagieren.

      • … dass die Gratiskultur kritisiert wird, obwohl Herr Kachelmann explizit und im gleichen Satz von Bezahlung spricht.

        Das ist leider nicht die ganze Botschaft. Ich mag Weglassen nicht sonderlich.

        Die ganze Botschaft lautete: Ich bezahle, falls es mir gefällt.

        Eine arge und arrogante Botschaft, mit Verlaub. Mir rollen sich die Fußnägel hoch. Das kann Ihnen egal sein, stattgegeben, aber mir nicht. (Wie sieht das denn aus, passe ich noch in die Socken? Tragisch.)

        Dazu noch das BGB, ja altmodisch ich weiß, wen interessiert das heute im Twitterzeitalter. (BGB ist immer noch gültig und Gerichte entscheiden so: pro Künstler/Designer) über das Prinzip der künstlerischen Freiheit im Werkvertrag:


        Der Künstler genießt im Rahmen des Vertrages eine Gestaltungsfreiheit, die seiner künstlerischen Eigenart entspricht. Es ist ihm erlaubt, in seinem Werk seiner individuellen Schöpferkraft und seinem Schöpferwillen Ausdruck zu verleihen.
        Die künstlerische Gestaltungsfreiheit birgt ein Risiko für den Besteller. Wer einen Künstler engagiert, muss sich vorher über dessen künstlerische Eigenarten und Auffassungen informieren. Ob das erbrachte Werk letztendlich tatsächlich den Geschmack des Bestellers trifft, ist unerheblich. Auch hier gilt: „Über Geschmack lässt sich nicht streiten“ – jedenfalls nicht im Nachhinein.
        Durch eine Absprache lässt sich die Gestaltungsfreiheit des Künstlers beschränken. Aber auch in diesem – engeren Rahmen – verbleiben künstlerische Freiräume; es besteht keine Verpflichtung zu „maßstabgetreuer“ Umsetzung.

        Zitat aus: http://www.nennen.de/blog/blog/date/2010/01/12/artikel/kuenstlerische-freiheit-auftritt-misslungen-mit-welchen-folgen.html

        Dieses Besteller-Risiko will man aushebeln. Das ist alles.

        • Ich wollte gerade ausführlichst erklären, warum er das so vermutlich nicht gemeint hat und Ihr das alles nur böswillig in seine Worte reininterpretiert …

          Scheiss drauf!

          Selbst wenn er das größte Arschloch der Welt wäre und sich für kostenlose Entwürfe direkt an hunderttausend Designer gewandt hätte, um Bezahlung nur bei Gefallen anzubieten, warum nicht. Soll er doch. Niemand muss dieses Angebot annehmen. Und die, die es tun, haben ihre Gründe.

    • Hallo Stefan,
      nein, der Vergleich mit dem Maler hinkt nicht… Es geht darum das Arbeitsleistung bezahlt wird. Gern setze ich mich vorab mit einem Auftraggeber zusammen und lasse mir erklären was genau er möchte. Dann kann ich beraten und Vorschläge machen (so wie der Maler). Das man diese Beratungsleistung in Form eines Briefings bzw. Erstgespräches kostenlos anbietet ist üblich. Meist entscheidet sich dann, ob der Auftraggeber mit einem zusammenarbeiten möchte.

      Sobald ich mich an Rechner und/oder Block setze mich gezielt mit der Aufgabenstellung auseinander setze, sollte aber bezahlt werden. Denn das ist doch der Kern unserer Arbeit.

  28. Ganz ehrlich? Es geht um genau nichts. Eine „Diskussion“ bei Twitter – das ist doch lächerlich. Jeder der schon einmal versucht hat in einem Forum zu diskutieren (dort mit wesentlich mehr Raum für Worte und Sätze als bei Twitter), wird wissen wie aussichtslos Rede und Gegenrede in schriftlicher Form sind. Jedes nichtige Wort bekommt Gewicht, wird interpretiert und fehlinterpretiert…bis am Ende doch jeder nur bei seiner Meinung bleibt. Eine echte Diskussion mit Verstand und Verständnis füreinander ist frühestens (fern)akustisch möglich; im besten Fall natürlich im persönlichen Gegenüber mit Mimik und Gestik. Einen Kurznachrichtendienst zum Diskutieren über Standpunkte und Vorstellungen (über was auch immer) zu benutzen ist wissentliches Schattenboxen ohne jegliche Chance auf Erfolg. Jeder kühlt sein Mütchen, fühlt sich im Recht und je kürzer die Sätze sind, um so schärfer werden sie gegenseitig empfunden. Besonders „schön“ wird es, wenn dann auch noch zwei „Alphatiere“ aufeinandertreffen. Alle Mitleser haben Ihren voyeuristischen Spaß und die Protagonisten merken nicht einmal wie sehr sie sich entblößen. Ich finde das unnötig und irgendwie schade.

    • Kann da nur zustimmen. Neben dem ein oder anderen Vorteil der modernen Kommunikationsmittel, nämlich dem schnellen und unkomplizierten Informationsaustausch, sehe ich ebenfalls die genannten Gefahren weit im Vordergrund.

      Mal davon abgesehen, dass das Thema um „Designarbeit für lau“ ging, habe ich den Zusammenhang – wer nun überhaupt die genannten meteosafe-Logos entworfen hat und evtl. sein Geld nicht bekommen hat und damit ein Recht darauf hat, verärgert zu sein – nach mehrmaligem lesen nicht begriffen. Vielleicht liegts daran, dass ich nicht studiert habe.

      Halte hiervon erdenklich wenig, zumal man auch das Problem hätte schildern und diskutieren können, ohne sich öffentlich mit Namen gegenseitig auf mehreren Plattformen in den Dreck zu ziehen. Hierdurch flossen voreinegenommen persönliche Zu- oder Abneigungen den Personen gegenüber mit ein. Das alles erinnert mich an die armselige Entwicklung des Fernsehens, die man in billigen Hartz4-TV-Sendungen findet, wo die Zuschauer nur sehen wollen, wie sich Leute gegenseitig (hauptsächlich verbal) den Schädel einschlagen. – Nicht meine Welt…

    • Liest sich zuerst entspannt und witzig, Ihre Replik.

      Doch leider ein dünn-blättriger Triumph, geboren aus der Neigung der Designer-Berufsgruppe, sich gerne elitär was vorzumachen.

      Warum?
      Der Besteller (und auch sonst noch einige) merkt doch gar nicht, dass sein „Logo“ nix is.

      Wo einer nix merkt, dass er a Glump‘ hot (bairisch; Übersetzung: einen Schrott bekommen hat), dann ist ihm subjektiv kein Schaden entstanden und er spürt keinen Verlust. Da hat der Kaiser sein Land verloren, sagt man da im Volksmund.

      So, auf diese Weise ist also argumentativ und humoristisch nichts gewonnen für die Designer-Illlusions-Berufsgruppe, kann sie auch noch so lustig elitär wg. geglaubtem Schaden vor sich hingrinsen. Sorry (normalerweise mag ich durchaus entspannte Antworten, aber hier trifft es nicht.)
      XD

  29. DAGEGEN: Grafiker sollten nicht für lau arbeiten, so wie es andere ja auch nicht tun. Das ist klar. Keine Diskussion ;)

    DAFÜR: Jeder sollte aber das Recht haben, Dinge selbst zu machen, wofür es einen Profi geben würde. Ob das Ergebnis dann gut oder schlecht ist, liegt dann in der eigenen Verantwortung. Denn auch wir als Grafiker haben das Recht – um auf die Beispiele hier einzugehen – selbst zu malern, backen etc. – wenn uns ein ein professionelles Erhebnis nicht wichtig ist. Und Kachelmann war eben ein professionelles Ergebnis nicht wichtig. Das ist aber seine Entscheidung – wie auch unsere, Dinge selbst zu machen.

  30. Nun, da sich die Gemüter wieder zu beruhigen scheinen, möchte ich betonen, dass von einem „gegenseitigen in den Dreck ziehen“ nicht die Rede sein kann. An keiner Stelle im Artikel – und auch sonst nicht – wurde von meiner Seite Jörg Kachelmann persönlich angegangen. Das ist nicht meine Art. Abgesehen davon habe ich überhaupt nichts gegen diesen Menschen. Ich finde es zudem wirklich klasse, dass auf Kachelmannwetter.com Wetterkarten in HD-Qualität zur Verfügung gestellt werden, zumal in der Regel sogar kostenlos. Die Optik der gesamten digitalen Präsenz von Kachelmannwetter ist halt sehr eigen, was überhaupt nicht schlimm ist. Ästhetik wird überbewertet. Nichtsdestotrotz stehe ich zu der eingangs im Artikel von mir formulierten Kritik hinsichtlich des visuellen Erscheinungsbildes dieses Angebotes.

    Mir geht es stets und einzig um die Sache: Design ist eine Leistung, die man nicht umsonst bekommt. Ich hoffe, dass das im Artikel, der auch von Nicht-Designern gelesen wird, rübergekommen ist. Die zum Teil plumpen bis trolligen Statements gegen meine Person nehme ich dabei in Kauf. So neu ist es nicht, dass nicht alle Menschen Kritik an der Sache von einem persönlichen Angriff differenzieren können. Allzu schnell geht es dabei, das zeigt auch der Verlauf dieser Diskussion, ins Persönliche. Es ist verschenkte Liebesmühe, mit Menschen über eine Sache diskutieren zu wollen, an der sie gar nicht interessiert sind. Ebenso wenig überraschend im Kontext Diskussionskultur im Netz ist die Tatsache, dass das Dampfablassen in anonymisierter Form geschieht. Ich weiß, dass ich diese Menschen mit dem Artikel nicht erreichen kann, weswegen ich auch nicht auf Twitter auf derlei Äußerungen reagiere. Insofern verfehlt der von Leser Andreas eingebrachte Kommentar das Thema völlig. Denn die Diskussion wird nur hier im dt geführt.

    Meinen Gestalterkollegen – insbesondere den angehenden – möchte ich jedoch auf den Weg geben: Lasst Euch auf Anfragen a la „Schicken Sie mal einen Entwurf und ich schaue dann ob ich Ihnen etwas zahle“ nicht ein!

    #WertschätzungDerEigenenArbeit #Haltung

    • Ich finde es klasse, wie Sie sich für ihren Berufsstand ins Zeug legen. Das ist heutzutage nach meiner Erfahrung eine absolute Seltenheit. Viel zu oft stehen Neid und Mißgunst unter Designern im Vordergrund. Dass Sie hier den Nachwuchs schützen wollen finde ich spitzenmäßig! Bitte mehr davon.

      • Finde es auch klasse, den Achim zu unterstützen.

        Ob es immer Neid und Missgunst ist, ist die Frage. Klar kommt die vor.

        Mir persönlich kommt es immer häufiger so vor, als ob unsere Standeskollegen aus zwei gegensätzlichen Gruppen bestünden: Den elitären ‚Ich bins!‘-Designern, die ja das alles und auch die öffentliche Kontroverse nicht nötig hätten – und denen, die rudern müssen – und noch keine hilfreiche Antwort darauf gefunden haben, wie zur Zeit gesellschaftlich mit ihnen umgegangen wird: als Ausführmäuschen ducken müssen und zu glauben, die Klappe halten zu müssen, wenn König Kunde frech und überheblich wird. Dafür gibts auch noch keine Lösung. Die ewigen Bäcker-Vergleiche funktionieren ebenfalls nicht mehr. Ein Dilemma!

        Viellelicht solten Designer mal tiefer in die heutige Marketing-Misere einsteigen. (Was sind Lockangebote)
        Das geht schon in der Hochschule los.

        Ich empfehle auch Rhetorik-Training, das kann im jeweiligen, persönlichen Umfeld häufig nicht schaden. ;-) Und weniger nur „lieb“ sein. Auch so eine Achillesferse, die viele Designer haben. Ich bin zum Beispiel gar nicht mehr lieb zur Verwandtschaft, wenn sie glaubt, was von mir zu brauchen. Da geht die Missachtung vor unserem Berufsstand doch oft schon los.

  31. Mal eine etwas naive Frage:

    Warum gibt es keine offizielle Designerkammer welche Mindestpreise vorschreibt? Und bei Nichteinhalten sowohl Kunde als auch Designer/Agentur „bestraft“.

    Es ist mir klar dass selbst so etwas unterlaufen werden könnte aber es wäre ein Zeichen und ein Anfang.

    Ich sehe mittlerweile leider keinen weiteren Ausweg mehr als den Gesetzgeber in die Pflicht zu rufen.

    Beispielsweise hat die Einführung des Mindestlohnes hat auch bei den Praktikanten ein Zeichen gesetzt.

    Leider kommen BWL und Rechtsgrundlagen während des Studiums oder der Ausbildung viel zu kurz. Dies betrifft auch zukünftige Existenzgründer.

    Trotz allem habe ich allerdings den Eindruck dass der Markt schlichtweg überlaufen ist. Vor allem bei Akademikern.

    Man muss seine eigene Nische finden.

    • „Warum gibt es keine offizielle Designerkammer welche Mindestpreise vorschreibt?“

      Weil es, sobald es international zugeht, Recht und Gesetze schlicht nicht mehr gibt. Fairplay ohnehin nicht.

      Nein, das sauge ich mir nicht aus den Fingern. Ich habe mich höflich bei designcrowd erkundigt, ob die Tatsache, daß ich auf meinen Account nicht mehr zugreifen kann, vielleicht damit zu tun hat, daß ich ihnen über hundert Urheberrechtsvertöße gemeldet habe, während sie gleichzeitig die nachgewiesenermaßen dümmsten Betrüger gnadenlos abfeiern

    • Weshalb sollen Designer dümmer als Milchbauern sein? Weil Sie Ihre Meinung nicht teilen oder was? Herr Schaffrinna setzt sich für den Designnachwuchs ein. Das ist meiner Meinung nach sinnvoller als Kollegen zu beleidigen. Sie sind doch persönlich sicherlich auch nicht allwissend auf die Welt gekommen?

      MFG

      Hobbes

    • @ NoFree Design
      Etwas polemisch formuliert das mit den Milchbauern, stimme dem Inhalt jedoch zu.

      Milchbauern (die – vor allem die Großbauern > 300 Kühe, die immer mehr Milch produzieren und damit die Marge ständig senken, so dass Kleinbauern aufgeben müssen) haben ihren schlagkräftigen Bauernverband.

      Designer senken ebenfalls ihre Marge, indem sie immer mehr werden – wie die Fliegen. Die großen und Designaagenturen halten sich halbwegs, indem sie immer schlappere Löhne zahlen – die Kleinen müssen aufgeben.

      Designer haben im Unterschied zu Milchbauern keine schlagkräftige Lobby.

      Weil sie ja so individuell und freiheitsliebend sind. Uiuiui.

      Selbstredend auch keine Kammer (diese Diskussion hatten wir hier immer mal wieder – mit feurigen Bekenntnissen zu Freiheit und Individualität. Wenn sie bei finanziellen Themen auch so feurig wären … )

      Daher sind Designer dümmer als Milchbauern – stimmt schon.

  32. „Designer senken ebenfalls ihre Marge, indem sie immer mehr werden – wie die Fliegen.“

    Nein, das eigentliche Problem ist, daß ein künstliches Überangebot geschaffen wird, während die Nachfrage gleich bleibt.

    Stelle Dir vor, Du lebst in einer 20.000 oder 200.000-Einwohner zählenden Stadt, in der auf einmal 100.000 oder 1.000.000 Restaurants aufmachen. Wie wirkt sich das auf das Preisniveau aus?

    Und erfahrungsgemäß sind diejenigen, die daran profitieren, Kreaturen wie die Eva von 12designer, die dann angeblich nicht einmal eine Urheberrechtsverletzung erkennt, selbst wenn sie ihr ins Gesicht tritt.

    designenlassen und designcrowd bejubeln in schöner Regelmäßigkeit ihre Verbrecher, über jovoto schreibe ich besser nichts, sonst würde es doch eher unschön werden.

    „Design“ unter diesen Aspekten heißt erfahrungsgemäß: Mit guter, ehrlicher Arbeit verdienst Du in vier Jahren so viel, wie die übliche crowdworkingnutte (beiderlei geschlechts) in einer Stunde.

  33. Das eigentlich Problem ist das man nun mal nichts kauft was einem nicht gefällt. Ich kauf ja auch keine Schuhe wenn sie scheisse aussehen nur weil sie halt in der Fabrik hergestellt wurden. Genauso wenig hat ein Kunde die Verpflichtung ein Logo zu bezahlen das aussieht wie ein toter Waschbär. Aus Erfahrung weis ich das die meisten Designer mehr über Design wissen als der Kunde.

    Was die meisten Designer aber nicht wissen ist wie man auf Kunden eingeht und nach ihren Vorstellungen arbeitet. Da dann doch das eigene „Wohlbefinden“ wichtiger ist als Kundenwünsche. Diese ganze rumgeplärre hier hört sich für mich wie Kleinkinder an, die ihr Bild Mama zeigen und auch ja gesagt bekommen wollen: “ Das hast du fein gemacht Lurchi.“

    Wenn es nicht möglich ist durch die eigene Arbeit zu überzeugen, dann muss man sich wohl oder übel einfach mal eingestehen das da wohl etwas schief gelaufen ist. Aber es ist ja immer einfach zu sagen: „Guck mal was fürn großen Haufen ich hier gemacht hab! Gib mir Geld dafür!“

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