Aus Olympiamannschaft wird „Team Deutschland“

Die Deutsche Olympiamannschaft hat einen neuen Namen samt neuem Logo. Erstmals wird das „Team Deutschland“ bei den 23. Olympischen Winterspielen in PyeongChang mit neuem Namen an den Start gehen. Ziel der Maßnahme ist es, einerseits die Sichtbarkeit der Sportler nach außen hin zu verbessern und anderseits eine klare, gemeinsame Haltung zu kommunizieren. Das Bemühen des DOSB um eine geschlechtergerechte Sprache erhält nun ein Zeichen.

Ein „D“ in Nationalfarben – vergleichsweise einfach gehalten, das Dynamik, Sympathie, Emotionalität und Freude am Sport ausdrücken soll. In einem mehrmonatigen Markenprozess, der von Marktforschung und Feedbackgesprächen begleitet wurde, hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Neupositionierung der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen angestoßen. Rund 500 Athleten seien zur Positionierung befragt worden.

Auszug der Pressemeldung:

Das „Team Deutschland“ ist aber weit mehr als die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen. Ab sofort findet die Kommunikation rund um die olympischen Athletinnen und Athleten unter dieser Klammer statt – auch in der Zeit zwischen den Spielen. So unterschiedlich und heterogen die Athletinnen und Athleten aus den verschiedenen Sportarten auch sind, sie haben dasselbe Ziel vor Augen: als Teil von „Team Deutschland“ die magischen Momente erleben, die es nur bei Olympischen Spielen gibt.

Begleitet wurde der Markenprozess durch die Agentur thjnk. Für die Kreation verantwortlich zeichnet die Agentur loved.

Kommentar

Belgien hat eines, ebenso die USA, Großbritannien, Kanada, Nigeria und nun auch Deutschland (siehe Abb. unten). Während „Team“ in der englischsprachigen Welt die einzig korrekte/logische Bezeichnung ist, kommt man hierzulande nicht umhin, in der Abkehr von „Mannschaft“ ein Bemühen um eine geschlechtergerechte Sprache zu vermuten. „Die Mannschaft“ ist nun einmal, ungeachtete des vorgestellten weiblichen Artikels, durch und durch männlich. Mit Blick auf den 27-köpfigen Mitarbeiterstab der Fußball-Nationalmannschaft, dem keine Frau angehört, könnte man sagen, männlicher geht nicht. Bei den letzten Olympischen Spielen in Rio 2016 zählten hingegen 206 Frauen zum Aufgebot der Deutschen Olympiamannschaft. Liest man die Pressemeldung, die der DOSB veröffentlicht hat, in der stets von „Athletinnen und Athleten“, „Sportlerinnen und Sportlern“ sowie von „Olympiateilnehmer/innen“ die Rede ist, wird dieser Eindruck bestätigt.

Nicht die Umbenennung des Namens ist eine Zumutung, sondern die in dieser Weise wahlweise mittels Schrägstrich, Klammer, Gendergap oder Binnenmajuskel verunstaltete Sprache ist es, zumal diese oftmals die tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau eher zu kaschieren scheint, denn dass sie diese förderte. Derlei Gendering-Sprech verkompliziert ob der genannten Schreibweise die Verständigung und das Lesen, womit es den Sinn und Zweck von Sprache ad absurdum führt. Ich bin Autoren stets dankbar, die einleitend in ihren Büchern darauf hinweisen, dass sie, der besseren Lesbarkeit wegen, auf eine geschlechtergerechte Sprache verzichten.

Wer in der Umbenennung womöglich einen weiteren Beleg für die Unterwanderung des Deutschen durch die englische Sprache zu erkennen glaubt, dem sei gesagt, dass „Team“ bereits 1915 im deutschen Rechtschreibduden stand. Dass sich die Athleten mit dem Markennamen „Team Deutschland“ identifizieren, wie der DOSB erklärt, kann ich mir sehr gut vorstellen, denn schließlich ist der Begriff „Team“, und das müssen selbst die größten Denglisch-Anfechter zugeben, durchweg positiv besetzt. Gleiches lässt sich über den „Team-Player“ sagen, dessen Teamfähigkeit heutzutage nicht nur im Mannschaftssport gefragt ist.

Was die Formgebung betrifft, so tut das in Nationalfarben gehaltene, gefällig wirkende D niemandem weh. Da gibt es, denkt man beispielsweise an die Tourismusmarke Deutschland mit dem fürchterlichen „Einfach freundlich“-Signet doch ganz anderes. Das Team-D verkörpert eine pragmatische Einfachheit, wie man sie innerhalb von Sportverbänden wohl eher selten antreffen dürfte. Wie bereits im vorherigen Beitrag erwähnt: Logos beschreiben nicht nur den Ist-Zustand, sondern sie skizzieren stets auch wie man gerne wahrgenommen werden möchte.

Team Olympia Logos

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48 Kommentare zu “Aus Olympiamannschaft wird „Team Deutschland“

  1. Tut niemandem weh, ja. Aber wäre es bei einem Signet für eine Sportmannschaft nicht geboten auch ein wenig Emotion zuzulassen um Identität zu stiften? Wenn man sich die anderen oben gezeigten Logos ansieht, sind alle – mit Ausnahme von Beispiel 1 – deutlich emotionaler und identitätsstiftender.

  2. Zu dem Logo müsste man ein Glas Wasser reichen, so trocken ist das. Da versprüht ja die Arbeitsagentur an einem Sonntagvormittag mehr Dynamik.
    Richtig: das „Nicht-Wehtun“ ist schon das größte Kompliment an die Gestalter*innen – leider. Hoffentlich gelingt dem Sportteam ein größerer Wurf (im Wettbewerb).

  3. Da brauch man nicht drum rum reden. Die Website von loved ist Schrott. Und deswegen wundere ich mich auch immer darüber, dass diese Webseiten, komplett an UX & UI, vorbeigehen. Und dennoch scheinbar große Aufträge bekommen.

    Wenn man schon intern. auf Team geht, warum nicht gleich „Team Germany“ ?

    Frage an den Autor: Im Prinzip schreiben Sie ja immer über Konkurrenten. Das ist so als würde Opel ständig alle anderen Marken „beleuchten“. Ist es da nicht immer klar, dass nicht-selbstgemachte Design’s hier regelmäßig verrißen werden? Gerade der Blick danach auf ein fertiges Produkt ist ja immer wie „hinterher ist man immer schlauer“?

    • Frage an den Autor: Im Prinzip schreiben Sie ja immer über Konkurrenten. […] Ist es da nicht immer klar, dass nicht-selbstgemachte Design’s hier regelmäßig verrißen werden?

      Fragen Sie, weil Sie den Eindruck haben, dass im dt regelmäßig Arbeiten verrissen werden? In diesem Fall wäre es schön, wenn Sie Beispiele nennen könnten. Oder bezweifeln Sie, ob ein Kommunikationsdesigner objektiv über Entwürfe anderer Mitbewerber schreiben kann?
      Ich glaube, da ich mich von je her um eine möglichst faire Bewertung und eine sachliche Diskussion bemühe, dass Ersteres nicht der Fall und Zweiteres sehr wohl möglich ist.

      • Die Breite Masse der Designer ist leider nicht in der Lage rein objektiv zu bewerten. Das scheitert oft schon daran, das der eigene Geschmack als objektive Meinung interpretiert wird.

        Beispiel: “ Die Website von loved ist Schrott“ ist eine rein wertende Aussage, fachliche Argumentation fehlt leider völlig.

        • Ein Designer, der etwas nach seinem „Geschmack“ bewertet und gestaltet ist kein Designer! Der Witz beim Designen ist, sich IN ANDERE, sprich die Zielgruppe, hineinzuversetzen und etwas zu entwickeln, dass dieser gefällt. Just sayin‘.

          Die Website von loved ist Schrott, weil sie
          • navigatorisch viel zu verschachtelt ist
          • den vorhandenen Platz nicht adaptiv ausnutzt
          • viel zu kleinteilig ist
          • der Anmutung etwa im Jahr 1999 aktuell gewesen
          • null Emotion/Leidenschaft rüberbringt, was für ein Thema wie Sport essentiell ist

          Nur um einige Punkte zu nennen.

          • Äh, kann es sein, dass Du von der Team D-Website sprichst? Der OP, wie ich ihn verstanden habe und auch ich haben sich auf die eigene Website von loved bezogen (Link im letzten Satz vor Achims Kommentar).

            • Das letzte war eigentlich die Antwort für die andere Liste :) Hier die Antwort auf diese:
              Deiner Annahme folgend wäre Gestaltung eine deterministische Tätigkeit und für jede Aufgabe würde es genau eine „korrekte“ Lösung geben. Wir wissen aber alle, dass dem nicht so ist. Natürlich ist es essentiell beim Gestalten die Problemstellung respektive Aufgabe als Entscheidungsgrundlage heranzuziehen. Zu glauben, man wäre in der Lage dies rein objektiv zu tun ist allerdings ein wenig blauäugig :)

    • Schade, dass Sie Ihre pauschale Aussage, die Website von loved sei Schrott nicht mit ein paar Argumenten untermauerten. Die Seite mag Geschmacksache sein, aber unter Schrott stelle ich mir definitiv etwas anderes vor. Des Weiteren ist mir unklar, warum Aussehen oder Nutzbarkeit der Website einen Rückschluss auf die gestalterische Kompetenz einer Agentur im Kontext der Markenbildung haben sollte. Das sind doch zwei völlig unterschiedliche Aufgabenfelder. Das loved grosse Aufträge bekommt dürfte unter anderem daran liegen, dass sie die personellen Kapazitäten haben auch grosse Projekte zu stemmen. Und wer weiss, eventuell gab es ja in der Vergangenheit auch den einen oder anderen zufriedenen Kunden?
      Zu der zweiten Frage, warum nicht „Team Germany“ hat Achim in seinem Text ja schon darauf hingewiesen, dass das Wort Team bereits seit langer Zeit Teil des deutschen Sprachgebrauchs ist. Auch mein persönlicher Eindruck ist der, dass Team kein „denglischer“ Anglizismus ist, sondern ganz normaler Teil der deutschen Sprache.
      Und abschliessend noch ein Wort zu Ihrer Frage an den Autor: Eine rein objektive Bewertung von Designleistungen ist irgendwas zwischen extrem schwierig und unmöglich. Entscheidender finde ich hier ob in der Gesamtbetrachtung ein fairer Umgang mit den betrachteten Entwürfen gepflegt wird und da hat Achim über die Jahre doch eindeutig belegt, dass er dazu im Stande ist.

      • Die Website von loved ist Schrott, weil sie
        • navigatorisch viel zu verschachtelt ist
        • den vorhandenen Platz nicht adaptiv ausnutzt
        • viel zu kleinteilig ist
        • der Anmutung etwa im Jahr 1999 aktuell gewesen
        • null Emotion/Leidenschaft rüberbringt, was für ein Thema wie Sport essentiell ist

        Nur um einige Punkte zu nennen.

        • Äh, kann es sein, dass Du von der Team D-Website sprichst? Der OP, wie ich ihn verstanden habe und auch ich haben sich auf die eigene Website von loved bezogen (Link im letzten Satz vor Achims Kommentar).

  4. Traurig. Sonderlich neu, modern oder selbstbewusst ist das Logo nun nicht. Verlorene Mühe. Ich frag mich wie da die Kreation zusammenlief? Ich mein dass ist nicht sonderlich kreativ. „Wormlogos“ findest Du wie Sand im Meer. Diese Bilderkollage sieht auch nicht sonderlich ausgewogen oder spannend aus im Gegenteil einfach n paar Quadrate, Ecken abrunden, Bilder rein gut is.

    Ich hätte mir mehr Kante und stärke gewünscht durch die Rundungen geht das unter. Ich mein dass symbolisiert dass deutsche Olympische Team. Die sind gut kampfstark und erfolgreich. Ich sehe da nur abgerundete Ecken und weiches totaler Kontrast.

    Ich hätte wir wesentlich mehr Mut gewünscht. Schwach.

  5. Sprachliches Geschlecht hat nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun.
    Auch ein Kater ist eine Katze und der Erpel eine Ente.

    Auch gibt es Grundformen, die nur näher spezifiziert werden, wenn es nötig ist. „Athlet“ ist neutral und kann für Männer und Frauen gelten.
    Deshalb ist „Athletinnen und Athleten“ entweder ein Indiz für mangelde Bildung oder für ein dahinterstehene politische Agenda, die sich die Umformung der Sprache in Neusprech im Sinne Orwells „1984“ zum Ziel gesetzt hat.

    Beides ist gleichermaßen inakzeptabel.

    • Tja, da haben wir uns mit der deutschen Sprache wohl was eingebrockt. Erst führen wir Artikel wie DER oder DIE ein und heute will die niemand mehr haben. DER Athlet ist nun mal ein männlicher Begriff, daher das ständige und unerträgliche Doppelgemoppel. Glaube aber sehr wohl, dass dies nur durch Medien und Politik vorangetrieben wird, denn ich persönlich kenne keine Frau, die sich jemals beschwert hätte, weil sie im öffentlichen Raum z.B. als „Besucher“, „Kunde“ oder „Gast“ bezeichnet wurde. (achso, dann müsste es ja Gästin heißen….. vielleicht wäre es wirklich an der Zeit, eine neue Sprache zu entwickeln, immer dieses altmodische Deutsch…..)

    • Wenn du meinst, dass Athlet auch die weiblichen Personen einschließt, ließ dir mal den Wikipedia Eintrag zu „Geschlechtergerechte Sprache“ durch. Ganz in ernst, in welchem Jahr bist du stecken geblieben?

  6. Andere haben das A-Team, wir haben das D-Team ;)

    Aber ich finds auch merkwürdig, wieder Englisch und Deutsch in nem Namen zu haben. Entweder so oder so, aber nicht so ein Gemisch.

  7. Herrrlich, mit orrrrdentlichem Scheitel! Da kann man sich doch gleich vorstellen, wie dieses Logo in den Sozialen Medien veralbert wird. Braucht nur einen kleinen Schnurrrbarrrt.

    Aber ernsthaft: Ich hätte mir ein Logo mit zum Beispiel einem modern gezeichneten Adler sehr gut vorstellen können.

  8. Ohje, jetzt geht hier wieder das Gejammer über geschlechtergerechte Sprache los. Als würde sich Sprache und damit auch die Schriftsprache nie verändern.

    Aber gut, wenn die ganzen Binnen-Is zu umständlich sind, kann man ja einfach grundsätzlich die weibliche Form nehmen, wie wärs?

    Nein, da macht man sich lieber drüber lustig, weil man ja selbst nicht betroffen ist und keinen kennt, der das doof findet.

    • Und sonst so … zur Sache?
      Natürlich ändert sich Sprache. Aber das macht sie selbst – ohne Hilfe von „oben“. Eine gesetzlich verordnete Sprache wird immer Gegenstand von Diskussionen sein, siehe Rechtschreibreform. Warum also nicht auch mal die andere Sicht der Dinge gelten lassen?

    • Ich bin um ehrlich zu sein auch ein bisschen erstaunt über diese doch etwas abrupte und emotionale Attacke auf das Gendern. Grundsätzlich steht uns ja allen frei zu sprechen und zu schreiben wie wir möchten (so lange die grundlegenden Regeln der Orthographie beachtet werden).

      Wie ja auch ausgeführt, kann die Umbenennung ja durch den Wunsch mehr Teamgeist und Zugehörigkeit begründet sein. Mannschaft klingt doch etwas altbacken in meinen Ohren. Ob es deshalb gleich Team D sein musste, statt einfach Deutsches Olympiateam mag dahingestellt bleiben.

      Ansonsten stimme ich Dir, Lennart vollkommen zu, die weibliche Form standardmäßig zu verwenden würde zumindest Intension erkennen lassen! Zumal Menschen, die sich schon einmal mit Gendermarketing auseinandergesetzt haben, eigentlich wissen müssten, dass Frauen durch Gendern eben doch angesprochen werden!

  9. Ich denke, dass jeder Kunde das Logo bekommt, was er verdient. Wer mal im Regionalmarketing oder für Verbände gearbeitet hat kennt das Problem: Es scheitert nicht an der eigenen Kreativität oder am Handwerk, sondern an den Vorstellung des Kunden.
    Denken wir mal zurück an das Erscheinungsbild der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland…

  10. Hoffen wir mal, dass es keine Verwechselungen mit dem Wahlkampfteam der Kanzlerin gibt. Unter teamdeutschland erreicht man zumindest in den sozialen Medien die CDU.

    Das Design des Logos ist mir auch zu schwach und zu sehr Standard. Mehr Stärke und Eigenständigkeit wäre passender gewesen. Hätte man allein die Schriftart genutzt, die auf der Website für die Headlines verwendet wird, wäre das schon ein Schritt nach vorn gewesen.

    Entfällt der Adler auf der Sportbekleidung eigentlich gänzlich oder wird er neben dem neuen Logo auftauchen?

  11. Zugegeben: Das Teil haut einen nicht vom Hocker. Im Alphabet gibt es durchaus prickelndere Buchstaben als ein D wie Dora. Da kannste nicht viel draus machen. Kreatives Eigentor, sag‘ ich mal. Und keiner von uns weiß wie die Alternativ-Vorschläge der Agentur aussahen. Vielleicht hat sich der Kunde ja einfach nur für den schwächsten Entwurf entschieden.

    Und auch ICH finde, dass es in diesem Thread nicht darumgehen sollte, ob einem die Webseite von loved gefällt. Was zählt, ist das Ergebnis. Und das ist doch mal wieder richtig nüchtern, humorlos und typisch es-soll-möglichst-allen-gefallen. Kurzum: deutsch.

  12. Team D finde ich gut, weil es einfach und prägnant ist. Mal keinen Adler verwenden ist doch auch mal gut. Was ich besser fände, wäre, wenn das D genauso breit wäre wie das TEAM und das Olympia-Signet, dann würden alle Teile mehr eine Einheit bilden.

  13. handgriff, schwarz, für etwas steif aufrecht stehendes in gelb, mit runder kuppe – und rechts ein etwas deformierter roter halbmond? sporty siehts nicht aus. plumpy eher. und dann noch das wort team…

    • … jetzt, danke, schau ich nach oben und finde das us-logo einfach und schön, mit bewegung drin und typografischem zitat von us-sport u. a.

  14. I agree to disagree.

    Mag sein, dass noch ein Lorbeeer- ähm Ahornblatt oder noch ein Löwe oder Adler als Symbol besser gefallen würde, da vorgeblich ausdrucksstärker und emotionaler.

    Möchte da mutig dagegenhalten und den steilen Satz in die Arena werfen, dass dieses D nach den hundersten Adlerschwingen und stylischen Stammeszeichen (gähn) sehr wohl mehr als in Ordnung ist.

    Da es durch die ineinander verschlungenen (!important) Farbstränge sehr schön und auf sehr pure Weise „Team“ sagt.

    Also Zusammenarbeit sagt, Committment, einer für alle, alle für einen.

    Man mag es als bereits gesehenen Wormlogo-Stil und damit als langweilig abtun.
    Doch hier passt der als zu verbreitet bemäkelte Stil hervorragend, weil die Teile sich ineinander schmiegen und damit einen Impact, einen Gehalt haben.

    Hippe Stile, weil sie halt gerade in sind, o. k., von mir aus. Aber langweilig und im Grunde sinnloser Tand, da nichtssagend.

    Doch hier: Richtig gut ist, dass der Stil hier auch den Inhalt (hier: Team) ausdrückt. Volltreffer. Inhalt ist form. Und Form ist Inhalt. Klasse.

    Bin ich der einzige, der das sieht?
    Oder muss ich jetzt wieder in meinen Kokon zurück und als alte Raupe, die sich auf senile Weise verwürmelt hat, der hippen Stilgemeinde Abbitte leisten.

  15. Bei dem Wort „Frauen-Fußball-Nationalmannschaft“ wundere ich mich auch immer wieder, warum man aus dem Wort „Fußball-Nationalmannschaft“ für die Männer bei der Benennung des Teams (!) für die Frauen nicht einfach „Fußball-Nationalfrauschaft“ gemacht hat…

    Wobei man die Sprachdiskussion an der Stelle dann auch erst so richtig beginnen könnte, bedenkt man eine Begründung für obige Variierung: die weibliche Entsprechung von Mann ist Frau, die von Herr ist Dame. Da kommt man schnell in Teufels sprachliche Küche, wenn man sich dann die Worte herr-lich und – quasi im Gegensatz dazu – däm-lich vor Augen führt. :O

    Aber das sei hier im Design-Blog nur am Rande erwähnt, ist ja kein Typo-Blog.

    • Weiter gedacht stellt sich dann die Frage, warum es überhaupt eine Trennung zwischen Mann und Frau im Sport gibt und man nicht alle zusammen im Wettbewerb antreten läßt.
      Vielleicht drängt sich dann aber leider wieder die biologische Realität in die so schon durchgegenderte Welt.

      • Stimme dir zu. In beiden Punkten. Man wird kaum gemischte Mannschaften haben (können). oder doch? Im Jugendbereich spielen die Mädels einige Jahre zunächst noch bei den Jungs mit, bevor es dann die organisatorische Trennung gibt.
        Aber vielleicht könnte man die jeweiligen Kontinental- und Weltmeisterschaften gemeinsam austragen.

  16. Dieser Trend zum Gendern für das informierte Bauchgefühl ist ein Rückschritt, kein Fortschritt.

    Man schaue in ein etymologisches Wörterbuch und finde zu „Mann“:

    ‚mittelhochdeutsch und althochdeutsch „man“, seit dem 8. Jahrhundert belegt, ursprünglich wahrscheinlich „denken des Wesen“ oder „aufrecht laufendes Wesen“‘

    Mann=Mensch. Wie auch im Englischen.
    Frau hat hingegen folgenden Ursprung
    ‚mittelhochdeutsch vrouwe von althochdeutsch frouwa „Herrin“ aus dem 9. Jahrhundert zu frō „Herr“;[1] ursprünglich die Anreden für Götter‘

    Also eigentlich Mann: der Mensch, Frau=hervorgehobener und verehrter Teil der Menschen.

    Es entbehrt jeder Grundlage, wenn immer angedeutet wird, dass die sprachliche Trennung in Mann und Frau der Diskriminierung der Frau diente. Eigentlich ist historisch sogar das Gegenteil der Fall. Und statt sich weiter über die Form Gedanken zu machen kommt es auch hier eigentlich auf den Inhalt an.

    Was hier dann nämlich zumindest mir unangenehm auffällt ist, dass der völkerverbindende und übernationale Begriff der Olympiamannschaft durch du bist Deutschland mäßiges Wording ersetzt wird. Was so unkonventionell und modern daher kommen will, weil „Team“ und das Patriarchat ist mit „Mannschaft“ jetzt auch Geschichte, ist für mich ein kleiner Rückfall in die Idee, dass olympische Spiele ein Nationenwettstreit sind.

    Wie ich es auch drehe und wende bekomme ich Stirnrunzeln.

    • …ich stimme dem zu. „belle-lettre“ anzuklicken – wie oben bereits ausgeführt – lohnt auch in diesem Fall. Oder: Hobbysprachkundige sollten sich vielleicht fachMÄNNISCHen Rat einholen.

  17. Wurde bei der Logoentwicklung auch mal geschaut, wofür „D“ noch so steht? Also im Speziellen vielleicht umgangssprachlich im englischsprachigen Raum. „This is Team D“, „Here we have Team D“, „Here comes Team D“. Google hätte weitergeholfen. Zum Beispiel „She wants the D“!

    • Nun ja. Sollte man tatsächlich wissen/mitberücksichtigen, wofür „D“ im Englischen, Spanischen, Französischen, Italienischen, etc. auch noch so alles steht? Viel entscheidender ist doch, dass „D Team im Englischen umgangssprachlich für „siegen/gewinnen“ steht. Insofern ist der Name gerade aus Perspektive derjenigen, die Englisch als Muttersprache haben, ziemlich passend.

  18. Ob man wissen/mitberücksichtigen sollte wofür etwas steht, wenn man international auftritt? Ist die Frage ernst gemeint? Am Besten fragt man das mal Gazprom oder Ford. Bevor man mit einer neuen Marke in Erscheinung tritt sollte doch zumindest eine Sprachprüfung durchgeführt werden. Aber wenn es auch für siegen/gewinnen steht, dann hat man ja wenigstens ein Gegenargument. :D

    • Ob man wissen/mitberücksichtigen sollte wofür etwas steht, wenn man international auftritt?

      Das ist nicht die Frage. Selbstverständlich gehört ein Name in Bezug auf Anwendbarkeit, Tauglichkeit und Verständlichkeit in anderen Sprachen überprüft, gerade in diesem Fall. Die Frage ist, ob der Name „Team D“ verworfen gehört, weil „D“ im englischen Slang auch für „dick“ steht. Das würde ich verneinen, weil ich die Verbindung zur Olympiamannschaft für konstruiert und irrelevant halte.

      Hierzu passend aus dem Film „Was ist mit Bob?“ der folgende Witz:
      Ein Mann sitzt beim Psychologen. Dieser malt einen Kreis auf ein Blatt Papier und fragt den Mann: „Woran denken Sie, wenn Sie das hier sehen?“ „An Sex.“ Der Psychologe malt ein Quadrat. „Und woran denken Sie, wenn Sie das hier sehen?“ „An Sex.“ Der Psychologe malt ein Dreieck. „Und woran erinnert Sie das?“ „An Sex.“ „Sie denken ja wirklich immer nur an das Eine!“ „Ja, wer malt denn die ganze Zeit das versaute Zeug?“

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