Kleine Hommage an eine Wortmarke – Canton

Als die Firma Canton den Auftrag zur Erstellungen eines neuen Firmensignets vergab, waren gerade einmal 35 Mitarbeiter damit beschäftigt Lautsprecher zu entwickeln und zu montieren. Im ersten Jahr nach der Gründung am 01. Januar 1973 verwendete man noch einen provisorischen hausgemachten Schriftzug. Nicht in einer Garage, wie so viele prominente Software-Unternehmen, sondern im Wohnzimmer entwickelte man damals noch die ersten Modelle. Mit dem Erfolg der ersten Lautsprecher stiegen die Anforderungen an ein prägnantes Erscheinungsbild, dass ganz auf die Themenwelt Musik abgestimmt sein sollte.
Neues Logo für Marionnaud

Die französische Parfume- und Kosmetikmarke Marionnaud zeigt sich mit einem neuen Logo. Das scriptuale “M” blieb erhalten. Aus der Bodoni wurde die Dax, die ihren Siegeszug als beliebteste Typo der letzten Jahre, vor allem auch innerhalb von Wortmarken weiter fortsetzt. Die Beliebtheit, der 1995 von Hans Reichel geschaffenen Schrift, ist nicht mehr zu übersehen. Branchenübergreifend findet sie Verwendung. Ob bei der Norisbank, Pangora oder bei Kabel BW, in allen Fällen wählten die Designer die Dax, um damit die Wortmarke zu setzen. Nun kommt die sehr reduzierte und eher technisch anmutende Typo sogar in einer Fashion-Marke zum Einsatz. Ob das neue Signet nun dadurch charakterlos oder doch besser gesetzt erscheint darf jeder für sich selbst beantworten.
Typo-Suche zum Wochenende
So. Wo sind die berühmten Crowdsourcing-Kräfte? Oliver brennt eine Frage unter den Fingernägeln. Wie heißt die Typo des neuen Dubai-Airport-Logos? Alle mal anpacken und Namen suchen. Leider gibt die Qualität nicht mehr her aber genau deshalb ist es eine schöne Herausforderung. Hat jemand einen Tipp?

Logo der WM – Osaka 2007
Ach das ist das Logo!? Eben in den Nachrichten über das Signet der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Osaka gestolpert. Recht avantgardistisch, oder? Ohne das Logo der IAAF, welches mit dargestellt werden muss und auch ohne die dünne Outline wäre die “Anzeigentafel-Typo” ausdrucksstärker. Im sehr gelungenen, auf alt getrimmten offiziellen Plakat dominiert ebenfalls die Typografie.

Chinglish – Das chinesische Pendant zu Denglisch
Wieder einmal etwas aus dem Reich der Mitte. In einem Artikel der VIEW 08/2007 bin ich auf “Chinglish” aufmerksam geworden. Oliver Radtke sammelt in seinem Blog Bilder von Schildern, die neben einem chinesischen Schriftzug auch eine Übersetzung in Englisch zeigen. Die meisten dieser “Übersetzungen” sind ganz offensichtlich mit Hilfe von Sprach-Tools entstanden. Manchmal ist dem chinesischen Schildermacher aber auch einfach nicht bewusst, dass die Leserichtung im Englischen von Links nach Rechts ist.
Wer statt im Blog zu blättern lieber echte Seiten umschlägt kann dies auch tun. Seit Anfang des Jahres gibt es das Buch “Welcome to presence”- Abenteuer Alltag in China.”

Vanity Fair immer noch im Werden

Nachdem auf der Titelseite der Ausgabe Nr. 13 der Vanity Fair erstmalig eine Serifenschrift in den Überschriften zum Einsatz kam (hier der Beitrag dazu) hat man sich in der neuen Ausgabe wieder auf die alten Tugenden besonnen. Die VF Sans wurde gewissermaßen reaktiviert. Vor allem in Kombination mit Bruce als Titelhelden wirken die Großbuchstaben auf dem Cover sehr markant. Zudem ein sehr gelungenes Farb-Composing. Ich fand die Ausgabe im Vorbeigehen so ansprechend, dass ich sie nicht liegen lassen konnte. Auch inhaltlich hat man sich nach einer echten Knut-Mania wieder auf Artikel mit mehr Tiefe konzentriert. Es gibt sogar mehrere Artikel über kreative Persönlichkeiten darunter der japanische Designer Naoto Fukasawa. Also doch wieder weniger Fashion-Blatt und mehr Avantgarde? Ich bin positiv überrascht.
Vanity Fair zeigt sich wandlungsfreudig

Weniger Avantgarde mehr Fashion. So könnte man den Typowechsel auf der Titelseite der Vanity Fair beschreiben. Gerade die fette Futura VF Sans fand ich allerdings ausgesprochen angenehm. Die neue Serifenschrift eckt weniger an. Nicht nur das. Sie positioniert das Magazin auch deutlicher im Bereich der Mode. Das breiter aufgestellte Spektrum im Vergleich zu typischen Modeblättern wird so allerdings nicht visualisiert. Ich hoffe man verzichtet wenigstens darauf Prinz William oder Tatjana Gsell auf der Titelseite darzustellen. Im Innenteil gab es weniger auffällige Veränderungen.
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