„DEUTSCHLAND KANN DAS“ … noch nicht

Deutschland kann das. Gut vernetzt. Mit Sicherheit.

Angesichts des Angriffs auf den Bundestag und dem damit verbundenen Totalschaden offenbart die aktuelle Anzeigenkampagne der Bundesregierung die ganze Dimension der Hilflosigkeit. Nicht nur die IT-Technik im Bundestag hat versagt, auch die Politik selbst. Sascha Lobo meint auf Spiegel.de gar, alle Bürger haben versagt.

Schaden macht klug, heißt es. Insofern könnte der Angriff, von dem bis dato noch keiner sagen kann/mag, wer dahinter steckt, viele Medien jedoch eine Vermutung in Richtung amerikanischer Geheimdienste äußern, der für die Bundesregierung so wichtige Weckruf sein. Wenn sie ihre Digitale Agenda ernst meint, darf es nicht bei schön bebilderten Versprechen im Stile einer Kampagne bleiben.

Davon abgesehen kratzt die Hilflosigkeit auf Seiten der Politiker auch am Image der Marke „Made in Germany“. Ein Güteversprechen ist es nicht, was der Bundestag derzeit in Bezug auf den Schutz von Daten abgibt.

Mehr zum Thema:

Deutschland kann das. Made in Germany wird digital.

19 Kommentare zu “„DEUTSCHLAND KANN DAS“ … noch nicht

  1. „…alle Bürger haben versagt…“ – was soll ich als Bürger machen? Ich habe keine der letzten Bundesregierungen gewählt.
    So fest, wie Mutti im Sattel sitzt, scheint doch alles genau das zu sein, was die Bürger wollen. Ausverkauf an die EU, faktische Abschaffung der Meinungsfreiheit, Enteignung, Uberflutung mit Asylbetrügern, der Bürger hat es gewählt. Also bleibt nur aushalten und das beste draus machen.

    • Mit „aushalten“ beteiligen Sie sich bereits an der Passivität aller Bürger. Demokratie und Beteiligung hört nicht nach der Wahl einfach so auf.

      • OK. Vorschläge? Aber bitte solche, die man als Selbstständiger auch umsetzen kann. Und die auch was bewirken. Irgendwelche Petitionen unterschreiben bringt genau nichts.

      • Politisches Engagement, informieren im Bekanntenkreis. Als Selbstständiger hat man vielleicht sogar noch mehr Möglichkeiten, als in Festanstellung.

        Im Falle Datenschutz/IT-Kompetenz: Workshops für Interessierte Laien zur Aufklärung durchführen oder für ’nen Computer-Club um die Ecke ehrenamtlich unterstützen – und wenn’s nur das Sponsoring für ein paar Flyer ist.

        Bei allen anderen politischen Themen gilt die Devise: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Etwas im Kleinen zu verändern ist auch etwas Wert. Allerdings wäre ich in Ihrem Fall ganz froh, wenn Ihre Haltung zu bestimmten Themen nicht weiter Beachtung findet.

    • „Uberflutung mit Asylbetrügern“, lieber Kollege, da denken Sie doch noch mal nach, wer Sie und und uns wirklich überflutet. Wer den Mittelstand im Regen stehen läßt, wer die Konzerne füttert, wer vor den Banken einen Knicks macht…

  2. Hab ich mir auch gedacht, was kann ich dafür dass sowas passiert? Ich hab die nicht gewählt und Demos führen ja eh zu nichts, wenn sie einfach ignoriert werden.

      • Ich schätze, Oli meint die „Uberflutung mit Asylbetrügern“. Das musste ich auch erst mehrfach lesen, um zu begreifen, dass das nicht ironisch gemeint ist. Bisher fand ich die Kommentatoren hier immer weltoffen und intelligent. So gesehen passt der Kommentar hier tatsächlich nicht hin.

        • „Überflutung mit Asylbetrügern“ ist inhaltlich wie sprachlich ebenso – meiner Meinung nach offensichtlich – grober Unfug wie „Ausverkauf an die EU“ oder „faktische Abschaffung der Meinungsfreiheit“. Als solcher entwertet sich der Kommentar selbst, weswegen ich auch keinen Anlass sah, ihn zu löschen. Derlei Äußerungen zu löschen, hieße, Unsinn nichts entgegensetzen zu können. Aber natürlich teile ich Deine Auffassung, Michael, dass der Kommentar nicht ins dt passt. Ein gewisses Maß an Geschmacklosigkeiten muss und kann das dt aushalten, auch dank Leserschaft, die sich einbringt. Danke hierfür!

        • Es müssen auch Aussagen zu Wort kommen, mit denen die meisten, auch der Moderator, womöglich nicht übereinstimmen. Eine teilzensierte Debatte stattdessen verliert ihren Sinn.

          Völlig abgesehen von der Botschaft und dem Aberwitz mit der aktuellen Situation finde ich die Plakate stilistisch sehr gelungen! Farben sind passend und die Darstellungen ideenreich. Das Netzwerkkabel, das in die Fabrik eingestöpselt wird, ist eine gute Veranschaulichung zu dem, was im Text dazu gemeint ist (vermisse hier etwas die hier sonst übliche Diskussion darüber).

  3. also… es fängt damit an, dass man sein eigenes bundes-heim-netzwerk sichert und die nsa-werkseinstellungen durch eigene unzulänglichkeiten ersetzt, um dann (im schadensfalle) sich was altkluges anzuhören.

  4. Juhu, mit der Vorratsdatenspeicherung gibt es dann eine ganz große Cloud, in die jeder Einblick hat und alles über andere raussuchen darf :)
    Das wird ja lustig…

  5. Übrigens – wem der Schutz persönlicher Daten wichtig ist, darf gerne mal die eigene Haltung und Handhabe überdenken. Wer iCloud, Google und andere Dienste nutzt, um Daten zu synchronisieren, dürfte dies in erster Linie aus Gründen der Bequemlichkeit machen. Je größer die Datenmenge auf Servern, desto attraktiver werden sie für Angreifer. Ich selbst nutze hierfür Owncloud auf einem eigenen Server. Auch wenn die Usability und Praktikabilität hier und da sub-optimal ist, schwindet mit der damit verbundenen Dezentralisierung von Daten der Anreiz, sich unerlaubt Zugriff zu schaffen. Abgesehen davon erzeugt die mit Owncloud erzielte Datenhoheit und gutes Gefühl.
    Wenn ich das als Laie richtig sehe, ist ein 100%tiger Schutz gegen eine Cyberattacke kaum mehr zu gewährleisten. Wer rein will und das entsprechende Know-how mitbringt, kommt rein. Statt zu resignieren, würde ich allerdings doch dazu anregen wollen, den Umgang mit Daten im Netz zu hinterfragen, jeder für sich. Das beginnt bei der Verwendung von Passwörtern, geht über die Nutzung von Diensten bis hin zum Teilen von Fotos. Daher auch der Hinweis am Ende des Artikels in Sachen Datensicherheit. DAS kann in der Tat jeder!

  6. Jau, blamabel und peinlich für den Bundestag – aber beim derzeit dort angesiedelten Kompetenzlevel auch nicht wirklich überraschend. Dabei ist es so einfach, zumindest für den Privatmann, den Freelancer und den (Klein-) Gewerbetreibenden. (Das Maskulinum wird hier aus schreib- und lesetechnischer Faulheit verwendet; natürlich sind auch alle entsprechenden „-innen“ gemeint und angesprochen.) Zur Sache: sensibles Material lagert bei mir seit Jahren auf einem Rechner, der gar nicht am Netz hängt. Folge: die Maschine läuft seit Jahren mit einem Uralt-Windows-Betriebssystem absturzfrei (!!!), alle relevanten Arbeitsprogramme sind Freeware und niemand kann zugreifen außer demjenigen, der den Ein-Aus-Knopf drückt. Freeware deshalb, damit Windoof und andere Anbieter einem nicht ständig irgendwelche unangebrachten Updates auf die Platte drücken. Muss ich ins Netz – Emails, Nachrichten, Wikipedia, Bestellungen und so – gibts dafür einen Second-Hand-Laptop mit Internetanschluss. Daten werden, wenn nötig, per Stick von einem Rechner zum andern getragen. Bei Verdacht auf irgendwas wird der Stick schnell durch den Virenscanner geschickt. Stick ist auch die Lösung, wenn man unterwegs arbeiten will/muss. Okay, bißchen altbacken und umständlich das ganze, dafür aber sicher. Ich hatte seit mindestens fünf Jahren keine ernst zu nehmende Störung in meinem System. Und es ist wahrscheinlich nicht die Lösung für Konzerne, Großunternehmen, öffentliche Verwaltungen oder gar Regierungen. Aber für Sie vielleicht – und ganz sicher für mich. Ach ja, ganz wichtig: die asozialen Netzwerke wie facebook und Konsorten einfach ignorieren…

  7. Das passiert, wenn die, die keine Ahnung haben worüber Sie eigentlich entscheiden, Entscheidungen treffen. Die aktuelle Situation ist ein regelrechter Faustschlag in den Bauch des Kleinstaates Bundesregierung. Wohlverdient oder nur eine logische Schlussfolgerung? Hätte man mal ins Neuland hineingelauscht… ein Hoch auf die VDS *ironie*

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