DESIGN oder nicht SEIN

Buchvorstellung: DESIGN oder nicht SEIN

DESIGN oder nicht SEIN

„DESIGN oder nicht SEIN“ ist die deutsche Fassung von „Make Design Matter“, einem vom schwedischen Designstrategen und Berater David Carlson geschriebener Leitfaden. Das kleine rote Buch bietet nach Angaben des Verlags „sieben Grundregeln für relevante Gestaltung“. Wer angesichts dieser Umschreibung bereits zurückschreckt, weil er darin ein allzu strenges Regelwerk vermutet, dem sei gesagt, dass die dogmatische Note allein der deutschen Übersetzung geschuldet ist. dt-Leser können zwei Exemplare dieses lesenswerten Taschenbuchs gewinnen.

„DESIGN oder nicht SEIN – Das kleine rote Buch des guten Designs“ ist gewiss kein Regelwerk, sondern vielmehr ein an Designer gerichteter Leitfaden. David Carlson, der sich selbst nicht als Designer bezeichnet, formuliert sieben „Trittsteine“ (in der engl. Ausgabe „Stepping Stones“), die Designer im Strom der Veränderung zu bedeutsamen Design führen, so die Intention.

Carlson regt mit seinem Buch zum Fragen und Hinterfragen an. Es gehe heutzutage nicht um „Wie?“ oder „Was?“, sondern um das „Warum?“. „Weniger Design und mehr Nachdenken“ ist eine zentrale Botschaft des Buches, was nach einem Widerspruch klingt, zumindest wenn man, wie ich, den Vorgang des Designens generell mit Denken in Verbindung bringt. Carlson steht für einen holistischen Ansatz und rät in der Arbeit zur Transdisziplinarität. Ungeachtet dieser beiden Fachbegriffe handelt es sich um nicht-akademisches, leicht verständliches Buch. Besser noch als der deutsche Klappentext, beschreibt der folgende englische Satz den Inhalt dieses Buches: „This book will help you to design better… and to make design matter!“

Design, auch die wirtschaftspolitische Bedeutung und die soziokulturelle Dimension von Design, hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Die menschliche Gesellschaft ändert sich, und mit ihr Design. In „DESIGN oder nicht SEIN“ geht es weniger um gutes Design, als vielmehr darum, Denkansätze aufzuzeigen, auf deren Basis Designkonzepte entstehen können, die über den „Konsumzirkus“ hinaus gehen und Bedeutsamkeit erlangen. Bedeutsam für den Menschen und für die Gesellschaft.

Die 160 Seiten sind in weniger als einer Stunde durchgelesen. Die darin beschriebenen Trittsteine können, so man sie beschreitet, deutlich länger nachklingen. Während der Fahrt zur diesjährigen see-Konferenz habe ich mich mit dem Buch gut unterhalten und inspiriert gefühlt. Inhaltlich nicht unähnlich mit dem von mir sehr geschätzten Buch Florian Pfeffers „To Do: Die neue Rolle der Gestaltung in einer veränderten Welt“, das ungleich umfassender ist. Haptik und Gestaltung von „DESIGN oder nicht SEIN“ sind hochwertig – beides gefällt mir gut. Die feste Klebebindung und das vergleichsweise feste Papier erschweren allerdings ein wenig die Handhabung.

Ein Buch für Designer, die gerne Fragen stellen und nicht stehen bleiben wollen.

Leseprobe

Basisdaten

Titel: DESIGN oder nicht SEIN – Das kleine rote Buch des guten Designs
Autor: David Carlson
erschienen bei: Midas Verlag AG
Broschiert: 160 Seiten
Auflage: 1., Auflage (15. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3907100808
Preis: 14,90 Euro

Verlosung

Auf dt-Leser warten zwei Gratis-Exemplare. Wer ein Buch frei Haus zugestellt bekommen möchte, hinterlasse bitte bis zum 01.05.2016 (20:00 Uhr) einen Kommentar. Schreibe, was Design – bedeutsames Design – für dich ausmacht, worin es sich auszeichnet, was es sein kann und/oder was Design deiner Meinung nach nicht ist.

[Update 28.04.2016]

112 Kommentare zu “Buchvorstellung: DESIGN oder nicht SEIN

  1. Hallo,

    ich möchte gerne am Gewinnspiel für das Buch „Design oder nicht sein“ teilnehmen.

    Gutes Design beginnt, nach meiner Auffassung, damit die Problemstellung zu hinterfragen und muss nicht zwingend ein physisches Produkt hervorbringen.

    Beste Grüße

    Philipp

  2. Bedeutsames Design ist das sichtbar machen des Unsichtbaren. Gutes Design schafft es durch Empathie Emotionen hervor zu rufen und trifft die Menschen dort wo es am meisten wirkt – im Herzen.
    Design ist nicht nur das Kratzen an der Oberfläche. Design welches nicht tiefer schürft ist nur Schmuck und nichts weiter.
    Design muss dazu genutzt werden um die Welt besser zu machen. Oder braucht die Welt wirklich neue Zigaretten im modernen resized Format oder im dunkeln leuchtende Handys?

    Make me care!

  3. Ich möchte auch gerne am Gewinnspiel teilnehmen.

    Gute Design ist schlicht, einfach aber trotzdem genial, durchdacht und leicht verständlich.
    Manchmal mit einem kleinen Aha-Effekt.

    Grüße,
    Matthias

  4. Bedeutsames Design ist für mich vorallem verantwortungsvoll und schafft im besten Fall Vertrauen. Es geht rücksichtsvoll und sehr bedacht mit unseren Resourcen um und versucht nicht nur oberflächlich die Welt zu retten, sondern leistet einen erheblichen Beitrag dazu. Und das nicht nur durch schonenden Umgang mit den Resourcen, sondern auch durch die schlichte Erleichterung des alltäglichen Lebens. – Bedeutsames Design schafft Vertrauen. Vertrauen in Design.

  5. Gutes Design fällt auf, aber drängt sich nicht auf, er verliert sich nicht bei dem nächst besten Gedanken sondern regt Gedanken an.

    Grüße

  6. Design darf sich nicht aufdrängen. Es ist unscheinbar und verhält sich passend zu seinem Kontext. Bedeutsames Design darf Akzente setzen, aber legt den Fokus dabei immer auf den Inhalt und auf die Problemlösung.

  7. Ist zwar etwas „platt“ … aber ich bin der Meinung, dass es oft vergessen wird:
    Design sollte Spaß machen! (wenn es angebracht ist)

  8. Gutes Design muss die Wahrnehmung möglichst natürlich unterstützen und sich ihr nicht aufdrängen. Jeder versteht es als angenehm, als gelungen, ohne aber zu wissen warum, es wirkt einfach natürlich.

  9. Design ist eine Haltungsfrage, ganz klar. Damit beziehe ich mich allerdings inhaltlich nicht auf Helmut Schmid, dessen oft in diesem Zusammenhang referenzierter Werktitel „Gestaltung ist Haltung“ (zumindest mir) nicht unbedingt das vermittelt, was ich von einer solchen Aussage erwartet hätte. Aber er wirft wichtige Fragen auf!

    Als Designer_innen machen wir nicht nur das Unsichtbare sichtbar (wobei das ein wichtiger Gedanke ist, Johannes Wildförster). Den Schritt davor und einen danach müssen wir aber ebenfalls gehen: Warum gestalte ich – was ist das Unsichtbare, hat es eine Relevanz? Wem hilft das Sichtbarmachen? Ich kann da Sven Liebendahl nur zustimmen. Auf dieser Ebene sollten Gestalter_innen diskutieren. Leider passiert das selten im Diskurs. Die Buchform lässt sich leicht im stillen Kämmerchen konsumieren. Aber wann sind wir denn mal gezwungen, zu unserer Haltung Auskunft zu geben? Diese Diskussion muss im Übrigen nicht nur unter Designer_innen geführt werden, sondern auch in der Öffentlichkeit. Gutes Design muss gesellschaftlich verankert sein, denn wir sind (ob wir wollen oder nicht), immer Kulturschaffende. Im Guten, wie im Schlechten. Gelingt es uns, dieses Verständnis zu vermitteln und nachzuweisen, dass wir mit unseren Werkzeugen im Sinne dieser Idee arbeiten, ist das ein hervorragender Nährboden für das Vertrauen in unsere Arbeit. Das setzt natürlich voraus, dass man sich damit einfach mal beschäftigt.

    Das würde ich gern tun – mit dem Buch von Herrn Carlson.

  10. __ Gutes Design bleibt hängen, prägt sich ein, ohne sich aufzudrängen.
    Gutes Design ist durchdacht und wird deshalb verstanden.

    Es gibt nicht das eine Gute Design, aber sich abseits der Trends und bekannten Wege zu bewegen und selbst das Design der Zukunft zu gestalten, klingt für mich nach einer Herausforderung und nach viel Spaß!

    Ich würde mich sehr über den Leitfaden von David Carlson freuen, um euch bald zeigen zu können, was Gutes Design ist – oder eben nicht ist.

  11. Design muss sowohl Richtlinien befolgen als auch ausbrechen können. Deshalb sollte in der Kreation auch ein Bezugspunkt bzw. roter Faden zu finden sein, denn sonst endet es in Willkür und eine Herleitung lässt sich nur noch schwer nachvollziehen – frei nach dem Motto: Ist das Kunst, oder kann das weg?

  12. Gutes Design und die damit verbundene Ästhetik ist das Hauptschmiermittel für die Aufnahme von Daten. Die Ästhetik des Designs kann als Ordnungsprinzip wirken und so auch hochkomplexe Informationen ansprechend und verständlich darstellen. Dennoch sollte Design nur begleitend und somit der Information bzw. des Kontexts untergeordnet sein ohne sich aufzudrängen.

    Für mich persönlich ist Design vor allem Leidenschaft.

  13. Hallo , wow das interessiert mich schon arg, das kleine rote Buch. Sowas wie die Parteibibel für den Designer ;-) Generell sollte Design mal ein bisschen für sich über den Tellerrand schauen, dh. was sich hinter den Glassfronten isoliert geschieht ist nur immer ein Idee von dem was wirklich ist. Deswegen sollte Design auch nie den Anspruch haben perfekt zu sein. Es beeinflusst und wird beeinflusst. Thats it! :-)

    So wo ist das Buch jetzt?! :-)

  14. Design ist gutes Design, wenn es seine volle Wirkung bei den Menschen entfaltet, die sich mit Design gar nicht bewusst beschäftigen und Design nicht detailliert analysieren.

  15. Wer über Design spricht, soll Design leben. Der Gestalter dieses Buches folgt dem leider nicht.

    Disclaimer:
    Ich verzichte auf die Teilnahme am Wettbewerb.

  16. Bedeutsames Design is für mich etwas das etwas „rüber bringt“, das Werte vermittelt aber auch gleichzeitig erklärend ist. Design sollte daher nicht einfach nur Dinge hübscher machen, sondern auch reflektiert sein.

  17. Gutes Design benötigt keine Erklärung – dafür muss man es aber im beabsichtigten zeitlichen und örtlichen Kontext betrachten. Design das aus seinem Umfeld gerissen wird ist nur noch Optik.

  18. Ich würde gerne an der Verlosung zur Buchvorstellung „DESIGN oder nicht SEIN“ teilnehmen.

    Für mich persönlich ist das essenzielle an der Gestaltung oder dem Design im Allgemeinen, sich mit den Problemstellungen zu beschäftigen und verschieden kommunizierende Lösungsansätze zu schaffen. Aufgrund der individuell verschiedenen Problematiken die durch Gestaltung verbessert oder gelöst werden können, kann auch wie beschrieben kein Regelwerk geschaffen werden, sondern höchstens eine Art Hilfestellung.
    Ob das Ergebnis letztendlich visuell ansprechend ist, ist zum ersten eine persönliche Auffassung und zum zweiten weniger wichtig als die Problemlösung. Was funktioniert gefällt auch!

  19. Im Design konkretisiert sich abstrakt die Botschaft einer Marke.
    Desgin gibt dem Nutzer Orientierung und Halt bei der Verwendung des Produkts.
    Durch Design unterscheidet sich ein Produkt von anderen Produkten.
    Insofern ist ein Design essentiell für den Wert einer Marke bzw. eines Produktes – für den Gebrauchswert ebenso wie für den Marktwert.
    Gutes Design funktioniert in diesem Sinne. Anderes Design funktioniert nicht in diesem Sinne.

  20. “design is primarily a verb, not a noun”
    — Susan Everett … also um es einfach zu machen ! gestaltet ! und denkt über die Lösung wirklicher Aufgaben nach .. die Reflexion und literarische Verarbeitung, ob nun gekonnt oder nicht dürfen dann „NICHTGESTALTER“ für sich in Anspruch nehmen … und wenn das in der Argumentation verzweifelter Kausalketten wie in diesem Buch zuweilen in die Hose geht – so ist das deren Käse (Emmentaler mit den grossen Löchern: „Niemand kauf eine Bohrmaschine, um zu bohren. Sie ist da um Löcher zu machen ; ( … + warum mache ich Löcher ? = für den Käse!

  21. Gutes Design erfüllt seinen Zweck.
    Dabei kann es auch grässlich aussehen.
    Solange das Ziel damit erreicht wurde ist es gutes Design.

  22. Gutes Design löst Probleme. Gutes Design klärt auf. Gutes Design schaut hinter die Kulissen des Auftraggebers. Gutes Design ist Leidenschaft. Gutes Design schaut hin. Gutes Design hört zu. Gutes Design spricht an. Gutes Design tut nicht weh. Gutes Design freut das Auge. Gutes Design ist nicht aufdringlich. Gutes Design gibt die Bühne für die eigentliche Botschaft frei. Gutes Design muss gelernt sein. Gutes Design ist Handwerk.

  23. Gutes Design bewegt, fällt ins Auge, bringt dich zum Lachen, Weinen oder Staunen und hilft dabei Dinge zu sehen, zu verstehen.

  24. Gutes Design kann nicht gut sein – sonst wäre es gute Kunst. Die gute Kunst kann auch nicht gut sein – sonst wäre es gutes Design (-: Ich will das Buch, sonst nichts.

  25. Hallo,

    ich würde gerne bei der Verlosung mitmachen:

    Gutes Design ist für mich ein Design, das schön und zeitgemäß aussieht, zeitlos ist, aber auch einen Zweck erfüllt und aus dem sich viele Dinge schließen, hinterfragen und interpretieren lassen.
    Beispielsweise ein Logo muss natürlich schön aussehen, da viele Leute es betrachten und es möglicherweise auf vielen Werbeplakaten ist.
    Es muss aber natürlich auch seinen Zweck haben: Die Leute anlocken, den Leuten zeigen, dass sich die Produzenten des Guts auch um ein gutes Logodesign gekümmert haben, aber es muss trotzdem noch zeigen, was das Produkt für ein Produkt ist – oder was der Betrieb herstellt.
    Aus einem Logo sollte man bei genauerer Betrachtung aber natürlich auch grundlegende Dinge schließen können.
    Da das ohne konkretes Beispiel nicht erklärbar ist, schmeiße ich hier mal ein Logo in den Raum:

    Ein Logo einer Zahnarztpraxis ist ein Zahn, der aus zwei verschiedenfarbigen Strichen gezeichnet ist – die linke Seite der Kontur ist violett, die Rechte blau.

    Aus einem solchen Logo könnte man nun mehrere Dinge schließen.
    Hier zwei Beispiele:
    1. Die Zahnarztpraxis wird von zwei Zahnärzten betrieben, da es zwei verschiedenfarbige Teile der Kontur gibt.
    2. Die zwei Zahnärzte sind männlich und weiblich. Die linke Kontur ist violett – eher eine weibliche Farbe, die rechte Seite ist blau, was eher männlich erscheint.

    Daraus würden sich noch viel mehr Dinge schließen lassen, dass würde allerdings den Rahmen sprengen.

    Aber nicht nur beim Logodesign ist meine Defintion von gutem Design vorzufinden.
    Auch beim Design von Autos beispielsweise.
    Autos müssen schön aussehen, sonst läuft sie schließlich keiner.
    Das Autodesign müssen aber auch seinen Zweck erfüllen: Das Auto muss windschnittig sein, es darf nicht zu tief gelegt sein, usw.
    Aus diesem Design würden sich jetzt auch Dinge schließen und interpretieren lassen:
    Das Auto fährt schnell.
    Die Automarke ist luxuriös.

    Der Zweck sollte allerdings immer eine höhere Priorität als das Aussehen des Designs haben.

    Wie man sieht kann man diese Definition auf nahezu alle Bereiche des Designs anwenden, und deshalb vertrete ich auch standfest meine Definition von Design.

    Weil ich in diesem Bereich sehr interessiert bin, würde ich mich auch sehr über das Buch freuen.

    LG Thomas

    • Daraus würden sich noch viel mehr Dinge schließen lassen, dass würde allerdings den Rahmen sprengen.

      O.k., dann spreng ich mal.

      [„Ein Logo einer Zahnarztpraxis ist ein Zahn, der aus zwei verschiedenfarbigen Strichen gezeichnet ist – die linke Seite der Kontur ist violett, die Rechte blau.

      Aus einem solchen Logo könnte man nun mehrere Dinge schließen.
      Hier zwei Beispiele:
      1. Die Zahnarztpraxis wird von zwei Zahnärzten betrieben, da es zwei verschiedenfarbige Teile der Kontur gibt.
      2. Die zwei Zahnärzte sind männlich und weiblich. Die linke Kontur ist violett – eher eine weibliche Farbe, die rechte Seite ist blau, was eher männlich erscheint.“]

      Sehr schön.
      ;-)

      Und was ist mit Zahnärzten, die Folgendes so in Auftrag geben:
      „Wir haben genug von den ewigen und immergleichen Zähnen als Logodesign-Idee. Wir wollen etwas Besonderes. Wie wäre es mit einem roten Apfel, denn wir haben ein großes Gemälde eines Apfelbaums in der Praxis.“

      Jetzt kommt eine echte Moritat aus dem echten Leben.

      Der Designer, seufzte (das hört er öfter, dass Zahnärzte nicht wie Zahnärzte aussehen wollen), machte ihnen einen roten Apfel, schick in Polygon gewandet kam der daher. Der Apfel.
      Dann fiel der Zahnärztin ein, dass die PraxisHelferInnen ja alle in Lila gewandet seien. „Sehr schick der Apfel. Er funkelt. Das ist uns aber noch nicht besonders genug! Wir wollen den Polygon-Apfel extra in Lila!“

      Der brave Designer macht das, was er gelernt hat: Er versucht es mit guten Argumenten, wie im Fachbuch. Und Haltung und so.

      Das war ein Fehler.

      „Meinen Damen, dann ist das kein Apfel mehr, verstehen Sie? Allein diese von Ihnen als angenehm empfundene Stilisierung des Apfels, das ist fachlich eine sogenannte bewusste Verfremdung, hier als Polygon. Verfremden Sie ihn erneut in einem zweiten Durchgang mit einer anderen Farbe und zwar Lila, dann wirkt diese Farbe stärker als die Form und er wird automatisch zu einer runden Pflaume. Dann ist er kein Apfel mehr. Sie können gern eine Pflaume haben. Doch der gebriefte Bezug zu Ihrem realistischen Ölgemälde in ihrer Praxis ist dann nicht mehr gegeben.“

      Der Designer macht sich zum Behufe des Beweises an die zusätzliche nicht bezahlte ProSeminar-Arbeit: Beweisen, dass was nicht geht, dass man was nicht so machen kann; kommt in Designerkreisen angelegentlich vor. Und färbt das Polygon seufzend lila um, um das Argument bildlich zu veranschaulichen. Zeigt ihnen die Umfärbung, in der Hoffnung die Guten ließen davon ab.

      Egal. Der Designer flog wegen seiner vorsichtigen Widerworte, aber sie waren leider trotzdem Widerworte (Haltung! Haltung ey!) aus dem königlichen Lowbudget-Auftrag.

      Ein zweiter Designer sprach vermutlich auch etwas von Pflaume, man weiß es nicht so genau, denn es gab im Auftraggeber wohl einen Ruck. Er wollte jetzt das Polygon, den Stil, erhalten, aber es sollte jetzt in ein Krokodil umgewandelt werden. Das sei wirklich etwas Besonderes. Jaa.

      Plötzlich war das Lila der Praxiskittel kein Thema mehr für das Logo. )

      Der erste Designer hatte zwar von der Zweitidee des Auftraggebers namens „Krokodil!“, („Sehen Sie, wie das Lacoste-Krokodil, nur anders! Das ginge doch auch, oder?!“) zwar auch schon während seiner Auftragszeit dumpf gehört, das Echsentier aber nicht annähernd freiweillig verfolgt. Da er erstens nur für eine Erstvariante bezahlt wurde, zweitens ein heimtückisches Krokodil mit seinen krummen, unregelmäßigen Zähnen und dem stinkenden Riesenmaul doch wohl nicht ganz das richtige Logo für eine ehrgeizige, Pieksaubere Zahnarztpraxis sei. Er hoffte inständig, dass dieser Deppen-Kelch an ihm vorüberginge.

      Der Kelch ging an den nächsten Designer. Das Krokodil-Logo war irgendwie altgold-senffarben, die Website war dann auch ähnlich scary, Grau getönt, wenig Weiß. Die Zahnärztin riesig drauf, als ginge es um eine Modelagentur.

      Der erste Designer wünscht der Zahnarztprais nichts Schlechtes. Möge sie viele mutige Patienten haben. Die wird sei brauchen, wenn diese auf die Website kommen und das „Logo“ sehen, welches aussieht wie ein Gothic-Schmuckstück am Hals einer Düsterlady.

      Des Moritzens Logo-Moritat /Ende.

      Daher bin ich dafür, dass – statt preaching to the converted – das Buch an möglichst viele Zahnärzte geschickt wird. Aber hey! Und Designer, die Krokodilzahnarzt-Angst haben, sollten lernen, wie man selbst seine Zähne bohrt, das kann doch gar nicht so schwer sein.
      ;-))

  26. Ich kann nicht so lange warten und habe das Buch jetzt bestellt :)
    Trotzdem ein passendes Lieblingszitat, was für mich Design ausmacht: „Complaining is silly. EIther act or forget.“ (Sagmeister).

  27. Ich möchte das Buch nicht haben. Da kommt einem ja schon im Intro alles hoch.
    Design ist für mich, die technischen und die Marketinganforderungen unter einen Hut zu bringen.

  28. Das ideale Geschenk für unsere Auftraggeber!

    (“ …handelt es sich um nicht-akademisches, leicht verständliches Buch.“ – „Die 160 Seiten sind in weniger als einer Stunde durchgelesen.“) ;-)

    „Das durchschnittliche Abstraktionsvermögen des deutschen mittleren Managements liegt auf dem Niveau von Kinderbüchern …“ (Agentur Kakoii).

    Einverstanden, sehe das auch so. Obwohl das durchaus dennoch eine Beleidigung hochwertiger Kinderbücher sein könnte (ich).

    Daher: Bildet euch, schwer in Ordnung – aber bildet auch eure Auftraggeber.
    Sonst ist das sogenannte ‚gute Design‘ für die Katz‘, da es von ihnen nicht verstanden und nicht abgenommen wird.

  29. Gutes Design basiert auf den 7 Trittsteinen die in dem Buch DESIGN oder nicht SEIN von David Carlson noch besser umschrieben werden.

    Um diese Ausführung in Zukunft mit tiefgehenderen Erkenntnissen zu füllen, möchte ich gerne an diesem Gewinnspiel teilnehmen.

  30. Design ist nicht einfach nur dekorativ sondern löst Probleme die dir vorher noch nicht bewusst waren. Genau dieser Überraschungsmoment ergreift dein Herz und gibt dir ein geborgenes Gefühl das in deinem Gedächtnis bleibt.

  31. Gutes Design muss immer im Kontext zur Aufgaben- oder Problemstellung stehen. Es zeichnet sich aus durch Einzigartigkeit, Unverwechselbarkeit, Zeitlosigkeit und Vielseitigkeit.

  32. Moin,

    ich möchte gerne an der Verlosung teilnehmen.

    Gutes Design bedeutet für mich, dass ich Informationen interessanter und verständlicher darstellen kann. Ich studiere Chemie und stoße häufig auf Gute und wichtige Ergebnisse, die aber nicht interessant und verständlich dargestelt werden, häufig liegt das an den Regularien, aber noch häufiger daran, dass man kaum Zeit hat sich neben dem Studium mit Design zu beschäftigen.

    LG

    Beste Grüße

    Philipp

  33. Interessantes Buch!

    Design ist für mich nicht immer sichtbar aber muss beim Betrachter einfach ankommen! Für mich persönlich zeichnet sich gutes Design nicht durch weniger ist mehr aus, sondern weniger ist IMMER mehr!

    Grüße

  34. Design lässt meine Umwelt und mein Leben spannend, harmonisch, grell, beruhigend und lebenswert werden. Es gibt jedem Bereich, jeder Zeit und jedem Ding seine ganz besondere Note. Design ist mehr, als Du denkst…

  35. Ich bin der Meinung, gutes Design ist, wenn ein Produkt einfach funktioniert und auf Anhieb verstanden wird. Wenn es keine Erklärung benötigt und 100% für sich selbst steht.

  36. Dieter Rams hat seinerzeit schon 10 Thesen aufgestellt, die meiner Meinung nach gutes Design sehr gut beschreiben. Die zwei, für mich grundlegendsten Thesen sind: „Gutes Design macht ein Produkt brauchbar“ und „Gutes Design macht ein Produkt verständlich“. Ich habe allerdings heute immer mehr den Eindruck, dass durch Design der Profit gesteigert werden soll. Ich finde es bedenklich, wenn ein Produkt beworben wird, in dem man sagt, es ist gut nur, weil es schön ist. Design sollte sich nicht in den Vordergrund drängen, sondern verständlich sein, ein Produkt erklären oder behilflich sein. Vor allem sollte es mehr sein als lediglich Ästetisch und schön.

  37. Bedeutsames Design existiert niemals nur um seiner selbst willen. Es ist niemals nur ein Konzept, sondern immer Transportmittel einer zugrunde liegenden Idee.

    Design muss immer am Bedarf des Nutzers orientiert sein und ist somit immer individuell. Ein gut gestaltetes Design wird bedeutsam, wenn es im höchsten Maße den Bedarf des Nutzers erfüllt, ergänzt um die Qualität eines Designs, das diese Funktionalität unterstützt und herausstellt. Es schafft Identifizierbarkeit und Freude und Wertigkeit und eine Beziehung und Motivation.

  38. „Design is the fundamental soul of a man-made creation that ends up expressing itself in successive outer layers of the product or service.“ – Steve Jobs

  39. Was für mich Design ist? Es ist mein Hobby!
    Der Duden sagt: „formgerechte und funktionale Gestaltgebung und daraus sich ergebende Form eines Gebrauchsgegenstandes o. Ä..

    Gutes Design braucht keine Erklärung. Es sollte ein Produkt zum sprechen bringen.
    Zudem ist Design auch eine Geschmacksfrage. Richtiges oder falsches Design gibt es nicht, jedoch sollten die Grundsätze bekannt sein und beachtet werden.

  40. Design ist mein Beruf!
    Das ist für mich ganz persönlich natürlich sehr bedeutsam, weil ich sonst kaum einen anderen habe. Ab und zu gelingt es „Bedeutsames“ für die Auftraggeber zu schaffen – die bisher nicht nachlassende Motivation ist es, diese Bedeutsamkeit über das Familie-Auftragnehmer-Auftraggeber Verhältnis hinaus zu steigern:
    Die Gesellschaft im Gesamten voranbringen – oh jah!

  41. Gutes Design sollte beim Betrachter Gefühle erzeugen, die mit Worten nicht zu beschreiben sind. Etwa durch eine Assoziation mit Etwas aus der Vergangenheit, ein Lebensgefühl oder eine nie da gewesene Atmopshäre, die aber einen aktuellen Zeitgeist trägt und abbildet.

  42. Hallo,
    ich würde gerne an der Verlosung teilnehmen.
    Derzeit bin ich Designstudentin und lerne daher noch, was gutes Design wirklich ausmacht, aber für mich bedeutet es einfach folgendes: Die Idee zählt.

    Bedeutsames Design hat immer eine geniale Idee als Grundlage und um auf eine solche Idee zu kommen, muss man sich mit der Problematik intensiv auseinandersetzen. Man darf sich dabei nicht nur auf gestalterischer Ebene mit dem Thema befassen (das wäre oberflächlich und zeichnet nur schlechtes Design aus), sondern muss es als Zusammenspiel zwischen Inhalt und Form betrachten.

    Dafür ist es notwendig sich in andere Bereiche, wie Naturwisschenschaft, Literatur und Liguistik, Geschichte und viele weitere Fachrichtungen zu wagen und neugierig deren Wissen einfließen lassen, um Neues zu erschaffen. Alles Wissen ist Teil einer Einheit, mit der man arbeitet. Inhalt kann nicht ohne Form existieren und andersherum.

  43. Wenn man bedeutsam als richtungsweisend, inhaltsvoll und aufmerksamkeitsstark definieren möchte, dann ist bedeutsames Design das vom Gestalter angestrebte Ideal, das funktioniert, anregt und verändert.

    Misst man dieses Ideal an der Realität, ist bedeutsames (im Sinne von: erfolgreiches, bekanntes) Design zum Produkt aus Ökonomie, Zeitgeist und Befindlichkeiten geworden. Mit all den Vor- und Nachteilen die dies birgt. Immerhin kann ein ganzer Berufsstand davon leben und abendfüllend darüber parlieren..

    Bedeutsames Design wird sich nie auf eine Bildungsvorschrift herunterbrechen lassen und zum anderen nie allen und jedem gefallen können. Wollen wir mal hoffen, dass das so bleibt.

  44. Nach all den Jahren weiß ich nicht mehr, was gutes Design ist.
    Durch die ganzen Antworten werde ich auch eher verwirrter,
    als das sie Klarheit schafft.

    Ich glaub, ich brauche das Buch:-)

  45. Design ist wie Musik…
    manchmal hörbar, machmal lautlos;
    manchmal Geschmacksache, machmal keine;
    manchmal kommt es auf den Text an, manchmal ist sie einfach schön anzuhören;
    Design ist alles und nichts, kreativ und einfallslos, spannend und langweilig!

  46. Damit Gestaltung kommunizieren kann, bedarf es eines Kontakts auf visueller/auditvier/taktiler oder gar seelischer Ebene. Bedeutsames Design hinterlässt stets Eindruck, ganz gleich ob wir dies akzeptieren oder nicht: Es stimuliert unsere Wahrnehmung auf eine distinktive Weise, dass wir uns der Wirkung nicht entziehen können. Authentisch erschaffene Formen können so Leidenschaft vermitteln, ganzgleich in welchem Kon – oder Kotext Zeichen und Betrachter zueinander finden.
    Die Bedeutung kann sich gleich einer Variablen ändern, bedingt durch die schnellen Richtungswechsel des heutigen Zeitgeistes. Meiner Meinung nach gebührt deshalb elementarer Gestaltung die größte Anerkennung und somit Bedeutsamkeit von kaum abschätzbarem Wert: Um eine allumfassende Sprache durch Gestaltung erzielen, welche durch Beständigkeit und Schönheit besticht, muss die Vergangenheit berücktsichtigt, die Zukunft vorausgeahnt und der passende Moment in der Gegenwart genutzt werden.

    Gefällige Gestaltung ändert sich, während schöne Gestaltung bleibt.

  47. Individualismus aber auch Anpassung
    Schlüssiges Konzept aber auch Freiheit
    Einfachheit aber auch Komplexität
    Typographie aber auch Formen

  48. Gutes Design sieht man nicht. Es verschmilzt mit dem zu gestaltenden Inhalt. Im besten Fall hat man das Gefühl, dass das Was-auch-immer nie anders hätte aussehen können.

  49. Selbst auf die Gefahr hin, dass der Geldbetrag, mit dem ich jetzt eigentlich das Designer-Phrasenschwein füttern müsste, den Ladenpreis des Buches zu übersteigen droht, möchte ich gerne zwei Thesen in den (Gestaltungsspiel)raum stellen:

    1. NUR MIT HALTUNG KLAPPT GESTALTUNG
    2. OHNE RELEVANZ KEIN GLANZ

  50. Auch ich möchte das Buch gerne gewinnen. Warum? Ich bin kein Designer, aber schon immer sehr designbewusst gewesen und die Materie interessiert mich einfach ungemein.

    Ich bin großer Fan des bauhaus und seiner Ideen, des „Form Follows Function“ und der daraus resultierenden Ergebnisse. Auf den Punkt gebracht: gutes Design hat auch in 100 Jahren noch seine Relevanz – so wie die Konzepte des bauhaus auch heute, nach fast 100 Jahren, noch Gültigkeit haben. Gutes Design ist somit zeitlos.

  51. Hallo!
    Ich würde mich sehr freuen, am Gewinnspiel teilzunehmen und dieses Buch für unseren Studiengang Interactive Media Design zu sichern. :)
    Design ist für mich ab dem Moment gelungen, wenn es als solches nicht länger wahrgenommen wird. Wenn Oberflächen und Interaktionen selbsterklärend und selbstverständlich sind.
    Design ist ja bekanntlich keine Kunst. Und „schön“ ist in Bezug auf Design ein absolutes Unwort! Aber Design kann Kunst sein und Design kann auch schön sein. Es ist allgegenwärtig.

  52. Ich mache beim Gewinnspiel mit.
    Gutes Design heißt, die Funktionalität zu behalten und dann auszuholen und sich selbst reinzupacken: Originalität, Träume, Augenzwinkern, Schönheit, Absurdität, Humor, Ästhetik, Atemberaubendes, Zeitloses, Zeitliches, Schwereloses, Berührendes…

  53. Ich würde gern am Gewinnspiel teilnehmen.

    Gutes Design ist für mich eine komplett neue Idee, eine Genialität, die sowohl komplex, als auch banal sein kann.
    Gutes Design macht auch Dinge sichtbar, die das ungeschulte Auge normalerweise nicht sieht.
    Gutes Design erweitert die Vorstellungskraft und inspiriert.

  54. Gutes Design muss gut kommunizieren können. Unabhängig vom Medium sollte es verständlich, nachvollziehbar und intuitiv sein ohne die Intention oder den Zweck aus den Augen zu verlieren oder zu aufdringlich zu sein. Wie ein gutes und langes Gespräch zwischen zwei Freunden eben, die auf einem Dach sitzend und ein gutes Bier trinkend, das Leben genießen.

  55. Gutes Design ist für mich mehr als nur Mittel zum Zweck. Es unterstützt eine Funktion, kann diese erklären; vereinfachen; verdeutlichen. Dabei geht es nicht nur um Trends oder Mode.

  56. Ich hoffe, diese beiden Zitate, die ich in der Buchvorschau aufgeschnappt habe, sind nicht repräsentativ für den Inhalt. Sie sind entweder sehr schlecht übersetzt oder inhaltsleer (oder beides):
    »Sie brauchen eine strategische Richtlinie, die dem Design einen neuen Kodex auferlegt.«
    »Verbinden Sie verschiedene Denkweisen, um neue Chancen für revolutionäre Synergien aufzudecken.«

    Und sollte ein Buch zum Thema Design nicht doch mit ein wenig Sorgfalt gesetzt sein?

  57. ***********************************
    Über je ein Exemplar „DESIGN oder nicht SEIN“ freuen dürfen sich…

    Okie
    und
    Lulu

    Herzlichen Glückwunsch!
    Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

    An alle anderen Leser: vielen Dank für Eure Kommentare!
    ***********************************

  58. Danke für den Buchtipp, habe ich gleich bestellt. Sollte ich dennoch gewinnen, werde ich jemanden mit dem Buch beglücken.

    Design ist Macht. Die sich daraus ergebende Verantwortung sollte an höchste ethische und humanistische Grundsätze gebunden sein. Zumindest sollte dies der Anspruch eines Designers sein.

Kommentar verfassen

Folgende HTML-Elemente können verwendet werden: <b> <i> <img src="meineurl"> <a> <blockquote>