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800 Jahre Dessau

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Dessau, seit 2007 als kreisfreie Stadt unter dem Namen Dessau-Roßlau geführt, feiert in diesem Jahr ihr 800-jähriges Stadtjubiläum. Ihren weltweit hohen Bekanntheitsgrad verdankt die Stadt in Sachsen-Anhalt der Kunst-, Design- und Architekturschule „Bauhaus“, die nach den Plänen von Walter Gropius Mitte der 1920er Jahren in Dessau errichtet worden ist.

Einige der vor dem zweiten Weltkrieg entstandenen Gebäude, darunter das „Bauhausgebäude Dessau“ und die „Meisterhäuser des Bauhauses“, sind als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet. Derzeit wird das Meisterhaus von Walter Gropius, das im Krieg zerstört wurde, wieder aufgebaut (Webcam: Wiederaufbau des Meisterhausensembles).

Das in den Stadtfarben Rot und Gelb gehaltene Logo kommt im Jubiläumsjahr auf Briefköpfen der Stadtverwaltung sowie zahlreichen Publikationen zum Einsatz. Die Verschmelzung von Stadtnamen und Jubiläumszahl im „u“ ist gestalterisch unglücklich, ließt das Auge doch nunmehr „Dessa“ beziehungsweise ob der Rundung innerhalb der „8“ „Dessao“. Das klingt nicht nur spanisch, es sieht auch so aus. Bedauerlich, einen bei Kreativen so klanghaften Name derart malträtiert zu sehen. Das Jubiläumslogo wirft zudem die Frage auf, ob das Stadtjubiläum in Roßlau, ebenfalls fast 800 Jahre alt, nicht gefeiert wird. Die visuellen Nachwehen einer Kreisreform.

Entworfen hat das Stadtlogo die Agentur Boogaloo Graphics.

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6 Jahre dt

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64 Kommentare

  1. Ich finde den Ansatz gar nicht so verkehrt. Allerdings hätte man bereits in der Konzeptionsphase darauf kommen können/müssen, dass er in dieser Ausführung nicht funktioniert. Dass der Entwurf schließlich noch sämtliche Gremien passierte, verwundert dann schon sehr, wenn man sich den Hickhack um das Dessau-Roßlau-Stadtlogo erneut ins Gedächtnis ruft.

  2. Schade. Hätte man wirklich schöner lösen können. Zudem fehlt mit irgendwie ein Stadtlogo oder irgendetwas traditionelles. Schließlich reden wir hier von 800 Jahren Dessau. 800 Jahre ist ne echt lange Zeit, die in diesem Logo mal überhaupt nicht rübergebracht wird. Das “800” wirkt deswegen wirklich eher wie die Bezeichnung eines Medikaments als dass es an ein Jubiläum erinnert.
    Schade.

  3. Die handwerkliche Qualität der »Agentur« zeigt sich ja bereits beim falschen bis-strich. Aber ich kann mich den Vorrednern nur anschließen: Schuldig sind die Auftraggeber. Weiß jemand, ob hier ein Pitch oder kleiner Wettbewerb voranging?

  4. @ StephanB
    Stimme Ihnen zu.

    Ob jedoch wenigstens der Ansatz zu loben ist, weiß ich jedoch nicht.

    Grund:
    Ideen, die einen erfolgreich eingeführten Namen mit Zahlen-/Buchstabenspielen wieder verschlüsseln, aber auf einen Schlag wahrnehmbar und verstehbar sein wollen, sind grundsätzlich grenzwertig. Die Quadratur des Kreises, aber immer wieder gern probiert. :-)

    Beispiel für extreme typografische Unlesbarkeit mit Jahreszahlen und sogar für Miss-Interpretation (Mädchen am Computer): das Londoner Olympia-Logo. Für das ich mich seinerzeit sogar eingesetzt habe. Vielleicht weil ein gar zu großer Shitstorm entstand. Da will man reflexhaft verteidigen, was nicht zu verteidigen geht. Bekenne mich schuldig. Aber es war doch höhere Sport-Kunst und es war eine teuere große Agentur, jawoll. Die Videos dazu waren doch toll. (Sie waren wirklich hinreißend.)
    :-) Aber ich bin jetzt geläutert.

    Dass so etwas bei Gremien gut durchkommt, wirkt zuerst wie ein Rätsel.

    Ist sicher jedem Grafiker oder Texter, der schon etwas länger im Beruf ist, die Situation nur allzubekannt, in der der Auftraggeber in einer Headline oder einem Zeichen ‘ein kreatives Wortspiel’ oder ‘Spiel mit den Elementen’ wünscht oder darauf anspringt, weil er das für ‘pfiffig’ = kreativ und innovativ hält. Dass es schwer zu entziffern ist, liegt dann angeblich als ‘Schuld’ beim Designer. Der war dann halt handwerklich unfähig und “konnte es nicht”. Aber “die Idee war ja trotzdem gut”.

    Doch ich finde, der Anfang des Übels liegt bereits in dieser Idee. Es gibt kein U und keine 8, die man wahrnehmungs-konzeptionell derart verschmelzen kann und sollte, wenn das Zeichen auf Anhieb wahrgenommen und verstanden werden soll. Ein erfahrener Grafiker ahnt zumindest die formale Vergewaltigung und lässt diese Abuse-Idee zuhause, statt sie zum Auftraggeber zu bringen. Sich keine 8 für ein U vormachen lassen :-) Er lässt sich auch nicht auf die Argumentation ein, dass ‘man bewusst irritieren wolle’. Ein beliebtes Argument von kunstverliebten Auftraggebern. Dem muss man entgegenhalten.

    @ alle
    Medikament, das trifft es.
    Dass bei der von mir vermuteten stolzen Kunstabsicht aus der Deutschstunde 8. Klasse (Kafka-Lektüre “Die Verwandlung”) dann ein Medikamentenlogo hinten herauskommt, ist doppelt tragisch. Mir fehlen auch die ‘Jahre’ dran (Nächster Rätselpunkt, was ist das hingespotzte 800, ist das die Dosis wie Ibuprofen 800, sind das Drehzahlen oder was.)

    Boogaloo Graphics hat als Inhaber eine/n Dipl.-Ing.
    Vielleicht erklärt das ja einiges.Vielleicht auch nicht.

  5. Die handwerkliche Qualität der »Agentur« zeigt sich ja bereits beim falschen bis-strich.

    @philipp: Der aber sicher nur Designern auffällt … und da auch nicht allen. Schön auch der Abstand der linken Linie zur 1 in Relation zum Abstand der rechten Linie zur 3. Das ist keine visuelle Mitte. Der Zahlenblock steht eindeutig zu weit rechts.

    Und man sollte sich eh nicht zu lange auf die Zahlen konzentrieren, denn dann sieht man: »1 213« und »201 3«

    Ich finde den Ansatz gar nicht so verkehrt. Allerdings hätte man bereits in der Konzeptionsphase darauf kommen können/müssen, dass er in dieser Ausführung nicht funktioniert.

    @StefanB: Genau. Das ist ein typischer Entwurf, wo man eine solche Idee mal aufscribbelt, dann aber recht schnell wieder fallen lässt, weil einem klar wird, dass so was keine gute Idee ist. So ähnliche wie wenn man einen Fahrrad-/Brillen-/Autohändler hat, der mindestens ein O im Namen hat und man versucht da irgendwie Fahrrad oder Brille oder Auto ins Logo zu integrieren, Immer eine schlechte Idee.

  6. Es ist ja nicht nur der »Bis«-Strich und die nicht vorhandene optische Mitte (von der verunglückten Verquickung 8 und u mal ganz abgesehen), es kommt ja auch außer der mangelhaften Spationierung der Jahreszahlen die Strichstärke der Linien rechts und links im Verhältnis zu der in den Zahlen dazu.

    Nee nee, ich hoffe doch wohl, dass dies nicht das endgültige Design ist.

  7. Dass eine Fusion bzw. ein Formspiel aus Ziffer(n) und Buchstabe(n) eine verständliche und kreative Lösung für ein Logo sein kann, zeigen allerhand Beispiele gelungen(er)er Umsetzungen (eins, zwei, drei, vier), die im Nu im Netz ergoogelbar sind.

    Voraussetzungen dafür sind allerdings a) eine gewisse Grundähnlichkeit der zum »Spielen« genutzten Zeichen und b) die Wahl eines geeigneten Fonts, der mit seinem Formenkanon das beabsichtigte Vexierspiel optisch unterstützt. Beide Voraussetzungen sind meiner Meinung nach bei der hier entstandenen Lösung nicht gegeben. Weder hat eine »8« ganz oder in Teilen hinreichende Ähnlichkeit mit einem »u«, noch ist die Schrift in der Lage, diese Assoziation herbeizuführen oder zu stützen.

    Was bleibt, ist ein Buchstaben-Zahlen-Humunkulus, dessen Botschaft zwischen Missdeutung und Holzhammerpfiffigkeit steckenbleibt. Schade. Für Dessau.

  8. @ Thomas,
    ohne jetzt Richtungsstreite zu provozieren:

    1.
    Die von Ihnen genannten Beispiele
    müssen weder eine Stadt noch ein mehrstelliges Jubiläumsjahr noch wann bis wann kommunizieren. Sondern jeweils 1 Ziffer.
    Diese relativ kurzen Zeichen mit einer Ziffer oder einem Zifferwort funktionieren als typografische Eigenwilligkeit, auch wenn man den Zahlengedanken dahinter nicht wahrnimmt oder versteht.

    Bis auf Pizza 24/7.
    Bei dem merkt man sehr schön die Grenzen wie bei Dessau, wenn die Zahl etwas komplexer wird. Funktioniert schon nimmer so. Pizza kann man zwar noch lesen (das schafft Dessa-uoo nicht recht), aber der Sinn der verteilten Zahlen ist dort ebenfalls erst auf den zweiten Blick zu raffen. Dass die 7 für rundum die ganze Woche steht, ist eine gedankliche Leistung, die auch nur deswegen stattfinden kann, weil bereits unzählige 24/7 Unternehmungen mit 24 oder/und 7 im Naming existieren und dieser Zahlenkombi gewissermaßen ‘gelernt’ ist.

    2.
    Ein unterstützendes Corporate-Design-Umfeld brauchen aber auch Logos wie Ihre Beispiele. Kein Zeichen dieser Welt kann für sich allein alles verstehbar und das auch noch raffiniert kommunizieren. Zuviel Forderungen auf einmal, das kann ein armes kleines Zeichen nicht. Wir leben in einem Zeitalter der zu kurz gesprungenen Logomanie und einem Zeitalter der gleichzeitigen Vernachlässigung des Corporate Designs.

  9. Es ist alles gesagt. Das ist leider einfach nur eine Katastrophe in jeglicher Hinsicht. Die Idee funktioniert nicht – sorry. Und die Umsetzung ebenso wenig. Eieieiei

  10. @ Thilo
    Ohne Heubisch jetzt desavouieren zu wollen: Dessau ist nicht einfach nur ein Provinzort, sondern hat einen Ruf zu verlieren. Ausgerechnet einen Ruf im Bereich Design, Bauhaus.
    Hatte mal eine sehr nette Praktikantin aus Dessau, die waren als Studenten verdammt stolz auf Bauhaus, von da zu sein und dort gelernt zu haben.

  11. Da passt mal so gar nichts zusammen! Da bleibt nur die Hoffnung das der Spuk in einem Jahr wieder vorbei ist.

    Ein vernünftige Möglichkeit gibts aber noch: Wenn das 800-Jahr-Logo nur in Verbindung mit dem normalen Stadtlogo/-wappen gezeigt wird hätte es eine irgendwie geartete Berechtigung.

  12. Ein Beispiel für ‘darf nix kosten’ und Holzhammerpfiffigkeit mit Buchstaben-/Wortspiel war neulich auch Dachau.

    Mit einem Regionallogo für die Idee “Siedlungsentwicklung zwischen Dorf und Metropole”.
    Zwei Jahre lang haben Ausschüsse und Bürger sich Gedanken gemacht über Zuzug, Siedlungsdruck aus München und Wirtschafts-/ und chaotische Verkehrsentwicklung um die Region Dachau herum.

    Heraus kam mittels einer Logo-Ausschreibung des Landratsamtes das da:
    http://www.siedlungsentwicklung-dachau.de/Aktuelles.aspx

    Die Logoaufgabe verblieb trotz Ausschreibung und amtlicher Vergabe bei den üblichen Verdächtigen: im Agil-und LAG-Management des zweijährigen Projektes. Da hat kein Grafiker hingefasst, obwohl 4 Designer/Büros der Form halber angeschrieben wurden, ein Gebot abzugeben.

    Holzhammer-Pfiffigkeit (gutes treffendes Wort, Thomas) auch hier:
    Man verschmolz im Signet (Logo will ich nicht sagen) das DAH (Autokennzeichen von Dachau) mit dem Dialektausdruck ‘DAHoam” für “daheim”

    Durfte vermutlich ebenfalls nichts kosten.
    Grafische Leistung keine: Das Hintergrundbild existierte bereits als Messeposter.
    Sylvia Podewils, LAG-Managerin (keine Grafikerin) musste nur noch den Claim, die Verballhornung visuell umsetzen/verballpornen. Der Claim kam mit aller Wahrscheinlichkeit vom Gremium, vielleicht auch die Idee, den so umzusetzen.
    Kann man machen, muss man aber nicht.

    //Ich wars nicht. Weder Claim noch Zeichen.

  13. @Vroni

    Der Einleitungssatz Ihrer Replik wäre gar nicht vonnöten gewesen, ich stimme Ihnen da auf ganzer Linie zu. Mir ging es bzgl. Ihres Punkts 1.) zunächst darum, dass bereits die »Schnittstelle« des Logos zwischen »u« und »8« nicht sauber funktioniert. Dass die gesamte »800« als Zahl uneindeutig in Form und Zuordnung bleibt und weitere Missdeutungen provoziert, erwähnten ja bereits die anderen Kommentatoren.

    Und Punkt 2.) kann ich ohne weiteres unterschreiben.

  14. Die Idee der Verquickung der 8 und dem u find ich nicht so schlecht. Nur die handwerklich Umsetzung ist übel und funktioniert schlicht nicht. Die komplette Unterzeile tut mir aus den bereits genannten Gründen einfach in den Augen weh.

  15. Hallo zusammen, viele Kommentare zum Thema, das finde ich gut. Mir fehlt jedoch der nötige Respekt und die Achtung. Unfairness sollte nie im Vordergrund stehen sondern eher konstruktive Kritik mit der die Verfasser arbeiten können. Die Texte, die hier veröffentlicht sind, sind nicht dienlich in Hinblick auf Verbesserungen und Motivation.
    Warum schreibe ich von Motivation? Ich bin genauso ein „User“ wie hier jeder andere. Jedoch kann ich mir nicht heraus nehmen über die Bedingungen und Erstellung der Seite zu urteilen. Das ist eine Sache zwischen Agentur und Auftraggeber. Motivation muss jeder, der nicht sein Leben lang Hartz 4 bezieht und das als Herausforderung sieht, jeden morgen aufs Neue haben. Warum also soll ich nun lästern und negative Belastungen hier veröffentlichen, wenn es doch auch anders gehen kann?
    Es gibt verschiedene Perspektiven und Betrachtungsweisen für alle Dinge im Leben. Stelle man sich die Adlerperspektive vor, kein eingeschränktes Gesichtsfeld mehr sondern ein Blickwinkel über alles gewinnen ist eine Sache, die jeden von uns hier weiter bringt. Vor allem aber die „Macher“ der Seite.
    Ich freue mich zu lesen, dass hier einige Schreiber die Zeit haben, über Boogaloo zu recherchieren, ich schlage darum vor, dass wir dann ein Projekt ins Leben rufen, wo jeder seine freie Zeit einbringen kann, um eine Seite zu erstellen und mit Inhalten zu füllen, mit der wirklich jeder zufrieden ist. Was das für eine mordsmäßige Aufgabe sein wird, wird sich dann ganz klar zeigen.
    Auf meiner Uhr hat der Tag 24 Stunden, wenn eine Agentur es sich leisten kann, die wenigste Arbeit in die eigene Präsentation zu stecken, scheint alles richtig zu laufen- Kunden sind da. Warum sind sie da? Anscheinend weil die Qualität stimmt. Ich gebe nun zu, ich habe auch recherchiert um genau das sagen zu können.
    Pauschal zu sagen, Unkundige kaufen ein, weils billig ist.. Ich bin auch selbstständig und ab und an kommt es vor, dass kein Budget vorhanden ist aber man dennoch motiviert ist, den Job auszuführen. Warum? Weil es interessant ist und den eigenen Geist erweitern mag, Geld kann das meines Erachtens nach nicht. Unkundige Auftraggeber bringen es ab und ab aber auch fertig, Zeitrahmen zu ändern oder möchten sich selbst gern darstellen.  Ich möchte nichts recht fertigen, ich freue mich nun eher auf motivierte Mitmenschen, die zusammen das „Baby“ neu erfinden und zu einer einzigartigen Sache machen. So, wie es alle hier schrieben und sich wünschen.
    Erkenntnis dem sie gebührt.
    Herzliche Grüße, Elisabeth

  16. @ Elisabeth: Dein beherzter Einsatz für die Agentur und den Prozess ist sehr lobenswert. Jedoch ist dieser Blog hier in meinen Augen eher nicht dazu da, um die Schwächen von Prozessen zu rechtfertigen, sondern die Qualität der Ergebnisse zu beurteilen. Bei allem Verständnis für holperige Prozesse und handwerkliches Unvermögen wird das Ergebnis einfach nicht besser. Dahinter steckt in meinen Augen die leise Hoffnung, dass die Prozesse besser werden und damit die Ergebnisse auch.

  17. @cb: Ist es besser, abwertend zu schreiben oder ist es besser, konstruktive, und in den Augen eines jeden selbst, bessere Vorschläge zu bringen? Es nervt mich, wenn ich Kommentare lesen muss, die NICHTS an Inhalt zu bieten haben.
    Wer über eine Leistung urteilt, hat Gedanken im Kopf, wo bleiben die Ideen?
    “Fälle nie abwertend ein Urteil, wenn du es nicht besser kannst. “

  18. @ Elisabeth: stimmt, ich hätte konstruktiver sein können. Aber ich sehe mich nicht darin, einen Entwurf, der in der ersten Konzeptrunde hätte rausfliegen sollen, zu korrigieren. Hinterher zu rufen, das man es besser gekonnt hätte, ist zu einfach. Mich interessiert eher, wie es ein solcher Entwurf in die Realisierung schafft. Hier sehe ich tatsächlich den Einkauf als den Schwachpunkt, da die Agentur mit ihrer Leistung offensichtlich zufrieden ist.

  19. SCHADE, dass die Stadt nicht das kreative Potenzial der “hauseigenen” Designhochschule (HS Anhalt) nutzt!
    Die Studenten hätten sicher dankbar jede Menge toller Ideen präsentiert und sich im Zusammenhang noch mehr mit ihrer Stadt identifizieren können. Dessau hätte daraus auch noch ein eigenes “Event” stricken können, z. B. mit einem Wettbewerb …

  20. @ Elisabeth: Wenn man Deinen ersten Beitrag so liest könnte man glauben hier auf einer Läster-Website gelandet zu sein. Ich finde es gibt hier ne Menge guter Kommentare mit vielen Argumenten die die Schwächen genau darlegen (aus Sicht des Kommentators).
    Das es auch Kommentare gibt die sich nur mit wenigen Sätzen melden kann ich sehr gut verstehen. Nicht jeder hat Lust sich so detailliert über ein so offensichtliches Problem auszulassen. Das Kunden oft schwierig sind und so ein Prozess kompliziert sein kann, ist glaub ich jedem hier klar. Darauf muss man nicht jedes Mal hinweisen.

    So viel in der gebotenen Kürze. Ich hab zu tun! ;-)

  21. Hmmm. Ich bin ein bisschen erschrocken, wenn ich die doch überwiegend sehr eintönig runterputzenden Kommentare lese. Sei mal dahingestellt, ob das Logo, dass es dann geworden ist den gestalterischen Ansprüchen genügt.

    Ja ja gestalterische Fehler drin…(an der Stelle: Umsetzung Heinrich: na kuck!) weil wir immer und ausschließlich alle großes Design – quasi awardtauglich – produzieren….und der Kunde uns immer machen läßt…klar.
    Ich frage ich mich aber als Dessaurin wirklich:

    Wer hier von den Hauptberuflichen glaubt ernsthaft, dass es ein kompetentes Gremium gegeben hat?!

    Ich habe in Dessau selten erlebt, dass aus einer Palette von guten Designvorschlägen gute oder der Beste ausgewählt wurde (für das Stadtlogo hat einen Haufen richtig schöne Entwürfe gegeben).
    Einen Blick für gutes Design in der Tradition des Bauhauses gibt es hier schon lange nicht mehr,- und nicht, weil es keine Leute dafür gäbe…sondern einfach weil dem persönliche Interessen im Weg stehen – und wenn ich mir das Logo anschaue beschleicht mich die Vermutung (!) dass das Auftragsgespräch begonnen hat mit dem Satz “hier, sowas.” Und dann Hinweise auf Farben und Budget folgten. Wie gesagt – nur eine Vermutung.

    Kurz: mich wundert wie sehr hier auf den Designern persé rumgehackt wird – obwohl alle wissen, dass der Kunde (schon gar nicht wenn der Kunde die Stadt ist) meist nicht für qualitativ hochwertige Gestaltung Verständnis bzw. einen Blick hat.

    Und das Bauhaus hat damit (Entwurfsprozess, Auswahl etc.) – leider – überhaupt nichts zu tun.

    Einen Pitch hat es nicht wirklich gegeben – aber hätte es einen gegeben, hätte sich spätestens nach der Stadt-Logo Sache keiner mehr beteiligt (behaupte ich dreist, nach dem was ich so höre)

    Ich finde gut, dass das Logo hier so kritisch auseinander genommen wird, aber alles ausschließlich auf “Unkönnen” der Gestalter abzuschieben finde ich eine sehr schwierige Herangehensweise und auch ein bisschen Weltfremd … (und nein ich bin nicht Boogaloo… ;) )

  22. @ Lotte

    aber alles ausschließlich auf “Unkönnen” der Gestalter abzuschieben finde ich eine sehr schwierige Herangehensweise

    Ich glaube nicht, dass das hier ausschließlich getan wird.
    Der Großteil der kommentierenden “Hauptberuflichen” weiß sehr wohl, dass zum Misslingen viele Faktoren beitragen.
    Nur: Man sieht eben nur das sichtbare Ergebnis. Und nur zu dem kann man sich äußern.

    Interessanter wäre schon die Frage, wie kann man als verantwortlicher Gestalter vermeiden, derart in die Bredouille und in den öffentlichen Kritiksturm zu geraten. Eine – leider wenig konstruktive, da restriktive, selektierende – Lösung liegt auf der Hand: Sich aus Rufgründen gar nicht auf Aufträge von Gremien einlassen, von denen man mit hoher Wahrscheinlichkeit geringe Fachkenntnis vermuten kann.

    Vielleicht fallen Ihnen, Lotte, mehr Möglichkeiten ein als mir.

  23. @ Lotte:
    danke, du sprichst mir aus der Seele: Die Ursache für Ergebnisse dieser Qualität hier ist an allererster Stelle ein falscher Designbegriff. Einkäufer kaufen Design immer noch als finales Aufhübschen ein. Dabei zeigt Design erst, was es kann, wenn man begreift, was Design ist: ein Prozess. Wer Design als Prozess einkauft, wird fundamental bessere Ergebnisse erhalten. Dazu müssen die Designer möglichst früh mit ins Boot geholt werden und Design bei der höchst möglichen Entscheidungsebene angesiedelt sein.

  24. @ CB

    Einkäufer kaufen Design immer noch als finales Aufhübschen ein. Dabei zeigt Design erst, was es kann, wenn man begreift, was Design ist: ein Prozess. Wer Design als Prozess einkauft, wird fundamental bessere Ergebnisse erhalten.

    Sehr gut formuliert. Stimmt natürlich.
    Seitdem ich selbstständig bin, versuche ich das, so zu halten.
    Leider wird man zu oft als Aufhübsch-Mäuschen missbraucht. Wenn man das in irgendeiner Weise höflich äußert, bekommt man oft zu hören: Wie jetzt, hübsch wollen Sie es jetzt auch nicht mehr machen? Und dafür soll es auch noch länger dauern?

    Oder die markigere Variante, gern genommen im technischen B2B:
    WIR SIND NICHT PROZESS-ORIENTIERT – WIR SIND ERRRGEBNIS-ORIENTIERT!! MERKEN SIE SICH DAS!!!

    Man wird dann gern etwas laut dabei und der Herr oder die Frau hochwohlgeborene Designer kann sich schleichen.
    :-)

  25. Die Diskussion hat eine interesante Wendung genommen. Jetzt sind wir an den Hauptknackpunkt gekommen.

    Wenn wir das mit uns machen lassen und nur noch als Erfüllungsgehilfen dienen, verlieren wir unsere Souveränität. Unsere Haltung ist ganz entscheident bei Verhandlungen und Präsentationen. Wenn wir aber einmal die Stärke aufbringen und konsequent gehen, wenns zu dolle wird. Dann beweisen wir beim nächsten Kunden schon das Rückrad. Weil wir eine gute Erfahrung gemacht haben. Das ist befreiend. Der Andere spürt das. Das gleiche gilt übringens auch für die Vergütung.
    Es lohnt sich, denn anders kommen wir nicht weiter und müßen irgendwann den Laden dicht machen.

  26. @margit, vroni, CB (hab ich noch jemand vergessen?):

    Jaja, jetzt hat wieder der Kunde „schuld“ am mieser Gestaltung. Weil er uns nicht machen läßt wie wir gerne möchten. Nur: Kunde hat ein Problem und möcht eine lösung dafür. Dann kann ich für mich entscheiden ob die lösung seines Problems in mein Repertoir paßt. Einmal sich der sache angenommen kann ich nicht im Nachhinein laut aufschreien, der böse böse Kunde hat mich nicht so gelassen wie ich gerne wollte. Und außerdem: ob „Aufhübschung“ (kann auch ein Prozeß sein) oder eben „Prozeß” (was auch immer wer auch immer damit meinen mag, klingt jedenfalls recht klug): die hier diskutierte arbeit hat jemand entworfen und dem kunden vorgelegt. Das einzige was man dem Kunden vorwerfen kann ist, daß er den Entwurf akzeptiert hat. Glaube nicht daß Kunde jetzt den autor zu dieser schlechten lösung gedrängt hat.

  27. @koni

    Oh doch, das geht sehr wohl das der Kunde diesen zweifelhaften Entwurf massiv beeinflusst oder gar vorgegeben hat. Ich hab schon ein paar Mal erlebt wie Kunden einfach Elemente verschiedener Entwürfe kombinieren wollen und absolut überzeugt davon sind das sie die tollste Idee der Welt haben. Schrecklich!

    Außerdem wurde hier auch nicht nur die Schuld auf Kundenseite thematisiert. Nur so nebenbei.

  28. Das kann man schwierig differenzieren, wann jemand genug Macht hat, sich über die Kundenwünsche im Zweifel auch hinwegsetzen zu können. Da spielen eine Menge Faktoren mit rein: Image des Designers, Konkurrenz, Relevanz des Kunden, Kundenbindung, Lukrativität des Auftrags und geg. der Folgeaufträge, etc..

  29. @ koni – Ein Designer hat auch eine Verantwortung dem Kunden gegenüber. Er ist der Profi und muß ihm sagen was geht und was nicht. Würdest du auf die Idee kommen einem Architekten oder Arzt zu sagen, er müsse auf seine Kunden bzw. Patienten hören? Wohl kaum. Ein Architekt würde wohl nicht zum Erfüllungsgehilfen seines Bauherrn, wenn er weiß daß das Haus dann instabil oder unwohnlich würde. Ein Arzt würde dem Patienten raten einen anderen Arzt aufzusuchen, wenn der Patient eine andere Behandlung will, die zur Verschlimmerung führt.

    Genauso bei der Dessa800-Katastrophe. Ich denke mal es hat einfach keiner gemerkt. Ein professioneller Gestalter besitzt soviel Verantwortung und zieht die Notbremse. Selbst wenn er es noch nachträglich merken sollte. Was ja mal passieren kann. Wir sind ja alle nicht perfekt. Dann muß er dazu stehen und zugeben, daß er einen Fehler gemacht hat. Aber soviel Stärke und Verantwortungsbewußtsein haben die Wenigsten.

    Ich würde der Stadt raten es noch zu ändern. Bevor der Schriftzug an die Öffentlichkeit gerät. Weiter oben kam von heinrich ein guter Vorschlag, wie es funktionieren würde.

  30. d’accord margit.
    Der Tenor war nur zuletzt der/die Gestalter/in hätt es schon besser gekonnt wenn man ihn/sie nur gelassen hätt.
    Natürlich verlang ich von meinem Arzt genauso wie von meinem Architekten, daß er auch auf meine Bedürfnisse eingeht. Daß er eine Lösung findet für eben gerade mein Problem.
    In diesem von uns diskutiertem Fall es dies dem Gestalter schlichtweg nicht gelungen.

  31. Super daß wir uns da einig sind – Der Meinung, daß die Kundenwünsche sehr wichtig sind bin ich 100% und sicher die Meisten hier. Der Kunde ist sozusagen der Profi auf der anderen Seite. Wir helfen ihm zu erkennen wie er sich auf dem Markt positionieren kann. Das ist ein Prozess – wir entwickeln ein neues Erscheinungsbild mit dem sich der Kunde und seine Mitarbeiter und seine Kunden identifizieren können. Was wiederum verkausfördernd ist. Ein bloses Aufhübschen ist das also nicht.

  32. Ich lebe zwar seit 7 Jahren in Hamburg, komme aber ursprünglich aus Dessau und meine Familie wohnt noch dort. Ich find das ganze echt peinlich. Gerade wenn man bedenkt welchen Hintergrund Dessau und das Bauhaus haben…

  33. @koni
    It takes always two to tango.

    Auftraggeber und Designer, Topf und Deckel. Im Idealfall finden sich zwei fachlich gute.
    Im schlechten Fall taugt einer von beiden nichts. Das kann durchaus auch der Auftraggeber sein. Er ist nicht sakrosankt, nur weil er der Zahlende ist. Im noch schlechteren Fall sind alle zwei eine Katastrophe. (Vermute in meiner maßlosen Überheblichkeit, das Dessau-Ding war so etwas: beide. Aber wissen kann mans nicht.)

    Meist läuft jedoch die Kommunikation einfach schief.

    Gesagt heißt nicht immer gesagt,
    gesagt heißt nicht immer gehört,
    gehört heißt nicht immer verstanden,
    verstanden heißt nicht immer einverstanden,
    einverstanden heißt nicht immer angewendet,
    angewendet heißt nicht immer beibehalten.

    Hab grad auch wieder so einen Fall. Selbst wenn man weiß, was da jetzt genau läuft, kann man es nicht immer abstellen oder erfolgreich zur Meta-Angelegenheit machen. Damit die Sache doch noch gelingt. Es liegt schon oft auch an der ultra homo-oeconomicus-Einstellung mancher Auftraggeber. Manchmal am Designer, der keine Haltung hat. Manchmal auch daran, dass die Auftraggeber einfach nur Zeichenmäuse WOLLTEN, es aber nicht sagten. Von Anfang an nicht sagten, und mittendrin auch nicht. Dann ist das ein glatter Auftragsirrtum, aber nicht immer weiß man als Designer am Anfang, dass es einer wird. Da müsste man hellsehen können.
    Mit steigender Lebenserfahrung wird die Quote besser, es rutscht aber immer wider mal einer durch, wo es eigentlich gar nicht passt. Geschickte Vertragsgestaltung und geradlinige Rethorik kann dann noch das Schlimmste verhindern.

  34. Sehr gut geschrieben Vroni.
    Es ist keine Hellseherei. Oftmals spüre ich es beim ersten Beschnuppern, was der Andere für einer ist. Auch wenn er es nicht direkt sagt. Das wurde durch die Erfahrung immer besser. Je mehr “Lehrgeld” ich zahlen mußte, desto mehr hab ich begriffen, daß es in den Fällen wo ich ein schlechtes Gefühl in der Magengegend bekomme es lieber lasse, wenn nicht zu verhandeln ist. Ist nicht gut ist unter allen Umständen einen Auftrag anzunehmen.

  35. Danke.

    Das Schlimme ist, dass wenn sie merken, keine Zeichenmäuse engagiert zu haben, dann sind sie nicht erfreut oder so. Erfreut könnten sie ja durchaus sein, denn sie bekommen dann eigentlich mehr Leistung für ihr Geld.

    Nein, sie sind gerade dann oft plötzlich erbost.
    Denken plötzlich, dass sie einer bevormunden will, wenn er freundlich berät. Welcher sagt, Lila wäre vielleicht keine so gute Idee, eine blanke Zahl hinter einem verstümmelten Namen wäre keine wirklich gute Idee. Sie drohen dann nicht selten mit Vertragsabbruch, Zahlungsentzug oder Anwalt.

    Habe ich alles in meinem langen Leben erlebt. Hatte mal einen, mit dem ich es gut meinte, indem ich freundlich darauf hinwies, auf einer komplett durchsichtigen Glasflasche mit glaskarer wasserheller Flüssigkeit und mit nur schwarzer Schrift drauf auf komplett durchsichtigem Etikett (dazu noch typografisch ein halbes Plagiat von ABSOLUTE Wodka) – eine solche Aufschrift nimmt der Käufer im Supermarktregal nicht mehr wahr.

    Und auf dem zweiten Blick nicht als eigene Marke, sondern eben als diesen Wodka aus Schweden. Der prospektive Käufer wird zu 95% die Flasche im Regal übersehen, Wahrnehmung zum ersten – und falsches Branding/Copycat zum zweiten. Mir wurde sofort der Auftrag entzogen mit der Bemerkung, dass der Designer das zu machen hätte, was ER wollte – und wenn er rosa auf rosa Hintergrund wollte, hätte ich das auch zu machen.

    Vermute, es geht einfach um Dominanz statt um Miteinander. Der Designer hat zu spuren, das herkömmliche Verständnis von Dienst_leistung ruft. Viele Designer müssen, auch wenn sie sehen, dass es fachlich so nicht wirklich geht, solche Aufträge annehmen, wenn sie von was leben wollen. Da machen wir uns mal nichts vor, hehre Aufrufe und edle Postings zum edlen Berufsverständnis von uns ändern das auch nicht. :-)

  36. Ist halt das übliche Auftrggeber-Auftragnehmer Verhältnis.
    Bin mir auch nicht zu schade mal als Zeichemaus zu fungieren und seh mich da wo gewollt auch als Aufhübscher nicht in meinem Berufsehre verletzt.

    das Verhältnis Designer-Kunde in dem hier diskutierten Fall zu beurteilen ist ja eh Kaffeesatzleserei. Was wir sehrwohl beurteilen können ist das Ergebnis. Und das ist dürftig.

  37. Ist alles ne Sache der Komunikation zwischen uns und dem Kunden. Warum nicht auch mal eine Idee des Kunden ausführen. Zum Problem wirds nur, wenns nicht funktioniert. Aber normalerweise überzeugen wir sie dann doch noch. Oder? Im Falle von Dessa800 lag es z.B. nicht an der Grundidee. Der Gestalter war sehr wahrscheinlich handwerklich nicht in der Lage. Denn in einer anderen Schrift hätte es ja funktioniert. Siehe oben.

  38. Nein, es ist nicht alles eine Sache der Kommunikation. Das halte ich für extrem blauäugig.*

    Ich glaube auch nicht, dass es eine große Sache ist, von wem genau die Uridee kommt. Selbst wenn die Uridee z.b. vom Auftraggeber kommt, kratzt das null die Urheberschaft des Designers an: Er hat sie.

    *Manchmal ist der Auftraggeber einfach ein Ferengi, und dann kann man kommunizieren, was man will, es wird nichts.

    Der Gestalter war sehr wahrscheinlich handwerklich nicht in der Lage.

    Ich habe hier in diesem Strang an früherer Stelle bereits ausführlich ausgeführt, warum ich glaube, dass genau diese Idee bereits nicht funktioniert: Diese Idee impliziert die Verfremdung eines eingeführten Namens und verschweigt dazu, dass es Jahre sind und keine Tourenumdrehungen. Das ist schon von der Idee her extrem unglücklich

    Proof of non-concept
    Der weitere Versuch zu dieser Idee von einem anderen, sicher handwerklich besseren Designer hier zeigt, dass es tatsächlich keine besonders glückliche Idee ist: Es wird nicht besser, wirkt immer noch wie ein Medikamentenbranding mit Umdrehungszahlen.

  39. Die Idee ist nicht das Problem. Es funktioniert. Wie das obige Beispiel zeigt. Die Anmutung kann so gestalten werden, daß es passt. Da gibts ja unendliche Möglichkeiten mit Schrift, Ornamenten usw. Streifen sind natürlich nicht gerade der Hit. Aber der Leser wollte es ja nur mal auf die Schnelle demonstrieren.
    Mit manchen Auftraggebern klappt es einfach nicht, gerade dann ist es ja so wichtig in Aktion zu treten und zu sehen wie es weitergeht. Dann ist die Komunikation wichtig um eben kein Erfüllungsgehilfe zu werden.
    Zu deinem Wodka Etikett. Gerade ein schönes schlicht gestaltetes einfarbiges glaskares Ettiket mit glasklarem Inhalt fällt doch im Regal auf, hebt sich von den überfrachteten Flaschen ab. Natürlich darfs kein Absolut Plagiat sein.

  40. @ margit
    Ich geb’s auf mit dem Dessau-Ding. Sie haben Recht und ich meine Ruh’
    :-)

    Das gebe ich auch bald auf: Letzter Versuch.
    Schwarze Schrift auf Glas: Das im Regal stehende stinknormale Flaschenglas ist in der Regel nicht hell hinterleuchtet, es steht da und wirkt dunkel.

    Warum
    Sie dürfen nicht von der idealistischen Situation ausgehen, in der man das einzelne Flaschenglas gegen das Licht hält (wird auch gern in Fotografien so gemacht). In der Regal-Realität wird es mehr oder weniger tief im Regal stehen und dahnter wird kein Gegenlicht leuchten wie in der Bar, das Glas wird also eher dunkel sein. Effekt: Diese Flasche fällt in der Wahrnehmung ab und die anderen Flaschen fallen im Supermarkt besser auf.
    Und schwarze Schrift auf dunkel ist FAST wie “Neger im Tunnel”. Kein Kontrast. Man kann nicht einmal einen halbwegs großen Markennamen schnell erfassen, liest die anderen rascher. Probieren Sie es im Supermarkt aus.

  41. Ich kann Vroni bei dem Wodka Beispiel nur beipflichten.

    Ich hatte ein ganz ähnliches Erlebnis. Ich war noch im Studium als noch nicht mal fertiger Designer, das ganze hat mich dann aber auch gleich geprägt.

    Ich wollte Architekten-Freunden bei Layout ihrer Diplombroschüre helfen. Es sollte einen Farbcode für die Kapitel geben, eh schon eher unwichtig. Es gibt ja nun mal schon die Kapitel und man kann sie nicht durcheinander bringen weil das Heftchen nun mal gebunden ist.
    Gruselig wurde es aber als sie ihren unbedingten Wunsch äußerten den Farbcode nur in der in kleiner Schriftgröße gesetzten Überschrift zu bringen. Natürlich auch mit so Farben wie Gelb. Das Ergebnis war das die Kapitelüberschrift nicht lesbar ist. So Kapitelüberschriften find ich dann doch relativ wichtig. Selbst als ich ihnen einen Ausdruck gemacht habe der des Problem ganz klar aufzeigte wurde an der blödsinnigen Idee festgehalten und alle alternativen zB. mit Farbflächen verworfen.

    Ich hab die Hilfe dann an den Nagel gehängt. Und die haben es das dann so gemacht wie sie wollten und es immer noch nicht eingesehen!

    Wenn ich an dieses Ereignis denke greif ich mir immer noch an den Kopf. Architekten sind zwar immer noch in meinem Freundeskreis, mit denen über Grafikdesign zu sprechen ist mir weiterhin ein Graus. Ich lass es einfach.

  42. @ Vroni,
    eine andere Meinung zu haben heißt nicht unbedingt Recht haben zu wollen. Eine andere Meinung kann man einfach so stehen lassen und fertig. Aus der Ruhe bringen will ich sie (ich dachte immer im Internet dutzt man sich) nicht. Wir brauchen unsere Kraft dringend für Wichtigeres.

    @ Schrägstrich
    In dem Beispiel der Wodka Flasche ist die Schrift aber Schwarz und nicht Gelb. Ein großer Kontrast also. Ich denke mal es kommt immer drauf an. Vielleicht kann man auch eine andere Farbe nehmen die kontrastreich ist und mehr ins Auge sticht. Die harten Sachen schau ich mir tatsächlich demnächst im Supermarkt mal an.
    Ich interesiere mich deshalb dafür, weil ich vor etlichen Jahren (in den Neunzigern) mal das umgekehrte hatte. Ich wollte für einen Whisky und einen Kräuterlikör eine einfache Typografische Lösung auf durchsichtigem Etikett. Das war damals ganz neu. Aber der Auftraggeber bevorzugte das Althergebrachte.

  43. Also liebe Freunde…

    nur für den Fall – und ferner auch aus bestehendem Anlass zum Verdacht Einzelner – dass hier offenbar gewisse Verwechslungen bezüglich der “Kürzel” einiger “Kommentatoren” bestehen sei gesagt…

    “CB” heisst hier in der Übersetzung NICHT »Christian Breywisch«

    Aufgrund der manchmal recht zweifelhaften Formulierung halte ich dies für nützlich mitzuteilen,
    …und wenn der Eine o. Andere seine persönliche Meinungen zwingend der Weltöffentlichkeit “offenbaren” muss”, dann zukünftig doch bitte mit vollem Namen!

    OK? Danke.

  44. Ob evetueller Verwechslungsgefahr mußt Du Dir da ja nun eher so gar keine Sorgen machen weil ein simpler Klick Dir schon verrät, daß „CB“ weit mehr preis gibt von sich als nur seinen vollen Namen.

  45. Oh Gott! Das hinter einem rot markierten Namen bei den Kommentaren ein Link versteckt ist hab ich ja gar nicht gewusst. Da wäre ich auch nie drauf gekommen!

    Dann muss ich ja meinen Nick nicht mehr ausformulieren (hab ich ebenfalls nur wegen der Verwechslungsgefahr gemacht).

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