Die gruseligsten Seiten im Netz – Axel Springer AG

Axel Springer AGEin Großkonzern mit Hauptsitz in Berlin. Die Medienmarke in Deutschland. Eine der Medienmarken weltweit. Ihr Gründer ein Mogul. Den Namen kennt jeder, der schon einmal eine Zeitung, Zeitschrift oder ein Magazin in der Hand gehalten hat. Das bekannteste Blatt unter ihnen, die Bild-Zeitung, polarisiert. Einige halten es für einen Spiegel unserer Gesellschaft andere für die gruseligste Ansammlung von Lettern. Mit der Übernahme von ProSiebenSat.1 wollte die Axel Springer AG die Expansion hin zu einem crossmedialen Unternehmen weiter vorantreiben. Die Übernahme scheiterte allerdings im Januar 2006.

Peinlich ist relativ

Axel Springer LogoEbenfalls gescheitert ist in den letzten 10 Jahren offenbar jeder Versuch, der äußerst angestaubten Website neues Leben einzuhauchen. Als sich der Verlag 2003 ein neues Logo gegönnt hatte, verpasste man offenkundig die Chance auch über ein modernes Erscheinungsbild in den Neuen Medien nachzudenken. Im Vergleich zu den Vorgängern des Spooky-Awards mag der ein oder andere vielleicht denken: Hey, so schlimm sind die Seiten doch gar nicht. Seitenbacher ist viel gruseliger. Das ist richtig. Wenn dies der Auftritt meinetwegen eines Copyladens in Kreuzberg wäre, könnte man ihn als adäquat bezeichnen. Als Visitenkarte eines Konzerns mit über 10.000 Angestellten ist der Auftritt, dem Google immerhin einen PageRank von 7 zuweist, mehr als peinlich. Ein großes Unternehmen wird so auf das Ich-AG-Format gestutzt.

Es leben die Neunziger

Axel Springer AGDie Tatsache, dass heutzutage nur noch ca. 3% aller Nutzer eine Auflösung von 800×600 Pixeln auf ihrem Monitor fahren, hat sich in der Berliner Zentrale wohl noch nicht rumgesprochen. Ein linksbündiger Auftritt mit einer Breite von 770px wirkt schon auf 1280px befremdlich. Man könnte meinen man wäre bei der Marke Persil gelandet – mehr weiß gibt es nämlich nirgends! Ebenso befremdlich wirken HTML-Tabellen mit sichtbaren Rand oder die zwar funktionelle aber äußerst schmucklose linke Navigationsleiste. Aufgeschönt wird dieser Retro-Look zusätzlich noch mittels Hintergrundmotiven, wie wir sie schon beim letzten Preisträger Rotring gesehen haben. Allerdings wiederholen sich diese Grafiken aufgrund des 800er-Aufbaus in der horizontalen Achse, da sie ein breiteres Fenster nicht berücksichtigen. Natürlich darf auch das @-Zeichen als grafisches Versatzstück aus den Anfängen des WWW nicht fehlen.

Sehen. Lesen. Gruseln.

Axel Springer LogoZwei Klicks reichen aus, um zu erkennen, dass man ein echtes Kind der Neunziger vor sich hat. Eine im Halbkreis angelegte Hauptnavigation und die nachfolgenden Framesets sind Gewächse dieser Zeit. Extrem schmale Satzspiegel gehen Hand in Hand mit einem dynamisch mitwachsenden Aufbau. Text innerhalb sinnfreier Java-Applikationen und Textblöcke, die als Grafik angelegt sind, sind weder technisch auf der Höhe der Zeit noch besonders lesefreundlich. Wir sind wohlgemerkt auf der Website eines Verlagshauses. Mit der Einbindung von News der Eigenmarke Die Welt (siehe Bild rechts) zeigt man zudem nicht etwa Kompetenz im Bereich der Nachrichten sondern aufgrund der kruden Verzahnung ein Unvermögen im Umgang mit den Neuen Medien. Eine Lesefluss, geschweige denn ein Lesevergnügen will weder an dieser Stelle, noch im gesamten Auftritt aufkommen. Wenn man sich die Liste der Websites anschaut, die das Online-Angebot des Hauses Axel Springer darstellen, ist nicht nachzuvollziehen, dass der Konzernauftritt seit über 10 Jahren unverändert ist. Wenn es irgendwann einmal einen Relaunch geben sollte, würde ich darüber natürlich berichten. Bis dahin sage ich erst einmal…

Herzlichen Glückwunsch zum Spooky-Award des Monats Mai!

18 Kommentare zu “Die gruseligsten Seiten im Netz – Axel Springer AG

  1. Ich finde es gut wenn Webseiten auf niedrige Auflösungen optimiert werden da man auch mit mobilen Endgeräten sehr komfortabel auf diesen surfen kann.

  2. Mal den alten Beitrag hervorkamen, vielleicht liest es ja jemand. Vorgestern wurde axelspringer.de gerelauncht. Man sollte aber nicht zu viel erwarten, um es vorsichtig auszudrücken…

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