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BDG-Gehaltsreport 2010

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BDG Gehaltsreport 2010

Anfang November hatte ich bereits auf ihn aufmerksam gemacht, nun hat der Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner (BDG) den „Gehaltsreport 2010“ veröffentlicht. Hier ist er:

Ein spannendes Thema – klasse aufbereitet. Dennoch bin ich persönlich von dem Report etwas enttäuscht. Bereits im September 2010 wurde im dt eine ganz ähnliche Umfrage zum Thema Gehalt eines Designers durchgeführt. Damals beteiligten sich 1.401 Designer bei der Umfrage. Während in diesem Ergebnis das Gehalt in drei unterschiedliche Gruppen unterteilt ist (Praktikanten, geringe Berufserfahrung und große Berufserfahrung), was die Einordnung des eigenen Gehalts erleichtert, unterscheidet der BDG-Report hier nicht. Da jedoch die unterschiedlichen Gruppen sehr wohl bei der Befragung erfasst wurden, wäre eine Aufschlüsselung der Gehälter nach eben diesen Gruppen unbedingt hilfreich und sinnvoll gewesen. Ich vermisse sie jedenfalls. Ebenfalls schwierig ist die Einordnung des eigenen Gehalts aufgrund der Tatsache, dass keine Aussage in Bezug auf den Durchschnittsverdienst gemacht wird. Hier hatte ich einfach gehofft, dass meine im September ermittelte Pi-mal-Daumen-Berechnung etwas „Handfestes“ zur Seite gestellt bekommt. Gehofft hatte ich ebenfalls, dass der Report auf Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern eingeht. Ein Ost-West- oder Süd-Nord-Vergleich wäre sicherlich aufschlussreich gewesen.

Ich habe mir die Mühe gemacht, und aus den im Report aufgelisteten Angaben zum Brutto-Einkommen einen Durchschnittswert errechnet*. Ich komme dabei auf 2.608 Euro, die ein Designer laut BDG-Gehaltsreport, im Jahr 2010 im Schnitt verdient hat. Zum Vergleich: Die dt-Befragung ergab einen Durchschnittsgehalt von 2.425 Euro. Die Abweichung von gerade einmal 183 Euro zeigt, dass die Ergebnisse durchaus in die gleiche Richtung gehen. Das große Geld ist in der Kommunikationsdesign-Branche eher die Ausnahme denn die Regel. Zuletzt wollte der Stern-Gehaltsreport einen glauben machen, das Grafiker und Designer eine Liste von Spitzenverdienern anführen (fontblog berichtete) und irrwitzige 4.690 Euro im Durchschnitt verdienen sollen. Wie praxisfern solch ein Wert ist, bestätigt jetzt nun auch das vom BDG vorgelegte Ergebnis.

Auch wenn ich in diesem Artikel ein wenig Negativkritik äußere, ist der Gehaltsreport unbedingt eine Bereicherung. Vielen Dank an die Verantwortlichen für die Bereitstellung des Ergebnisses! Da ich aktuell mit der Finalisierung der Studie „Designer und ihre Arbeit“ beschäftigt bin, weiß ich um den Aufwand, der hier entsteht. Vielleicht lassen sich die Kritikpunkte bei einer Neuauflage des Gehaltsreports ja berücksichtigen. Ich finde es jedenfalls unheimlich spannend, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im dt-Ergebnis und im BDG-Report zu entdecken. Das Gemeinsame überwiegt.

Auch auf die von Prof. Robert Paulmann durchgeführte Umfrage zur Situation von Absolventen von Gestaltungshochschulen möchte ich in diesem Zusammenhang kurz noch hinweisen: Was verdient man als Designer?

* da bei der Gruppe „mehr als 7.200 €“ kein Mittelwert errechnet werden kann, liegt bei meiner Berechnung der Einfachheit halber der Wert 7.201 € zugrunde.

39 Kommentare

  1. Sehr interessante Ergebnisse. Gerade die Lebensperspektiven (Familienplanung) finde ich sehr erschreckend, auch wenn es meinen Eindruck aus dem Agenturenalltag bestätigt.

    Traurig.

  2. Lieber Achim,

    danke fürs Veröffentlichen und deine sinnvollen Anregungen. Wir sind leider nicht positiv überrascht worden mit unseren Ergebnissen und sehen eine Branche unter Druck. Wenn wir mit der Umfrage bei den Designern etwas mehr kaufmännisches Bewusstsein erreichen können, haben wir schon viel erreicht. Deine Umfrage zeigt in eine ähnliche Richtung, was unsere Vermutung unterstützt, dass wir wirklich einen Schnitt der Branche abbilden und die Verzerrungen durch das Medium Internet nicht allzu stark ins Gewicht fallen. Hoffen wir, dass der nächste Gehaltsreport besser ausfällt.

  3. ein trauriges bild,
    hoffentlich ein grund für veränderungen.

    warum ist das so?
    geringe bereitschaft für flexibilität seitens arbeitgeber führt dazu, dass über 90% der stellen vollzeitstellen sind. lieber hat man leute im haus, obwohl sie über den tag hinaus nicht wirklich beschäftigt sind (oft selbst erlebt in versch. agenturen). gerade hier wären teilzeitjobs eine intelligente lösung. ich rede schon nicht von der “heimarbeit” die in brd fast ein tabu ist (in unseren nachbarsstaaten sieht es ganz anders aus). begründung dazu ist mangelnde vertrauen zw. arbeitgeber und arbeitnehmer. zahlen wie 46,5% haben einstellung bis 3 jahre, und weniger als 10% personen mit mehr als 40 jahren, bekräftigen den eindruck dass viele keine positive zukunft für sich persönlich in der branche sehen.

    über gehalt ist schon viel in vorherigen beiträgen gesagt worden. aber ich habe die auffassung, dass wir (gestalter) das ernten was wir gesät haben. wir nehmen praktikum ohne entgelt gerne an, sind mit 2500euro-anfangsgehalt zufrieden, kommen gerne samstags und sonntags, und überstunden (ohne entgelt und ausgleich wohlgemerkt) schieben tut uns nur gut. ich will nur sagen, jeder ist herr seiner lage, und keiner zwingt uns das zu tun was uns nicht schmeckt.

    was kann man für eine verbessung tun?
    eine echt schwierige frage. ich vermute, und das habe ich schon angedeutet, arbeitnehmer müssen sich in dieser keine frage schwierigen lage mehr durchsetzen: ihre forderungen stellen und umsetzen, nicht alles gefallen lassen. arbeitgeber müssen sich mehr öffnen was flexibilität angeht. das wäre vielleicht ein guter erster schritt für ein besseres bild in der branche.

    stay tuned!
    juri

  4. @Christian Dank Dir für die Rückmeldung!

    @Miriam Offen gesagt finde ich Deinen Kommentar drollig. Letztendlich zeigst Du damit, dass Du den zugrunde liegenden Artikel gar nicht gelesen hast. Denn wenn Du ihn gelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, dass er eben ganz bewusst nicht die offizielle Pressemeldung abbildet, sondern in ganz erheblichen Maße meine persönliche Einschätzung beinhaltet. Die muss niemand teilen, aber ich denke, es wäre hilfreich, sie gelesen zu haben, sofern man denn Kritik an dem Artikel äußert.

  5. ein trauriges bild,
    hoffentlich ein grund für veränderungen.

    warum ist das so?
    geringe bereitschaft für flexibilität seitens arbeitgeber führt dazu, dass über 90% der stellen vollzeitstellen sind. lieber hat man leute im haus, obwohl sie über den tag hinaus nicht wirklich beschäftigt sind (oft selbst erlebt in versch. agenturen). gerade hier wären teilzeitjobs eine intelligente lösung. ich rede schon nicht von der “heimarbeit” die in brd fast ein tabu ist (in unseren nachbarsstaaten sieht es ganz anders aus). begründung dazu ist mangelnde vertrauen zw. arbeitgeber und arbeitnehmer. zahlen wie 46,5% haben einstellung bis 3 jahre, und weniger als 10% personen mit mehr als 40 jahren, bekräftigen den eindruck dass viele keine positive zukunft für sich persönlich in der branche sehen.

    über gehalt ist schon viel in vorherigen beiträgen gesagt worden. aber immer auch der auffassung, dass wir (gestalter) das ernten was wir gesät haben. wir nehmen praktikum ohne entgelt gerne an, sind mit 2500euro-anfangsgehalt zufrieden, kommen gerne samstags und sonntags, und überstunden (ohne entgelt und ausgleich wohlgemerkt) schieben tut uns nur gut. ich will nur sagen, jeder ist herr seiner lage, und keiner zwingt uns das zu tun was uns nicht schmeckt.

    was kann man für eine verbessung tun?
    eine echt schwierige frage. ich vermute, und das habe ich schon angedeutet, arbeitnehmer müssen sich in dieser keine frage schwierigen lage mehr durchsetzen: ihre forderungen stellen und umsetzen, nicht alles gefallen lassen. arbeitgeber müssen sich mehr öffnen was flexibilität angeht. das wäre vielleicht ein guter erster schritt für ein besseres bild in der branche.

    stay tuned!
    juri

  6. Vielleicht wäre es mal an der Zeit den Begriff Designer/Grafiker/etc. zu schützen, damit nicht jeder sich so nennen darf und dann zu Dumping-Preisen quasi alles anbietet… dann könnten Agenturen auch wieder ordentlich kalkulieren. Ich verstehe es einfach nicht dass es uns so geht – Archtitekt darf sich keiner nennen auch wenn er schöne Häuser machen könnte – Ärtze, Anwälte, usw… alle Titel sind geschützt und es gibt eine Kammer die die Preise macht und davon weicht auch keiner groß ab… so sollte es auch bei den Designern laufen!!!

  7. @ Fränk: Willst du denn, dass eine staatliche Kammer über die Qualität im Design entscheiden kann? Dann wären viele Leute nicht Designer geworden, die heute bekannte Gestalter sind. Ich bin mir übrigens nicht sicher, ob Architekten wirklich immer streng nach der Gebührenordnung kalkulieren. Eine Designkammer ist für meinen Geschmack keine zufriedenstellende Lösung. Ich höre jetzt schon das Gejammer über die Pflichtbeiträge. Designer haben einfach zu oft Scheu vor kaufmännischen und strategischen Dingen und lassen sich die Butter vom Brot nehmen.

  8. @ Christian
    So gesehen hast Du auch wieder Recht – was das Kaufmännische angeht, möchte ich mir keine Meinung erlauben.
    Trotz allem – um beim Beispiel der Architekten zu bleiben – gibt es auch hier viele große Namen die wundervolle Bauwerke geschaffen haben – auch wenn keine “Nicht-Studierten” das Fach beleben – also ich würde mal behaupten das man es auch beim Design nicht unbedingt merken würde, wenn man nur über ein Studium / eine Ausbildung in den Beruf käme. Aber ganz ehrlich: Mir fällt nun spontan keiner der GROßEN revolutionären Designer ein, der nicht ein Studium mit sich bringt, ein. Auch Carson hat studiert :)
    Ich habe es schon ein wenig satt, dass ich andauernd konkurriere mit Leuten die irgendeine IHK Schulung gemacht haben und nun “Webdesigner” sind und eine Website für unter 1000 Euro anbieten – da müßte meiner Meinung nach ein Riegel vor. Wie? Gute Frage…

  9. Eine staatliche Kammer, die über Qualität des Designs und somit über den Zugang zu einem Beruf entscheidet kann natürlich keine Lösung sein. Solch eine Beschränkung durch „qualitative” Vorgaben steht ja auch im krassen Gegensatz zum freien kreativen Selbstbild, das wir alle haben: wir haben diesen Beruf ja gewählt, weil wir Spaß daran haben Grenzen immer wieder zu überschreiten und Regeln zu brechen. Da hast Du, Christian, absolut recht.

    Auch ist es ja bei den Ärzten und Architekten noch etwas anderes: wenn ein Haus einstürzt, weil der Architekt die Statik nicht berechnen konnte, sterben Menschen; wenn ein Chirurg im Physikum nur gepennt hat desgleichen. Wenn wir einen Fehler machen, muss allenfalls eine Auflage neu gedruckt werden oder eine Website geht halt ein paar Stunden später ans Netz.

    Was wir aber, wie ich finde, dringend brauchen ist eine Institution, die die Qualität und die Inhalte der Ausbildung definiert und über die Hochschulen und privaten Akademien gleichermaßen wacht. Dann dürfte es nicht mehr passieren, dass ein Berufsanfänger seinen Stundensatz nicht kalkulieren kann. Dann käme es nicht mehr vor, dass junge Grafiker es hipp finden, am Wochenende nachts Pappen zu kleben.

    Das kann und soll der Staat nicht leisten; es wäre natürlich schön, wenn die Verbände wie der BDG z.B. so etwas auf die Beine stellen könnten …

    Eine Konsequenz, das müssen wir uns aber auch eingestehen, wäre aber auch ganz klar: die Zahl der Absolventen (und ausgebildeten Mediengestalter) muss drastisch gesenkt werden.

    Dann greifen auch die Marktmechanismen; dann steigen die Gehälter und Stundensätze.

  10. Wieso muß da ein Riegel vor? Angebot und Nachfrage – wird der Markt von Kommunikationsdesignern frisch von der FH überschwemmt, weils scheinbar gerade ein hipper Beruf ist und trifft diese Schwemme auf der Gegenseite auf einen begrenzten Bedarf, geraten eben die Preise/Gehälter unter Druck. No big Deal – dann muß ich mir halt meine Nische suchen oder überproportional gut/effizient/whatever sein, um eben doch eine Differenzierung zum 1.000-Euro-Kollegen hinzubekommen. Gelingt das nicht – dann muß ich mir an meine eigene Nase fassen.

  11. Ein Riegel muss da nicht vor. Das wäre a) lächerlich und b) möglicherweise ein Problem für einige„gelernte“ Designer, die trotzdem keine Ahnung von Design haben. Gibts viel zu oft.

    Staatliche Kontrolle? Gehälter steigern durch geringere Anzahl Wettbewerber? Sagt mal Leute, wo lebt ihr denn? Wir sind ein freies Land mit freier Berufswahl. Ihr redet tw. wie die Malerkammer, die sich vor Osteuropäischer Konkurrenz in die Hose macht und wettert, dass die nach 17 Uhr noch auf der Leiter stehen. Gehts noch?

    Man muss schlicht und ergreifend besser sein als die anderen. Dann kann man höhere Preise verlangen. Das braucht Zeit und macht – O Gott – vielleicht auch noch Spaß! ;-)

  12. Seite 11 finde ich persönlich erschreckend. Man hat immer das Gefühl, dass es nur einem selbst so geht. Derzeit sind meine Frau (ja, ich bin verheiratet) auch am hin- und herrechnen, ob es denn passt mit der Kinderplanung. Als Freiberufler ist das mit der Altersvorsorge und zusätzlich noch Kindern ein finanzielles Disaster. Am Ende passt es nie, aber irgendwie wird schon gehen.

  13. Wir leben im reichsten Land Europas und beuten uns gegenseitig aus.
    Es kann nicht gut gehn wenn unsere Regierung ca 2 Bilionen Euro Schulden produziert, einen Schuldenrekord nach dem Anderen und wir immer weniger in der Tasche haben. Neulich wurde ich von einem BWLer der im Controllingbereich arbeitet ausgelacht das ich 2500 Euro Brutto zu meinen besten Zeiten als Designer verdient habe. Der BWLer hat bei weitem mehr verdient, bekommt diverse Vergünstigungen wie „Vermögenswirksame Leistung”, mehr Urlaub, eine geregelte Arbeitswoche und kann sich eine Existenz auf bauen. Wir Gestalter hingegen bekommen nichts von dem was in einem Sozialstaat üblich ist, nein wir lasen die Hose runter, bücken uns tief und sagen noch danke dafür das wir uns vergewaltigen lassen! Das kommt davon das wir uns nie wie andere Berufgruppen geschlossen organisiert haben und für unsere Rechte gekämpft haben. So wird sich nichts ändern und in einem halben Jahr/Jahr wieder ein Artikel erscheinen wie scheisse unser Situation ist, grosse Empörung und in einer Woche ist alles wieder beim alten. Übers Internet könnte man sich ja zusammenraufen, funktioniert schon gut um Regierungen in Bedrängnis zu bringen, aber keiner rührt sich so recht.

  14. Zur “Qualifikation der Teilnehmer” und dem Schluß: Angestelltenkarrieren sind kurz; diese Studie betrachtet ja nur die Angestelltenverhältnisse. Dass es sehr viele selbständige Designer gibt, wird dabei (logischerweise) nicht berücksichtigt. Und woher kommen denn all die Selbständigen? Von den Kleinstbetrieben, Büros usw. ganz zu schweigen. Die entstehen ja nicht aus dem Nichts.

    Auf letzteres deutet ja auch das dritte Diagramm auf Seite 12 (“Wohlbefinden als angestellter Designer: Auskommen und Identifikation”) hin.

    Wodurch sich auch die Frage auf der Folgeseite automatisch beantwortet: Die “älteren Designer und vielen Designerinnen” haben sich allesamt selbständig gemacht. Die richtige Frage wäre also: “Warum machen sich so viele Designerinnen und ältere Designer selbständig?” .. was ja die Auswertung der Umfrage zu großen Teilen schon automatisch beantwortet ;)

    cu, w0lf.

  15. @15: Du ziehst die falschen Schlüsse. BWLer können eben viel breitgefächerter arbeiten, als ein Gestalter. Man müßte also wissen, wieviel potentielle Stellen es für BWLer gibt, anschließend wieviele für Gestalter: Anschließend setzt man diese Zahlen ins Verhältniss zu den jährlichen Abschlüssen (FH/BA/…/Fernuni) und addiert insbesondere bei den Gestaltern noch eine Grauziffern von Autodidakten hinzu – und die Unterschiede in den Gehältern werden relativ schnell offenkundig.

  16. Wer viel Urlaub, vermögenswirksame Leistungen, geregelte Arbeitszeiten einen beknackten Haarschnitt usw. möchte der studiert halt BWL. Wer in der Zeit, die ihm gegeben ist lieber schöpferisch tätig ist, der macht halt etwas anderes und nimmt dann in kauf, dass solche Traum- und Spaßjobs auch ein paar Nachteile mit sich bringen. Und die bezahlung für wirklich kreative ist auch nicht schlecht. Das Problem ist nur, dass die meisten eben nichts kreieren, sondern einfach nur kopieren. Da braucht man sich dann auch nicht wundern, dass es nur ein paar Ois zu verdienen gibt. Wer wirklich was auf dem Kasten hat, der ist auch gefragt und braucht sich keine Sorgen machen, wie er die Familie satt bekommt.

  17. @De_Signer

    Statt von einer Internetrevolution zu träumen (Gegen wen oder was eigentlich?) wäre es ein erster Schritt sich den einschlägigen Verbänden anzuschließen. Das ist langfristig erfolgversprechender.
    Oder einfach dran arbeiten persönlich voranzukommen: Wenn einem eine Agentur schlechte Arbeitsbedingungen bietet muss man sie verbessern, ob in einer anderen Agentur oder auf eigene Faust ist da egal. Wir Designer haben den Riesenvorteil nahezu ohne Investitionen oder Bürokratischen Aufwand auf eigenen Rechnung arbeiten zu können. Das kann man durchaus mal nutzen, und wenn es nur dazu dient den eigenen Marktwert real zu ergründen.

  18. @fwolf: eine weitere interessante Folgefrage wäre ob es die im Alter selbständigen Designer sind, die ihre jungen Angestellten so schlecht bezahlen oder ob die Arbeitgeber dieser Menschen sich eher aus anderen Berufen rekrutieren?

  19. Ich glaube das war`s mit Kommunikationsdesign:

    http://www.12designer.com/de/ (gehört verboten)

    200 € garantiert! In 5 Tagen 32 Entwürfe von 12 Designern.
    700 € garantiert! In 30 Tagen 108 Entwürfe von 26 Designern.
    250 € garantiert! In 17 Tagen 92 Entwürfe von 28 Designern.
    300 €. In 5 Tagen 31 Entwürfe von 14 Designern.
    250 € garantiert! In 7 Tagen 23 Entwürfe von 6 Designern.
    usw.

  20. Yorrike: Nur eine weitere Geschäftsidee. Und der Brainbug, der über der Sache schwebt, diese Idee vorantreibt und andere unter Wert verkaufen möchte, ist indes auch keine Designerin.

  21. @Yorikke
    … und solche Projekte bekommen dann auch noch einen Gründerpreis und werden auf bekannten Designblogs beworben.

    Noch ein Schmakerl:
    http://www.designenlassen.de/hilfe
    Wenn man das liest, dann hat man eigentlich keine Fragen mehr… ein Logo kostet 300 € – in der Zeit habe ich ja noch nicht mal die Zeit gehabt die Konkurrenz zu analysieren ;)

  22. So ist das in Deutschland. Werdet wach.

    Jeder der noch nie bei einem Discounter anstatt beim Metzger oder Bäcker gekauft hat, oder noch nie bei ATU war, der darf sich beschweren. Entweder man schafft es, sich durch Qualität am Markt zu behaupten, oder man dümpelt vor sich hin.

    Eine andere Alternative ist sicher auch, sich auf Industrieseite einen Werbejob zu suchen, dann ist man von der Ausbeutermentaltiät der Agenturen weg. Alle große Firmen haben mittlerweile Ihre eigene Werbe- oder Corporate Commications Abteilung, in der kleine und immer häufiger auch größere Projekt eigenständig realisiert werden. Bin selbst diesen Weg vor Jahren gegangen und kann mich in keiner Richtung beklagen. In Sachen Mitarbeiterentwicklung und Führung sind ist die Industrie den Werbagenturen um Lichtjahre voraus. Sollte dieser Trend zunehmen, werden die Agenturen vielleicht mal wach und erkennen, dass gute Mitarbeiter Ihren Preis wert sind. Dass Qualität Ihren Preis hat, sollten die Marketingfachleute der Agenturen ja wissen.

    VG
    lars

  23. liebe leute, das problem haben leider nicht nur wir designer, sondern betrifft grundsätzlich (fast) alle studierenden bzw. absolventen. ein ingenieur bekommt auch gerade mal 30.000 € brutto jahresgehalt und ein bwl’er bekommt auch nicht mehr als einsteigsgehalt (es sei denn sie arbeiten für die ganz großen).

    ich denke die spreu trennt sich hier klar vom weizen und die zeit bzw. erfahrung eines jeden einzelnen wird sich in der zukunft zeigen. und es wird sich in jedem einzelnen geldbeutel wiederspiegeln. in unserem unternehmen gibt es auch zu genüge gelernte mediengestalter sowie studierte kommunikationsdesigner…die mediengestalter bleiben in der regel ein 0,5 – 1 jahr auf praktikumsbasis und sind danach auch weg, es sei denn einer hat sich durch seine leistung positiv hervorgehoben.
    ich will damit nicht sagen dass mediengestalter die schlechteren designer sind, aber es werden ihnen eben nicht dieselben inhalte vermittelt wie in einem studium. pixelschubser findest du wie sand am meer und programme wie photoshop kann auch jeder bedienen sogar unsere sekräterin bearbeitet ihre fotos per PSD, aber wer macht die konzepte? entwickelt strategien? ideen keine kopien?

    ich sag immer jeder bekommt das, was er verdient und es liegt an jedem einzelnen was er draus macht. wem es nicht passt, soll in ein anderes unternehmen gehen, wenn denn seine kreativen leistungen so herausragend sind das das andere unternehmen/die agentur ihn überhaupt haben will.

    wahrscheinlich beschweren sich hier genau die leute die kaum was drauf haben und eben für solche seiten wie 123design arbeiten müssen und sich somit über wasser halten. übrigens was dort für designs gezahlt wird ist meiner meinung nach sogar noch zu viel, ich habe augenkrebs bekommen, logos passen überhaupt nicht zur identität einzelner firmen, usability einzelener webdesignvorschläge ist gar nicht gegeben. ich würde sagen diejenigen, die dort designs anbieten und die die designs in auftrag geben haben es nicht anders verdient als sich dort beiderseits zu finden und gegenseitig zu verschaukeln. jeder kriegt eben das was er verdient. der der schlechtes design bietet bekommt eben eine miese bezahlung und der der ne miese bezahlung bietet bekommt halt nur schrott. that’s it.

  24. ja gut – die meisten sind halt eher photoshop styler – keine richtigen designer.
    richtige designer gibts tatsächlich nur eine handvoll.
    der rest sind akrobaten die ohne digitale programme garnicht auskommen würden.
    aber sich designer nennen wollen – was die auch dürfen ist ja kein geschützer begriff.
    haardesigner ist ja auch ein name für ein laden.

  25. @U.T. also dein Haar-Designer kommt ganz solcher ohne digitale Programme (gibts auch analoge?) aus. Damit wäre er ja nach deinen Kriterien als “richtiger Designer” qualifiziert, oder?

  26. hallo,

    ich arbeite freiberuflich als designerin in berlin und was ich da so tagtäglich mitbekomme und selber erlebe ist abenteuerlich, das gilt sowohl für ein angestellten verhältnis als auch für das freiberufliche dasein. die kunden möchten einfach so wenig wie möglich ausgeben und sparen wo sie können, sie haben auch genug zeit zum sparen, es gibt angebote über da geht es dann z.b. um eine summe von 500 euro, der kunde möchte aber nur die hälfte ausgeben und versucht sich immer und immer wieder “runterzudiskutieren” und das mit leib und seele, da denkt man immer zeit ist geld … ich muss soooo viel absagen und werde zusätzlich noch ständig drum gebeten doch mal schnell was für umme zu machen, oder das geld bekommst du aber nicht sofort … aber leider, leider, leider sind wir es oft auch selbst schuld. ich rede mir oft den mund fusselig und versuche andere davon abzubringen für fast nix zu arbeiten, auch im eigenen interesse. denn es macht den markt kaputt, das ist einfach so. ich bekomme aber auch mit wie studienabgängern erzählt wird, auch während der studienzeit, wie wichtig praktika sind und das man nur durch ein praktikum in eine agentur kommt … teilweise stimmt das auch aber dann doch bitte nicht unbezahlt. da kann man auch den firmen einen vorwurf machen. ich war seinerseits beim designerkongress in berlin. später wurde ich von einigen agenturen angerufen mit der frage ob ich lust auf ein praktikum hätte …
    ich: na klar, wie sieht es denn mit der bezahlung aus?
    sie (mc_hh): wieso, du lernst doch was, es ist doch eine ehre das wir dich anrufen …
    ich: ach, ich soll jetzt also ein halbes jahr nach hamburg kommen, umsonst ein praktikum machen – wovon bezahle ich meine miete, mein essen, meine unterkunft …?
    sie: na unsere jetzige praktikantin geht nebenbei kellnern. …

    ich habe das natürlich abgelehnt, ich konnte mir auch nicht vorstellen 50-70 stunden die woche zu arbeiten und nebenbei noch kellnern zu gehen

    ich könnte jetzt x solcher stories erzählen und ihr bestimmt auch. mir kommt es nach vielen jahren design nur so vor als würde dieses unterbezahlte arbeiten schon da beginnen, den so einen berufsanfänger kann man nach unbezahlter arbeit natürlich mit einem mickergehalt ködern … und dieses mickergehalt dann mickrig aufwerten, es wird demjenigen der für umme gearbeitet hat immmer viel vorkommen.

    auch designerdock hat mir mit 7 jahren berufserfahrung schon jobs angeboten:
    3/4 stelle fest/frei 1200 pro monat (10% geht dann jeden monat an designerdock), na danke, aber man kann es ja mal versuchen … so was finde ich dann schon echt frech

    ich habe manchmal das gefühl das es evtl. sinn machen würde, wenn erfahrene designer an ihre alten fh’s, kleine vorträge zum thema gehalt etc. halten würden, da könnte der bdg doch mal was aufziehen (ich weiß das gibt es in kleinen rahmen) aber wie wäre denn eine kampagne und ein feedback und eine kostenlose beratung der jungdesigner in denen man ihnen auch ein paar gute argumente mit auf den weg gibt?

    ich fass mich jetzt auch an die eigene nase …

    gruß fillippa

  27. Wie wäre es denn mit einem öffentlichen Pranger?
    Jeder gibt auf einer Internetplattform/Seite (wie hier z.B. das Designtagebuch) genau das Preis, wieviel er in welchem Unternehmen was verdienen bzw. bekommen würde. Sprich hier werden explizit
    *Name der Agentur oder des Unternehmens angegeben,
    *wieviel verdient man dort als Berufseinsteiger/ 1 Jahr…usw.
    *was sind die Einstellungskriterien? Praktika? Wieviele Monate? Gehalt?
    *Freiberufler können angeben was Sie als Beispiel für ein Logo bei Unternehemn xy verlangt haben bzw. was demjenigen gezahlt werden wollte.

    Natürlich kann das alles anonym passieren. Ich denke wenn Agentur xy weniger bezahlt als Agntur yz, dann wird sich die Masse genau dort bewerben und anstellig werden wo es die meißte Kohle gibt. Dementsprechend wird Agentur xy in naher Zukunft ein Nachwuchsproblem haben und entweder die ganzen Pseudo-Designer einstellen müssen oder einfach mehr Gehalt bieten. Außerdem hätten wir Designer die Transparenz wieviel nun eigentlich wirklich in diesem Beruf verdient werden kann, denn das ist glaube ich das größte Problem. Keiner kann einem genaue Zahlen nennen (weil über Geld spricht man ja nicht), man findet auch kaum Infos im Internet, wo doch die “Facebook-Gesellschaft” jeden privaten Müll von sich Preis gibt aber nicht so essentielle Dinge.

    Was haltet ihr davon? Ist das zu realisieren? Habe ich etwas nicht bedacht?

  28. “Der BDG-Gehaltsreport 2010 zeigt eine Branche unter Druck.”
    Ich denke nicht das sich die Branche bzw die Designer selbst unter Druck setzen.
    “Während die Kreativwirtschaft wächst, kommt bei den angestellten Designern dieser Aufschwung nicht an”
    Da kommt bei mir die Frage auf: Welche Position in der Wirtschaft verhindert das?

    …aber warum kommt niemand auf den Gedanken,
    dass es eben nicht wie im Fazit des Gehaltsreports darum geht
    den Schuldigen unter den Designern zu suchen.
    Auch die Auffassung Designer qualifizierter und kaufmännischer Auszubilden zu müssen geht meiner Meinung nach am Ziel vorbei. Sicherlich gibt es in den Hochschulen bedarf zur Optimierung.
    Vielleicht sollten BWL-Hochschulen reagieren und BWLer gezielter ausbilden.
    Somit ein Verständnis der BWLer zu entwickeln, dass Designleistungen in der wachsenden Kreativwirtschaft essentiell sind und sie diese entsprechend honorieren müssen.
    Hierbei wird schnell klar wer Qualität erbringt.

  29. @fillippa:
    Ich habe recht gute Erfahrungen mit Designerdock (Berlin) gemacht – inkl. Empfehlung für ein angemessenes Gehalt (“unter 2500€ Brutto fängst Du gar nicht an”). Die 10% gehen übrigens nur bei der Vermittlung von Projekten für Freelancer an DD.

  30. @ber:
    was du schreibst stimmt, in meinem fall ging es aber um ein fest/freies projekt 1,5 jahre als freelancer und da muss man jeden monat 10% (in diesem fall dann 120 euro) abgeben, da hatte ich damals auch speziell noch mal nachgehakt, es gibt agenturen die in diesem fall die 10% extra draufzahlen, damit man bei einem kleinen gehalt auch noch was übrig hat, hier war das aber nicht der fall. designerdock kann ja nix dafür, wenn ein kunde so eine anfrage stellt, gewundert hat es mich aber trotzdem das man für so einen job angefragt wird, denn wenn man 40-50 stunden minimum die woche arbeitet (das und auch oft mehr, ist ja standard in agenturen) und dafür 1080 euro rausbekommt ist das nicht grad ein gehalt mit dem man große sprünge machen kann und auf keinen fall zufrieden stellend. und ich weiß das eine freundin von mir (mit gleichwertiger berufserfahrung) auch angefragt wurde, also schätze ich das man für diesen job mehr erfahrung brauchte als ein anfänger mitbringt und dafür (sorry) war das gehalt eine frechheit, ich mein man kann ja so lange fragen bis man einen “dummen” findet …

  31. Sehr interessanter Artikel, Design und Preiskalkulation ist ein Thema für sich, gerade weil der Kunde oft denkt “das kann ich auch selber machen” und darafhin nicht einsieht entsprechende Stundensätze zu bezahlen.

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