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Affinity Designer – ein neues Vektorprogramm für den Mac

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Seit Anfang Oktober gibt es Affinity Designer, ein Vektorprogramm, das – man höre und staune – speziell für den Mac entwickelt wurde. Eine solche Exklusivität erinnert an vergangene Tage, in denen Designer und Grafiker mit Aldus Freehand arbeiteten, das ebenfalls zunächst ausschließlich für die Mac-Plattform entwickelt worden ist. Ich hab mir das Programm, das als Alternative zu Adobe Illustrator positioniert wird, einmal etwas genauer angeschaut.Während Designer und Grafiker weiterhin mehrheitlich den Mac als Arbeitsinstrument einsetzen, arbeitet mit Freehand fast keiner mehr (siehe Studie). Die Entscheidung, Freehand einzustellen, sorgte in großen Teilen der Kreativszene für Unverständnis und begründet das Misstrauen, das dem Monopolisten Adobe seitdem von vielen Kreativen entgegengebracht wird, so zumindest mein Eindruck. Die Befreiung von Freehand misslang. Eine echte Alternative zu Adobe Illustrator, dem seit langem leistungsfähigsten Vektorprogramm fehlt seitdem.

Die Software-Firma Serif, ansässig im britischen Nottingham und seit 1987 aktiv, macht sich nun auf, an der Quasi-Monopolstellung von Adobe zu rütteln. Affinity Designer (nachfolgend nur noch „AD“ genannt) ist das erste Produkt einer Suite, zu der später einmal Affinity Photo – (Bildbearbeitung) sowie Affinity Publisher (Layout) zählen sollen. Während AD nun veröffentlicht wurde, ist die Einführung der beiden anderen Programme für 2015 geplant.

Affinity Designer User Interface

Im App-Store war AD in vielen Ländern, darunter in Deutschland, den USA, Kanada, Frankreich und den Niederlanden, auch noch 10 Tage nach Veröffentlichung die meistverkaufte Software. Das Prädikat „Editors‘ Choice“ dürfte diesen Verkaufserfolg beflügelt haben. Im eigenen Forum laufen tagtäglich zahlreiche Fragen zum Produkt an, was das große Interesse an AD zusätzlich belegt. Noch mehr Zuspruch findet derzeit der Thread mit Funktionserweiterungswünschen, was wiederum nicht unbedingt ein gutes Zeichen ist. Ein Eindruck, der sich beim Arbeiten mit AD bestätigt. Dazu gleich mehr.

Grundsätzlich macht AD für eine 1.0-Version eine gute Figur. Das Programm läuft stabil und vergleichsweise schnell. Das aufgeräumte Interface entspricht den hohen Erwartungen, die man an eine Software knüpft, die „High-end-Creatives“ adressiert. Im Verbund mit dem „Drumherum“ aus Produkt-Website, Support und Branding kann Affinity Designer bereits zu diesem frühen Zeitpunkt überzeugen, wenn auch mit Einschränkungen. Mit 44,99 € wird AD derzeit in englischer Sprache im App-Store angeboten. Ein Mac mit mindestens Mac OS 10.7 wird vorausgesetzt. Hier die Detailinfos zu den Systemanforderungen.

Wer mit Adobe-Produkten arbeitet, braucht nicht lange, um auch mit AD klar zu kommen, auch dank ähnlicher Werkzeug- und Bedienelement-Symbolik. Erstgenannte sind in AD, im Gegensatz zu Illustrator, farbig und etwas verspielter. Transparenzen lassen sich beispielsweise mittels eines Sektglas-Symbols einrichten. Insgesamt jedoch eine vertraute Umgebung.

AD kennt zur Zeit nur EINE Zeichenfläche – weitere lassen sich momentan noch nicht anlegen. Mir klingen noch die Diskussionen in den Ohren, als Illustrator seinerzeit mit dem gleichen Defizit an den Start ging. Für Einige war dies Grund, erst gar nicht von Freehand auf Illustrator zu wechseln. Insofern dürfte für viele Kreative das Arbeiten in einem einseitigen Dokument einem „No-go“ gleichkommen. Sofern Serif mit AD langfristig erfolgreich sein möchte, sollte es diese Funktionalität schnellstens nachrüsten, am besten gleich im ersten Update.

Effekte basieren in der Regel auf unterschiedliche Darstellungen von Verläufen (Schatten, Kontur, Plastizität).Kunst-, Mal- oder Zeichenfilter, wie man sie aus Illustrator kennt, gibt es keine. Ein Set aus unterschiedlichen Pinselspitzen steht zwar zur Verfügung, die Möglichkeiten eigene, individuelle Pinsel anzulegen, sind allerdings limitiert. Bibliotheken, aus denen man auswählen kann, stehen zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht zur Verfügung. Wer einmal mit Freehand gearbeitet hat, dem wird „Paste Inside“ sehr vertraut sein. Mit dieser Funktion lässt sich auch in AD ein Objekt, beispielsweise ein Foto, in eine andere Form, die somit als Maske fungiert, einfügen.

An die Funktionalität von Illustrator kommt Affinity Designer nicht ansatzweise heran. Standardfunktionen wie die Ausrichtung von Objekten und Text an Pfaden, sind derzeit nicht vorhanden. Ebenso lassen sich Objekte nicht, wie man es aus Illustrator und früher von Freehand kannte, angleichen. Die „feature roadmap“, sie ist lang. Und so dürfte es noch die ein oder andere Release-Stufe dauern, bis aus einem vielversprechenden Vektorprogramm ein leistungsstarkes Produkt wird.

Affinity Designer User Interface

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47 Kommentare zu “Affinity Designer – ein neues Vektorprogramm für den Mac

  1. Danke für den Tip, das werde ich mir mal ansehen.
    Mit Freehand zu arbeiten hat mir früher immer unglaublich viel Spaß gemacht, gerade weil es eben für den Mac konzipiert war. Inzwischen habe ich mich aber an Illustrator gewöhnt, ging ja aufgrund mangelnder Alternativen auch nicht anders ;-)

  2. Ich habe den Verlust von FreeHand niemals richtig überwunden – bis vor kurzem hatte ich sogar noch eine VM mit Snow Leopard Server und einer FeeHand MX-Installation laufen. Seit dem letzten Update auf die neue PARALLELS-Version funktioniert das aber nicht mehr und ich habe mich schon oft mit dem Gedanken getragen, AFFINITY DESIGNER mal auszuprobieren.

    Es entsteht auch noch eine weitere Alternative aus dem alten FREEFREEHAND.ORG-Umfeld. Unter http://gravit.io kann man sich z. Zt. eine Beta-Version als Standalone- oder Browser-Version zum Ausprobieren ansehen. Ein echter Ersatz ist aber auch das noch nicht. Also werde ich weiter versuchen, meine täglichen gestalterischen Herausforderungen mit InDesign und Illustrator zu bewältigen, auch wenn ich AI immer noch nicht wirklich verstanden habe. Obwohl ich diverse Tutorials und Online-Seminare absolviert habe, ist der Workflow für mich nach wie vor nicht plausibel.

    Ich kann mich noch gut erinnern, wie sehr ich damals begeistert und mit wehenden Fahnen das QUARK-XPress-Lager verlassen habe, weil Adobe vieles richtig gemacht hatte und QUARK seine Nutzer einfach nicht mehr ernstgenommen hatte. Nun bewegt sich der Quasi-Monopolist ADOBE auf dem gleichen dünnen Eis und ich hoffe inständig, dass dieses Eis nach und nach weniger trägt und sich ernstzunehmende Alternativen auftun – die Hoffnung stirbt zuletzt.

    • Gravit ist, vom Look & Feel, eher als eine Alternative für Fireworks gedacht. Darauf bin ich auch sehr gespannt, weil es bis jetzt viel flüssiger läuft als Fireworks bei mir auf dem Mac.

      Von daher würde ich nicht versuchen, Affiny Designer und Gravit miteinander zu vergleichen. Beide Programme könnten (hoffentlich) eine Alternative zu den Produkten von Adobe bilden. Muss man aber abwarten.

      • Hey Arne, hey Kadir,

        wir haben gestern die 3. Version von Gravit gelauncht. Schaut doch wieder vorbei und lasst und wissen, was ihr denkt zu der neuen Version.

        Viele Grüße,
        Eva

  3. Affinity Designer hat im App-Store enorm gute Bewertungen bekommen, aufgrund derer ich mir das Programm vor ca. zwei Wochen gekauft habe. Als alter FreeHand-User und gezwungenermaßen Illustrator-Benutzer, bin ich seit langem auf der Suche nach einer professionellen Alternative. Und ich muss sagen, dieses Programm hat das Potenzial, ein ernsthafter Konkurrent zu werden. Logischerweise ist in der Version 1.1 noch manches nicht ausgereift und einiges fehlt. Aber man spürt sowohl die erfrischend kluge Denke, die hinter vielen Funktionen steckt (zum Beispiel im Umgang mit Pfaden, Ebenen und Schnittmasken), als auch die Freude der Entwickler am Dialog mit ihrer Kundschaft im Online-Forum. PlugIn-Entwickler wie Astute zeigen ja bereits jetzt, wie pfiffig mit Vektor-Funktionalitäten umgegangen werden kann und Affinity Designer baut dieses zu einer Komplettlösung aus, die später auch um eine PhotoShop- und InDesign-Alternative erweitert werden soll. Dazu kommt der wirklich günstige Preis (ohne Abo-Zwang!). Ich bin sehr froh, dass es am „ich-wünsche-mir-mein-altes-FreeHand-zurück-Himmel“ endlich einen Silberstreif gibt!

  4. Ich sehe mir das auch gerade an. Mein Blickwinkel ist dabei Print-orientiert. Da gibt es ebenfalls noch etliche Patzer: CMYK-Dateien verhalten sich beim Import in Illustrator merkwürdig. Transparenzen sind ein Problem. Sonderfarben kennt AD nicht. Dokumentabmessungen ändern sich plötzlich. Nur in der aktuellen Betaversion sind 5cm auch 5cm und nicht 4,2 …

    Dennoch gefällt mir die Pfadbearbeitung deutlich besser als die von Illustrator. Und es gibt ein Forum, bei dem man den Eindruck hat, dass ein Austausch mit den Entwicklern möglich und erwünscht ist. :-)

    Ach ja; und AD soll Freehand importieren können. Das geht auch; aber in meinen Dateien fliegen etwa 2/3 der Elemente komplett weg. Ist also unbrauchbar.

  5. Ich bin immer noch bei 10.6.8 – wegen Freehand, das bei mir immer noch Programm N°1 ist.
    Mit Illustrator werde ich einfach nicht warm. Freehand flutscht einfach, wahrscheinlich weil ich das seit 20 Jahren benutze ;o)

  6. Ich bin auch immer noch bei 10.6.8 – wegen CS 2, die mit Tante Rosetta immer noch läuft. Ich mag kein Abo in der Wolke. Deshalb wäre eine Alternative hier auf Erden durchaus willkommen.

  7. Mein erster Eindruck ist extrem positiv. Man darf nicht vergessen, wir sehen hier die minimale Version, die die Entwickler als reif zur Veröffentlichung und zum praktischen Einsatz ansahen. Die Feature-Roadmap belegt, dass so ziemlich alle für den professionellen Einsatz essenziellen Dinge auch wirklich für die nahe Zukunft geplant sind und der Hersteller in der Tat weiß, worauf es ankommt und gleichzeitig noch auf Kunden-Feedback hört.

    Dazu kommt, dass einige der Funktionen, die bereits da sind, sehr schön umgesetzt wurden und einfach Spaß machen. Die Vorschau eingebetteter Dokumente wird in Echtzeit im umschließenden Dokument aktualisiert, Pathfinder-Operationen können nichtdestruktiv angewendet werden (Alt-Klick auf die Symbole), Maskierungen mit der Ebenenpalette sind fantastisch, die Integration von Vektor- und Pixelbearbeitung ist nahezu nahtlos (Fireworks-Benutzer werden hier vielleicht einen würdigen Nachfolger ihrer Software finden), das Anlegen und Exportieren von Slices für’s Web ist schön gelöst, bei Grundformen wie Sternen und Polygonen kann man nachträglich die Zahl der Ecken verändern, Rechtecke mit abgerundeten Ecken werden nicht verzerrt wenn man die Größe ändert usw., und sämtliche Live-Effekte wie Schlagschatten usw. sind wesentlich flotter als in Illustrator.

    Wenn das, was nachkommt, genauso durchdacht ist und genauso viel Spaß macht, haben wir da meiner Ansicht nach in nicht allzu ferner Zukunft ein sehr interessantes Programm, das Illustrator für viele Standardaufgaben durchaus ersetzen oder zumindest ergänzen kann. Für eine Version 1 ist das Ganze jetzt schon sehr beeindruckend – besonders wenn man das mal mit Version 1 von Illustrator vergleicht. Ich werd mir wahrscheinlich die aktuelle Fassung kaufen, schon allein um die weitere Entwicklung zu unterstützen. Für kleinere Dinge, besonders wenn es nicht um Print geht, ist die aktuelle Version schon mehr als einsatzfähig. Und die mittelfristig geplante iPad-Version dürfte noch einmal einen ordentlichen Workflow-Gewinn bringen. Im Vergleich dazu ist Adobes derzeitige Tablet-App-Strategie ein Witz.

    Die Frage ist jetzt nur, wie lange so ein kleines Team in der Praxis braucht, um die Feature Roadmap auch wirklich umzusetzen, zumal sie ja noch parallel an der angekündigten Bildbearbeitung und der Layoutsoftware arbeiten.

  8. Ich bin kein Programmierer, deswegen die Frage: Könnte man nicht sowas wie Rosetta programmieren, das auf den neuen OS läuft und damit die alten Programme lauffähig machen?

  9. @Hugo: Da sind Welten unterschied. AD, FreeHand und Illustrator sind funktionsmäßig weit überlegen und zudem native Programme, was bedeutet, dass sie deutlich schneller sind. Eine Browser-App wie Gravit in der Komplexität wie Illustrator wäre unbenutzbar langsam, speicherhungrig und wenig robust und für den professionellen Einsatz einfach nur sehr bedingt geeignet.

    @Joe: Das erfordert tiefgehende Einbettung ins OS, was unter Betriebssystemen wie Windows und Mac OS sehr schwer durch Drittherstellern zu realisieren sein dürfte weil man Komponenten des Betriebssystems wie den Programm-Loader durch eigene ersetzen müsste. Abgesehen davon ist die Komplexität der Emulation von PowerPC recht groß, besonders in Anbetracht des zu erwartenden Nutzens und Nutzerkreises. Dazu kommt, dass sämtliche Aufrufe an Systembefehle (z.B. Cocoa) an die nativen Intel-Bibliotheken übersetzt und weitergeleitet werden müssten. Das heißt für Carbon-basierte Software wie FreeHand außerdem, dass man seine eigene Version von Carbon für 64-Bit OS X entwickeln müsste, das dann jeden einzelnen, noch so obskuren Carbon-Befehl in Cocoa-Code umsetzt, was oft nur mit viel Aufwand 1:1 zu machen ist und aufgrund des Umfangs von Carbon ein schier unmögliches Unterfangen wenn man nicht Apple ist. Dazu kommt, dass PowerPC-Software nur auf OS X-Versionen bis maximal Snow Leopard getestet wurden und höchstwahrscheinlich mit neuen OS X-Versionen gar nicht ohne Probleme kompatibel ist (deshalb veröffentlichen ja die Software-Anbieter immer Kompatibilitätsupdates wenn ein neues Betriebssystem veröffentlicht wird). Und jedes einzelne Apple-Update würde erfordern, dass man alles komplett in allen Facetten neu testet und gegebenenfalls die Kompatibilitätsschicht aus Emulator, Übersetzer und Carbon-Nachbau anpasst.

    Im Großen und Ganzen ist es wesentlich sinnvoller, FreeHand in einer SnowLeopard VM laufen zu lassen oder in der Zeit, die die Entwicklung einer modernen Rosetta-Version verschlingen würde, FreeHand sozusagen nachzuprogrammieren bzw. eine bessere, modernere Alternative zu schaffen, zumal sich in den letzten FreeHand-Versionen doch deutlich das Alter der Software gezeigt hat, besonders nachdem Macromedia mit dem Fokus auf Web FreeHand nur noch stiefmütterlich behandelt hat. Mit Affinity Designer sehe ich da jetzt einen sehr aussichtsreichen Kandidaten.

  10. Hallo,
    ich habe das Programm vor ein paar Minuten gekauft – als alter Freehand-Nutzer und nun gezwungenermaßen Illustrator-nutzen-Müsser vielleicht etwas vorschnell.

    Grundsätzlich macht es einen schönen, selbsterklärenden, schnellen und vor Allem stabilen Eindruck…

    Im Schnelltest habe ich allerdings bei der Weiterverarbeitung (Export als EPS-Datei) in Illustrator keinen Zugriff auf die Pfade – sie werden als Bild dargestellt.. Bin ich zu schnell oder was tun? Ne Idee auf die Schnelle?

  11. Wird ja mal Zeit, dass das Affinity hier angeschnitten wird. Ich bin seit ca. 4 Wochen mit Affinity nur noch am arbeiten und ich bin hellauf begeistert. Klar ist, es ist definitiv eine Alternative für mich, gerade weil ich eher nur illustriere. Und hier ist der Zeit- und Arbeitsaufwand extrem gering im Gegensatz zu Illustrator. Naja, und das noch einiges verbessert werden muss, ist doch immer so, wenn eine Software auf dem Markt kommt. Aber für das Geld und das Interface ist es eine perfekte Alternative. Leider sind PC-Nutzer die Gelackmeierten, noch.

    • Nee, ziemlich professionell an einem vollen SSD-Imac 27 mit zweitem Monitor…

      Ich glaube du lebst hinterm Mond, kennst Freehand wahrscheinlich überhaupt nicht.

      Da fällt mir noch ein anderes interessantes Tool ein, das es mal gab: Type Tamer, eigentlich unverzichtbar, wenn man viel mit Fonts arbeitet. Damit wurde in allen Programmen das Font Menü erweitert: die im Dokument verwendeten Fonts zuerst (wurden erkannt), dann die Lieblingsfonts oder die Fonts des aktuellen Projekts (die konnte man sich zusammenstellen) und dann die restlichen aktivierten Fonts. Das fehlt mir, finde ich eigentlich genauso hilfreich wie Default Folder. Aber meines Wissens gibt es sowas nicht mehr. Hab nur noch das hier darüber gefunden, ist zwanzig Jahre alt: http://tidbits.com/article/1321

      • Font Explorer verwende ich auch, das ist was anderes, wie früher Suitcase.

        Ich möchte meine ~200 Standardfonts immer zur Verfügung haben.

        Zusätzlich wurde als erstes im Font Pull Down Menü die im aktuellen Dokument verwendeten Fonts angeboten.
        Dann z.B. die 12 Fonts eines aktuellen Projektes und die 15 eines anderen und DANN die gesamten aktivierten Fonts, z.B. verwaltet von FontExplorer.

    • Entsprechende auswählbare PDF-Profile fehlen. Die PDF-Einstellungen beschränken sich derzeit auf die folgende Auswahlmöglichkeit:

      Affinity Designer PDF export

      Das auf diesem Wege exportierte PDF, so lese ich es in Acrobat aus, entspricht Version 1.3 und damit der ISO-Norm 15930-3: PDF/X-3:2002

      • Laut Forum/Facebook/Roadmap arbeiten die derzeit an einer eigenen PDF-Engine, die besser für Druckvorstufe und Datenaustausch mit Illustrator & Co geeignet ist. Derzeit verwenden die soweit ich sehe noch den regulären PDF-Output von Apple (der PDF-Graphics-Context der Quartz-API von OS X). Sobald die ihre PDFs manuell generieren, dürfte sich da einiges ändern.

  12. Nach dem der Beitrag hier auf DT veröffentlicht wurde habe ich mir AD auch geladen.
    Wie die meisten (neuen) Grafik-Apps, ist auch diese (noch) viel zu bunt und wirkt schon deshalb weniger professionell als man es erwarten möchte. Allerdings scheint hier wirklich Potential vorhanden zu sein. Effekteinstellungen wie gaußscher Weichzeichner, eine wirklich beeindruckende Zoom-Funktion und nicht zuletzt das Einfügen von Objekte in Objekte, in Objekte, in Objekte, … (hier lässt das gute, alte Freehand grüßen). Beim Positionieren eines 200 MB großen A2 PSD-Dok. musste die App dann doch kurz rechnen.

    Man muss zwar nicht sofort in rasende Euphorie verfallen, doch vielleicht wird es einmal eine mögliche Alternative zum (leider) teilweise „wirren“ Illustrator. Noch muss Adobe aber keine Angst haben. Die nächsten Updates müssen – wie bereits hier erwähnt wurde – noch einiges bringen um in der Liga ganz oben mitzuspielen. Ich hoffe meine 50 Euro tragen dazu bei künftig noch mehr daraus zu machen.

  13. Vor einigen Wochen (kurz vor dem Release) sind wir zufällig auf Affinitiy Designer gestossen und haben viel Potential gesehen. Nach diesem DT-Artikel und den Kommentaren ist meine Neugier gewachsen und ich werde mir das Programm nachher laden und testen.

  14. Was mich interessieren würde, hat eigentlich jemand das schon lange existierende Inkscape im Einsatz. Das sieht mir doch auch sehr Illustratormäßig aus und ist gänzlich kostenlos:
    https://inkscape.org

    Taugt das was für die Erstellung von Druckvorlage und druckfähigen PDFs?

  15. Hach, welche Freude – endlich mal wieder eine Option mehr auf dem Markt! Nach all der Gewöhnung an einen Markt, auf dem wenige große Anbieter immer weniger und größer wurden, ist die Veröffentlichung von AD eine wirklich gute Nachricht. Nach der ewig langen Hängepartie dieser anderen Freehand-Alternative (wie hieß sie noch gleich?), die dann nach quälend langen Jahren der öffentlich publizierten Entwicklungsstagnation sang- und klanglos wieder von der Bildfläche verschwand, ist dem AD zu wünschen, dass er im Gegensatz dazu ein echter Erfolg wird.

    Ich habe mir das Programm auch direkt nach der Veröffentlichung gekauft und warte nur darauf, dass der Weihnachtsarbeitsberg kleiner wird und die Zeit für so schöne Dinge wie die Erforschung dieser neuen Software kommt.

    Ich hoffe, dass dieses Programm wächst und gedeiht, dass die Wünsche der Nutzer immer auf offene Ohren bei den Entwicklern stoßen, diese niemals ihre Spielfreude verlieren werden und dass sie niemals auf die Idee kommen, das Programm ausschließlich als Abo vertreiben zu wollen.

  16. Sehr interessant zu lesen, wie viele „Freehand-Veteranen“ hier immer noch unterwegs sind. ;-) Ich selbst hatte auch einige Zeit Freehand hinterhergetrauert. Das ist aber schon lange vorbei und wenn ich jetzt nur mal so zum Spaß oder weil ich eine sehr alte Datei öffnen muss, das alte Freehand starte, muss ich doch feststellen, wie sehr das Programm in die Jahre gekommen ist. Ich würde damit nicht mehr arbeiten wollen.

    Für mich war aber damals auch nicht Illustrator zum Ersatz für Freehand geworden, sondern InDesign, was aber daran liegt, dass ich hauptsächlich layoute und nur wenig und illustriere – und wenn, dann sind die Illustrationen so schlank, dass sie sich gut in InDesign erstellen lassen, denn InDesign tickt und denkt eigentlich viel mehr wie Freehand früher als es Illustrator tut.

    Das Abo-Modell von Adobe finde ich eine schreckliche Entwicklung, gegen die ich mich mit Händen und Füßen wehre, weshalb auch ich auf Alternativen in allen Bereichen (Layout, Bildbearbeitung, Vektrografik) hoffe.

    Ein wichtiger Punkt ist aber bei so einer Marktdominanz wie bei Adobe die Kompatibilität. Genauso, wie eine Textverarbeitung keine Chance hat, wenn sie keine Worddokumente öffnen oder Exportieren kann, so wird es auch kein Vektorprogramm schaffen, wenn es keine gewisse Kompatibiltät zu Illustrator aufweisen kann. Wie gut oder schlecht AD das beherrscht, darüber wurde hier bisher sehr wenig berichtet.

    Die Programme von Adobe sind mittlerweile so komplex, dass es fast unmöglich erscheint, dem etwas entgegen zu setzen. Welche Bildbearbeitung beherrscht schon Smartfilter, wie es Photoshop tut, welches Layout Prorgamm, kann wie InDesign Responsive Design verarbeiten?

  17. Zitat: »… und wenn, dann sind die Illustrationen so schlank, dass sie sich gut in InDesign erstellen lassen, denn InDesign tickt und denkt eigentlich viel mehr wie Freehand früher als es Illustrator tut.…«

    Ja, das stimmt tatsächlich. Was die Freehand-Veteranen angeht: Ich nutze natürlich mittlerweile auch Illustrator, weil InDesign für mich als Illustratorin an mancher Stelle dann doch zu spartanisch ausgestattet ist. Meine Beziehung zu Illustrator kann man aber wohl am ehesten als Venunftehe bezeichnen, während ich meiner großen Vektor-Liebe Freehand immer noch ein bisschen nachtrauere. ;-)

  18. Interessant, wieviel Aufmerksamkeit der Beitrag erzeugt. Ich habe auch noch eine FH-Version laufen, die tatsächlich immer mal wieder zum Einsatz kommt. Bei der Studie gibt das natürlich niemand zu ;-)
    Freehand war simpel, intuitiv und bot einen vernünftigen Werkzeugkasten, hatte aber natürlich auch seine Macken (Verläufe, Muster, Transparenzen). Das war damals aber egal, weil man Transparenzen eh nicht im Grafikprogramm anlegte. Während der Umstieg von Quark auf InDesign damals leicht fiel, ist mir Illustrator bis heute auch bei der 1.000sten Nutzung noch nicht schlüssig und verursacht ein regelmäßiges „Hä?“.

    Ich denke nicht, dass es etwas mit „hinter dem Mond“ zu tun hat, wenn man ab und zu ein altes Werkzeug in die Hand nimmt. Bin gespannt, was aus „dem Neuen“ wird.

  19. Als »hinter dem Mond« arbeitend empfinde ich mich auch nicht. ;-) Ich denke, es ist vielmehr eine Bereicherung, wenn man über den Tellerrand eines einzigen Programmes hinausschaut und die Vorteile mehrerer Programme bestmöglich für sich nutzt. Und wenn Freehand – oder eine entsprechende neue Alternative – einige Dinge schneller, besser oder effizienter kann als Illustrator – warum sollte man es dann nicht parallel benutzen, so lange es geht? Mir ist das lieber als das oftmals unsinnige Aufrüsten der Hard- und Software, nur weil das von den Herstellern forciert wird oder man es sich leisten kann. Wenn ich mir meinen eigenen Arbeitsprozess ehrlich anschaue, dann brauche ich einen Großteil der Programmfeatures nicht – und die allermeisten Upgrades auch nicht, zumindest nicht sofort. Natürlich muss man einen bestimmten Level an Aktualität der eigenen Arbeitsmittel halten, aber übertriebene Eile beim Einkauf von Technik ist nicht in allen Fällen die beste Lösung.

    Zu Beginn meiner Selbstständigkeit hat mir mal ein Mentor gesagt: »Du brauchst in Deinem Unternehmen nur so viel Organisation, wie nötig ist, um Deine Aufträge zur Zufriedenheit aller abzuwickeln – mehr nicht. « Das fand ich einen sehr bedenkenswerten Satz und er passt in meinen Augen auch auf andere Bereiche, zum Beispiel die Ausstattung mit Hard- und Software. Natürlich braucht man ordentliches Handwerkszeug und muss auch mit der Entwicklung der Dinge mithalten. Aber man muss eben auch genau schauen, welche Arbeitsmittel man wirklich braucht und in welchem Umfang. So lange Freehand alles kann was man braucht (und so lange es läuft), reicht das Programm völlig aus. Braucht man mehr, muss man sich eben nach Alternativen oder Ergänzungen umschauen. Eine Ideologie daraus zu machen, mit welchem Material man arbeitet, halte ich für wenig zielführend. Am Ende des Tages geht es doch darum, dass man die gestellte Aufgabe zur Zufriedenheit aller löst – egal mit welchem Werkzeug. :-)

  20. Eine Konkurrenz zu Adobe / Illustrator ist natürlich hoch willkommen … Trotzdem werde ich hier erst abwarten.

    Einerseits weil es so aussieht als wäre das Programm funktioniell noch nicht so weit, technisch und in der Zuverlässigkeit noch nicht so weit … beides ja Punkte die in der offiziellen Präsentation revolutionär hochgejubelt werden, was dann aber besonders enttäuscht wenn es doch nicht so ist. Das ist mir schon nach dem test und den Kommentaren hier zu heiß als dass ich mich darauf einlassen möchte – so schlecht ist Illustrator auch nicht.

    Andererseits, weil ein Mac-only-Programm in der Praxis einfach zu unflexibel ist, gerade in Kombination mit den bisherigen Unstimmigkeiten im Datenaustausch. Ich kann mich mit meinem Betrieb nicht auf eine Plattform festlegen müssen, nur weil die Hersteller meines Vektorzeichenprogrammes die angebotenen Grafikbibliotheken von OSX so praktisch finden, sich komplett darauf aufstützen und dadurch eine Veröffentlichung für andere Plattformen für sich selbst praktisch unmöglich machen. Die Zeiten, als Apple die einzige Plattform für Grafikanwendungen war, sind (auch zum Glück!) vorbei, und was früher noch eine Insel der seligen gewesen sein mag, ist heute ein Elfenbeinturm … da drin kann man wunderbar alleine vor sich hin werken, aber wehe man muss sich mit wem austauschen, der keinen Turm bezogen hat … (und das sind weit weit mehr, als solche mit Türmen – auch in unserer Branche). Geht gut, weil die Adobe-Programme unter Windows die Mac-Adobe-Daten ohne jegliche Probleme verarbeiten können – geht aber nicht mehr, wenn es keine Windows-Version von AD gibt und geben wird, und Illustrator seine Schwierigkeiten mit den AD-Daten hat.

    Somit bisher: schöner Traum, jetzt bitte auf den Boden der Realität … dann darf es gerne auch 500 statt 50 Dollar kosten, darum geht’s überhaupt nicht.

    • Da muss ich dir leider zustimmen. Auch aus meiner Sicht wäre eine Portierung der schon deutlich weiter entwickelten SERIF-PLUS-Serie auf den Mac besser gewesen. Sicher hätte es da andere Probleme gegeben. Aber die Schlagkraft der Suite wäre deutlich stärker. Nichtsdestotrotz lehen ich Monopole ala Adobe ab und versuche Stück für Stück auf eine Alternative umzustellen. Als Nutzer von Windows habe ich es da leichter. Ich habe mich für die Geschwister von AD entschieden und muss sagen die Umstellung auf PagePlus, PhotoPlus und DrawPlus ist nicht zu unterschätzen. Aber es kann funktionieren.

  21. @Kathrinvdm:
    Eben ich seh das genauso. Ein Werkzeug ist ein Mittel zum Zweck und nicht mehr.
    Ich habe auch einen Schraubendreher, der funktioniert noch wenn der Akkuschrauber des Nachbarn nicht mehr funktioniert :).

    Viele Grüße

    • Aber auf langer Strecke ist mir der Akkuschrauber lieber – wenn er denn funktioniert ;-)

      Für jede Aufgabe gibt es die passenden Werkzeuge. Häufig ist das Ergebnis ja auch mit unterschiedlichen Mitteln erreichbar, aber die Effizienz variiert erheblich. Ein guter Typograf wird sicher auch mit Word einen Text ansprechend setzen können (oder mit Reibefolien …), aber warum sollte er es tun?

      AD ist in der momentanen Version für den professionellen Einsatz ungeeignet, also lasse ich die Finger davon. Vielleicht kommt irgendwann mal etwas Ernstzunehmendes. Wenn man öfter mal Daten austauschen oder übernehmen muss, kommt man derzeit um die Adobe-Produkte nunmal nicht komplett herum – Monopolistendiktatur hin oder her…

      Weniger Ideologie und mehr Pragmatismus wünsche ich mir auch hier (mal wieder). Hard- und Software müssen funktionieren und mich in angemessener Zeit zum gewünschten Ergebnis kommen lassen. Habe ich einen Mac, weil er gut aussieht und die Leute vor dem Applestore übernachten, um seine Telekommunikationsgeschwister anzubeten? Nein, sondern weil er sich – für meine persönliche Situation – im Vergleich zu anderen Systemen, als zuverlässigeres, haltbareres und effizienter funktionierendes Werkzeug erwiesen hat. Die Adobe-Cloud nervt, aber: sie bietet mir im Moment das effizienteste Paket für meinen Arbeitsalltag.

      Würde ich mit Freehand (oder Corel ;-)) schneller zum Ziel kommen, als mit Illustrator – ich würde es nutzen. Ist aber nicht der Fall…

  22. Interessant, was hier alles zu AD steht. Was mich wundert: kein einziges Wort zu Intaglio, einer weiteren Grafik-Software für den Mac. Ist die so unterirdisch im Verhältnis zu AI und AD?

    Bin gespannt und danke

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