Ästhetik ohne Ethik? – Vorstellung einer Masterthesis

Masterarbeit: Ethik im Kommunikationsdesign

„Kommunikationsdesigner zu sein ist kein Beruf, in dem man seine Persönlichkeit morgens an der Garderobe im Büro abgibt und dann unreflektiert alles abarbeitet, was einem der Chef vorlegt“, so Sandrine Mause im Rahmen ihrer Masterthesis. Wie recht sie hat.

Philippe Starck sagte einmal in einem Interview in der ZEIT: „Alles, was ich gestaltet habe, ist absolut unnötig. Strukturell gesehen, ist Design absolut nutzlos.“ Sicherlich – in der Überflussgesellschaft gibt es unnötige Produkte zuhauf. Aber Design in Gänze nutzlos? Starcks schonungsloses Resümee muss auf Designer verstörend wirken. Gut so! Denn wir brauchen in der Designbranche mehr kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit.

Sandrine Mause, die an der HTWG in Konstanz Kommunikationsdesign studierte, widmet sich in ihrer Masterthesis der Verantwortung von Kommunikationsdesignern, die mit ihrer Arbeit – und das ist nicht allen Kollegen bewusst – großen Einfluss auf Menschen ausüben. Sie schreibt in ihrer Thesis einleitend: „Als Kommunikationsdesigner braucht es Bewusstsein, die Fähigkeit zu Reflektieren und die richtigen Einschätzungen und Urteile fällen zu können. Dabei ist eines besonders wichtig – Ethik!“

Offenkundig fehlte Starck zu Studienzeiten noch die Fähigkeit, über seine Arbeit zu reflektieren. Wie ihm dürfte es tausenden Designern und Gestaltern gehen. Wie gut, dass es Sandrines Masterthesis zu einem so wichtigen Thema gibt. Speziell für das dt hat sie eine überarbeitete Fassung auf Issuu hochgeladen, um diese allen Interessierten zur Verfügung zu stellen. Ich möchte die Thesis allen dt-Lesern ans Herz legen.

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